IK Ökonomische Entscheidungen und Märkte LVA

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1 IK Ökonomische Entscheidungen und Märkte LVA LVA-Leiter: Michael Noldi Einheit 3: Grundlagen von Angebot und Nachfrage (Kap. 2, Teil II) Elastizitäten und staatl. Interventionen IK WS 2014/15 1

2 Qualitative Analyse: Angebot und Nachfrage Wie hängen Preis und Angebotsmenge bzw. Nachfragemenge zusammen? Angebot: Q S = Q S (P ) }{{} + Nachfrage:Q D = Q D (P ) }{{} - Abbildung: Angebot und Nachfrage Elastizitäten und staatl. Interventionen IK WS 2014/15 2

3 Quantitative Analyse: Preiselastizität der Nachfrage I Wie stark ist der Zusammenhang zwischen Nachfragemenge und Preis? Beispiel: Q D = 10 2P = P = Q D Abbildung: Nachfrageänderung aufgrund einer Preisänderung A B Wie stark reagiert die nachgefragte Menge auf eine Preisänderung? Elastizitäten und staatl. Interventionen IK WS 2014/15 3

4 Quantitative Analyse: Preiselastizität der Nachfrage II Beispiel: Q D = 10 2P Was passiert mit der nachgefragten Menge Q D, wenn der Preis P um eine Einheit steigt? Preis P steigt von 2 auf 3 = Nachfrage Q D sinkt von 6 auf 4 P (Preisänderung)= +1 = Q D (Mengenänderung)= 2 Problem: Angabe in Mengeneinheiten absolutes Maÿ nicht vergleichbar = Dimensionsloses Maÿ: Elastizität (prozentuelle Veränderung) Elastizitäten und staatl. Interventionen IK WS 2014/15 4

5 Quantitative Analyse: Preiselastizität der Nachfrage III E D P = Q D P P Q D Beispiel: Q D = 10 2P P = 2 = Q D = 6 Q D P = 2 EP D = = 2 3 Wenn der Preis um 1 Prozent steigt, sinkt die Nachfrage um 2 3 Prozent. Elastizitäten und staatl. Interventionen IK WS 2014/15 5

6 Die Elastizität... ist Sensitivität oder Empndlichkeit.... ist ein dimensionsloses Maÿ... dient der quantitativen Untersuchung von Angebot- und Nachfrageänderungen aufgrund von Veränderungen ihrer Einussgröÿen (zb.: Preis, Einkommen, etc.) Allgemein: E y x misst die Empndlichkeit der abhängigen Variable (y) im Hinblick auf eine marginale Veränderung einer unabhängigen Variable (x) = Wie reagiert y wenn sich x marginal verändert? Elastizitäten und staatl. Interventionen IK WS 2014/15 6

7 Berechnung und Interpretation I Ex y y = lim x 0 x x y = y x x y E y x gibt an, um wieviel % sich die abhängige Variable y verändert, wenn sich die unabhängige Variable x um 1 % erhöht. E y x < 0 = Negativer Zusammenhang E y x = 0 = Kein Zusammenhang E y x > 0 = Positiver Zusammenhang Elastizitäten und staatl. Interventionen IK WS 2014/15 7

8 Berechnung und Interpretation II E y x < 1 unelastischer Zusammenhang y verändert sich um weniger als 1 %, wenn sich x um 1 % erhöht. E y x = 1 Einheitselastizität y verändert sich um genau 1 %, wenn sich x um 1 % erhöht. E y x > 1 elastischer Zusammenhang y verändert sich um mehr als 1 %, wenn sich x um 1 % erhöht. Elastizitäten und staatl. Interventionen IK WS 2014/15 8

