Die Neuapostolische Kirche

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1 Tafel 1 Die Neuapostolische Kirche Die Leitung Die Neuapostolische Kirche ist eine christliche Kirche, die in nahezu allen Ländern der Erde vertreten ist. Die Leitung obliegt dem Stammapostel. Dies ist seit 2005 Wilhelm Leber. Die Struktur Die neuapostolischen Gemeinden eines Landes bzw. einer Region bilden eine Gebietskirche, die ein Bezirksapostel leitet. Ihm stehen Apostel zur Seite. Sie werden unterstützt von Bischöfen Bezirksältesten Bezirksevangelisten Hirten Gemeindeevangelisten Priestern Diakonen. Die Rechtsform In der Bundesrepublik Deutschland sind die Gebietskirchen Körperschaften des öffentlichen Rechts. Die Neuapostolische Kirche finanziert sich aus freiwilligen Spenden ihrer Mitglieder. Stammapostel Wilhelm Leber Die Verwaltung der Neuapostolischen Kirche International in Zürich

2 Tafel 2 Die Entstehung Der Ursprung Die Berufung von Aposteln Die Entwicklung Der Ursprung der Neuapostolischen Kirche liegt in England (Albury), Schottland (Glasgow/ Newcastle) und Deutschland (Karlshuld) Anfang des 19. Jahrhunderts. Gläubige Christen verschiedener Konfessionen beteten ohne zunächst voneinander zu wissen um die erneute Ausgießung des Heiligen Geistes und die erneute Sendung von Aposteln. Beides erfüllte sich. Ab 1832 wurden in England zunächst zwölf Apostel berufen. Sie wandten sich mit einer Denkschrift (Testimonium) an geistliche und weltliche Oberhäupter, um die Christen unter ihrer Führung zu sammeln und zu einigen. Eine positive Resonanz blieb jedoch weitgehend aus. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich aus diesen Anfängen die Neuapostolische Kirche, die heute weltweit verbreitet ist. Die Kirche in Albury, südwestlich von London, in der regelmäßig Apostelkonferenzen stattfanden.

3 Tafel 3 Die Verbreitung Die Neuapostolische Kirche ist auf allen Kontinenten vertreten. Weltweit gehören ihr rund 11 Millionen Christen an. Die Zahl ihrer Mitglieder wächst stetig.

4 Tafel 4 Die Glaubenslehre Der Inhalt Die Lehre der Neuapostolischen Kirche gründet auf der Heiligen Schrift. Kernstück ist das Evangelium Jesu Christi. Die grundsätzlichen Lehraussagen sind in zehn Glaubensartikeln, dem Glaubensbekenntnis, zusammengefasst. Die ersten drei Glaubensartikel handeln vom Glauben an Gott, den Vater, den allmächtigen Schöpfer von Himmel und Erde Jesus Christus, den Sohn Gottes, den Heiland und Erlöser den Heiligen Geist als die von Gott gesandte und in der Kirche wirkende Kraft. Die weiteren Artikel bezeugen den Glauben, dass Jesus seine Apostel gesandt hat und noch sendet mit dem Auftrag das Evangelium zu verkündigen Sünden zu vergeben Amtsträger zu ordinieren die Sakramente zu spenden. Ferner werden der Glaube an das baldige Wiederkommen Jesu sowie das Verhältnis der neuapostolischen Christen zum Staat formuliert. Himmel und auf Erden 19 Darum gehet hin und a machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes 20 und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, a ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. Matthäus 28, Geist! 23 Welchen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. a Johannes 20, 23 ist? Kann er denn wieder in seiner Mutter Leib gehen und geboren werden? 5 Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, dass jemand geboren werde a aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Johannes 3, 5 16Wer euch hört, der hört mich; und wer euch verachtet, der verachtet mich; wer aber mich verachtet, der verachtet den, der mich gesandt hat. a Lukas 10, 16

5 Tafel 5 Die Glaubenslehre Die Sakramente Die Heilige Wassertaufe Die Heilige Versiegelung Das Heilige Abendmahl Aus der von Jesus Christus verkündigten Lehre leitet die Neuapostolische Kirche drei Sakramente ab. Das Sakrament der Heiligen Taufe mit Wasser ist die erste und grundlegende Gnadenmitteilung des dreieinigen Gottes an den Menschen, der an Christus glaubt. In ihr erfolgt die Abwaschung der Erbsünde. Die Heilige Taufe mit Wasser wird auch Kindern gespendet, wobei die Eltern den Glauben an Christus bekennen. Das Sakrament der Heiligen Versiegelung ist die Übermittlung Heiligen Geistes. Sie geschieht durch Gebet und Handauflegung eines Apostels an mit Wasser Getauften. Die Heilige Taufe mit Wasser und die Heilige Versiegelung gemeinsam bilden die Wiedergeburt aus Wasser und Geist. Diese vermittelt die Gotteskindschaft. Das Sakrament des Heiligen Abendmahls ist von Jesus Christus zum Gedächtnis an sein Leiden und Sterben und an das von ihm gebrachte ewig gültige Opfer gestiftet worden. Es vermittelt und erhält die Lebensgemeinschaft mit ihm und wird nach der Sündenvergebung gefeiert. Die Heilige Wassertaufe Die Heilige Versiegelung Das Heilige Abendmahl

