InternationaleSichtweisen zu positivenmaßnahmen

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1 InternationaleSichtweisen zu positivenmaßnahmen Eine vergleichendeanalyse in dereuropäischenunion, in Kanada,inden USAund in Südafrika Europäische Kommission

2 Diese Veröffentlichung wird im Rahmen des Gemeinschaftsprogramms für Beschäftigung und soziale Solidarität ( ) unterstützt, das von der Generaldirektion Beschäftigung, Soziales und Chancengleichheit der Europäischen Kommission verwaltet wird. Dieses Programm wurde eingerichtet, um die Verwirklichung der Ziele der Europäischen Union in den Bereichen Beschäftigung und Soziales wie in der Sozialpolitischen Agenda ausgeführt finanziell zu unterstützen und somit zum Erreichen der Vorgaben der Strategie von Lissabon in diesen Bereichen beizutragen. Das auf sieben Jahre angelegte Programm richtet sich an alle maßgeblichen Akteure in der EU-27, den EFTA-/EWR-Ländern und den Beitritts- und Kandidatenländern, die einen Beitrag zur Gestaltung geeigneter und effektiver Rechtsvorschriften und Strategien im Bereich Beschäftigung und Soziales leisten können. Mit Progress wird das Ziel verfolgt, den EU-Beitrag zur Unterstützung der Mitgliedstaaten in ihrem Engagement und ihren Bemühungen um mehr und bessere Arbeitsplätze und größeren Zusammenhalt in der Gesellschaft auszubauen. Zu diesem Zweck trägt das Programm Progress dazu bei, Analysen und Empfehlungen in den Politikbereichen des Programms Progress bereitzustellen; die Umsetzung des Gemeinschaftsrechts und der Strategien der Gemeinschaft in den Politikbereichen des Programms Progress zu überwachen und darüber Bericht zu erstatten; den Austausch von Strategien, das wechselseitige Lernen und die gegenseitige Unterstützung zwischen den Mitgliedstaaten in Bezug auf die Ziele und Prioritäten der Union zu fördern und die Auffassungen der beteiligten Akteure und der Gesellschaft insgesamt zu kanalisieren. Weitere Informationen finden Sie unter:

3 Internationale Sichtweisen zu positiven Maßnahmen Eine vergleichende Analyse in der Europäischen Union, in Kanada, in den USA und in Südafrika Europäische Kommission Generaldirektion Beschäftigung, Soziales und Chancengleichheit Referat G4 Manuskript abgeschlossen im Januar 2009

4 Der Inhalt der vorliegendenveröffentlichung spiegelt nicht unbedingt die Position oder die Meinung der Europäischen Kommission wider. Das Konsortium, das diesen Bericht erstellt hat, besteht aus dem Centre for Inclusion and Diversity der University of Bradford, dem European Roma Rights Centre und dem Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte (BIM). Das Forschungskonsortium University of Bradford Projekt- und Forschungsleiter, Professor Uduak Archibong Leitender Forschungsmitarbeiter, Dr. Jite Eferakorho Projektteam und Experten, Dr. Karl Atkin (University ofyork), Professor Carol Baxter (NHS Employers), Dr. Aliya Darr (NHS Employers/University of Bradford) und Professor Mark Johnson (De Montfort University) Rechtsteam, Professor Mark Bell (University of Leicester) und Professor Lisa Waddington (University of Maastricht) Statistiker, Andy Scally (University of Bradford) EuropeanRoma Rights Centre Tara Bedard, Tatjana Peric und Savelina Velislavova Russinova Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte Katrin Wladasch Experten für Länder außerhalb Europas Kanada: Professor Pat Bradshaw (York University) Südafrika: Professor Oluyinka Adejumo (Kwa-Zulu Natal University) USA: Professor Phyllis Sharps (Johns Hopkins University) Danksagungen Die Mitglieder des Konsortiums möchten sich bei allen betreffenden Organisationen, Regierungsstellen, Unternehmen, nichtstaatlichen Stellen und Einzelpersonen bedanken, die an der Erhebung, den Konsensworkshops, den Sachverständigengruppen, Interviews undtelefonkonferenzen teilgenommen haben.das Konsortium bedankt sich außerdem für das Engagement und die großzügige Unterstützung, die es von den Mitgliedern des Steering Committees, Management Boards und insbesondere der Generaldirektion Beschäftigung, Soziales und Chancengleichheit erhalten hat. Trotz der oben genannten Beiträge sind allein die Mitglieder des Konsortiums für alle Fehler oder Irrtümer, die sich aus diesem Bericht ergeben, verantwortlich. Fotos: University of Bradford Für die Benutzung oder den Nachdruck von Fotos, die nicht dem Copyright der Europäischen Gemeinschaften unterstellt sind, muss eine Genehmigung direkt bei dem/den Inhaber(n) des Copyrights eingeholt werden. Europe Direct soll Ihnen helfen, Antworten auf Ihre Fragen zur Europäischen Union zu finden Gebührenfreie einheitliche Telefonnummer (*): (*) Einige Mobilfunkanbieter gewähren keinen Zugang zu Nummern oder berechnen eine Gebühr. Zahlreiche weitere Informationen zur Europäischen Union sind verfügbar über Internet, Server Europa (http://europa.eu). Europäische Gemeinschaften, 2009 Nachdruck mit Quellenangabe gestattet. Bibliografische Daten und eine Inhaltsangabe befinden sich am Ende derveröffentlichung. Luxemburg: Amt für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften, 2009 ISBN doi: /13522 Printed in Luxembourg Gedruckt auf chlorfrei Gebleichtem PaPier

5 Inhalt

6 Inhalt Continuing the Diversity Journey Zusammenfassung Einleitung und methodischer Ansatz Beschreibung des Kontextes Untersuchung von positiven Maßnahmen aus rechtlicher Perspektive Wahrnehmung der positiven Maßnahmen der Europäischen Union Wahrnehmung von positiven Maßnahmen in Kanada, Südafrika und den USA Positive Maßnahmen in Bezug auf verschiedene Dimensionen der Gleichstellung, Organisationen und Sektoren Schlussfolgerungen und Empfehlungen Literaturverzeichnis

