UMGEBUNG ERKUNDEN IHRE KINDERGÄRTEN & SCHULEN. Mit der Natur durchs Jahr Ideen aus einem regionalen Wettbewerb

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1 UMGEBUNG ERKUNDEN IHRE KINDERGÄRTEN & SCHULEN Mit der Natur durchs Jahr Ideen aus einem regionalen Wettbewerb

2 2 VORWORT Wer mit der Natur aufgewachsen und innig mit ihr verbunden ist, für den stellt sie einen beständigen Kraftquell und immer wieder einen Ort intensiven und vielfältigen Erlebens dar. Körper, Geist und Seele schöpfen daraus. Für viele Menschen ist die Natur aber heutzutage allenfalls noch Kulisse oder halb bewusster Hintergrund bei ihren oft immer schneller aneinander gereihten Tätigkeiten. Subjektiv mag ihnen dadurch nichts fehlen, tatsächlich ist damit aber, wie verschiedene Untersuchungen belegen, ein Defizit verbunden, was physische und psychische Auswirkungen haben kann. Dies gilt in besonderem Maße für Kinder: Regelmäßige Naturaufenthalte fördern ihre körperliche, geistige und seelische Entwicklung entscheidend und wirken damit in ihr gesamtes späteres Leben positiv hinein. Dazu kommt, dass durch beständige Aufenthalte in der Natur eine intensive Beziehung zu ihr entsteht, die wiederum die Triebfeder dafür ist, sich für ihren Schutz zu engagieren. In der Welt von heute fehlt es unseren Kindern aber vielerorts sowohl an Möglichkeiten als auch an Anregungen, tief in die Natur einzutauchen. Diese Situation gilt es zu ändern. Der von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) finanziell geförderte, von den Mitarbeiterinnen des Lernortes Nackte Mühle durchgeführte und von der Fachhochschule Osnabrück (Arbeitsgruppe Zoologie/Ökologie/Umweltbildung) unterstützte Wettbewerb Mit der Natur durchs Jahr sollte Kindergruppen aus Schulen, Kindergärten und aus dem Freizeitbereich anregen, sich kontinuierlich mit einem Stück Natur zu beschäftigen und dies in einer weitgehend frei wählbaren Form zu dokumentieren. Der Kreis von Gruppen und Einzelpersonen, die in diesen Wettbewerb involviert waren und die von der engagierten und kompetenten Arbeit der Mitarbeiterinnen des Lernortes Nackte Mühle profitiert haben, war erfreulich groß. Damit konnte bei möglichen Multiplikatoren eine gute Grundlage für künftiges eigenständiges Wirken gelegt werden, und für viele Kinder hat sich die Türe zur Natur weit geöffnet. Die eingereichten Wettbewerbsbeiträge zeugen von der Kreativität der Kinder und ihrer Betreuerinnen und erzählen Geschichten von einem Jahr draußen. Allen Beteiligten an diesem Wettbewerb sei herzlich DANKE gesagt, verbunden mit den Wünschen für viele weitere spannende und entspannende Naturbegegnungen. Osnabrück, im Juni 2004 Prof. Dr. Herbert Zucchi Fachhochschule Osnabrück

3 ZIELSETZUNG UND ERSTE SCHRITTE 3 Wenn wir von Natur sprechen stellen wir uns ferne Landschaften aus Urlauben oder Filmen vor. Im Alltag kommt die unmittelbare Auseinandersetzung mit der Natur häufig zu kurz. Daher sind gezielte Erlebnis- und Erkundungsgänge immer wichtiger geworden. Ziel des Wettbewerbes war es, Erziehern, Lehrkräften und Gruppenleitern Hilfestellung zu geben und Mut zu machen, mit den Kindern in die Natur zu gehen. Durch die Beobachtung über einen längeren Zeitraum entsteht eine Verbundenheit mit der unmittelbaren Umgebung. Ausrichter des Wettbewerbs ist der Verein für Jugendhilfe e.v. mit seinem Technisch ökologischen Lernort Nackte Mühle. Ermöglicht wurde dieses Projekt durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt. Im Februar 2003 startete der Wettbewerb mit einem Fortbildungsblock, in dem 53 Teilnehmern Praxistipps für altersgerechte Naturerkundungen rund ums Jahr vermittelt wurden. Zudem gab es Anregungen, wie sie fortlaufende Naturerlebnisse sinnvoll in ihre Arbeit integrieren können z.b. - Was hat sich seit unserem letzten Besuch verändert? - Jedes Kind sucht sich einen Baum oder einen Lieblingsplatz, an den es sich für kurze Momente zurückzieht und erlebt dort den Jahreslauf intensiv. - Tiere und Pflanzen in ihrer Entwicklung durchs Jahr erkunden (Knospen, Larven etc.). Im März 2003 begannen die Gruppen dann mit ihren Erkundungen vor der Haustür. Auch viele Quereinsteiger nahmen die angebotenen Arbeitskreise als Möglichkeit des Erfahrungsaustausches und der Weiterbildung wahr. Für viele war die Erfahrung neu, dass ein Gang in den Wald oder Park auch bei Regen und Kälte eine tolle Sache ist. Die Kinder waren mit Begeisterung dabei, denn in der Natur können sie ihre ursprüngliche Neugierde, ihren Entdeckerdrang und ihr Bedürfnis nach Bewegung ausleben. Da macht das Lernen Spaß. So zeigte sich ein Förster erstaunt, dass die Kindergartenkinder, mit denen er einen Waldgang machte, schon Sachen wussten, die in der ersten Jagdprüfung abgefragt werden... Der Wettbewerb wurde sowohl in den Einrichtungen als auch bei den Eltern positiv aufgenommen. Kinder, Eltern, Lehrkräfte, Erzieher und Sozialpädagogen ließen sich von der Idee, die Natur im Jahreslauf zu erkunden und zu erspielen, begeistern. Viele wollen sich im Team bzw. im Kollegium dafür einsetzten, regelmäßige Naturerkun-dungsgänge zu machen. Bei der Abgabe ihrer Mappe bekundete Erika Hüske vom ev. Kindergarten Achelriede, dass sie von nun an immer so arbeiten möchte. Wettbewerb Mit der Natur durchs Jahr

