Wer lebt in Europa? Die Entstehung der Europäischen Union

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1 Wer lebt in Europa? Europa wird von verschiedenen Nationen bewohnt. Die meisten Staaten Nord-, West-, Süd- und Mitteleuropas sind Mitglieder der Europäischen Union. Seit 2004 dehnt sich die EU immer weiter in Richtung Osteuropa aus. Nur Norwegen (Nordeuropa), die Schweiz (Mitteleuropa), einige Staaten Osteuropas und die Türkei sind (noch) keine Mitglieder der EU. In Europa werden viele verschiedene Sprachen gesprochen. Jedes Land hat dann noch zusätzlich seine Dialekte. Da die meisten Länder Europas reiche Industriestaaten sind, gibt es viele Menschen, die ihre eigene Heimat verlassen haben, um in den europäischen Staaten Arbeit und Sicherheit zu finden (auch Menschen aus anderen, ärmeren europäischen Ländern). In Österreich lebten Anfang 2008 rund Flüchtlinge. Die Entstehung der Europäischen Union Im Jahre 1957 schlossen sich die Staaten Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande zur EWG (= Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft) zusammen. Die Mitgliedsstaaten meinten, auf diese Art nach dem 2. Weltkrieg den wirtschaftlichen Aufstieg Westeuropas besser vorantreiben zu können. Auf Basis dieser Wirtschaftsgemeinschaft wurde im Jahre 1993 die EU (= Europäische Union) gebildet. Die Europäische Union ist die Vereinigung europäischer Staaten. Derzeit besteht die EU aus 27 Mitgliedsstaaten (Stand 2008). Einige Länder Osteuropas, Norwegen und die Schweiz gehören (noch) nicht zur Europäischen Union. Seit 1995 ist auch deine Heimat Österreich Mitglied der EU. Aktualisierung 2008 Blatt 2

2 Die Erweiterung der EU Die Europäische Union wächst immer weiter. Zuerst muss sich die Bevölkerung der Beitrittsländer durch eine Volksabstimmung mit einem Beitritt zur Europäischen Gemeinschaft einverstanden erklären. Dann beginnen die Verhandlungen. Im Jahr 2004 traten 10 Staaten der EU bei: Estland, Lettland, Litauen, Polen, Tschechien, Slowenien, Slowakei, Ungarn, Malta und Zypern. Dieses historische Ereignis wird auch Osterweiterung genannt. Am 1. Jänner 2007 sind 2 weitere Staaten der Europäischen Union beigetreten: Bulgarien und Rumänien. Damit gehören seit 2007 insgesamt 27 europäische Länder zur EU. Die Bevölkerung hat sich auf 491 Millionen Menschen vergrößert. Österreich liegt schon seit 2004 nicht mehr am östlichen Rand der Staatengemeinschaft, sondern wie vor dem 2. Weltkrieg mitten in Europa. Die 27 Mitgliedsstaaten der EU (Stand 2008) 1 Belgien 15 Malta 2 Bulgarien 16 Niederlande 3 Dänemark 17 Österreich 4 Deutschland 18 Portugal 5 Estland 19 Polen 6 Finnland 20 Rumänien 7 Frankreich (mit Monaco) 21 Schweden 8 Griechenland 22 Slowakei 9 Großbritannien 23 Slowenien 10 Irland 24 Spanien (mit dem Kleinstaat Andorra) 11 Italien (mit San Marino u. dem Vatikanstaat) 25 Tschechien 12 Lettland 26 Ungarn 13 Litauen 27 Zypern 14 Luxemburg Aktualisierung 2008 Blatt 3 vorne

3 1. Das Europäische Parlament Das Europäische Parlament entscheidet gemeinsam mit dem Rat der Europäischen Union über die Gesetze. Außerdem kontrolliert es die Europäische Kommission und bestimmt, wie das Geld in der EU verwendet wird. Alle 5 Jahre wählt die Bevölkerung der Mitgliedsstaaten ihre Abgeordneten für das Europäische Parlament. So vertritt das Europäische Parlament direkt die Bürger der Europäischen Union. Wie im österreichischen Parlament sind auch im Europäischen Parlament die Abgeordneten in Fraktionen (= politische Richtungen, Parteien) zusammengefasst. Zur Zeit hat das Europäische Parlament 785 Mitglieder. Das Europäische Parlament hat seinen Hauptsitz in der Stadt Straßburg in Frankreich. 2. Der Europäische Rat Der Europäische Rat ist das wichtigste Entscheidungsorgan der Union. Er besteht aus den Staats- und Regierungsoberhäuptern aller Mitgliedsstaaten (z. B. dem österreichischen Bundespräsidenten und dem Bundeskanzler) und dem Präsidenten der Europäischen Kommission. Sie werden bei ihrer Arbeit u. a. von den Außenministern/-innen unterstützt. Die Gipfeltreffen finden bis zu vier Mal im Jahr statt. Der Europäische Rat legt dabei die Ziele der EU und ihrer Politik fest. Gastgeber ist jeweils jenes Land, das gerade die Präsidentschaft innehat. Aktualisierung 2008 Blatt 3 hinten