7 Zusammenfassung

8 Internationale Sichtweisen zu positiven Maßnahmen Es herrscht eine weitgehend einstimmige Meinung darüber, dass die Problematik der Diskriminierung am Arbeitsplatz und bei Dienstleistungen nicht von allein verschwindet. Die Regierungen spielen bei der Förderung des Einsatzes positiver Maßnahmen zur Überwindung diskriminierender Praktiken eine entscheidende Rolle. Auf EU-Ebene gibt es bereits eine bedeutende Reihe gesetzlicher Vorschriften, welche die Grundlage für Aktivitäten zur Vermeidung und Verhinderung von Diskriminierung gelegt haben. Bei der Definition der Parameter fürpositive Maßnahmen und ihrer Umsetzung wurden bisher jedoch trotz umfassender EU-Gesetze, die den Einsatz positiver Maßnahmen unterstützen, nur mäßige Fortschritte erzielt. Diese Studie wurde durchgeführt, um die Europäische Kommission dabei zu unterstützen, einen Rahmen für ein besseres Verständnis dafür zu entwickeln, welche Rolle positive Maßnahmen in der Praxis bei der Vermeidung oder Beseitigung von Diskriminierungen spielen können. Die Europäische Kommission wollte zudem Aufschluss darüber gewinnen, welche Art von positiven Maßnahmen bereitsinder EU (undinden EFTA-/ EWR-Ländern) durchgeführt werden. Darüber hinaus sollten Angaben über die möglichen Kosten und Vorteile der positiven Maßnahmen gemacht werden. Im Rahmen dieser Erhebung sollte auch ein Vergleich zwischen der EU, Kanada, den USA und Südafrika in Bezug auf rechtliche Rahmenbedingungen, Strategien und die praktische Umsetzung positiver Maßnahmen erstellt werden. Bei der Erhebung wurde ein gemischter Methodenansatz mit drei verschiedenen Phasen der Datenerfassung verwendet, wobei die erste Phase in Literaturrecherche und Entwicklung einer Begriffsdefinition von positiven Maßnahmen bestand. In der zweiten Phase wurde in 27 EU-Mitgliedstaaten, zwei EFTA-/EWR-Ländern sowie in Kanada, den USA und Südafrika eine Online-Umfrage über den Einsatz positiver Maßnahmen durchgeführt. Die Abschlussphase bestand in einer vergleichenden Tiefenstudie der praktischen Umsetzung positiver Maßnahmen in elf Ländern. Sie stützte sich dabei auf Datenmaterial, das aus Konsensworkshops, Interviews, rechtlichenrahmenbedingungenund Organisationsrichtlinien in jedem dieser Länder stammte. Definition und Verständnis positiver Maßnahmen Die Studie ergab, dass für die Beschreibung der positiven Maßnahmen in den untersuchten Ländern uneinheitliche und inkonsistente Terminologien verwendet werden. Während die europäischen Länder dazu tendierten, von positiven Maßnahmen zu sprechen, war der Begriff affirmative Maßnahmen in den außereuropäischen Ländern weitaus üblicher. Im Vergleich zur Zielvorgabe gab es eine sehr eingeschränkte Verwendung von Quoten, und ihre starke Assoziation mit einer Vorzugsbehandlung bewirkte eine eher negative Reaktion unter den Teilnehmern der Studie. Insgesamt wurde der Eindruck gewonnen, dass Art und Zweck positiver Maßnahmen eindeutiger definiert werden müssen. Dies würde wiederum zu einer positiveren Einstellung hinsichtlich der Nützlichkeit und Anwendung diesermaßnahmen führen. Zu diesem Zweck wurde von der Studie ausgehend eine Definition entwickelt, die positive Maßnahmen folgendermaßen beschreibt: Positive Maßnahmen sind angemessene Aktivitäten, die implementiert werden, um in der Praxis eine vollständige und effektive Chancengleichheit für alle Mitglieder von Gruppen zu gewährleisten, die sozial oder wirtschaftlich benachteiligt sind oder anderweitig die Folgen vergangener oder gegenwärtiger Diskriminierung oder Benachteiligung zu erleiden haben. Über diese Definition hinaus besteht für die Europäische Kommission eine große Notwendigkeit der Zusammenarbeit mit gesamteuropäischen speziellen Interessenverbänden, wie unter anderem mit der organisierten Zivilgesellschaft, problemorientierten Lobbygruppen und Gewerkschaften, damit ein gemeinsames Verständnis entwickelt und kommuniziert werden kann, das die Basis für einen gemeinschaftlichen EU-Ansatz bei positiven Maßnahmen legt. Um ein gemeinsames Verständnis dafür zu fördern, welche Bedeutung den positiven Maßnahmen innerhalb der Europäischen Union zukommt, sollte die Europäische Kommission den Dialog mit der organisierten Zivilgesellschaft und den Sozialpartnern ausbauen. Auf einem solchen Dialog basierend sollten Leitprinzipien zur Bedeutung der positiven Maßnahmen auf EU-Ebene entwickeltwerden. Dies könnte in Form eines unverbindlichen Rechtsaktes erarbeitetwerden, wie Empfehlungen der Kommission oder eine Resolution des Rates. Ein alternativer Mechanismus könnte z. B. eine Gemeinsame Erklärung der Sozialpartner sein. Kontext von Gleichstellung und Vielfalt Generell wurden positive Maßnahmen von Organisationen innerhalb des Rahmens von schriftlichen Gleichstellungsrichtlinien, Leitbildern und Jahresberichten eingeleitet. Während eine beträchtliche Anzahl von Organisationen über schriftliche Richtlinien zu Gleichstellung und Vielfalt verfügten, waren größere Organisationen nicht so erfolgreich, wenn es darum ging, entsprechende Zielvorgaben für Beschäftigung und Dienstleistungen zu erstellen. Das Monitoring der Chancengleichheit wurde dabei als entscheidender Faktor für die Ent- 6