4 4 MAPPEN, RAMPENLICHT UND STOCKBROT Von den über 60 Kindergruppen und Schulklassen, die sich von dem Wettbewerb Mit der Natur durchs Jahr inspirieren ließen, haben 15 eine Mappe als Wettbewerbsbeitrag abgegeben. In diesen Mappen haben die Kinder mit Hilfe ihrer Erzieherinnen und Lehrerinnen ihre Naturerlebnisse dokumentiert. Einige Gruppen gingen wöchentlich, andere monatlich hinaus; einige Gruppen gestalteten Kalender, andere Bilderbücher und es wurde von Kindergartengruppen sogar eine eigene Radiosendung sowie ein Museum entwickelt. Ende April 2004 begutachtete die Jury die eingereichten Werke. An der Jury wirkten Prof. Dr. Zucchi von der Fachhochschule Osnabrück, Frau Willenborg vom Kinderbüro der Stadt Osnabrück, Herr Eickhorst vom Naturschutzbund Osnabrück, Frau Lohmüller von der Elisabeth- Siegel-Schule und Frau Lommers vom Waldkindergarten der Heilpädagogischen Hilfe Osnabrück mit. Sie waren begeistert von den tollen Mappen und hatten aber auch die Qual der Wahl. Die eingereichten Arbeiten wurden in den drei Alterskategorien Kindergarten, Grundschule und Orientierungsstufe nach zwei Kriterien bewertet. Erstens vergab jedes Mitglied der Jury Punkte von 1-5 für die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem jahreszeitlichen Naturerleben vor Ort und zweitens für die Originalität und Kreativität der Dokumentation. Durch die Addition der Punkte wurden dann die Preisträger ermittelt. Für ihre gelungene Arbeit erhielt die Klasse U/M der Astrid- Lindgren- Schule Bohmte einen Sonderpreis für Schulen für Lernhilfe. Am 18. Juni waren alle Teilnehmer zur feierlichen Preisverleihung ins Haus der Jugend eingeladen. Auf der Bühne übergaben Frau Böhnert (Verein für Jugendhilfe e.v.), Herr Pyhel (Deutsche Bundesstiftung Umwelt), Frau Lommers und Frau Lohmöller aus der Jury sowie Frau Dewert vom Lernort Nackte Mühle die Preise. Im Innenhof konnten die Kinder dann bei Stockbrot, Kuchen und Bratwurst feiern und ihre Neugierde an der Wasserbaustelle, mit dem Krötenmobil, dem mobilen Umweltlabor Grashüpfer und bei dem Waldquiz des Forstamtes Palsterkamp ausleben. An dieser Stelle sei noch einmal allen Mitwirkenden gedankt. Folgende Preise wurden vergeben: mehrtägige Fahrt zum Lernstandort Graffelder Moor und zum Naturfreundehaus Vehrte, zwei Tagesfahrten zum Lernstandort Noller Schlucht, eine Tagesfahrt zum Hof Hörstebrock in Lienen und zum Waldhof in Lechtingen sowie eine Krötenmobilveranstaltung. Weiterhin gab es einen Gutschein für Forscherutensilien und Abonnements der Mitmach-Zeitschrift Manfred Mistkäfer für die jungen Naturforscher.

5 GÄSTE IN DER NATUR 5 Rücksicht auf Tiere Tiere sollten möglichst wenig beeinträchtigt werden. Störungen minimieren. Jungtiere nie anfassen. Tiere sind verletzlich, daher ist vorsicht geboten (z.b. ausgestreckte Hand, Insektensauger, Pinsel). Umgedrehte Steine, Äste oder Rinde möglichst wieder so an den alten Platz legen wie vorgefunden. Boden- und Gewässerlebewesen vor Hitze schützen. Alle Tiere nach dem genauen Betrachten am Fundort wieder freilassen. Sicherheit Wir bleiben in Sichtweite. Brücken, Hänge, Stöcke, Steine, Wurzeln können bei Unachtsamkeit gefährlich werden. Weisen Sie die Kinder darauf hin. Sie lernen es sehr schnell, mit diesen natürlichen Gefahrenstellen umzugehen. Es ist hilfreich, Stöcke nicht auf Gesichtshöhe zu halten. Richtig gesucht - halb gefunden Zweimal hinsehen Wir geben uns nicht mit einem oberflächlichen Das kenn ich ja schon zufrieden. Jedes Eichenblatt etc. ist ein Wunder der Natur und verbirgt evt. noch eine Spur. Die Sinne schulen Ein Blatt untersuchen wir mit Augen, Nase und Händen eines Kindes, das es noch nie gesehen hat. Was macht einen Wegerich zum Wegerich? Nach Abweichungen suchen Mit wachsender Naturerfahrung entsteht ein Gefühl für die normale Situation. Wir achten nun auf Abweichungen. Rücksicht auf Menschen Wir verhalten uns so, dass sich niemand gestört oder geschädigt fühlt: die Erlaubnis des Eigentümers, Försters etc. einholen; nicht durch bebautes Ackerland oder hoch gewachsene Wiesen gehen. Anfallenden Müll mitnehmen und Zuhause fachgerecht entsorgen. Hygiene Es werden von den Kindern keine Dinge aus der Natur (Früchte, Blätter etc.) in den Mund gesteckt. Kräuter und Früchte z.b. Bucheckern zum Verzehr werden gemeinsam gesammelt und geprüft. Kot und Kadaver nur mit Plastiktüten bzw. mit einem Stöckchen etc. berühren. Rücksicht auf Pflanzen Bei Erkundungsspielen nur häufig vorkommende Pflanzen verwenden und auch nur ein Blatt pro Pflanze pflücken lassen. In trittempfindlichen Gebieten (Frühblüher, Schilf etc.) auf den Wegen bleiben bzw. im Gänsemarsch hintereinander gehen. Spiele und Austoben an weniger störungsempfindlichen Stellen. Vorsichtig annähern Durch unbedachtes Heraneilen können spannende Spuren um den Fund herum verwischt werden. Aufmerksam untersuchen Die Fundstelle gründlich untersuchen. Wir versuchen uns die Entstehung der Spuren bildlich vorzustellen. Wie haben die Tiere sich bewegt? Spuren festhalten Wir merken uns die Einzelheiten dieser Spur so gut es geht. Das hilft dann beim nächsten Mal. Auch ist es sinnvoll sich Notizen, einen Abdruck, eine Skizze oder ein Foto zu machen. Manche Spuren wie etwa angeknabberte Haselnüsse können auch als Belegexemplare mitgenommen werden. Methodische Praxis-Tipps verwendete Literatur: TESTER (1992): Natur als Erlebnis WITT (1996): Tierspuren - Beobachtungen durch das Jahr