4 3. Der Rat der Europäischen Union In den Rat der Europäischen Union entsenden alle 27 Staaten ihre Minister/-innen. Deshalb wird er häufig auch Ministerrat genannt. Alle Minister/-innen aus den EU-Ländern, die ein gemeinsames Arbeitsgebiet (z. B. Gesundheit, Landwirtschaft,...) haben, beraten gemeinsam über neue Gesetze. Die Gesetzesvorschläge bereitet die Europäische Kommission vor. Der Rat entscheidet dann gemeinsam mit dem Europäischen Parlament, ob diese Vorschläge europäisches Recht werden. Gesetze werden nur mit Stimmenmehrheit beschlossen. Sie sind aber für alle Mitgliedsstaaten verpflichtend. Der Vorsitz wechselt im Rat der Europäischen Union jedes halbe Jahr. Der Rat der Europäischen Union tagt in Brüssel, der belgischen Hauptstadt. 4. Die Europäische Kommission Die Europäische Kommission ist für die Staatengemeinschaft verantwortlich. Die Europäische Kommission besteht aus 27 Kommissaren/-innen. An der Spitze der Kommission steht ein Präsident oder eine Präsidentin. Bis 2009 führt dieses Amt der Portugiese José Barroso aus. Die Kommissionsmitglieder werden von den Mitgliedsstaaten mit der Zustimmung des Europäischen Parlaments bestimmt. Die Kommissionsmitglieder betreuen verschiedene Fachbereiche, schlagen Gesetze vor und überwachen, ob alle Staaten die europäischen Verträge einhalten. Außerdem vertritt die Kommission die Europäische Union nach außen. Die Europäische Kommission hat ihren Sitz in Brüssel, der Hauptstadt von Belgien. Aktualisierung 2008 Blatt 4

5 5. Der Europäische Gerichtshof Der Europäische Gerichtshof überwacht, ob alle Staaten der EU das Gemeinschaftsrecht einhalten. Er ist für die Schlichtung der Streitigkeiten zwischen den EU-Staaten zuständig, egal, ob es sich um einzelne Mitgliedsländer, große Unternehmen oder einzelne Personen handelt. Der Europäische Gerichtshof hat seinen Sitz in Luxemburg. 6. Der Europäische Rechnungshof Der Europäische Rechnungshof kontrolliert, ob alle Staaten der Union gut und verantwortungsvoll wirtschaften. Außerdem behält er den Überblick, wie und wofür Geld ausgegeben wird. Jedes Jahr wird darüber vom Europäischen Rechnungshof ein Bericht präsentiert. Die Länder müssen das Geld vorschriftsmäßig verwenden und dürfen keine zu hohen Schulden machen. Der Sitz des Rechnungshofes ist in Luxemburg. Aktualisierung 2008 Blatt 4

6 7. Die Europäische Zentralbank Die Europäische Zentralbank legt die europäische Geldpolitik fest. Sie hat ihren Sitz in Frankfurt am Main, einer deutschen Stadt. Viele Länder der EU haben seit 2002 eine gemeinsame Währung, den Euro: 1 Euro = 100 Cent Der Wert ist in ganz Europa gleich. Jedes Land konnte die Rückseite der Banknoten und Münzen selbst gestalten. Dieser Währungsunion gehören an: Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Republik Irland, Italien, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Portugal, Slowenien, Spanien, Zypern (Stand 2008). Flaggen der EU-Staaten 1 Male die Flaggen mit den richtigen Farben an! Belgien B Bulgarien BG Dänemark DK Deutschland D Estland EST Finnland FIN Frankreich Großbritannien GB Irland LT Litauen IRL F Griechenland Italien I Lettland L Luxemburg M Malta GR LV Aktualisierung 2008 Blatt 5 vorne

7 Flaggen der EU-Staaten 2 Male die Flaggen mit den richtigen Farben an! Niederlande NL Österreich A Polen PL Portugal P Rumänien Spanien RO E Schweden Tschechien S Slowakei SK Slowenien SLO CZ Ungarn H Zypern CY Aktualisierung 2008 Blatt 5 hinten

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