Fachspezifische Themenvorschläge für das Quartalspraktikum

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1 Fachspezifische Themenvorschläge für das Quartalspraktikum Liste zuhanden der Praxislehrpersonen mit Vorschlägen zur Auftragserteilung an die Studierenden Mathematik 2. Klasse A: Rechenstrategien Addition / Subtraktion im 100-er Raum Nachdem die Kinder erste Erfahrungen zum Addieren und Subtrahieren im Hunderterraum mit Material (Zehnersystem-Holz, Hunderter-Punktefeld und Rechenstrich) gemacht haben, geht es darum, flexible Rechenstrategien zu entwickeln und anzuwenden. Bei den meisten Rechnungen können verschiedene Strategien angewendet werden. Es gibt keine objektiv gesehen beste Strategie. Gleiche Aufgaben werden darum selten von allen Kindern auf die gleiche Weise gelöst. Anzustreben ist, dass die Kinder bei jeder Aufgabe eine für sie geeignete, d. h. für sie nachvollziehbare Lösungsstrategie wählen. Die Kinder lösen Additions- und Subtraktionsaufgaben verschiedener Schwierigkeitsgrade mit oder ohne Material und halten ihren Lösungsweg fest ( Schreibe deinen Lösungsweg auf. ). Die Kinder nutzen neben dem Zehnersystem-Holz und dem Hunderter-Punktefeld vor allem den Rechenstrich zum Lösen und Darstellen von Aufgaben. Die Kinder stellen ihre Rechenwege vor. Sie vergleichen verschiedene Rechenwege. Die Kinder denken über Aufgaben nach, indem sie Aufgaben vergleichen und ordnen ( Welche findest du leicht? Und warum? ). Die Kinder überschlagen Ergebnisse ( Kann das stimmen?). Die Kinder suchen nach Zusammenhängen zwischen Rechnungen und rechnen geschickt. Die Kinder festigen Basiskompetenzen (Einspluseins, Einsminuseins, Verdopplungsaufgaben, Zerlegungen, Ergänzen zum Zehner, Ergänzen zum Hunderter). Mathematik 2 Primarstufe, Zahlenbuch 2, Matheprofis 2 Grundschulzeitschrift Flexibles Rechnen: Addieren und Subtrahieren, 2006 (H11) Handbuch produktiver Rechenübungen, Wittmann und Müller (Band 1, 1990) Quartalspraktikum Seite 1/6

2 B: Arbeit mit der Einmaleinstabelle, Arbeit am Netzwerk Die Einmaleins-Tabelle zeigt alle Aufgaben des Einmaleins auf einen Blick. Die Arbeit mit der Einmaleins- Tabelle und die Auseinandersetzung mit den in ihr sichtbaren Beziehungen ermöglichen den Kindern, ein multiplikatives Netzwerk aufzubauen. Die Kinder arbeiten mit der nicht gefärbten Einmaleins-Tabelle: Welche Aufgaben kannst du schon? Welche Aufgaben sind deiner Meinung nach schwierig, welche leicht? Die Kinder beschreiben ihre Entdeckungen. Die Kinder betrachten Spalten oder Zeilen. Sie entdecken, beschreiben und begründen Zusa m- menhänge in der Tabelle. Die Kinder setzen sich mit Beziehungen (Tauschaufgaben, Nachbaraufgaben, Verdopplungen) auseinander. Die Kinder berechnen Schlüsselaufgaben (1, 2, 5 und 10 ). Die Kinder vergleichen Reihen miteinander und entdecken Gemeinsamkeiten. Die Kinder nutzen die Beziehungen zwischen Aufgaben ( Wenn du 5 5 weisst, wie viel ist dann 6 5? Wie rechnest du? ) Die Kinder festigen Basiskompetenzen (Malrechnungen mit dem Punktefeld, Malrechnungen mit 1, 2, 0, 10 und 5). Mathematik 2 Primarstufe, Die Matheprofis 2, Zahlenbuch 2 Mathematik Grundschule Basiswissen Einmaleins (2004) Die Grundschulzeitschrift Einmaleins beziehungsreich (Heft 152, 2002) Quartalspraktikum Seite 2/6

3 C. Längen: Messen und Grössenvorstellungen entwickeln Bei der Auseinandersetzung mit Längen stehen die Masseinheiten Meter und Zentimeter sowie das Me s- sen im Mittelpunkt. Dabei wird sowohl der Messvorgang als auch die Schreibweise von Messergebnissen thematisiert. Vielfältige alltagsrelevante Messungen sollen dazu beitragen, dass die Kinder zunehmend adäquate Vorstellungen von Längen entwickeln. Die Kinder lernen die Handhabung unterschiedlicher Messgeräte kennen. (Jedes Kind hat ein Messband mit Zentimetereinteilung von mindestens 1 Meter Länge zur Verfügung.) Die Kinder messen unterschiedliche Längen mit geeigneten Messgeräten. Die Kinder erwerben Vorstellungen zu 1 m, 10 cm, 1 cm. (Sie können Dinge nennen, die einen Meter lang sind oder 10 Zentimeter oder 1 Zentimeter.) Die Kinder kennen die Notation von Längenangaben (3 m, 23 cm, 1 m 40 cm) Mathematik 2 Primarstufe, Zahlenbuch 2, Die Matheprofis 2 Mathematik Grundschule Grössen: Längen (2005) Die Grundschulzeitschrift Grössen (Heft 141, 2001) Quartalspraktikum Seite 3/6