6 6 MIT GRUPPEN IM FREIEN Vorbereitung Die örtlichen Gegebenheiten im Vorfeld klären und geplante Aktionen, Material, benötigte Kleidung etc. darauf abstimmen. Weniger ist mehr Meist planen wir zuviel Verschiedenes in zu kurzer Zeit. Sinneserfahrungen, Erkundungen, ruhige Elemente und auch die Übergänge und Ortswechsel brauchen Zeit. Regeln und Rituale Die nötigen Spielregeln aber auch hilfreiche Rituale mit den Kindern aufstellen. Vereinbaren Sie ein gemeinsames Zeichen für Ruhe z.b. einen Finger auf die Lippen legen, wenn es zu laut wird. Warten bis wirklich alle ruhig sind. Aufmerksamkeit Nur wenn Ruhe herrscht mit dem Sprechen beginnen. Immer die ganze Gruppe in die Diskussion einbeziehen. Wenn nötig, die Frage bzw. den Vorschlag für alle hörbar wiederholen. Lange Erklärungen vermeiden. Kreisform Die Gruppe zum Vortragen, Zuschauen und Diskutieren im Kreis aufstellen, so kann jeder jeden sehen und hören und das Miteinander klappt besser. Aktivität Für aktive Teilnehmer sorgen. Kleinen Gruppen kurze Suchaufträge etc. erteilen. Geländemarken Bevor die Kinder ausschwärmen das Gebiet durch markante Bäume, Wege etc. eingrenzen. Abwechslung Wir behalten Sie die Kinder im Blick und ändern falls nötig den Ablauf, um das Interesse zu halten. Eintönigkeit ermüdet. Daher den Tonfall verändern, den Ort wechseln oder eine Mitmachaktion einfließen lassen. Wenn die Gruppe sehr unruhig wird, ist ein Bewegungsspiel sinnvoll. Wieso, Weshalb, Warum? Neugierde fördern Kinder sind neugierig. Durch ausprobieren und Fragen machen sie sich mit der Welt vertraut. Diese Triebfeder des selbstbestimmten Lernens. Diese Neugierde gilt es zu fördern, indem wir z.b. selbst neugierig bleiben und staunen, die Kinder immer wieder auf Ereignisse in der Natur aufmerksam machen und Interesse für ihre Entdeckungen zeigen. Die Reaktion von uns Erwachsenen auf Unbekanntes ist für die Kinder prägend. Fragen als Chance Fragen Einzelner aufgreifen und für alle hörbar wiederholen und somit an die Gruppe zur Lösung weitergeben. Vielleicht weiß jemand die Antwort. Auf jeden Fall den Vermutungen der Kinder nachgehen und sie eventuell zur Lösung lenken. Auch eher lästige Fragen der Kinder ernsthaft beantworten. Was ist das für ein Tier? Es empfiehlt sich, mit der Gegenfrage Was meint ihr, wie dieses Tier so wie es aussieht heißen könnte? zu antworten. So wird der Forschergeist angespornt, da die Kinder sich das Tier jetzt noch einmal genau angucken. Übrigens kann das sofortige Nennen des Namens die Motivation zu weiteren Beobachtungen sogar zunichte machen.... und wenn ich die Antwort nicht kenne? Die Natur gibt uns nach wie vor eine ganze Reihe unbeantworteter Fragen auf. So bin ich also in bester Gesellschaft. Ich verhalte mich zunächst wie oben beschrieben. Dann sage ich ganz einfach, dass ich die Antwort auf diese Frage auch nicht weiß. Entweder geben wir uns damit zufrieden, dass wir hier vor einem Rätsel der Natur stehen, befragen einen Fachmann oder recherchieren.

7 NATUR-ERLEBEN! 7 Das Naturerlebnis hängt nicht von einem ausgeklügelten Programm ab, sondern fast ausschließlich davon, wie wir dieses Programm umsetzen. So kann z.b. ein Waldgang ein spannendes Abenteuer oder eine langweilige Pflicht sein. Hier einige Tipps, wie ein Naturaufenthalt zu einem Naturerlebnis für die Gruppe werden kann. Spaß Wir wollen bei den Teilnehmenden die Freude und das Interesse an der Natur wecken. Sie sollen sich im Freien wohl fühlen und Freude am Beobachten und Entdecken haben. Begeistern können Kinder merken sofort, wenn wir etwas halbherzig machen. Nur wenn wir uns selbst für die Natur begeistern, lässt sich die Begeisterung übertragen. Und wenn zum Beispiel das Wetter mal nicht mitspielt, liegt die Kunst darin, auch dieser scheinbar hoffnungslosen Situation gute Seiten abzugewinnen, anstatt sie zum Sündenbock zu machen. Vorbild sein Kinder beobachten sehr genau und passen ihr Verhalten dem der Erwachsenen an. Wir bemühen uns daher nicht nur im Umgang mit den Kindern sondern auch gegenüber der Natur um ein vorbildliches, respektvolles Verhalten. Menschen tun sich schwer der Natur gegenüber verantwortungsbewusst zu handeln. Wir versuchen mit gutem Beispiel voran zu gehen. Sinnliche Wahrnehmung Die Natur ermöglicht vielfältige Wahrnehmungen. Zudem bietet sie durch ihre Gleichförmigkeit, die sich doch stetig verändert, eine optimale Mischung für unsere Sinne. Zeitliche Freiräume In unserer schnelllebigen Zeit ist es besonders wichtig einmal zur Ruhe zu kommen bzw. Zeit zur freien Gestaltung zu haben. Geben Sie den Kindern die Zeit, die sie brauchen. Improvisation In der Natur kann man nicht immer vorausplanen, was man beobachten/entdecken wird. Seien Sie bereit, sich vom vorgesehenen Ablauf des Programms zu lösen, wenn z.b. ein Eichhörnchen vorbeihuscht, ein Kind anfängt Laub herab regnen zu lassen oder ein interessanter Pilz entdeckt wird. Dadurch wird die Aktion zu einem ganz besonderen Erlebnis. Gefühle erwünscht Wir teilen unsere Gefühle mit und beschreiben was uns an jener Schnecke besonders gefällt. Wir sprechen mit den Kindern über unsere Empfindungen. Unmittelbare Begegnung Die direkte Begegnung mit Naturphänomenen wie etwa einem plätschernden Bach, einem weghuschenden Hundertfüßler, einer Kröte auf der Hand oder dem Geruch eines Holunderblattes ist für Kinder ganz wichtig. ICH GING IM WALDE SO FÜR MICH HIN UND NICHTS ZU SUCHEN, DAS WAR MEIN SINN. Goethe beschreibt eine Einstellung, mit der wir eher selten durch die Welt gehen. Sie kann uns aber unvorhergesehene, phantastische Erlebnisse ermöglichen.