9 Typen von Elastizitäten Erweiterte Nachfragefunktion: Q D = Q D (P, I, P a ) P... Preis des betrachteten Gutes, I... Einkommen und P a... Preis des/der anderen Gutes/Güter Preiselastizität der Nachfrage: E D P = Q D P Einkommenselastizität der Nachfrage: E D I P Q D = Q D I I Q D Kreuzpreiselastizität der Nachfrage: E D P a = Q D P a Pa Q D Preiselastizität des Angebots: E S P = Q S P P Q S Elastizitäten und staatl. Interventionen IK WS 2014/15 9

10 Preiselastizität der Nachfrage Wie reagiert die nachgefragte Menge eines Gutes auf eine einprozentige Preisänderung? E D P = Q D P P Q D E D P E D P < 0 gewöhnliches Gut > 0 Gien Gut Elastizitäten und staatl. Interventionen IK WS 2014/15 10

11 Berechnung der Preiselastizität der Nachfrage E D P = Q D P P Q D Beispiel Q D (P ) = 20 5P P = 3 E D P =??? Elastizitäten und staatl. Interventionen IK WS 2014/15 11

12 Einkommenselastizität der Nachfrage Wie reagiert die nachgefragte Menge eines Gutes auf eine einprozentige Einkommensänderung? E D I = Q D I I Q D E D I > 0 normales Gut E D I E D I > 1 Luxusgut < 1 lebensnotwendiges Gut (Sättigung) E D I < 0 inferiores Gut Elastizitäten und staatl. Interventionen IK WS 2014/15 12

13 Berechnung der Einkommenselastizität der Nachfrage E D I = Q D I I Q D Beispiel Q D (P, I, P a ) = 20 3P + 2I P a P = 3 I = 4 P a = 2 E D I =??? Elastizitäten und staatl. Interventionen IK WS 2014/15 13

14 Kreuzpreiselastizität der Nachfrage Wie reagiert die nachgefragte Menge eines Gutes auf eine einprozentige Änderung des Preises eines anderen Gutes? E D P a = Q D P a Pa Q D E D P a > 0 Substitute E D P a < 0 Komplemente E D P a = 0 abgegrenzte Märkte Elastizitäten und staatl. Interventionen IK WS 2014/15 14

15 Berechnung der Kreuzpreiselastizität der Nachfrage E D P a = Q D P a Pa Q D Beispiel Q D (P, I, P a ) = 20 3P + 2I P a P = 3 I = 4 P a = 2 E D P a =??? Elastizitäten und staatl. Interventionen IK WS 2014/15 15

16 Preiselastizität des Angebots Wie reagiert die angebotene Menge eines Gutes auf eine einprozentige Preisänderung? E S P = Q S P P Q S EP S < 1 unelastisches Angebot EP S > 1 elastisches Angebot Elastizitäten und staatl. Interventionen IK WS 2014/15 16

17 Preiselastizität der Nachfrage graphisch Abbildung: Je steiler die Kurve, desto geringer die Elasitizität! Elastizitäten und staatl. Interventionen IK WS 2014/15 17

18 Preiselastizitäten entlang einer linearen Nachfragekurve Abbildung: Preiselastizität entlang einer linearen Nachfragekurve (Q D = 16 2P ) Q D P immer gleich, aber P Q ändert sich entlang der Kurve Elastizitäten und staatl. Interventionen IK WS 2014/15 18

19 Preiselastizität der Nachfrage Die Nachfrage nach einem Gut ist tendentiell elastischer, wenn substitutive Güter erhältlich sind.... es sich nicht um ein lebensnotwendiges Gut handelt.... das Gut eng deniert ist (PKW vs. Audi). Auch die zeitliche Dimension hat einen Einuss auf die Elastizität. Elastizitäten und staatl. Interventionen IK WS 2014/15 19

20 Zeitliche Dimension Wieviel Zeit vergeht zwischen der Änderung der betrachteten Variablen und der Messung? Bei dauerhaften Konsumgütern (z.b.: PKW) ist die Nachfrage kurzfristig preiselastischer als langfristig. Bei kurzlebigen Konsumgütern (z.b.: Benzin) ist die Nachfrage langfristig preiselastischer als kurzfristig. Das Angebot ist in der Regel langfristig preiselastischer als kurzfristig. Elastizitäten und staatl. Interventionen IK WS 2014/15 20

