Lebensqualität bei chronischer Herzinsuffizienz

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1 Lebensqualität bei chronischer Herzinsuffizienz Prof. Dr. W. Herzog Medizinische Universitätsklinik Heidelberg, Allgem. Klinische und Psychosomatische Medizin, Kardiologie, Allgemeinmedizin Welche Faktoren bestimmen die Lebensqualität? Psychisches Befinden Körperliche Verfassung Soziale Beziehungen Funktionsfähigkeit im Alltag und Beruf nach Bullinger, 1991; Aaaronson,

2 Überblick 1. Warum und wozu überhaupt Lebensqualität erfassen? 2. Wie können wir Lebensqualität standardisiert und maximal ökonomisch erfassen? Lebensqualität bei Herzinsuffizienz und anderen Erkrankungen im Vergleich SF-36 % CHF Depression Dialysis Hepatitis Norm-Pop 0 PF RP BP GH VT SF RE MH SF-36 scales Physical functioning (PF), Role Physical (RP), Bodily Pain (BP), General Health (GH), Vitality (VT), Social functioning (SF), Role emotional (RE), Mental Health (MH) Jünger et al., (Heart, 2002) 2

3 Lebensqualität als unabhängiger Prädiktor von Morbidität und Mortalität 1,0 SF-36 (Gesamtwert) 0,8 Quartile Ereignisfreies Überleben 0,6 I II 0,4 0,2 p < III IV Follow-up (Monate) Jünger et al Circulation (Abstract) Lebensqualität in Abhängigkeit vom NYHA-Stadium * SF-36 (Gesamtwert) (%) 50 * * 25 0 Gesunde Kontrollen (n = 906) NYHA I (n = 24) NYHA II (n = 98) NYHA III (n = 83) * p < Jünger et al., Heart 2002; 87:

4 LVEF und Lebensqualität SF-36 (%) LVEF > 20% LVEF < 20% 20 0 PF RP BP GH VT SF RE MH Nach Jünger et al. Heart 2002; Dracup et al., 1992 Keine signifikanten Zusammenhänge zwischen LVEF und Lebensqualität. Klinische Variablen (wie NYHA-Stadium, LVEF, Vo 2max etc.) und soziodemographische Variablen (wie Alter, Geschlecht, Familienstand etc.) klären insgesamt maximal 40.7% der Varianz der Lebensqualität auf. Steptoe et al. (Heart, 2000) Trotz erheblicher prognostischer Bedeutung für Morbidität und Mortalität bleiben wichtige Varianzanteile der Lebensqualität bisher unklar. Jünger et al. (2002, Heart) 4

5 Welche Instrumente stehen zur standardisierten Erfassung von Lebensqualität zur Verfügung? Krankheitsübergreifende oder krankheitsspezifische Instrumente? 1. Globalmaße: z.b. visuelle Analogskala zur Einschätzung der LQ Wie schätzen Sie ihre LQ auf einer Skala von ein? maximal ökonomisch / leicht verständlich für Patienten wird generell als reliabel und valide bezeichnet (Sneed et al., 2001) Verlust an Informationen, da Mehrdimensionalität des Konstrukts nicht berücksichtigt wird Veränderungen über die Zeit werden schlecht abgebildet Feste Endpunkte erzeugen Ceiling Effect 5

6 2. Krankheitsübergreifende / gesundheitsbezogene Instrumente zur Erfassung der LQ in der Kardiologie Sickness Impact Profile (Berger, 1976) Nottingham Health Profile (Hunt et al., 1981) 36-Item Short Form (SF-36) und 12-Item Short Form Health Surveys (Ware et al., 1989) Gesundheitsbezogene Lebensqualität (SF-36) 8 Subskalen, 36 Items: Körperliche Funktionsfähigkeit (PF) Körperliche Rollenfunktion (RP) Körperlicher Schmerz (BP) Allgemeine Gesundheitswahrnehmung (GP) Vitalität (VT) Soziale Funktionsfähigkeit (SF) Emotionale Rollenfunktion (RE) Psychisches Wohlbefinden (MH) Bearbeitungszeit: 15 min Ware et al.,

7 3. Krankheitsspezifische Instrumente bei Herzinsuffizienz Minnesota Living with Heart Failure Questionnaire (MLHFQ) (Rector, 1987) Quality of life in Severe Heart Failure Questionnaire (QLQ- SHF) (Wiklund 1991) Chronic Heart Failure Questionnaire (CHFQ) (Guyatt, 1993) Kansas City Cardiomyopathy Questionnaire (KCCQ) (Green et al., 2000) LVD-36 (Left-Ventricular-Dysfunction) (Leary, Heart 2000) Erkrankungsbezogene Lebensqualität (KCCQ) Green et al., Subskalen, 23 Items: Symptomveränderung Selbstwirksamkeit Symptomhäufigkeit Symptomschwere Physische Einschränkung Lebensqualität Soziale Beeinträchtigung Bearbeitungszeit: 15 min 7

8 Krankheitsübergreifend vs. krankheitsspezifisch Krankheitsübergreifend Krankheitsspezifisch Sensitivität +++ +(+) (Abdeckung) Unterscheidung von Krankheitsschweregraden Vergleich verschiedener Therapien Vergleich verschiedener Erkrankungen Empfehlung für die Praxis Krankheitsübergreifende Lebensqualitätserfassung: SF-36 (dt. Version von Bullinger & Kirchberger) Bearbeitungszeit: ca. 15 min, Krankheitsspezifische Lebensqualitätserfassung: KCCQ (dt. Version von Spertus) Bearbeitungszeit ca. 15 min, 8

9 Teilprojekt: 10 - Lebensqualität Prof. Dr. Herzog HELPS Heidelberger Verlaufsuntersuchung von Lebensqualität und psychischer Komorbidität bei depressiven Herzinsuffizienz-Patienten Train the Trainer Schulung von Hausärzten zur Verbesserung der Lebensqualität von Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz Epidemiologische Aspekte von Lebensqualität und Depressivität bei chronischer Herzinsuffizienz Medizinische Universitätsklinik Heidelberg Allgemeine Klinische und Psychosomatische Medizin, Kardiologie, Allgemeinmedizin HELPS T1 (0 Mo) T2 (12 Mo) n 90 Depression + Heidelberg Mannheim Ludwigshafen n = 300 n 210 Depression - davon n 90 als Kontrolle Göttingen Aktueller Rekrutierungsstand: 65 Patienten n = 100 9

10 HELPS: Rekrutierungsstand Heidelberg Soll IST 20 0 Okt 04 Nov 04 Dez 04 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Train the trainer Studienarm A, (n = 240) Studienarm B, (n = 240) = Schulung = Qualitätszirkel = punktuelle Erhebungen Studienarm A: Einmalige Hausärzteschulung Studienarm B: Innovative Schulung (inkl. einer Toolbox für Hausärzte) + Refresher-Schulung, im Abstand von 2 Monaten jeweils 2 Qualitätszirkel zum Informations- und Erfahrungsaustausch Rekrutierungsstand: 58 von 60 Praxen sind eingeschlossen 10

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