8 8 FRÜHJAHR Jahreszeitliche Aktionsvorschläge Erkunden: Auch Bäume und Sträucher blühen. Haselnuß und Erle blühen bereits im Vorfrühling. Beim Schütteln der männlichen Blüten entweichen dichte Wolken von gelben Pollen aus den länglichen Kätzchen. Die weiblichen Blüten sind winzig klein und rötlich. Wir markieren sie mit Wollbändchen und beobachten sie dann im Jahreslauf. Wir suchen nach ersten blühenden Kräutern. Neben den bekannten Gartenarten finden wir: Scharbockskraut, rote Taubnessel, Huflattich, Gänseblümchen, Hirtentäschel, Löwenzahn, Veilchen, Ehrenpreis und Andere. Mit einem Stethoskop (Arzt fragen) können wir besonders bei Sonnenschein die steigenden Baumsäfte hören. Dazu suchen wir einen Baum mit dünner, glatter Rinde aus z.b. eine junge Weide. Das Schlürfen hört man am deutlichsten kurz bevor die Blätter treiben. Wir beobachten die Knospen an Bäumen und Sträuchern, die immer praller werden und aus denen sich schließlich die Blätter oder Blüten entfalten. Ab Februar/März fliegen die als erwachsener Schmetterling (Imago) überwinternden Zitronenfalter, Tagpfauenauge und Kleinen Füchse als Frühlingsboten in den Sonnenstrahlen. Aber auch erste Hummeln und Bienen holen sich den nahrhaften Nektar der ersten Blüten. Die Vogelmännchen bemühen sich mit ihrem Gesang um die Gunst eines Weibchens. Schon bald können wir beobachten wie Nistmaterial und schließlich Futter für die unersättlichen Küken gesammelt wird. Dies ist eine sehr gute Zeit um Vögel zu beobachten. Die gelben Gelege von Ampferblattkäfern entdecken wir an den Blattunterseiten von Kreuzblütlern sind zu entdecken. Falls wir Tierkinder finden, stören wir sie nicht.... Spiele und Kreativaktionen: Meditative Übung z.b. über das Erwachen eines Schmetterlings, der in einer Nische überwintert hat oder einen keimenden Samen. Mit dem Nestbauspiel ahmen wir die Vögel nach. Sammeln von Wildkräutern aus Giersch, Löwenzahn, Brennessel und Co lässt sich ein herrlicher Kräuterquark zubereiten. Wir sammeln nur gut bekannte, unversehrte Kräuter und lassen den Pflanzen immer genügend Blätter für ihr weiteres Wachstum übrig. Bitte nicht an Straßen, Hunde-Wegen, Ackerrändern und Naturschutzgebieten sammeln. Wir basteln uns bunte Papp- Blüten und lokken mit einem Löffel voll lecker duftendem Schmetterlingscocktail (Gemisch aus Sirup, Malzbier, Apfelmus und einem Spritzer Rum) die ersten Insekten an. Mit dem Saft aus einem dicken Löwenzahnstängel können wir Gänseblümchenblüten auf unsere Ohrläppchen etc. kleben. Aus den süß duftenden Holunderblüten stellen wir eine leckere Limonade her....

9 SOMMER 9 Erkunden: Wir können Bäume und Sträucher anhand ihrer Blätter unterscheiden bzw. bestimmen. Wir können mit ihnen auch ein Natur-Memory oder eine Blätterstaffette spielen. Die Stockwerke des Waldes (Baum-, Strauch-, Kraut- und Streuschicht) aber auch der Wiese bzw. des Wegrandes (Blüten-, Blätterund Bodenstockwerk) mit ihren verschiedenen Bewohnern lassen sich gut erkunden. Es gibt viele verschiedene Gräser, die sich nun anhand ihrer Blütenstände gut unterscheiden lassen. Wir sammeln und sortieren sie. Spiele und Kreativaktionen: Wir lassen die Schotenfrüchte des Springkrauts explodieren. Mit duftenden oder auch unangenehm riechenden Kräutern gestalten wir ein Geruchsmemory. Wir basteln Graspüppchen und gestalten Bilder oder Memories aus gepressten Pflanzenteilen. Farbskalen, Regenbögen oder Mandalas legen wir aus den verschiedenen Farbtönen, die wir in der Natur gesammelt haben. Heuschrecken locken mit ihrem Zirpgesang Weibchen an und grenzen ihre Reviere ab. Jede Art hat ihren eigenen Gesang. Spielerisch empfinden wir die Suche des Weibchens nach dem zirpenden Männchen im Spiel Partnerruf mit verbundenen Augen nach. Die Kinder suchen sich zu zweit ihr arttypisches Geräusch aus und werden auf dem Spielfeld verteilt. Wir schließen die Augen und lauschen den Geräuschen um uns. Blütenbesucher - wer besucht welche Blüte? Die Doldenblütler bilden mit ihren schirmförmigen Blütenständen weiße Inseln im Grün. Auf ihnen lauern Weichkäfer und Krabbenspinnen nahrungssuchenden Insekten auf. Blattläuse treten in regelrechten Kolonien auf. Sie sind die Milchkühe der Ameisen, da sie einen süßen Saft (Honigtau) abgeben, den diese melken. Mit einer Lupe ausgestattet begeben wir uns in die Ameisenperspektive und erkunden so die Umgebung. Viele Libellen schlüpfen nun aus ihrer Larvenhaut, die als leere Exuvie an den Wasserpflanzenstängeln zurückbleibt. Mit einer Schale, einem feinmaschigen Kescher/Sieb und einem Haarpinsel ausgerüstet können wir die Tiere in Bach und Teich in ihren Verstecken aufstöbern. Mit dem Pinsel setzen wir sie vorsichtig in die Wasser gefüllte Schale und beobachten sie eine Weile. Wichtig ist, dass wir die Tiere schonend wieder in ihrem Lebensraum freilassen. Das Getreide wird geerntet....

