Makroökonomik II. Veranstaltung 2

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1 Makroökonomik II Veranstaltung 2 1

2 Ausgangspunkt 1. Das Keynesianische Kreuz konzentriert sich auf den Gütermarkt. Problem: Zinssatz beeinflusst Nachfrage. 2. Das IS LM Modell: fügt den Geldmarkt hinzu, um den Zinssatz zu bestimmen. Weiteres Problem: Exporte und Importe beeinflussen die Nachfrage in offenen Volkswirtschaften. 3. To Do: IS LM FE Modell (auch IS LM BP Modell oder Mundell Fleming Modell) Berücksichtigung von Exporten/Importen im Gütermarkt (erledigt). Hinzufügen des Devisenmarktes (FE) zum IS LM Modell. 2

3 3

4 Themen 1. Globalisierung 2. Grenzüberschreitende Transaktionen 3. Der Devisenmarkt 4. Das IS LM FE Modell 4

5 5 1. Globalisierung

6 Exportquoten in % des BIP 2014 USA 14% Japan 17% Eurozone 27% Italien 30% Deutschland 46% Österreich 53% Schweiz 64% Weltweit 12% 30% Quelle: World Bank, EZB 6

7 Kapitalverkehr Devisentransaktionsvolumen pro Tag (in Billionen US $) ,3 Quelle: BIS 7

8 2. Erfassung grenzüberschreitender Transaktionen Zahlungsbilanz und Devisenmarkt sind Spiegelbilder 8

9 Drei Beispiele zum Zahlungsbilanzausgleich Leistungsbilanz (current account) ist ausgeglichen. Defizit in der Leistungsbilanz wird durch Überschuss in der Kapitalbilanz (capital account) ausgeglichen. Defizit in der Leistungsbilanz wird durch Verringerung der Devisenreserven (official reserves) ausgeglichen. 9

10 Leistungsbilanz und Kapitalbilanz, Gärtner, Figure

11 3. Der Devisenmarkt Devisen sind ausländische Währungen. Wechselkurs = Preis einer ausländischen Währungseinheit. Wie wird der Wechselkurs bestimmt? 11

12 Nominaler Wechselkurs (CHF/EUR) Anmerkung: mid market rates; Quelle: 12

13 Realer Wechselkurs R: realer Wechselkurs E: nominaler Wechselkurs (CHF / EUR) P_EUR: Konsumentenpreisindex, Eurozone P_CHF: Konsumentenpreisindex, Schweiz R = E * P_EUR / P_CHF 13

14 Devisenmarktgleichgewicht Devisenmarkt ist Spiegelbild der Zahlungsbilanz (BP): BP = CA + CP + OR = 0 Mit flexiblen Wechselkursen: BP = CA + CP = 0 CA NX EX IM = + R Y+ R CP=κ( ) [keine Abwertungserwartung, keine Risikoprämie] Einsetzen und Auflösen nach ergibt die FE Kurve: κ κ κ R 14

15 Spezialfälle der FE Kurve Allgemeine FE Kurve κ κ κ FE Kurve mit vollkommener Kapitalmobilität (κ ) R i i Y FE Kurve mit unterbundenem Kapitalverkehr (κ 0) R i Y Y 15

16 4. Das IS LM FE oder Mundell Fleming Modell Simultanes Gleichgewicht auf dem Gütermarkt, Geldmarkt, Devisenmarkt. 16

17 Wie erhalten wir das Gleichgewicht im IS LM FE Modell? 17

18 18 Flexible Wechselkurse

19 19 Fixe Wechselkurse

20 Grafische Illustration zur Bestimmung des Gleichgewichts im IS LM FE Modell 20

21 Wirksamkeit von Wirtschaftspolitik je nach Wechselkursregime (mit vollkommener Kapitalmobilität) Wechselkursregime Politikinstrument Fixe Wechselkurse Flexible Wechselkurse Fiskalpolitik Ja Nein Geldpolitik Nein Ja 21

22 Gleichgewicht im Devisenmarkt mit erwarteten Wechselkursänderungen Ungedeckte Zinsparität:, mit )/. Wenn Abwertungen erwartet werden, wird ein höherer Zins verlangt. 22

23 Anwendung des Mundell Fleming Modells Auswirkungen der europäischen Schuldenkrise auf die Schweiz. M wird endogen. 23

24 CHF/EUR Wechselkurs und die Geldmenge 24 Gärtner, Figure 5.16

25 Fallstudie 5.2 für Kontaktsitzung 2: Auswirkungen der Krise in der Eurozone auf die Schweiz (Anwendung des IS LM FE Modells) 25

26 Aktuelle Entwicklung 26 FT,

27 Preiseffekte Bisher: Annahme eines nachfragebestimmten Gleichgewichts (ungenutzte Kapazitäten). Mit voll genutzten Kapazitäten: Preise steigen bei höherer Nachfrage. Dann: die Annahme fester Preise ist nicht mehr haltbar. Preisänderungen beeinflussen den Geld und Gütermarkt: Geldangebot M/P is eine reale Grösse (bisher P=1 fixiert), Der reale Wechselkurs R=E /P. 27

28 28 Spekulationsblasen

29 Kontext: Finanzkrise 29 Financial Times, 9. Juli 2007

30 Checklist: Was sollten wir können? Die Zahlungsbilanz: was ist diese Bilanz und wie steht sie in Beziehung zum Devisenmarkt? Wie wird das BP Gleichgewicht bestimmt? Die FE Kurve: wie hängt die FE Kurve von der Kapitalmobilität ab? Das IS LM FE Modell: wie unterscheiden sich die Effekte von Geld und Fiskalpolitik je nach Wechselkursregime? 30

31 Literatur für heutige Veranstaltung Gärtner, Macroeconomics, 4./5. Auflage, Kapitel 4 5 (ohne 5.5 und 5.7). 31

32 Nächste Veranstaltung: der Arbeitsmarkt Literatur für die nächste Vorlesung: Lehrbuch, Kapitel 6. Aufgaben für die nächste Übung: siehe Kurs Webseite. Kontaktsitzung 2: Besprechung des Online Tests und Fallstudie

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