9 1. Introduction: New Business Zusammenfassung Horizons in Europe wicklung positiver Maßnahmen erachtet, wobei die Gleichstellung von Männern und Frauen die am stärksten überwachte und die Gleichstellung ungeachtet der sexuellen Ausrichtung die am wenigsten überwachte Dimension darstellte. In Anbetracht der zentralen Bedeutung, die dem Monitoring bei der Förderung nachhaltiger positiver Maßnahmen zukommt, müssen Organisationen in den wichtigsten Sektoren aufgeschlüsselte Daten über alle Bereiche der Diskriminierung erfassen. Da zurzeit aufgeschlüsselte Daten in den wichtigstenbranchensektorenfehlen, bedeutet dies, dass effektive positive Programme nicht umfassend entwickelt und umgesetzt werden können. Dieses Problem könnte man lösen, indem positive Maßnahmen alsintegraler Bestandteil eines übergreifenden Auftrags der Organisation,der Personalplanung und der Entwicklung von Dienstleistungen mit aufgenommen würden dies in enger Zusammenarbeit mit staatlichen Behörden. Gleichzeitig müssen positive Maßnahmen als Teil eines umfassenderen normativen Wandels durchgängig berücksichtigt und von Institutionen mit entsprechendem Mentoring und Training begleitet werden. Dazu könnten ein Bildungs und Trainingsprogramm sowie Seminare und Veranstaltungen gehören, um den Kenntnisstand zum Thema, die praktische Umsetzung positiver Maßnahmen, ihren Nutzen und ihre Rolle innerhalb von Diversity - Strategien zu verbessern. Einflussfaktoren bei positiven Maßnahmen Die Studie identifizierte die bestehenden Rechtsvorschriften als Haupteinflussfaktor für positive Maßnahmen. Andere wesentliche Einflussfaktoren sind Altruismus, moralische/ethische Gesichtspunkte, wirtschaftliche Gründe, demografischer Wandel, soziale Verantwortung der Unternehmen, Unternehmenspolitik und Bemühungen von Basisorganisationen. In einigen Fällen, in denen Organisationen Programme einrichteten, um politische und finanzielle Gewinne zu erzielen, und sie ein nur geringes Eigeninteresse am eigentlichen Ziel positiver Maßnahme zeigten, wurden diese Maßnahmen durch negative Faktoren vorangetrieben. Wenn man bedenkt, dass das Erreichen der Ziele einer Organisation in Bezug auf Gleichstellung und Vielfalt aufgrund des mangelnden Verständnisses der Gründe für positive Maßnahmen erschwert werden kann (und die Notwendigkeit besteht, weiterhin überzeugende Argumente für die Wirkung positiver Maßnahmen zu liefern und die Wirkung zu messen), erweist sich möglicherweise die Untersuchung ökonomischer Vorteile positiver Maßnahmen als nutzbringend. Die Untersuchung sollte zum einen die Rolle positiver Maßnahmen im Rahmen des Talentmanagements berücksichtigen und zum anderen die Rolle, die Bereichsleiter und Linienmanager bei der Umsetzung positiver Maßnahmen spielen. Außerdem könnte ein Augenmerk auf das Image von Organisationen bei potenziellen Kunden oder Nutzern gerichtet werden und im Fall von Wohltätigkeitsorganisationen und öffentlichen Körperschaften auf das Image derer, die Gelder oder Spenden für diese Organisationen bereitstellen. Unterstützung für positive Maßnahmen Die Akzeptanz und Unterstützung breiter Bevölkerungsschichten ist für den Erfolg positiver Förderprogramme unabdingbar. Aus der vorliegenden Studie ergaben sich divergierende Ergebnisse in Bezug auf die Unterstützung positiver Maßnahmen. Dabei wurden Initiativen dann als erfolgreich identifiziert, wenn die Zielgruppen bei der Gestaltung, Planung, Umsetzung und Evaluierung umfassend beteiligt waren. Manche öffentlichen Körperschaften bemühten sich sogar darum, diepolitischen Grenzen zu erweitern, um eine wesentlich breitere Anwendung positiver Maßnahmen zu erreichen. Während das starke individuelle Engagement und die Unterstützung seitens der Unternehmensführung als wichtige Faktoren identifiziert wurden, zeigte sich, dass Einzelpersonen relativ geringe Unterstützung von Linienmanagern erhielten. Diese Faktoren waren mit einer Reihe von Hindernissen verbunden (auf die nachfolgend eingegangen wird), die einer erfolgreichen Umsetzung positiver Maßnahmen entgegenstanden. Angesichts dieser Schwierigkeiten benötigt die Europäische Kommission Netzwerke zu bewährten Verfahren für die Unterstützung der Mitgliedstaaten bei der Bewältigung von Rechtsunsicherheiten, und um parallel eine Übertragung und Anwendung des EU-Ansatzes in Bezug auf positive Maßnahmen sicherzustellen. Die Netzwerke sollten auf nationalen und sektorübergreifenden Ebenen eingerichtet werden, um einen Austausch von Ideen, Ansätzen und Aktivitäten zu ermöglichen und Organisationen darin zu bestärken, Absichten in Aktionen umzusetzen. Den EU-Institutionen und Mitgliedstaaten wird, soweit erforderlich, die Einführung von Rechtsvorschriften zur Umsetzung positiver Maßnahmenempfohlen, um einevollständige Chancengleichheit in der Praxis zu erreichen. Hindernisse für positive Maßnahmen Als häufigste Hindernisse für positive Maßnahmen wurden insbesondere in den europäischen Ländern begrenzte Human- und Finanzressourcen angeführt. Teilnehmer der Studie sahen außerdem mangelndes Bewusstsein für die Vorteile positiver Maßnahmen bei den Beschäftigten und in breiteren Gesellschaftsschichten sowie die Rolleder Medien beider Problematisierung dieser Maßnahmen und der allenfalls symbolischen Darstellung von Ergebnissen als Hindernisse für 7

10 Internationale Sichtweisen zu positiven Maßnahmen die Akzeptanz positiver Maßnahmen. Um dieses Problem anzugehen, sollten die Regierungen die Allgemeinheit durch Social Marketing über positive Maßnahmen aufklären, um offenbar weit verbreitete Missverständnisse auszuräumen und eine Verknüpfung verschiedener Interessengruppen zu erleichtern, die bereits an solchen Maßnahmen beteiligt sind. Auch breit gefächerte Kampagnen zur Bewusstseinsbildung, sowohl was den Bedarf an positiven Maßnahmen für benachteiligte Gruppen anbetrifft als auch hinsichtlich der Vorteile solcher Maßnahmen für breite Gesellschaftsschichten, werden eine höhere Akzeptanz und eine positive Einstellung zu den Maßnahmen fördern. Ergebnisse und Wirkungen Ein von der Studie identifiziertes großes Problem in Bezug auf die Effektivität positiver Maßnahmen ist das fehlende systematische Monitoring bezüglich Leistungen und Ergebnissen. Die Organisationen bemühten sich sehr um die Erarbeitung einer aussagekräftigen Beweisführung und tendierten dazu, sich bei der Bewertung der Wirkungen positiver Maßnahmen eher auf weiche Indikatoren zu verlassen. Während positive Maßnahmen insgesamtals effektivangesehenwerden, was die Schärfung des Bewusstseins für Gleichstellungsprobleme in Organisationen betrifft, so waren die tatsächlichen Wirkungen positiver Maßnahmen auf Minderheiten, die Verbesserung des Images und der Reputation einer Organisation sowie ihr potenzieller Beitrag zum Organisationsserfolg noch nicht ausreichend bekannt. Initiativen zu positiven Maßnahmen waren weitgehend zeitlich beschränkt und wurden nicht als langfristige Maßnahmen angesehen. Im Allgemeinen waren den Angaben zufolge ethnische Minderheiten und Frauen diejenigen Gruppen, die am meisten von den Initiativen profitierten, während homosexuell, bisexuell und transsexuell orientierte Menschen die am wenigsten begünstigten Gruppen ausmachten. In Anbetracht der Tatsache, dass den Organisationen in Bezug auf Initiativen im Rahmen positiver Maßnahmen Evaluierungstools fehlten, ist es dringend notwendig, Tools zu entwickeln, um die Organisationen bei der Ermittlung von Basisdaten zu unterstützen, damit positive Maßnahmen umgesetzt werden können und um aussagekräftige Strategien für die Evaluierung der Wirksamkeit von Maßnahmen zu erarbeiten. Zur Evaluierung des Bedarfs an positiven Maßnahmen und ihrer Wirksamkeit ist eine Datenerhebung erforderlich. TrotzEinhaltungder Datenschutzgesetzgebung sollten die Mitgliedstaaten sicherstellen, dass Organisationen sich in den Bereichen an Datenerfassungen beteiligen, wo sie zur Erleichterung und Analyse positiver Maßnahmen dienen. Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Zukunft für positive Maßnahmen gut aussieht und viele Organisationen künftig die Einführung von Initiativen oder Programmen im Rahmen positivermaßnahmen planen. Daher sollten Untersuchungen durchgeführt werden,um die aktuelle Situation der Benachteiligung im Hinblick auf die verschiedenen Felder, in denen positive Maßnahmen angewendet werden können, wie z. B. Beschäftigung, Bildung, Wohnverhältnisse, Gesundheitsversorgung etc., bezüglich dieser unterschiedlichen Dimensionen zu erfassen. Darüber hinaus gibt es so wenig Evaluierung von bewährten Verfahrenbei positivenmaßnahmen, dass die Erarbeitung eines Modells für die Beurteilung Vorteile brächte. Positive Maßnahmen in der Praxis Beispiele für die Umsetzungpositiver Maßnahmen in Organisationen bestätigen die Unsicherheit über die Festlegung eines Umfangs von Maßnahmen und zeigen eine Überschneidung mit anderen flankierenden Maßnahmen, wie das Monitoring von Gleichstellung und Vielfalt sowie die Bewertung der Wirkungen der Maßnahmen. Die unter das Schlagwort positive Maßnahmen fallenden Aktivitäten sind erstaunlich breit gefächert. Viele Länder konzentrieren sich auf spezifische Gruppen, vielleicht zulasten anderer Gruppierungen. Dies spiegelt möglicherweise den besonderen Kontext oder die Politik des jeweiligen Landes wider. Mitgliedstaaten sollten nationale Rechtsvorschriften überprüfen, wenn diese die Chancen für öffentliche, private Organisationen oder freie Initiativen beschränken, positive Maßnahmen zu ergreifen. Tatsächlich liegt bei den positiven Maßnahmen der Schwerpunkt eher auf Aus- und Weiterbildung sowie auf der Verbesserung von Beschäftigungschancen als auf Dienstleistungen. Die Einführung positiver Maßnahmen in Organisationen kann einige negative Konsequenzen oder auch eine Gegenbewegung bewirken, wie z. B. negative Klischees, Stigmatisierung, fehlende Aufsicht, unehrliches Verhalten und Amtsmissbrauch. Es ist bemerkenswert, dass die qualitativen Daten aus den Konsensworkshops und Befragungen keine Beispiele fürmaßnahmen in Bezug auf Religion oder Glaubenszugehörigkeit erbrachten. Diese Studie ergab ethische, politische, soziale, strukturelle, strategische und betriebliche Fragestellungen für alle Interessengruppen, einschließlich Führungskräften und Personalbeauftragten, die größere Gleichheit und Diversität in Organisationen ermöglichen möchten. Positive Maßnahmen werden weithin als politischer Streitpunkt wahrgenommen und erfordern eine umsichtige Verfahrensweise und eine sorgfältige Einführung oder Erneuerung innerhalb von Organisationen. Positive Maßnahmen erfolgen in einem komplexen Kontext ihre Entwicklung erfordert zunehmend eine 8