10 10 HERBST Spiele und Kreativaktionen: Meditative Übung z.b. über einen Igel, der tagsüber döst und sich in der Abenddämmerung einen Weg durch die dichten Pflanzenstängel bahnt und nach Schnecken, Insekten aber auch Früchten sucht. Der Sockentest macht viel Spaß. Welche Samen verfangen sich in Wollsocken? Absammeln und zum Keimen bringen! Wir fertigen Herbstcollagen oder Gipsbilder, in die wir herbstliche Früchte etc. eindrücken. Unter Laubbäumen können wir Laub regnen lassen, in Laubberge springen oder uns darin bis auf den Kopf einbuddeln. Erkunden: Im Herbst können wir Früchte sammeln, vergleichen, mit ihnen spielen und sie bestimmen. Wie verbreiten sich Samen? Wir beobachten die Verfärbungen des Laubs. Wir können viele verschiedene Pilze entdekken. Wir staunen über die Vielfalt der Formen und Farben. Bitte nicht umtreten aber auch nicht anfassen, da es auch sehr giftige Arten bei uns gibt. Viele Tiere bereiten sich auf den Winter vor und legen Vorräte an wie das Eichhörnchen oder futtern sich wie der Igel einen Winterspeck an. Wo bleibt das Falllaub, das jedes Jahr auf den Boden fällt? Wir untersuchen die unterschiedlichen Laubstreuschichten und unterscheiden verschiedene Zersetzungsstadien der Blätter. Dabei begegnen uns viele kleine Bodenlebewesen, die wir in einer Becherlupe gut erkunden können. Wir versuchen die gefundenen Tiere abzuzeichnen. Spinnennetze und fliegende Spinnen (Jungtiere von Krabben- und Wolfsspinnen, die an ihren Fäden durch die Lüfte reisen) kann man nun gut suchen. Einige Vögel wie Zeisige, Goldammern, Stieglitze und Hänflinge begeben sich auf Samensuche an Gräsern, Disteln, Erlen, Birken etc.. Äpfel, Birnen, Mais, Kartoffeln und Rüben werden nun geerntet.... Wir können Phantasietiere aus Früchten wie Kastanien, Eicheln, Bucheckern etc. bauen. Wir sammeln Beeren (Holunder, Vogelbeere, Brombeere,...) bitte nicht in Bodennähe sammeln) und bereiten eigenen Wildbeeren-Kompott zu....

11 WINTER 11 Erkunden Wie verbringen Pflanzen den Winter? Einige sammeln ihre Energie in unterirdischen Speicherorganen. Die Laubbäume ziehen das wertvolle Chlorophyll (Blattgrün) aus ihren Blättern und speichern es für das nächste Frühjahr. Wir unterscheiden Bäume anhand ihrer Rinde, Zweige und Wuchsform. Mit einfachen Bestimmungshilfen können wir sie auch ohne Blätter und Früchte bestimmen. Besonders an matschigen Tagen oder im Neuschnee können wir auf Spurensuche gehen. Denn dann sind Trittspuren gut sichtbar. Was für ein Tier ist dort entlanggegangen, in welche Richtung ging es, wo hat es angehalten? Es macht Spaß einer Fährte zu folgen und verrät uns auch viel über das Tier. Wie verbringen die Tiere den Winter? Viele der Vögel, die hier geblieben sind, wie etwa die Krähen ziehen nun in Schwärmen umher. Auf Teichen lassen sich verschiedene Entenarten, Teichhühner etc. sehr schön beobachten. Bitte auf keinen Fall füttern, da das Wasser darunter leidet und die Tiere verzogen werden. In Wäldern und Gebüschen sind Spechte und Kleiber auf Nahrungssuche gut zu beobachten. Wir können Haselnüsse und Zapfen mit deutlichen Fraßspuren finden. An der Art wie die Früchte bearbeitet wurden können wir unterscheiden, wer hier gefressen hat. Nun wo die Bäume ihr Laub abgeworfen haben entdecken wir alte Nester. Wir können auch eines mitnehmen, da die Vögel meist jedes Jahr neu bauen. Vorsicht Milben & Co.: am besten das Nest im Heizungskeller trocknen und dann luftdicht in einem durchsichtigen Gefäß ausstellen!... Spiele und Kreativaktionen Beim Eichhörnchenspiel verwandeln wir uns in Eichhörnchen und bekommen einen bestimmten Vorrat an Nüssen z.b. in Form von Trockenerbsen. Diesen Vorrat verstecken wir dann gut. Während wir uns im Kobel aneinander kuscheln, erzählt die Spielleitung was alles draußen um uns herum im Laufe des Winters passiert. Drei bis vier mal unterbricht die Spielleitung unsere Winterruhe, weil wir hungrig geworden sind. Wir müssen uns jeweils eine bestimmte Anzahl Nüsse aus unserem Versteck holen, um über den Winter zu kommen. Ausgestattet mit Filmdöschen, in denen eine warme Gelantinelösung enthalten ist, suchen wir frostsichere Tierverstecke. Dort wo die Gelatine am längsten flüssig bleibt, ist das beste Versteck. Wir können Gipsabdrücke von besonders deutlichen Trittspuren gießen. Falls wir Spuren im Schnee ausgießen wollen, müssen wir Eiswasser verwenden und dem Gips pro Abdruck ca. 1 Teelöffel Salz beimischen, da dies die Gipsmischung kälter werden lässt. Nach etwa 1 h sind die Abdrücke ausgehärtet. Am Folgetag können sie mit einer Bürste vorsichtig gereinigt werden und fertig ist der Abdruck. Schneekristalle und Eisblumen gucken wir uns mit einer Lupe an und versuchen sie abzumalen.... Verwendete Literatur: - DOPHEIDE (1992): Natürlich lernen - Natur beobachtungen - DIECKMANN et al.(1999): Das große LBV Natur Kindergartenbuch

