7.2 Asynchrone serielle Schnittstellen

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1 7.2 Asynchrone serielle Schnittstellen übertragen Daten byteweise (und auch bitweise seriell). Typische angeschlossene Geräte: Tastatur, Maus, Bildschirm, Modem Pufferung der Bytes per Hardware (Gerätesteuerung) und/oder Software bs-7.2 1

2 Rechnerbenutzung früher häufig so: Großrechner mit vielen unintelligenten Terminals mit Tastatur und zeichenorientiertem Bildschirm, eines davon als Konsole (console) für den Operateur Heute typischerweise 3 Alternativen, jeweils mit Graphikbildschirm und Maus (o.ä.): Konsole in Kleinrechner integriert (PC, Laptop, Handheld) X-Terminal mit X Window Server Software am Netz Thin Clients intelligente Terminals über Spezialnetz bs-7.2 2

3 RS-232 ist Hardware-Standard für asynchron-serielle Kommunikation über Terminals und Modems auch heute noch aktuell: für in Fenstern simulierte Terminals für textbasierte Interaktion. Gerätesteuerung für Terminal/Konsole kennt Befehle zum Lesen/Schreiben von Bytes, praktiziert begrenzte Pufferung der Bytes, generiert Unterbrechungen, z.b. auf Tastendruck, fungiert evtl. als Multiplexer für viele Terminals bs-7.2 3

4 7.2.1 Tastatur kann in (mindestens) 2 Betriebsarten benutzt werden (Unix: line discipline ): Zeichenorientierter Modus (non-canonical/raw mode): jedes getippte Zeichen wird sofort an den Benutzerprozess weitergegeben Zeilenorientierter Modus (canonical/cooked mode): Eingabe wird zeilenweise an den Benutzerprozess weitergegeben (mit Vorverarbeitung von ^C, Korrekturzeichen [Rücktaste] u.ä.) bs-7.2 4

5 ! Pufferung eingegebener Zeichen durch den Treiber ist bei beiden Modi unverzichtbar im Interesse des Benutzerkomforts: manchmal tippt der Benutzer schneller als das Programm liest! *! Im zeilenorientierten Modus können die gepufferten Zeichen modifiziert werden, bevor die Zeile an den Benutzerprozess weitergegeben wird! * Tanenbaum: System designers who do not allow users to type far ahead ought to be tarred and feathered, or worse yet, be forced to use their own system. bs-7.2 5

6 Pufferung erfolgt entweder in separat für jedes Terminal bereitgestelltem Puffer oder unter Verwendung eines Puffer-Pools bei sehr vielen Terminals (alte Großrechner-Technologie), ist aber nicht gegen Überlauf gesichert: bei extremem Voraustippen können Zeichen verloren gehen (i.a. aber akustisches Warnsignal) bs-7.2 6

7 ! Bildschirm ist nicht unabhängig von der Tastatur: Echo der getippten Zeichen auf dem Bildschirm wird durch die Treiber bewerkstelligt, im zeilenorientierten Modus vor dem Weiterreichen an das Programm. Echo kann vom Benutzerprogramm abgeschaltet oder geändert werden, z.b. für Passwort-Eingabe. (Sehr alte Geräte mit Ausgabe auf Papier statt Bildschirm - z.b. Fernschreiber - arbeiteten wie Schreibmaschinen, d.h. mit eingebautem Hardware-Echo ; Passwörter wurden durch Überschreiben unleserlich gemacht.) bs-7.2 7

8 Alle gewünschten Einstellungen können programmgesteuert vorgenommen werden, in Unix mittels ioctl(channel,command,arg) Details zu command,arg : man termio Mittels einer ladbaren keymap kann die Zuordnung von Tasten zu Zeichen flexibel gehalten werden! bs-7.2 8

9 7.2.2 Zeichenorientierter Bildschirm Sowohl reguläre Ausgabe als auch Eingabe-Echo werden in Ausgabepuffer plaziert und von dort an das Gerät weitergegeben ( Zeichensalat möglich). Bildschirm plaziert eintreffendes Zeichen automatisch hinter dem letzten Zeichen bzw. am Beginn der nächsten Zeile. Steuerungsmöglichkeiten für die Darstellung nicht über ioctl, sondern Schreiben von Steuerzeichen : bs-7.2 9

10 ANSI-Norm für Bildschirmsteuerung: Steuerzeichen ESC ( = 0x1B) (escape character, Ausweichzeichen, Fluchtsymbol) und nachfolgenden Steuerwerten ermöglicht Umsetzen des Schreibzeigers und andere Sonderfunktionen. Beispiele: [na für n Zeilen aufwärts [nd für n Stellen nach links [2J für Bildschirm löschen u.a.m. bs

11 7.2.3 Modem bietet eine Fülle von Einstellungsmöglichkeiten betr. Übertragungsgeschwindigkeit, Parity Bit,... und eine Fülle von Spezialfunktionen betr. Herstellen einer Verbindung, Schließen einer Verbindung,..., alles mittels ioctl(channel,command,arg) bs

12 7.2.4 Universal Serial Bus - USB dient als Multiplexer für mehrere langsame serielle Geräte, wird von einem Treiber betrieben, der für alle Geräte zuständig ist; daher können Geräte während des Betriebs angeschlossen und entfernt werden. bs

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