6 Tafel 6 Die Glaubenslehre Das Glaubensziel Das Glaubensziel ist die Teilnahme an der Wiederkunft von Jesus Christus zur Heimholung seiner Braut. Zentralpunkt im Leben eines neuapostolischen Christen ist die Erwartung der Wiederkunft Christi gemäß seiner Verheißung, die Seinen zu sich zu nehmen. Jesus der Weg zum Vater 14 Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich! 2 In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn s nicht so wäre, hätte ich dann zu euch gesagt: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten? 3 Und wenn ich hingehe, euch die Stätte zu bereiten, will ich wiederkommen und a euch zu mir nehmen, damit ihr seid, wo ich bin. 4 Und wo ich hingehe, den Weg wisst ihr. Johannes 14, 1-4 Lutherbibel in der Fassung von 1984

7 Tafel 7 Die Gemeinschaft Das Glaubensleben Der Gottesdienst Die Gemeinde wird musikalisch auf den Gottesdienst eingestimmt. Der Gottesdienst beginnt mit einem gemeinsamen Eingangslied. Die Lehre von Jesus Christus prägt das Glaubensleben der neuapostolischen Christen. Dies bewirkt ein starkes Gefühl der Zusammengehörigkeit und schafft eine lebendige Gemeinschaft. Wesentlicher Teil des Gemeindelebens sind die Gottesdienste. In ihnen wird in freier Predigt das Evangelium verkündigt und es wird die Übermittlung bzw. Feier der Sakramente erlebt. Zu besonderen persönlichen Anlässen wie Konfirmation, Trauung und Hochzeitsjubiläen wird ein Segen gespendet. Der Gottesdienst wird von Chorgesang umrahmt. Nach einleitendem Gebet und Vorlesen eines Bibelwortes wird in freier Predigt das Evangelium verkündigt. Die Gemeinde feiert im Gottesdienst das Heilige Abendmahl.

8 Tafel 8 Die Gemeinschaft Die Seelsorge Die Gläubigen erleben eine intensive seelsorgerische Betreuung. In regelmäßigem Gedankenaustausch mit den Amtsträgern werden die Glaubensinhalte vertieft und auf Wunsch persönliche Angelegenheiten besprochen. Für verschiedene Gruppen werden besondere Veranstaltungen durchgeführt. In der Vorsonntagsschule werden Drei- bis Sechsjährige spielerisch mit Glaubensinhalten vertraut gemacht. Die Kinder der 1. bis 4. Klasse besuchen die Sonntagsschule, die Kinder der 5. bis 7. Klasse den Religionsunterricht. Mit der Konfirmation übernehmen die Kinder die Eigenverantwortung für ihr Glaubensleben. Einmal jährlich treffen sich die Jugendlichen zu einem Jugendtag. Die Jugendlichen kommen einmal im Monat zu einer Jugendstunde zusammen. Wie die Jugend, so treffen sich auch die Senioren regelmäßig. Hörgeschädigte Gemeindemitglieder und Gäste erleben Gottesdienste in Lautsprache mit lautsprachbegleitenden Gebärden. Die ehrenamtlich tätigen Amtsträger erhalten regelmäßig Anleitung für ihre seelsorgerische Arbeit.

9 Tafel 9 Die Neuapostolische Kirche Mitteldeutschland Zur Neuapostolischen Kirche Mitteldeutschland zählen die drei Gebietskirchen Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Sachsen/ Thüringen. Diese werden von Bezirksapostel Wilfried Klingler geleitet. In der seelsorgerischen Betreuung der mehr als 400 Gemeinden mit insgesamt rund Mitgliedern wird er von fünf Aposteln, fünf Bischöfen sowie von mehr als weiteren, ehrenamtlich tätigen Amtsträgern unterstützt. Bezirksapostel Wilfried Klingler

10 Tafel 10 Ausländische Betreuungsgebiete Die Gebietskirchen in Mitteldeutschland unterstützen die Seelsorge sowie die administrative Arbeit der Neuapostolischen Kirche in Belarus, Indien (Andamanen, Kerala), Polen, in der Slowakei und im Sudan.

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