11 Zusammenfassung starke Belegbasis erfolgreicher Praxis, um aufzuzeigen, dass sie auch zukünftig einen effektiven Weg hin zum Fortschritt in pluralistischen Kulturen darstellen und dass ihre Vorteile die Probleme aufwiegen, die gelegentlich entstehen können. Bei der Einführung und Überarbeitung von Antidiskriminierungsgesetzen in der EU sollte sichergestellt werden, dass öffentliche, private und freiwillige Organisationen, die sich an positiven Maßnahmen beteiligen wollen, auch das Recht haben, dies zu tun. 9

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13 1 Einleitung und methodischer Ansatz

14 Internationale Sichtweisen zu positiven Maßnahmen 1 Einleitung und methodischer Ansatz In diesem KapitelwerdenKontext und Ziele derstudiebestimmt unddas Konzeptder Studie sowie die Entwicklung und Anwendung der Datenerfassungsmethoden auf die verschiedenen Phasender Studie erörtert. Wir geben einen Überblick über die Verfahren für die Literaturrecherche und die Erarbeitung einer Arbeitsdefinition positiver Maßnahmen. Dieses Kapitel erläutert das Verfahren für die Erarbeitung einer Online-Befragung und gibt einen Überblick über die in der Tiefenstudie und bei der Verbreitung der Studie verwendeten unterschiedlichenmethoden. 1.1 Überblick über die Studie In den letzten Jahren hat es in der Europäischen Kommission eine erhebliche Ausweitung der Rechtsvorschriften im Bereich der Gleichbehandlung gegeben. Im Jahr 2000 wurden zwei Richtlinien verabschiedet, die die Diskriminierung aufgrund von Rasse und ethnischer Herkunft ( 1 ), sexueller Ausrichtung, Religion oder Glaubenszugehörigkeit, Behinderung und Alter untersagten ( 2 ). Daraufhin folgten Änderungen an der lange bestehenden Richtlinie 76/207/EWG zur Gleichbehandlung von Männern und Frauen, die Richtlinie im Jahr 2004 ( 3 )zur Verwirklichung des Grundsatzes der Gleichbehandlung von Männern und Frauen beim Zugang zu und bei der Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen und kürzlich die Annahme einer Neufassung der Richtlinie zur Gleichstellung der Geschlechter ( 4 ). Als Konsequenz dieser Fülle an Rechtsvorschriften ist die Europäische Gemeinschaft nun die treibendekraft beider Formulierung und inhaltlichen Definition nationaler Antidiskriminierungs- und Gleichstellungsgesetze in allen 27 Mitgliedstaaten. Außerdem wurdevom European ( 1 ) Richtlinie 2000/43/EG des Rates. ( 2 ) Richtlinie 2000/78/EG des Rates. ( 3 ) Richtlinie 2004/113/EG des Rates. ( 4 ) Richtlinie 2006/54/EG des Rates. Network of Independent Experts on Fundamental Rights ( 5 ) (Europäisches Netzwerk unabhängiger Experten zu Grundrechtsfragen) besonders viel Arbeit in positive Maßnahmen für Roma im Bereich Aus- und Weiterbildung investiert. Trotz der Ausweitung des EU-Rechts und der erheblichen Aufstockung an Personal und Materialien müssen die Rechtsvorschriften auf nationaler Ebene immer noch in erster Linie durch Aktionen einzelner Diskriminierungsopfer durchgesetzt werden, die sich entschließen, gegen diskriminierendes Verhalten gerichtlich vorzugehen. Diese Mechanismen zur Durchsetzung waren bereits in den ersten Richtlinien zur Gleichbehandlung von Männern und Frauen, die Mitte der 1970er Jahre erlassen wurden, gegeben, und sie wurden im Laufe der Jahre immer wieder kritisiert (Blom et al., 1995). Dies ist darauf zurückzuführen, dass Opfer eine Reihe von Hindernissen überwinden müssen, wenn sie gegen Diskriminierung klagen. Die finanziellen und emotionalen Belastungen sind dabei besonders hoch (Bell, 2005). Positive Maßnahmen, einschließlich positiver Pflichten zur Förderung der ( 5 ) Europäisches Netzwerk unabhängiger Experten zu Grundrechtsfragen (2005), Thematic Comment No 3, The Protection of Minorities in the European Union, unter eu/, Evetts justice_home/cfr_cdf/doc/thematic_comments_2005_en.pdf. Gleichstellung beispielsweise durch Vertragserfüllungsprogramme, sind ein Mittel zur Überwindung der Grenzen, die einem individuellen Durchsetzungsmodell inhärent sind, dasauf Rechtsstreiten basiert. Es gibt jedoch einen Mangel an empirischer Literatur über den Einsatz positiver Maßnahmen in Europa, obwohl diese Maßnahmen als Methode zur europaweiten Realisierung der Chancengleichheit empfohlen werden. Dieser Bericht ist das Ergebnis einer Studie, die durchgeführt wurde, um der Europäischen Kommission ein besseres Verständnis für die Rolle zu vermitteln, die positive Maßnahmen in der Praxis bei der Vermeidung oder Beseitigung von Diskriminierungen spielen können. Die Studie baut dabei auf der Kenntnis des bestehenden gesetzlichen Rahmens auf, der in anderen Studien (De Vos, 2007) ausgeführt wurde. Sie soll die Europäische Kommission dabei unterstützen, Aufschluss darüber zu gewinnen, welche Art von praktischen positiven Maßnahmen bereits in der EU (und in den EFTA-/EWR- Ländern) durchgeführt werden. Darüber hinaus sollten Angaben über die möglichen Kosten und Vorteile der positiven Maßnahmen gemacht werden. Im Rahmen dieser Erhebung wurde auch ein Vergleich zwischen der EU, Kanada, den USA und Südafrika in Bezug auf die rechtlichen Rahmenbedingungen, Strategien und 12

