P-Recyclingdünger im Schweizer Düngerrecht: Stand und geplante Entwicklung

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1 Eidgenössisches Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung WBF Bundesamt für Landwirtschaft BLW P-Recyclingdünger im Schweizer Düngerrecht: Stand und geplante Entwicklung 11. September 2014 Referenz/Aktenzeichen: vog/fon, Agrarumweltsysteme und Nährstoffe

2 Inhalt Phosphor-Situation allgemein und in der Schweizer Landwirtschaft Phosphor-Recycling: Potenzial und Prozess Rechtlicher Rahmen heute Aussichten und Projekt Ressourcenprogramm Landwirtschaft 2

3 Allgemeine Situation Phosphor (P) ist als Ressource für die Landwirtschaft nicht wegzudenken, jedoch nicht erneuerbar Zunehmender Verbrauch analog Steigerung der Nahrungsproduktion Rückläufige Qualität und immer kostspieligere Gewinnung Ungleiche Aufteilung der Ressourcen (Importabhängigkeit der Schweiz) Quelle: Agrarbericht 2010, BLW Geopolitisches Umfeld Preisvolatilität Wachsendes Interesse für Phosphor-Rückgewinnung aus Klärschlamm 3

4 Situation in der Schweizer Landwirtschaft P-Überschuss birgt die Gefahr einer Gewässerverschmutzung : Importrückgang von P-Mineraldünger Quelle: Agrarbericht 2013, BLW 4

5 Situation in der Schweizer Landwirtschaft Quelle: Agrarbericht 2014, BLW 5

6 Cadmium im Dünger Marktkampagne 2011/2012 Von der EU vorgeschlagener Grenzwert (> 5 % P 2 O 5 ) 137 g/t P = 60 g/t P 2 O 5 45 % über dem Grenzwert Quelle: Bericht zu Marktkampagne 2011/2012 6

7 Recycling-Potenzial Vision 2030: Senkung der Importe von P-Mineraldünger auf 0 Reduktion der Schadstoffbelastung durch Dünger Autonomie der Schweiz langfristige wirtschaftliche Gründe Quelle: Phosphor im Klärschlamm Informationen zur künftigen Rückgewinnung, AWEL,

8 Recycling-Prozesse 1. Abwasserreinigungsanlagen- Ablauf 2. Schlammwasser 3. Entwässerter Klärschlamm 4. Klärschlammasche Quelle: Synthesebericht für interessierte Fachpersonen, AWEL Vorteile der Asche - Keine organischen Schadstoffe und Krankheitserreger (Hygiene) - Wärmeenergie-Quelle - Rückgewinnung von 85 % des Phosphors 8

9 Offene Fragen Agronomischer Wert von Dünger auf Basis von Klärschlammasche Schwermetalle Abreicherung der Schwermetalle (Effizienz) Absorbierung durch die Pflanze Pflanzenverfügbarkeit von Phosphor Wirtschaftliche Auswirkung 9

10 Rechtlicher Rahmen DüV Klärschlammasche = Recyclingdünger (Art. 5 Bst. b Ziff. 4) ChemRRV (Anhang 2.6) Klärschlamm darf in der Landwirtschaft seit 2006 nicht abgegeben werden Gefahr der Übertragung von Krankheitserregern Zu hohe Schwermetall-Belastung Organische Verunreinigung (Medikamente, hormonaktive Substanzen) Abreicherung in Verbrennungs- und Zementanlagen Schadstoff-Grenzwerte für Recycling-Dünger Heute ist es wirtschaftlich nicht möglich, den Phosphor im Klärschlamm rückzugewinnen. Neue TVA: Absicht, phosphorreiche Abfälle zu recyceln... (Anhörung bis 30. November 2014) 10

11 Projekt «mineralische Recyclingdünger» Hygiene Grenzwerte für Kompost und Gärgut Grenzwerte ChemRRV Chemie: Asche = mineralisch Absicht TVA Hoher P-Gehalt Schaffung einer neuen Düngerkategorie «Recycling-Mineraldünger» mit eigenen Grenzwerten 11

12 Projekt «mineralische Recyclingdünger» Projektetappen Allgemeiner Wissenstand ermöglicht Änderung der Dünger-Verordnung (DüV) Definition einer neuen Kategorie mit eigenen Eigenschaften (Mindestgehalt an P 2 O 5 oder anderen Elementen, Anforderungen an Pflanzenverfügbarkeit) Beispiele für mineralische Recyclingdünger: - Klärschlammasche - Asche aus tierischen Nebenprodukten - Holzasche (Kali-Dünger) Änderung der Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung (ChemRRV) Definition von Grenzwerten für diese neue Kategorie Achtung: Ziel ist die Reduktion der Schwermetallbelastung des Bodens! 12

13 Prognose des Phosphorpreises Quelle: Phosphor im Klärschlamm Informationen zur künftigen Rückgewinnung, AWEL,

14 Ressourcenprogramm Landwirtschaft Art. 77a des Landwirtschaftsgesetzes (LwG): 1 Der Bund richtet im Rahmen der bewilligten Kredite Beiträge an regionale und branchenspezifische Projekte zu einer Verbesserung der Nachhaltigkeit in der Nutzung natürlicher Ressourcen aus. 2 Beiträge werden der verantwortlichen Trägerschaft gewährt, wenn: a. die im Projekt vorgesehenen Massnahmen aufeinander abgestimmt sind; b. die Massnahmen voraussichtlich in absehbarer Zeit selbsttragend sind. 14

15 Ressourcenprogramm Landwirtschaft Beispiel: emissionsmindernde Ausbringverfahren: Durch den Einsatz von Schleppschläuchen bei der Ausbringung von Gülle kann eine Reduktion der Ammoniakemissionen erreicht werden. Im Rahmen des Ressourcenprogramms Landwirtschaft wurde die Einführung von Schleppschläuchen für eine Projektdauer von 6 Jahren finanziell unterstützt Bisherige Projekte stark auf die landwirtschaftliche Bewirtschaftung ausgerichtet. Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz soll aber auf allen Stufen der Ernährungskette erreicht werden. Bildnachweis: Merkblatt: Emissionsminderne Ausbringverfahren. Agridea. 15

16 Danke für Ihre Aufmerksamkeit Ihr Schweizer Landwirtschaftsprodukt 16

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