4 D. Geometrie: Körper Im Bereich Körper geht es darum, dass die Kinder vielfältige Vorstellungen entwickeln und zentrale Eige n- schaften von Körpern kennen. Ein vertieftes Verständnis kann nur erreicht werden, wenn den Kindern zahlreiche handelnde Zugänge und Erfahrungen ermöglicht werden. Bei der Untersuchung von dreidimensionalen Objekten können zentrale Merkmale der Körper erkannt werden. Das Beschreiben ist schwieriger, weil dazu viele Begriffe nötig sind (Ecken, Kanten, Flächen, spitz, unten, oben usw.). Körper in der Umwelt entsprechen selten den Idealen, wie sie in der Mathematik beschrieben werden. Es ist sinnvoll, ausgehend von grundlegenden Körpern (Kugel, Würfel, Quader, Z y- linder) zunehmend komplexere Körper zu betrachten. Die Kinder erkennen Körper in der Umwelt. Die Kinder stellen Körper her (Papier, Knete, Karton, Stäbe). Die Kinder können Würfel, Quader und Kugel mit den konkreten Bezeichnungen benennen. Die Kinder vergleichen Körper und benennen Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Die Kinder beschreiben Körper. Sie verwenden auch die Begriffe Ecken, Flächen, Kanten. Mathematik 2 Primarstufe Mathematik Grundschule Geometrische Körper (2010) Handbuch für den Mathematikunterricht 3. Schuljahr, Radatz et al. (1999) Quartalspraktikum Seite 4/6

5 E. Einführung der Division, Erkennen des Zusammenhanges zur Multiplikation Im Alltag werden häufig Dinge verteilt. Dabei geht es allerdings nicht immer mathematisch korrekt zu. Wenn zum Beispiel am Tisch Risotto verteilt wird, erhalten die Personen mit viel Hunger eine grössere Portion als die anderen. Teilen im mathematischen Sinn ist immer ein gerechtes, das heisst gleichmäss i- ges Teilen. Der Einstieg in die Division erfolgt über Handlungen. Dabei erfahren die Kinder Grundlegendes über das Wesen der Operation Division. Sie erleben zum Beispiel, dass der Quotient kleiner wird, wenn der Divisor grösser ist. «An je mehr Kinder etwas verteilt wird, desto weniger bekommt ein einzelnes Kind.» «Auf je mehr Teller ich eine Menge aufteile, desto weniger liegt auf einem einzelnen Teller.» Die Division kann auf zwei Arten verstanden werden: als Verteilen oder als Aufteilen. Beim Verteilen wird eine gegebene Grundmenge in eine vorgeschriebene Anzahl gleicher Teilmengen geteilt. Zum Beispiel werden 20 Bonbons an vier Kinder verteilt. Die Frage lautet: Wie viele Bonbons erhält jedes Kind? Beim Aufteilen wird eine Grundmenge in Teilmengen vorgeschriebener Grösse aufgeteilt. Zum Beispiel werden 20 Bonbons so aufgeteilt, dass auf einem Teller immer 4 Bonbons liegen. Die Frage lautet: Wie viele Teller werden benötigt? Die Kinder erleben auch, dass sich nicht alle Mengen restlos teilen lassen, sondern dass oft ein Rest übrig bleibt. Die Kinder machen Handlungserfahrungen zur Division. Sie arbeiten mit Material und verstehen, dass Dividieren sowohl Aufteilen wie auch Verteilen bedeuten kann. Dabei kann auch ein Rest entstehen. Die Kinder lernen die formale Notation der Division kennen. Die Kinder schreiben, zeichnen und lösen Divisionsgeschichten. Die Kinder erforschen und beschreiben den Zusammenhang zwischen Multiplikation und Divis i- on. Hinweis: Das geläufige Errechnen von Divisionsaufgaben ist Thema der dritten Klasse. Mathematik 2 Primarstufe, Zahlenbuch 2, Die Matheprofis 2 Mathematik Grundschule Operationen Division (2007) Quartalspraktikum Seite 5/6

6 F: Daten und Messungen Im Mathematikunterricht werden Sachverhalte oft genutzt, um m athematische Zusammenhänge zu veranschaulichen oder um mathematische Einsichten zu gewinnen. Beim Thema «Daten und Messungen» soll umgekehrt die Mathematik dazu dienen, eine Sache zu erkunden und besser zu verstehen. Mit Mathematik wird die Umwelt über Zählungen und Messungen «fassbar» (Längen, Gewicht, Zeit). Wenn den Kindern verschiedene Messinstrumente zur Verfügung stehen, können sie unmittelbar erfahren, dass Zahlen Aussagen über Sachverhalte und Gegenstände machen (quantitative Werte). Gesammelte Daten können besser interpretiert werden, wenn man sie übersichtlich darstellt. Tabellen und Strichlisten sind einfach strukturierte, übersichtliche Darstellungsformen, die sich zum Protokollieren und Vergleichen von Daten gut eignen. Die Kinder machen Umfragen mit Alternativantworten. Die Umfrageergebnisse stellen sie in Sä u- lendiagrammen dar. Die Kinder stellen Messergebnisse in Tabellen dar. Die Kinder lesen unterschiedlich dargestellte Daten. Die Kinder machen Aussagen zu einer selbst durchgeführten Umfrage Die Kinder interpretieren ein gegebenes Diagramm (Tabelle, Säulendiagramm, Strichliste). Mathematik 2 Primarstufe, Die Matheprofis 2 Mathematik Grundschule Daten: Erheben und deuten (2009) Grundschulunterricht Daten Zufall und Wahrscheinlichkeit Kombinatorik (2008) Quartalspraktikum Seite 6/6

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