12 12 BÄRENGRUPPE DES EVANG. LUKAS KINDERGARTENS Die Bärengruppe der Lukas Kindertagesstätte ist mit den Muck- Nucks durchs Jahr gegangen und hat dazu einen Kalender gestaltet. Wir gehen auf Entdeckungsreise, wir sind die Bärenkinder. Unser Alter ist 3-6 Jahre. Wir erleben den Schölerberg und den Erlebnispark Boden im Wandel der Jahreszeit. Der Wald ist unser Haus. Projektbeispiele Kindergärten Die Muck-Nucks sind winzig kleine Waldgeister, die versteckt in alten Astlöchern, Mäuselöchern und ähnlichen Verstecken wohnen. Jedes Mal, wenn die Bärenkinder zum Schölerberg gehen halten sie nach Ihnen Ausschau. Der Weg durch die Siedlung bis zum Schölerberg dauert ca. 20 Minuten. Und alle lernen nebenbei, wie man sich im Verkehr sicher verhält. Das Klettern und Toben im Wald macht den Kindern viel Spaß. Im Winter wurden die Bäume erkundet und es kam die Frage auf, was die Vögel jetzt wohl so mqchen. Für das Januar-Blatt des Kalenders wurden daher viele Vogelzeichnungen verwendet. Auch die Schwarzerle mit ihren nun deutlich sichtbaren Früchten wurde porträtiert.

13 BÄRENGRUPPE DES EVANG. LUKAS KINDERGARTENS 13 Es gibt noch viel zu entdecken im April- An der Mauer krabbelt was- Die ersten Veilchen kommen wieder- Die Vögel bauen bald wieder Nester. Im Sommer beobachten wir im Schölerberg Ameisen beim Bau. Die Sonne blinzelt durch die Bäume und kitzelt uns an der Nase herum. Uns gefällt es gut im Wald am liebsten toben, laufen und erforschen wir viele Dinge Der Herbst ist eine tolle Zeit. wir gehen viel in den Wald.- Wir suchen die Muck-Nucks unter dem Laub, unter den Baumwurzeln!- Bald kommt der Winter übers Land- Im Dezember freuen wir uns über den Schnee.- In der Natur wird es still - die Welt ruht sich aus!- Der erste Frost! Die Weißdornhecke blühtund riecht so gut! Mit der Natur durchs Jahr

14 14 KINDERTAGESSTÄTTE IN DER WÜSTE In der Kindertagesstätte In der Wüste haben sich die Teilnehmer auf ein Experiment eingelasen, indem die Kinder keine Vorgaben zur Vorgehensweise außer Material und Ort bekamen. Die Kids sollten selber Ideen entwickeln. Daraus ist letztendlich ein Museum mit vielen Besuchern entstanden. Die Sachensucher der Mäusegruppe sind an den Pappelsee gegangen. Die Erzieherinnen haben die Kinder befragt und die Kinder waren die Forscher: Wie ist das Wetter? Wo sind wir hier? Was fällt euch auf? Habt ihr etwas entdeckt? usw. Die Fundstücke haben sie mitgenommen. Als der Weg unter Wasser stand haben sie besprochen wo das Wasser hinfließt und welchen Weg das Abwasser durch die Kanalisation nimmt. Weil so viele Sachen entdeckt und gefunden wurden entstand die Idee ein Museum zu machen. Die einzelnen Kinder machten Vorschläge für den Namen des Museums z. B. Müllmuseum (Tim), Entenwüstenmuseum (Angelina) oder Vorschulkinderpappelteichmuseum (Robert). Gemeinsam einigte sich die Mäusegruppe dann auf den Namen Museum am Pappelsee. Dann ging es an die Gestaltung. Mit einfachsten Mitteln gingen die Kinder ans Werk. Nicht Perfektion, sondern die aktive Beteiligung der Kinder stand während des Projektes im Vordergrund. Die Kinder waren maßgeblich an der Gestaltung des Projektes beteiligt. PAULA: WIR HABEN DIE TIERE WIEDER FREI GELASSEN. WIR HABEN SIEBE, LUPENBECHER... MITGENOMMEN. Gästebucheinträge vom im Museum am Pappelsee: Ein supertolles Museum, macht weiter so bei eurer Entdeckung der Welt! Edith Als Nachbar liegt mir der Kindergarten sehr am Herzen. Helmut Herkel Die fleißigen Sachensucher haben nicht nur ihre Umgebung im Laufe der Monate erkundet, sondern auch eine Menge über die Tiere und Pflanzen dort, über die Problematik von Entenfütterung und Müll gelernt und an die anderen Kinder der Kita, ihre Eltern und Nachbarn weitergegeben. TIM: WIR HABEN EINE WASSERPROBE MITGEBRACHT. ZUM BEOBACHTEN!