15 1 Einleitung und methodischer Ansatz praktische Umsetzung positiver Maßnahmen erstellt. Mit dem über 15 Monate andauernden Projekt wurde das Centre for Inclusion and Diversity der University of Bradford in Kooperation mit dem European Roma Rights Centre und dem Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte (BIM) beauftragt. Das Untersuchungsteam hatte im Verlauf der Studie vier Aufgabenstellungen zu bewältigen: 1. Erarbeitung einer Arbeitsdefinition positiver Maßnahmen; 2. Durchführung einer Online- Befragung in 27 europäischen Mitgliedstaaten und in den EFTA/EWR-Ländern; 3. Durchführung einer eingehenden Fallstudie in acht EU-Ländern sowie in Kanada, den USA und Südafrika und 4. Verbreitung der Untersuchungsergebnisse über ein Seminar und über Veröffentlichungen. Außer diesem Bericht liegt zur Studie wichtiges Material vor, das wertvolle Zusatzinformationen und einen Einblick in sämtliche Aspekte der Studie vermittelt. Dazu gehören: ein Synthesebericht mit einer vergleichenden Analyse sämtlicher Aspekte der Studie im ersten Band der Pamecus (Positive Maßnahmen in der EU, Kanada, den USA und Südafrika); ein Bericht über die Umfrage, der die Antworten der Online-Umfrage zuordnet und zusammenfasst mit einer vergleichenden Analyse der Untergruppe imzweiten Band der Pamecus; Berichte von elf Ländern zur Situation hinsichtlich positiver Maß- 1.2 nahmen, einschließlich Beispielen in Frankreich, Irland, den Niederlanden, Österreich, Slowakei, Schweden,Ungarn, demvereinigtenkönigreich, Kanada,Südafrika und USA im dritten Band der Pamecus. Definition positiver Maßnahmen Ergebnisse früherer Studien (z. B. Archibong et al., 2006b) ergaben Unsicherheiten und unterschiedliche Interpretationen positiver Maßnahmen. Organisationen ist zwar unter bestimmten Umständen per Gesetz die Möglichkeit gegeben, positive Maßnahmen zu ergreifen, es gibt jedoch keine gesetzliche Definition dieses Konzepts. Somit ist ein klares Verständnis positiver Maßnahmen erforderlich, da die gegenwärtigen Unsicherheiten in dieser Hinsicht die Ausgestaltung von Maßnahmen eher behindert. Zu diesem Zweck wurde im Zusammenhang mit der Studie eine Definition entwickelt, die positive Maßnahmen folgendermaßen beschreibt: Positive Maßnahmen sind angemessene Aktivitäten, die implementiert werden, um eine vollständige und effektive Chancengleichheit für alle Mitglieder von Gruppen zu gewährleisten, die sozial oder wirtschaftlich benachteiligt sind oder anderweitig die Folgen vergangener oder gegenwärtiger Diskriminierung oder Benachteiligung zu erleiden haben. Eine vollständige Definition positiver Maßnahmen, wie sie in der Studie verwendet wurde, erfolgt in Kapitel 3. Positive Maßnahmen sollten im Projektzusammenhang als Überbegriff betrachtet werden, der alle Arten von Aktivitäten, Initiativen, Strategien und Eingriffen bezeichnet, mit denen ein oder mehrere Ziele erreicht werden sollen, auf die positive Maßnahmen hinsichtlich Beschäftigung und Dienstleistungen abzielen. 1.3 Aufgabenstellungen und Ziele der Studie An der Studie beteiligten sich Einzelpersonen, die für die Ausgestaltung und Implementierung positiver Maßnahmen verantwortlich sind, wie z. B. Personalbeauftragte, Beauftragte für Chancengleichheit und Vielfalt, Cohesion and Service Development Manager, Mitglieder der Geschäftsleitung und andere leitende Angestellte, die für die Gleichstellung zuständig sind. Spezifische Ziele sind dabei: Untersuchung des historischen, sozialen und politischen Kontextes, innerhalb dessen gesetzliche Rahmenbedingungen für positive Maßnahmen sowohl für Beschäftigung als auch für Dienstleistungen erarbeitet wurden. Bewertung der Wahrnehmungen, des Verständnisses und der Gründe für die Entwicklung und Implementierung von Strategien für positive Maßnahmen, wobei es um die Gleichbehandlung in Bezug auf Alter, Behinderung, Rasse, Religion, Glaubenszugehörigkeit und sexuelle Ausrichtung ging. Geschlechtsspezifische Aspekte, die sich mit anderen Bereichen überschneiden, wurden ebenfalls berücksichtigt. Identifizierung von Typ und Umfang positiver Maßnahmen, ihrer Verbreitung im privaten, öffentlichen und dritten Sektor und des Zeitraums, in dem sie durchgeführt wurden oder werden. Untersuchung der Ergebnisse und Wirkung positiver Maßnahmen in den teilnehmenden Organisationen. Erfassen der Ansichten der Organisationen zu den tatsächlichen oder subjektiv wahrgenommenen Vorteilen, einschließlich des relativen Erfolgs und der wichtigsten Hindernisse und Einschränkungen 13

