2008: Verdienste in Deutschland und Arbeitskosten im EU-Vergleich

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1 Pressemitteilung vom 13. Mai / : Verdienste in Deutschland und Arbeitskosten im EU-Vergleich WIESBADEN Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) verdienten vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland im Produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich im Jahr 2008 durchschnittlich Euro brutto. Das waren 2,8% mehr als In den neuen Ländern stiegen die Verdienste mit 3,0% auf Euro geringfügig stärker als im früheren Bundesgebiet (2,8% auf Euro). Damit erreichten Arbeitnehmer in Ostdeutschland 70% des Verdienstniveaus in Westdeutschland. Diese und weitere Informationen zu Verdiensten und Arbeitskosten im Jahr 2008 hat Roderich Egeler, Präsident des Statistischen Bundesamtes, heute in Berlin auf einer Pressekonferenz vorgestellt. Die Verdienste sind 2008 insgesamt um 0,2 Prozentpunkte stärker gestiegen als die Verbraucherpreise (+ 2,6%). Allerdings haben nicht alle Arbeitnehmergruppen gleichermaßen da profitiert. Im Verarbeitenden Gewerbe (+ 2,3%), im Gesundheits-, Veterinär- und Sozialwesen (+ 2,4%) sowie besonders im Gastgewerbe (+ 1,7%) gab es reale Verluste. In den anderen Wirtschaftszweigen lag die Verdienstentwicklung über der Preisentwicklung. Die höchsten Verdienstzuwächse gab es 2008 im Kredit- und Versicherungsgewerbe mit 4,6% sowie im Bergbau mit 4,4%. Präsident Roderich Egeler verwies darauf, dass 2008 die Arbeitskosten nur moderat zunahmen. Gemessen in der jeweiligen Landeswährung hatte Deutschland in der Privatwirtschaft mit + 2,5% im Vergleich hinter Malta (+ 1,8%) das geringste Wachstum der Arbeitskosten aller Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Damit setzte Deutschland auch im Jahr 2008 den Trend fort, seit 2001 stets zu den EU-Staaten mit den geringsten Wachstumsraten der Arbeitskosten zu zählen. Frankreich (+ 2,6%), Italien (+ 4,4%) sowie Spanien (+ 5,0%) hatten 2008 höhere Anstiege, Lettland (+ 22,9%) EU-weit den größten. Im Vereinigten Königreich und in Schweden führten teils massive Abwertungen der heimischen Währungen gegenüber dem Euro zu sinkenden Arbeitskosten auf Euro-Basis. Herausgeber: Kontakt: Servicezeiten: Postanschrift: Statistisches Bundesamt Telefon: +49 (0)611 / Mo - Do: Uhr Wiesbaden Pressestelle, Verbreitung mit Telefax: +49 (0)611 / Fr: Uhr Deutschland Quellenangabe erwünscht

2 Pressemitteilung vom 13. Mai /09 Seite 2 Arbeitgeber bezahlten im Jahr 2008 in der deutschen Privatwirtschaft durchschnittlich 29,80 Euro für eine geleistete Arbeitsstunde. Im europäischen Vergleich lag das Arbeitskostenniveau in Deutschland damit nach Dänemark, Luxemburg, Belgien, Schweden, Frankreich und den Niederlanden gemeinsam mit Österreich auf Rang sieben. Dänemark wies mit 36,50 Euro die höchsten, Bulgarien mit 2,50 Euro die niedrigsten Arbeitskosten je geleistete Stunde auf. Im Verarbeitenden Gewerbe, das besonders im internationalen Wettbewerb steht, kostete eine Arbeitsstunde in Deutschland im Jahr 2008 durchschnittlich 33,90 Euro. Damit lag Deutschland hinter Belgien, Dänemark und Schweden auf Rang vier in der Europäischen Union. Ferner ging Präsident Egeler auf die Lohnnebenkosten als einem bedeutenden Bestandteil der Arbeitskosten ein. Auf 100 Euro Bruttoverdienst zahlten die Arbeitgeber im Jahr 2008 in Deutschland 32 Euro Lohnnebenkosten. Damit lag Deutschland unter dem europäischen Durchschnitt 36 Euro und nahm mit Rang 15 innerhalb der Europäischen Union einen Mittelplatz ein. In Frankreich und Schweden entfielen auf 100 Euro Lohn zusätzlich 50 Euro beziehungsweise 48 Euro Lohnnebenkosten, in Malta waren es nur neun Euro. Hauptbestandteil der Lohnnebenkosten sind die Sozialbeiträge der Arbeitgeber, also vor allem die gesetzlichen Arbeitgeberbeiträge zu den Sozialversicherungen sowie die Aufwendungen für die betriebliche Altersversorgung. Die Betrachtung des Verhältnisses der Lohnnebenkosten zu den Bruttolöhnen und -gehältern erlaubt einen Vergleich der Lohnnebenkosten unabhängig vom Lohnniveau der einzelnen Mitgliedstaaten. Die hier dargestellten Lohnnebenkosten dürfen nicht mit Lohnzusatzkosten verwechselt werden. Die Lohnzusatzkosten umfassen sowohl die Beiträge der Arbeitgeber zur gesetzlichen Sozialversicherung als auch die der Arbeitnehmer. Für weitere amtliche EU-Statistiken steht Ihnen unter der EDS Europäischer Datenservice zur Verfügung. Detaillierte Ergebnisse zu diesen Themen sowie zu den Tarifverdiensten und Niedriglöhnern enthalten die Unterlagen zur Pressekonferenz Verdienste und Arbeitskosten im Jahr Weitere Auskünfte gibt: Roland Günther, Telefon: ( ,