15 KATH. KINDERGARTEN ALTENMELLE 15 Der katholische Kindergarten Altenmelle hat sich im Rahmen des Wettbewerbes auf sehr vielfältige und weitreichende Art und Weise mit der Natur beschäftigt. Unter anderem wurde ein Versuch zum Müll im Wald durchgeführt. In einem Terrarium konnten die Kinder beobachten, welche Müllsorten zersetzt werden können und weitere Experimente, wie das Sezieren einer Raupe wurden durchgeführt. Die Handpuppe Knud besucht die Kinder in den einzelnen Gruppen. Er hat eine Apfelsaftpackung im Wald gefunden. Und weil Pflanzen zum wachsen Erde brauchen hat er sie eingepflanzt und gegossen. Aber sie wollte nicht wachsen. Was hat er nur falsch gemacht? Die Kinder pflanzen mit Knud die Kerne aus einem Apfel ein. Dann erzählen sie Knud was sie alles für Müll kennen und was sie mit dem Müll machen können. Die Kinder haben auch für eine Radiosendung den Bürgermeister, den Pastor und die Frauenbeauftragte der Stadt befragt. Unter anderem zum Thema Müll. Viele Fragen haben sie sich selbst ausgedacht. Bei den Fuchsbauten im Wald fanden wir eine Schädeldecke. Welches Tier ist gestorben? Vermutlich ein Fuchs! Am 21. August 2002 fanden wir hier im Kindergarten eine wunderschöne Raupe. Wir bauten ein Terrarium um sie zu beherbergen. Wir beobachteten, wie sie fraß, wie sie wuchs und wie sie sich verpuppte In einem Naturführer fanden wir heraus: - es könnte ein Nachtpfauenauge sein - die Raupe könnte sich im Mai zum Kokon verpuppen. - Aber als sie nach ihr schauten entdeckten sie, dass sie beim Versuch zu Schlüpfen leider gestorben war. Weil alle wisen wollten, wie sie nun aussieht, wurde die Puppe gemeinsam seziert. Und alle zeichneten was sie dort sahen. Beim erfolgreichen Eltern-Wald- Tag wurde die Psychomotorik gefördert. Dazu diente unter anderem der Waldpfad mit verbundenen Augen. Ein kleiner Parcours entlang eines Bandes wird mit verbundenen Augen gegangen. Alle anderen Sinne sind besonders gefordert.

16 16 ANDREAS KINDERGARTEN WALLENHORST DER BALANCIER- BAUM IST GANZ SCHMIERIG. MAN RUTSCHT IMMER AB! Der Andreas Kindergarten Wallenhorst ist mit den Kicherzwergen durchs Jahr gegangen. Nach der morgendlichen Vorstellungsrunde im Wald wurfe der Waldkanon gesungen und der Tag mit der Mitmachgeschichte von den Kicherzwergen begonnen. Die Kinder fanden es spannend mit den Lupengläsern auf Entdeckungstour zu gehen. Besonders faszinierend fanden die Kinder die Beobachtung, dass die Kronen der Bäume sich stark hin und her bewegten, sie es selbst jedoch nicht schafften den Stamm zu bewegen. Im Oktober bauten die Kinder Häuser für die Kicherzwerge und im November ein großes Haus für sich Auf die Frage was sich im November verändert hat antworten die Kinder: Wir finden keine Tiere mehr!, Es ist kalt!. Im Dezember hat sich viel verändert. Den Kindern fällt auf:, Das Wasser im Baumstumpf ist gefroren!, Wir können gar nicht mehr ein Loch buddeln und die Tiere suchen!, Es ist so kalt! Meine Nase und Ohren sind rot und tun weh!. Und im Januar liegt sogar Schnee. Die Kinder hatten spontan die Idee mehrere Schneemänner zu bauen. Einen vereisten Hügel benutzten sie als Schneerutsche. Im März haben wir uns noch mal im Kindergarten zu einer Abschlussrunde getroffen. Alle Kinder haben sich in der Turnhalle getroffen und die gesammelten Materialien aus dem Wald mitgebracht. Zu Beginn haben wir dann noch einmal die Geschichte von den Kicherzwergen gehört. Wir haben eine Gesprächsrunde gemacht, in der alle Kinder erzählen durften, was ihnen am besten an dem Waldprojekt gefallen hat. Dann haben wir aus den gesammelten Materialien Naturmandalas gelegt. Ganz zum Schluß haben wir noch ein letztes Mal den Waldkanon gesungen. Damit war unser Projekt Mit der Natur durchs Jahr beendet. MAN SIEHT UNSEREN ATEM! In einem Baumstumpf ist ganz viel Wasser. Da können die Kicherzwerge und Tiere immer raus trinken!

17 KINDERTAGESTSÄTTE BUNTSTIFT E.V. 17 Mit der Natur durchs Jahr hieß es nicht nur in diesem Jahr für die kleinen und großen im Buntstift. Wir genießen jede Jahreszeit, für uns gilt der Spruch: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung! Gemeinsam wurde ein großer Kalender gestaltet und Sprüche der Kinder zu jeder Jahreszeit gesammelt. FRÜHLING Es ist nicht kalt und auch nicht so ganz warm Es duftet nach Frühling Die Blumen fangen wieder an zu blühen Die ersten Knospen kommen, die Blumen fangen an zu blühen Wir beobachten schon Vögel auf den Bäumen Wir pflücken Blumen und trocknen sie SOMMER Die ganze Zeit sind wir draußen, die Tür ist immer auf und man hört rasenmäher1 Die Sonne scheint, wir gehen baden Duschen in der Sandkiste Wir kriechen in unseren riesen Baum im Bürgerpark, machen ein Picknick, da haben wir unsere Schuhe ausgezogen und sind so über den Rasen gelaufen, das hat gekitzelt Wir sehen Frösche am Teich Wir beobachten Molche am Teich, einen Teichmolch Wir bauen uns eine Bude an unserem Baum HERBST Wir laufen leise durch das Laub und horchen, das fühlt sich komisch an! Die ersten Vögel fliegen `gen Süden1 Wir haben ganz viele Eichhörnchen beobachtet Wir genießen die Sonne und laufen barfuss im Park Die Blätter werden gelb, rot und fallen dann vom Baum! Wir machen regen mit Blättern Die Tiere sammeln Essen, manche werden ganz dick damit sie nicht verhungern beim Winterschlaf Die Blätter fallen bunt von den Bäumen WINTER Den großen Berg im Park runterlaufen und sich dann hinschmeißen! Die Bäume haben keine Blätter mehr, die Erde ist nackt Wir machen im Bürgerpark eine fette Schneeballschlacht!...wenn es schneit fange ich den Schnee mit der Zunge Wir müssen uns viel anziehen. Eine Mütze, einen Schal, eine Schneehose, das ist doof Es schneit. Wir bauen einen Schneemann, es ist kalt WENN ICH AUFWACHE PIEPSEN VÖGEL, DAS IST SCHÖN