16 Internationale Sichtweisen zu positiven Maßnahmen bei der Umsetzung positiver Maßnahmen (Schwerpunkt auf bewährte Verfahren) und der daraus gezogenen Lehren. Untersuchung der subjektiv wahrgenommenen Effektivität der durchgeführten Maßnahmen und wie sie verbessert werden könnte. Identifizierung der Kernaussagen und bewährten Verfahren, um diese Informationen an die Politik und die Praktiker weiterzugeben. 1.4 Aufbau dieses Berichts Dieses Kapitel beschäftigt sich mit dem Hintergrund der Studie, ihren formalen Aufgabenstellungen und Zielen und stellt auf die Methodik und das Konzept der Studie ab. Kapitel 2 stellt die Literatur vor, Kapitel 3 untersucht positive Maßnahmen aus der rechtlichen Perspektive und legt eine Arbeitsdefinition positiver Maßnahmen vor, die für die aktuelle Studie verwendet wird, Kapitel 4 diskutiert die Wahrnehmung positiver Maßnahmen in der Europäischen Union und in den EFTA-Ländern, Kapitel 5 untersucht, wie positive Maßnahmen in Kanada, Südafrika und den USA wahrgenommen werden, Kapitel 6 analysiert die Wahrnehmung positiver Maßnahmen durch die Teilnehmer an der Umfrage aller Länder, wobei der besondere Schwerpunkt auf den Unterschieden bei den Dimensionen der Gleichbehandlung, den Sektoren und Organisationsarten gelegt wird. Kapitel 7 stellt die Schlussfolgerungen und Empfehlungen vor, einschließlich eines Vergleichs positiver Maßnahmen zwischen europäischen und außereuropäischen Ländern Methodischer Ansatz Konzept Das gemischte Konzept beinhaltete sowohl qualitative als auch quantitative Methoden, um der Aufgabenstellungen der Studie gerecht zu werden, mit einem Grundprinzip, das die Ausarbeitung, Erweiterung, Darstellung und Klärung der Ergebnisse einer Methode mit den Ergebnissen der anderen Methode beinhaltet (Adamson et al.,2004). Die Kombinationbeider Methoden ermöglichte uns, ein umfassenderes Bild der Situation in den verschiedenen Ländern zu gewinnen, und ergab somit eine höhere Validität der Untersuchungsergebnisse (Tashakkori und Teddlie, 1998). Die Studie durchlief drei Phasen: Zunächst wurde die Literatur gesichtet und eine Arbeitsdefinition positiver Maßnahmen erarbeitet, daraufhin folgte eine Online-Umfrage in 27 Mitgliedstaaten, zwei EFTA/EWG-Ländern und drei Nicht-EU-Ländern, die an der Studie teilnahmen, und schließlich wurde eine vergleichende Tiefenstudie durchgeführt. VorBeginn der Untersuchung hatten wir zwei Treffen zur Metaplanung mit einigen Mitgliedern der Lenkungsgruppe und dem Beauftragten der Europäischen Kommission, um über Kontext und Fokus der Studie,Datenquellen undformen der Datenerhebung zu sprechen. Dabei ging es auch um Strategien für die Einbindung verschiedener Interessengruppen. Eine ausführliche Darstellung des bei der Studie verwendeten methodischen Ansatzes findet sich im Synthesebericht im ersten Band der Pamecus. Vor Beginn der Feldarbeit erhielt das Forschungsteam der Universität Bradford eine entsprechende Genehmigung, um sicherzustellen, dass die Studie die Anforderungen des Code of Research Ethics (forschungsethische Prinzipien) der University of Bradford und des Data Protection Act (Datenschutzgesetz) erfüllt. Unseren Partnern an der York University in Kanada, der Johns Hopkins University in den USA und der University of KwaZulu-Natal in Südafrika wurden ebenfalls die entsprechenden Genehmigungen erteilt Literaturanalyse und Erarbeitung einer Arbeitsdefinition von positiven Maßnahmen Es liegen bereits eine Reihe von Informationen über positive Maßnahmen in Berichten und Untersuchungen vor, wie z. B. die Studie von Dhami et al. (2006), Archibong et al. (2006b) undbaxter et al. (2008). Vor Beginn der Feldarbeit wurde eine eingehende Literaturrecherche durchgeführt, um den Kontext positiver Maßnahmen zu erforschen, die zurzeit in nichteuropäischen und in EU-Ländern implementiert werden. Es wurden ausgiebig elektronische und bibliothekarische Ressourcen sowie andere Einrichtungen genutzt, und wir führten eine umfassende Recherche allgemeinerer Literatur zur Untersuchung, Praxis und theoretischen Diskussion positiver Maßnahmen durch. Die sich aus der Literaturrecherche ergebenden Informationen brachten die Erkenntnis, dass eine Definition des Konzepts positiver Maßnahmen entwickelt werden müsste. Aufgrund der Informationen wurden außerdem Themen und Dimensionen eruiert, die in die anderen Phasen der Studie einzubringen waren. In dieser Phase ging es dem Untersuchungsteam darum, einen umfassenden Überblick über die Literatur zu gewinnen und auf bereits durchgeführtenstudien aufzubauen, um eine eindeutigere Vorstellung von positiven Maßnahmen zu erhalten. Die Arbeitsdefinition wurde einer zügigen Prüfung durch die Mitglieder des Konsortiums, des Lenkungsausschusses, des Beauftragten der Europäischen Kommission und eines Sachverständigenrates unterzogen, der aus Personalbeauftragten, Beauftragten für Chancengleichheit und Vielfalt und Rechtsexperten bestand. Die Arbeitsdefinitionen und Antworten auf die 14