3 Pressemitteilung vom 13. Mai /09 Seite 3 Durchschnittliche e im Jahr 2008 Wirtschaftszweig Deutschland Früheres Bundesgebiet Neue Länder Euro % Euro % Euro % Produzierendes Gewerbe und Dienstleistungsbereich 2) , , ,0 Produzierendes Gewerbe , , ,6 Bergbau und Gewinnung Steinen und Erden , , ,6 Verarbeitendes Gewerbe , , ,0 Energie- und Wasserversorgung , , ,5 Baugewerbe , , ,5 Dienstleistungsbereich 2) , , ,3 Handel , , ,1 Gastgewerbe , , ,6 Verkehr und Nachrichtenübermittlung , , ,0 Kredit- und Versicherungsgewerbe , , ,4 Unternehmensnahe Dienstleistungen 3) , , ,6 Erziehung und Unterricht , , ,5 Gesundheits-, Veterinärund Sozialwesen , , ,8 Erbringung sonstigen öffentlichen und persönlichen Dienstleistungen , , ,6 Ohne Beamte und Auszubildende. 2) Ohne Öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung. 3) Grundstücks- und Wohnungswesen, Vermietung beweglicher Sachen, Erbringung wirtschaftlichen Dienstleistungen, anderweitig nicht genannt.

4 Pressemitteilung vom 13. Mai /09 Seite 4 Arbeitskosten je geleistete Stunde im Jahr 2008 in Euro Mitgliedstaaten der Europäischen Union (absteigend sortiert nach dem Niveau der Arbeitskosten in der Privatwirtschaft) Niveau Privatwirtschaft gegenüber ) Niveau Verarbeitendes Gewerbe Euro % Euro % gegenüber ) Rang Europäische Union (EU 27) 23,10 1,1 22,90 2,5 X Euro-Währungsgebiet 26,80 3,4 28,40 3,8 X Dänemark 36,50 3,8 34,80 3,9 2 Luxemburg 34,00 3,5 31,60 2,5 7 Belgien 3) 33,10 35,80 1 Schweden 32,90 1,3 34,70 0,3 3 Frankreich 32,70 2,6 33,40 3,0 5 Niederlande 30,50 3,8 31,60 3,8 8 Deutschland 29,80 2,5 33,90 2,7 4 Österreich 29,80 3,0 31,90 5,0 6 Finnland 29,50 5,4 31,30 5,0 9 Irland 27,60 3,0 27,80 2,9 10 Italien 25,50 4,4 25,70 5,8 11 Vereinigtes Königreich 25,20 10,0 24,90 9,5 12 Griechenland 19,70 13,6 18,50 16,6 14 Spanien 19,20 5,0 20,70 5,4 13 Zypern 15,40 6,4 13,00 6,2 15 Slowenien 13,80 9,6 12,60 10,8 16 Portugal 11,60 4,3 9,50 2,6 18 Malta 4) 9,90 1,8 9,80 2,0 17 Tschechische Republik 9,70 20,1 8,80 19,4 19 Ungarn 8,30 7,9 7,50 7,0 20 Polen 8,00 19,4 7,00 18,9 23 Estland 7,90 13,8 7,30 13,1 21 Slowakei 7,30 14,3 7,20 14,5 22 Litauen 6,10 17,2 5,60 17,9 24 Lettland 5,90 22,9 5,20 21,4 25 Rumänien 4,20 10,0 3,50 10,9 26 Bulgarien 2,50 19,4 2,20 20,5 27 Auszubildende werden bei den Arbeitskosten, aber nicht bei den geleisteten Stunden berücksichtigt. 2) Kalenderbereinigt. 3) Wert bezieht sich auf das Jahr ) Werte sind vorläufig. Angabe fällt später an. X Wert gesperrt, weil Aussage nicht sinnvoll. Quelle: Berechnungen Destatis auf Basis Eurostat, Online-Datenbank.

5 Pressemitteilung vom 13. Mai /09 Seite 5 Lohnnebenkosten im Verhältnis zu den Bruttoverdiensten in der Privatwirtschaft im Jahr 2008 Mitgliedstaaten der Europäischen Union Auf 100 Euro Bruttoverdienst entfielen 2008 Euro Lohnnebenkosten Euro Europäische Union (EU 27) 36 Frankreich 50 Schweden 48 Italien 46 Belgien 46 Ungarn 42 Litauen 41 Österreich 39 Tschechische Republik 38 Spanien 37 Estland 37 Griechenland 36 Slowakei 35 Rumänien 34 Niederlande 32 Deutschland 32 Portugal 30 Vereinigtes Königreich 28 Lettland 28 Finnland 28 Polen 25 Bulgarien 25 Dänemark 20 Slowenien 20 Luxemburg 19 Zypern 18 Irland 17 Malta 9 2) Wert bezieht sich auf das Jahr ) Wert ist vorläufig. Quelle: Berechnungen Destatis auf Basis Eurostat, Online-Datenbank.

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