21 Preiselastizität und Erlöse Die Preiselastizität der Nachfrage ist ein wichtiges Instrument zur Klärung der Frage, ob das Unternehmen den Preis eines Produktes erhöhen oder senken sollte. Von der Preiselastizität hängt es ab, ob die Erlöse (R = P Q D ) des Unternehmens bei einer Preiserhöhung (Preissenkung) steigen oder sinken. Wenn EP D < 1 unelastisch => Erlöse steigen (sinken) Wenn EP D = 1 Einheitselastizität => Erlöse bleiben gleich Wenn EP D > 1 elastisch => Erlöse sinken (steigen) Elastizitäten und staatl. Interventionen IK WS 2014/15 21

22 Wirtschaftspolitische Maÿnahmen Auf dem freien Wettbewerbsmarkt bestimmen Angebot und Nachfrage den Preis sowie die abgesetzte Menge eines Gutes. Die Gesetze von Angebot und Nachfrage führen den freien Markt dabei ins Gleichgewicht Angebots- oder Nachfrageüberschüsse treten nur temporär auf. Wie verändern jedoch wirtschaftspolitische Maÿnahmen (staatliche Interventionen) diese Ergebnisse? Elastizitäten und staatl. Interventionen IK WS 2014/15 22

23 Marktintervention mittels Preisvorschriften Die Wirtschaftspolitk hat beispielsweise die Möglichkeit Preisvorschriften festzulegen: Höchstpreis: Gesetzlich vorgeschriebener Maximalpreis für ein Gut. Mindestpreis: Gesetzlich vorgeschriebener Minimalpreis für ein Gut. Beispiele: Mietpreisbindung (Höchstpreis), Mindestlöhne,... Weiteres Instrument: Steuern Elastizitäten und staatl. Interventionen IK WS 2014/15 23

24 Die Wirkung eines Höchstpreises Abbildung: Preisregulierung durch Höchstpreis - Nachfrageüberschuss Elastizitäten und staatl. Interventionen IK WS 2014/15 24

25 Die Wirkung eines Höchstpreises - Beispiel Beispiel Q D (P ) = P Q S (P ) = 2 + 2P P MAX = 2 P, Q, Q S (P MAX ), Q D (P MAX ), Überschuss, realisierte Menge, Skizze??? Elastizitäten und staatl. Interventionen IK WS 2014/15 25

26 Die Wirkung eines Mindestpreises Abbildung: Preisregulierung durch Mindestpreis - Angebotsüberschuss Elastizitäten und staatl. Interventionen IK WS 2014/15 26

27 Die Wirkung von Preisvorschriften Höchstpreis: P MAX < P P MAX > P Höchstpreis bindet Nachfrageüberschuss Höchstpreis bindet nicht Gleichgewicht Mindestpreis: P MIN > P P MIN < P Mindestpreis bindet Angebotsüberschuss Mindestpreis bindet nicht Gleichgewicht Elastizitäten und staatl. Interventionen IK WS 2014/15 27

28 Mindestlöhne - Ein Beispiel aus der Praxis Abbildung: Die Wirkung eines bindenden Mindestlohnsatzes Elastizitäten und staatl. Interventionen IK WS 2014/15 28

29 Die Wirkung eines Mindestlohnes - Beispiel Beispiel L D (W ) = 6, 6 0, 3W L S (W ) = 0, 8 + 0, 4W W MIN = 12 L D und L S in Mio Beschäftigte, W in EUR pro Arbeitsstunde W, L, L S (W MIN ), L D (W MIN ), Arbeitslose, Skizze??? Elastizitäten und staatl. Interventionen IK WS 2014/15 29

30 Fragen??? Elastizitäten und staatl. Interventionen IK WS 2014/15 30

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