17 1 Einleitung und methodischer Ansatz Definition werden in Kapitel 3 vorgestellt Online-Umfrage Die Online-Umfrage wurde zwischen dem 15. Mai und dem 24. Oktober 2008 durchgeführt. An der Untersuchung nahmen 27 EU-Mitgliedstaaten, zwei EFTA-Länder (Island und Norwegen) und drei nichteuropäische Länder (Kanada, Südafrika und die USA) teil. Wir setzten unterschiedliche Strategien zur Datenerfassung aus mehreren Kundenkreisen von Organisationen im öffentlichen, im privaten und im Dienstleistungssektor ein. Im Mai 2008 wurde ein Online-Fragebogen gestartet ( 6 ). Für die Teilnehmer der Umfrage bestand die Möglichkeit, den Fragebogen in Englisch, Französisch oder Deutsch auszufüllen, und er wurde später in fünf weitere Sprachen (Slowakisch, Ungarisch, Bulgarisch, Polnisch und Italienisch) für die Verwendung in der Studie übersetzt. Der Fragebogen ist in zehn Abschnitte gegliedert und besteht aus 35 Fragen, die Informationen über die Implementierung von Richtlinien zur Gleichbehandlung und Vielfalt abdecken. In der Umfrage wurden die Organisationen auch zu potenziellen Hindernissen für positive Maßnahmen und zu ihren künftigen Plänen zur Durchführung positiver Maßnahmen befragt. Insgesamt füllten 632 Befragte den Fragebogen aus. Die Mehrheit stammte aus Italien (12,2 %), gefolgt vom Vereinigten Königreich (9,2 %), Österreich (7,3 %), Belgien (6,5 %), Kanada (5,5 %) und Deutschland (5,2 %). Andere Länder waren mit einer Rücklaufquote von weniger als 5 % vertreten ( 7 ). Generell stammten 40 %der Befragten aus den acht europäischen ( 6 ) Eine Kopie des Fragebogens wird in Band 1 der Pamecus unter dem Synthesebericht bereitgestellt. ( 7 ) Eine vollständige Aufschlüsselung der Befragten wird in Band 2 der Pamecus im Untersuchungsbericht bereitgestellt. Ländern und 11 % aus den an der Detailstudie teilnehmenden Nicht-EU- Ländern. Gleichstellungsbeauftragte (23 %) repräsentierten den größten Pool an Befragten, gefolgt von Geschäftsführern, die mit 20 % vertreten waren. Fast die Hälfte aller Befragten war seit fünf Jahren in ihrer Position, über 30%zwischen einem und fünf Jahren und 12 % weniger als ein Jahr. Bezüglich der Sektorverteilung in der gesamten Stichprobe stammte die große Mehrheit aus dem öffentlichen Sektor (39 %), gefolgt vom dritten Sektor (37 %) und dem privaten Sektor (19 %). In Nordamerika und Südafrika machte der private Sektor mit 43 % einen höheren Anteil aus. Während die Mehrheit der Befragten des öffentlichen Sektors von Colleges/Universitäten (24 %) kam, stammten die meisten des dritten Sektors aus dem Bildungsbereich (20 %), und die Befragten des privaten Sektors gehörten vorwiegend dem BereichArbeits- unddienstleistungen für Unternehmen an (29 %). Die Befragten stammten aus unterschiedlich großen Organisationen, wobei die Mehrheit (40 %) öffentlichen/ privaten Organisationen mit über 1000 Mitarbeitern angehörte. Über 50 % derjenigen, die aus Voluntary- Initiativen/NRO stammten, verfügten über einen bis zehn bezahlte(n) und unbezahlte(n) Mitarbeiter. Ein Viertel der BefragtengehörteOrganisationen an,die eineniederlassung/tochtergesellschaft oder eine Kundenzentrale in anderen europäischen Ländern außerhalb ihres eigenen Landes hatten, wohingegen eine von fünf Organisationen über eine Niederlassung/Tochtergesellschaft oder eine Kundenzentrale in anderen Ländern außerhalb Europas verfügte Vergleichende Studie zu positiven Maßnahmen Es wurde eine vergleichende Fallstudie zur Untersuchung der gesetzlichen Rahmenbedingungen und zur praktischen Anwendung positiver Maßnahmen in ausgewählten nichteuropäischen Ländern und in EU-Ländern (einschließlichefta/ewr-ländern) durchgeführt. Der Fallstudienansatz bot eine hinreichend gründliche Untersuchung jedes Landes im Kontext des realen Lebens, wobei mehrfache Quellen zur Beweisführung verwendet wurden. Die Ergebnisse der vergleichenden Studie werden in den Kapiteln 3, 4, 5 und 6 vorgestellt. Die nichteuropäischen Länder, die für die Durchführung einer eingehenden vergleichenden Fallstudie ausgewählt wurden, sind Südafrika, Kanada und die USA. Diese Länder wurden wegen ihrer Geschichte und Glaubwürdigkeit bezüglich der Antidiskriminierungsgesetze und gezielten Maßnahmen ausgewählt, die sie praktizieren. In Kanada und den USA sind die Maßnahmen bereits gut etabliert, aber in Südafrika gibt es solche Maßnahmen und den gesetzlichen Rahmen erst seit einigen Jahren. Die an der Fallstudie beteiligten europäischen Länder sind das Vereinigte Königreich, Österreich, die Niederlande, Irland, Ungarn, die Slowakei und Schweden. Diese Länder wurden generell aufgrund der geografischen Bedeutung ausgewählt, da sie unterschiedliche Regionen in Europa abdecken, sowie aufgrund des Umfangs positiver Maßnahmen und der Erfahrung der Länder mit ihnen in den verschiedenen Dimensionen der Gleichstellung (z. B. Dhami et al., 2006). In Verhandlung mit der Kommission wurden Änderungen bei den ursprünglichen EU-Ländern vorgenommen, um möglichst viele Beispiele positiver Maßnahmen (in allen Dimensionen) und Erfahrungen bezüglich der Effektivität und Replizierbarkeit der Maßnahmen zu erfassen. Darüber hinaus hielten wir es auch für notwendig, mit Ländern zusammenzuarbeiten, die von Mitgliedern des Projektteams repräsentiert wurden, 15