18 18 ARCHE NOAH KINDERGARTEN OSTERKAPPELN bedeutet es mit dem Ende des Wettbewerbs nicht, dass die Naturerfahrung beendet ist. Jetzt geht es erst richtig los. Die von den Eltern gebauten Hochbeete müssen bepflanzt werden, der Kompost wird an die Obstbäume GEPRESSTE Unser Ziel war es die Kinder auf Entdeckungsreise durch die Natur zu schicken. Das Entdecken der Natur gelingt nur, wenn man die Kinder laufen läßt, ihnen den Raum und auch die Zeit läßt. So sehen sie Dinge, die wir aus der Sicht der Erwachsenen niemals sehen würden. Für unseren Kindergarten Alte Zeitungen wurden zu neuem schönen Schmuckpapier geschöpft! verteilt, unser Weidendorf muss erweitert werden. Und die nächsten Termine für die Waldtage stehen auch schon fest. Durch den Wettbewerb haben wir die Natur intensiver unter die Lupe genommen. Mehr Erlebnisse im Wald, auf dem Spielplatz und auf der Wiese. Die Dinge aus der Natur konnten die Kinder direkt begreifen, sehen, fühlen, hören, erriechen und erschmecken. Wie kein anderes Material sammeln die Kinder ein Stück Natur und können an dieser Quelle z.b. auf der Wiese oder im Wald den Ursprung erfahren.

19 EVANG. KINDERGARTEN ACHELRIEDE 19 Die Walderlebnisse der Kinder des evang. Kindergartens Achelriede wurden in eine Kicherzwerg-Geschichte eingewoben. Diese Geschichte wurde als schönes Buch gestaltet. Hier einige Auszüge: Vorsichtig schauten wir hinter den Bäumen hervor. Wir sahen Kinder, die Äste und Zweige sammelten. Was wollen die Kinder wohl damit? Die Zweige wurden immer größer. Sie mussten sie sogar schon zu zweit tragen! Wir schlichen uns ein bisschen näher und konnten erkennen dass die Kinder die Zweige zu einem großen Kreis zusammengelegt haben und diesen immer weiter aufschichteten. Wir fragten uns, was das wohl werden sollte. Bald hörten wir ein Kind rufen: Nun ist unser Waldsofa fertig und wir können uns darauf setzten um gemeinsam zu frühstücken! Aber was war das? Direkt neben unserem Haus spielten viele Kinder mit Laub und bauten sich Blätterbetten. Als sie sich dann auf den Rückweg zum Kindergarten begaben, haben wir es uns auf den Blätterbetten gemütlich gemacht. Es war ein verregneter Morgen. Wir hätten nicht damit gerechnet, dass wir trotzdem im Wald Besuch bekommen würden. Fast hätten wir die Kinder mit ihren Kapuzen gar nicht erkannt. Sie hatten bunte Gummistiefel an, trugen Regenhosen und Regenjacken. Durch diese praktische Kleidung hatten die Kinder viel Spaß beim Laufen und Spielen und machten an diesem Tag die Erfahrung, dass der Wald auch bei Regen eine tolle Sache ist. Nun ist unser Waldsofa fertig und wir können uns darauf setzten und gemeinsam frühstücken.

20 20 INTEGRATIVE THOMAS KINDERTAGESSTÄTTE Der Erforschungsund Entdeckungsdrang war schier unendlich...! In der Thomas Kindertagesstätte wurde eine Projektreihe Winter, Frühling, Sommer und Herbst angeboten. Die Themen wurden von den Kindern selbstständig weitergeführt. Hier ein paar Beispiele aus dem Winter, Sommer und Herbst: Am ersten Projekttag gingen wir, auf Spurensuche. Ein kleiner Jack-Russel Terrier Lotta begleitete uns in den Park. Was für Spuren waren im Schnee sichtbar? Wir entdeckten unsere Fußspuren, Lottas Pfotenabdrücke, Kufen von vielen Schlitten, dicke Reifenspuren von einem Trecker, große Hundespuren und Kaninchenabdrücke. Es begrüßte uns am 2.ten Tag ein Wildkaninchen (Handpuppe) mit seinem dicken Fell. Sein Freund das Murmeltier hielt einen Winterschlaf. Im Gespräch erzählten wir warum die Tiere nicht so frieren wie wir Menschen und AUS dass man GEFUNDENEN sich bei Minustemperaturen NATURMATERIALIEN sehr dick anziehen muss. Bei herrlichem Sonnenschein zogen wir los in die Natur. Ausgerüstet wieder mit unserem Experimentierkoffer und einem Leinenbeutel in dem sich verschiedenen Sachen verbargen. Wir gingen in ein kleines Waldstück, wo sich jeder einen Lieblingsbaum suchte. Es wurde auch viel geforscht nach Tieren und Pflanzen z.t. mit Unterstützung durch das Grashüpfer Umweltmobil. Wir trafen uns in einem Sitzkreis, in der Mitte ein (Kuschel-) Igel im Laub. Anhand des Bilderbuchs Igel: Stacheltiere in unserer Nachbarschaft kamen wir ins Gespräch und vermittelten neues Wissen. Wir hörten verschiedene Naturgeräusche von CD, wie Regen Vögel, Bäume und errieten sie. Aus Handschuhen gestaltete jeder einen Igel, dann gingen wir in den Park mit der Aufgabenstellung: der Igel bereitet sich auf den Winter vor (Futter suchen ein Winterquartier erspähen...). Wir fanden leckere matschige Äpfel, Regentropfen, Blätter und Stöcke. In einem Gebüsch fanden die Igel Unterschlupf und bauten sich ein Nest. Aus gefundenen Naturmaterialien wurde ein wunderschöner Herbstmandala!

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