18 Internationale Sichtweisen zu positiven Maßnahmen um den Zugang zu den teilnehmenden Organisationen zu erleichtern. Diese Vergleichsstudie erbrachte wertvolle Erkenntnisse über den Bedarf an positiven Maßnahmen, ihren Einsatz undihrewirkung.dieser Aspekt der Studie zielte insbesondere darauf ab, den historischen, sozialen undpolitischen Kontext positiver Maßnahmen aufzuzeigen, ihre Implementierung zu untersuchen, Methoden der Messung ihrer Wirkungen zu identifizieren, die Ansichten der Organisationen über die damit verbundenen Vorteile, Probleme und Erfolge zu untersuchen und Anregungen zur Überwindung der Schwierigkeiten für eine erfolgreiche Implementierung positiver Maßnahmen aufzugreifen. Neben einer eingehenden Sichtung der einschlägigen Literatur zum Kontext und zur Anwendung positiver Maßnahmen in den ausgewählten EU- und Nicht- EU-Ländern wurden die Daten zur vergleichenden Fallstudie mittels partizipativer Methoden erhoben. Außerdem wurden ein Konsensworkshop, Befragungen und die Analyse des gesetzlichen Rahmens und schriftlicher Richtlinien der teilnehmenden Organisationen durchgeführt. Die Feldarbeit zur Detailstudie erfolgte zwischen dem 10. Juli und dem 24. September2008. Konsensworkshops und Befragungen Es wurde eine Konsensworkshop- Methode eingesetzt, bei der die Erkenntnisse, Interpretationen und Erfahrungen aller Interessenvertreter hinsichtlich bestmöglicher Ergebnisse im Kontext positiver Maßnahmen in jedemland zusammengetragen wurden (Spencer, 1989; Stanfield, 2002). Um einen tieferen Einblick in die Wahrnehmungen und Erfahrungen von positiven Maßnahmen zu gewinnen, führten wir in neun von elf Ländern, die an der Fallstudie beteiligt waren, Konsensworkshops durch. Als Schwerpunkt der Datenerhebung während dieser Phase wurden in jedem Land, abgesehen von Frankreich und Schweden, halbtägige Konsensworkshops durchgeführt. In jedem Workshop wurden zwei Diskussionsgruppen mit Vertretern aller Interessengruppen, einschließlich Arbeitgebern aus dem privaten, öffentlichen und dritten Sektor, sowie Kampagnen/Initiativen, die benachteiligte Gruppen repräsentieren, Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften gebildet. Jeder Workshop begann mit einer Plenarveranstaltung, in der ein Hauptvortrag gehalten und ein Überblick über die Forschungsstudie gegeben wurden. Darauf folgten von den Wissenschaftlern begleitete Gruppendiskussionen, an die sich eine erneute, zusammenfassende Plenarveranstaltung anschloss. Insgesamt 272 Teilnehmer beteiligten sich an Diskussionen in 18heterogen besetzten Kleingruppen. Die Gruppen erhielten zur Strukturierung der einleitenden Diskussionen eine Reihe von Fragen, aber es standihnen auch frei, andere sachbezogene Themen zu diskutieren. Die von den Workshops erarbeiteten Themen wurden weitergehend validiert, indem gezielte persönliche oder telefonische Interviews mit einzelnen Teilnehmern des Konsensworkshops, die dazu bereit waren, ihre Ansichten detaillierter zudiskutieren, oder mit Personen, denen die Teilnahme nicht möglich war, die jedoch einen Beitrag hierzu leisten wollten, durchgeführt wurden. Weitere spezifische Felder, hauptsächlich kontextspezifische Fragen, wurden erörtert. Zwischen Juli und September 2008 wurden insgesamt 141 ausführliche Interviews geführt. Mit Zustimmung der Befragten wurden die meisten Interviews auf Band aufgezeichnet; sie dauerten ca. 30 bis 60 Minuten. Die Interviews wurden teilstandardisiert invertiefender Form mit zentralen Akteuren geführt, wobei ein Interviewformular verwendet wurde,umein geleitetesgespräch zu führen (Fielding, 1993: 144). Die Fragen für die Workshops und die Interviews waren so gestaltet, dass das Verständnis und die Bindung an positive Maßnahmen untersucht und Beispiele guter Praxis identifiziert werden konnten, um die Verantwortungsträger innerhalb des Prozesses der Gestaltung und Implementierung solcher Initiativen zu bestimmen sowie den Umfang, in welchem sich positive Maßnahmen auf den gesamten Beschäftigungszyklus und die Ziele der positiver Maßnahmen bezogen das heißt, warum die Maßnahmen eingerichtet wurden, wer verantwortlich war, wie sie gestaltet waren und welche Gedanken in die Gestaltung einflossenund wer überdie Initiative beraten wurde. Die Workshops und Interviews wurden durchgeführt, um zu überprüfen, ob die Erfahrungen mit positiven Maßnahmen den Erwartungen an die Initiativen entsprachen. Dokumentenanalyse Richtlinien und rechtlicher Rahmen In Ergänzung zum Konsensworkshop beinhaltete diese Phase eine Detailanalyse von Organisationsrichtlinien bzw. rechtlichen Rahmenbedingungen, die den positiven Maßnahmen in jedem der elf Länder zugrunde lagen. Die Dokumentenanalyse hat eine lange Tradition in den Sozialwissenschaften und kann eine wertvolle Datenquelle sein (Prior, 2003). Das Hinzuziehen von Dokumenten kann eine relativ ökonomische und sinnvolle Methode der Datensammlung sein. Sie kann entweder in qualitativer oder quantitativer Form erfolgen. Die Wissenschaftler erstellten ausgehend von den Aufgaben und Zielen desprojekts eine erste Liste aller benötigten Dokumente. Die Befragten wurden gebeten, die relevanten Dokumente zur Verfügung zu stellen. Die Dokumentenanalyse bot einen Überblick darüber, in welcher Weise die gesetzlichen 16

19 1. Introduction: 1 Einleitung New Business und methodischer Horizons in Europe Ansatz Rahmenbedingungen, Richtlinien und Verfahrensweisen die verschiedenen positiven Maßnahmen in den beteiligtenländernunterstützten. Die rechtliche Analyse wurde mithilfe einer Vorlage durchgeführt und basierte auf vier zentralen Fragen, die in Kapitel 3 vorgestellt werden. Sachverständige Der Ansatz, Sachverständige einzubeziehen, wurde in zwei Phasen des Projektes umgesetzt. Er wurde zum ersten Mal bei der Entwicklung der Arbeitsdefinition von positiven Maßnahmen eingesetzt und anschließend in einer Telekonferenz, die zur Überprüfbarkeit durchgeführt wurde ( 8 ). Daran beteiligt waren drei Mitglieder des Untersuchungsteams und drei Mitglieder der Sachverständigengruppe, die aus dem Bildungs-, dem Gesundheits- und dem Personalentwicklungsbereich stammten. Die Überprüfbarkeit war für die Einschätzung der Validität der US- Daten des Konsensworkshops erforderlich, da die Teilnehmer aus einem weniger divergenten Pool stammten. Sämtliche Mitglieder der Sachverständigengruppe wurden aufgrund ihrer umfangreichen wissenschaftlichen und praktischen Erfahrung mit den Thematiken der Studie ausgewählt. Zu Beginn erhielten die Mitglieder der Sachverständigengruppe einen Überblick zuden zentralen Themen, insbesondere zu den Kernaussagen, die im Rahmen des Konsensworkshops in den USA erarbeitet wurden. Sie wurden anschließend dazu aufgefordert, weitere Perspektiven zu ihrem Verständnis, zu den Einflussfaktoren, zur Effektivität und zur Wirkung positiver (affirmativer) Maßnahmen in den USA vorzustellen. 1.6 Datenanalyse Die Untersuchungsdaten wurden mit dem Statistikprogramm Statistical Package for the Social Sciences (SPSS) analysiert, wobei eine Kombination aus deskriptiver und schließender Statistik angewendet wurde. Aufgrund der Schwierigkeiten, die sich bei der Stichprobenplanung ergaben, und dem daraus folgenden Einsatz des Schneeballverfahrens zur Verbesserung der Rücklaufquote ist die Stichprobe nicht völlig repräsentativ für die Grundgesamtheit aller Organisationen inden teilnehmenden Ländern und kann daher nicht wie eine Zufallsauswahl behandelt werden. Gleichwohl hielten wir es für nützlich, Kreuztabellierungen der Antworten mit organisatorischen Merkmalen durchzuführen und einen p-wert von 0,05 einzusetzen, um einen Hinweis auf die Merkmale zu geben, die augenscheinlich einen Zusammenhang mit einer Antwort aufwiesen, die deutlich über oder unter dem Durchschnitt aller Antworten in den einzelnen Bereichen des Fragebogens lag. Der Chi-Quadrat-Test und der Fisher s Exact Test wurden je nach Erfordernis angewendet. Um Transparenz und einen systematischen Ansatz zu erhalten, verwendeten wir für die qualitative Datenanalyse einen Framework-Ansatz (Silverman, 2001) in Bezug auf Konsensworkshops, Interviews, Analyse der Richtlinien und Expertendaten. Ein thematisches Framework war ein Querbezug zu Aufgabenstellungen und Zielen des Projekts und zu den Hauptdiskussionspunkten, die sich aus der Literaturrecherche ergaben. Unter Verwendung einer kontextbasierten Inhaltsanalyse wurde eine Dokumentenanalyse (Prior, 2003) durchgeführt. ( 8 ) Überprüfbarkeit bezieht sich auf den Grad, zu dem die Ergebnisse von anderen bestätigt oder bekräftigt werden konnten. 17

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