a) Beschreiben Sie den Unterschied zwischen einer Regelung und einer Steuerung an Hand eines Blockschaltbildes.

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1 144 Minuten Seite 1 NAME VORNAME MATRIKEL-NR. Aufgabe 1 (je 2 Punkte) a) Beschreiben Sie den Unterschied zwischen einer Regelung und einer Steuerung an Hand eines Blockschaltbildes. b) Was ist ein Mehrgrößensystem? c) Was ist das Superpositionsprinzip und welche wesentliche Übertragungseigenschaft von Systemen wird hierdurch bestimmt? d) Geben Sie den Anfangswertsatz der Laplacetransformation als Gleichung an. Was lässt sich hierdurch ermitteln? e) Definieren Sie mathematisch: i) Pol eines Übertragungssystems, ii) Nullstelle eines Übertragungssystems und iii) Eigenwert eines Systems.

2 Aufgabe 2 Seite 2 (je 2 Punkte) a) Für die Beschreibung von SISO-Systemen lassen sich drei verschiedene prinzipielle Arten von Übertragungsverhalten unterscheiden: proportional, differenzierend und integrierend. Geben Sie jeweils die Unterschiede in der Übertragungsfunktion an. b) Was ist die Zustandstabilität eines Systems? Nennen Sie zwei Methoden zur analytischen Bestimmung des Stabilitätsverhaltens. c) Ein Übertragungssystem weise ein PIT 3 -Übertragungsverhaltens auf. Geben Sie die das Übertragungsverhalten beschreibende Differenzialgleichung sowie die entsprechende Übertragungsfunktion an. d) Die Querdynamik eines Fahrzeuges werde durch ein I-Übertragungsverhalten (Parameter: T I = 1) beschrieben. Das Lenkverhalten eines Fahrers werde durch G Fahrer = K 1 + T 1 s e Tts (2.1) mit T 1 = 1 s und T t = 1 s beschrieben. Zeichnen sie qualitativ das Bodediagramm des offenen Regelkreises mit Totzeit. Ist das System für T t = 0 s stabil? Wie verändert sich die Stabilität mit zunehmender Totzeit (z.b. durch Medikamentenkonsum oder Alkoholeinfluss des Fahrers)? e) Ein Übertragungssystem mit PI-Verhalten werde mit einem Übertragungssystem mit PD-Verhalten als Regler in Mitkopplung geschaltet. Bestimmen Sie den Charakter (P, PI, PT 1...) der Störübertragungsfunktion, wenn die Störung vor der Strecke angenommen wird.

3 Aufgabe 3 Seite 3 (15 Punkte) Es wird der in Abb. 3.1 angegebene Regelkreis mit F S (s) = betrachtet. 1 s 2 + 6s + 13 G(s) Z(s) 1/s 2 U(s) K A = 3 F S (s) Y (s) - Doppelintegrator Antrieb Strecke F R (s) Regler Abbildung 3.1: Blockschaltbild des Regelkreises a) Für den Fall, dass als Regler F R (s) ein P-Regler mit Verstärkungsfaktor K P > 0 eingesetzt wird, berechnen Sie zunächst soweit möglich - die entsprechende Übertragungsfunktion G(s) (vgl. Skizze), - deren Pole p i und Nullstellen p 0i, - die Winkel φ i der Asymptoten, - deren Schnittpunkt (Wurzelschwerpunkt) s Asymp, - den/die Schnittpunkte mit der imaginären Achse p Imag,i sowie - den zugehörigen Wert K krit des Verstärkungsfaktors. b) Skizzieren Sie jetzt die WOK und nutzen Sie dafür alle berechneten Werte. Tragen Sie die Werte deutlich in die Skizze der WOK ein. c) Im weiteren soll für die Rückführung neben der Position y(t) auch die Geschwindigkeit ẏ(t) herangezogen werden, es gilt also F R (s) = K P [1 + T D s]. Der so geschlossene Regelkreis führt bei einer bestimmten Reglereinstellung am Stabilitätsrand Eigenschwingungen der Frequenz ω = 2 s 1 aus. Bestimmen Sie die eingestellten Reglerparameter T D und K P!

4 Seite 4 d) Skizzieren Sie den Verlauf der WOK für den Regelkreis mit T D aus Teil c). Gehen Sie hierzu genau wie für die Aufgabenteile a) und b) vor und berechnen Sie zusätzlich die reellen Verzweigungspunkte s i! Überprüfen Sie mit Hilfe der Phasenbedingung, ob berechnete reelle Verzweigungspunkte tatsächlich zur WOK gehören. Hinweis: Die rationalen Nullstellen eines Polynoms f(x) = a n x n + +a 1 x+a 0 mit a i Z finden sich unter den Brüchen a b (a,b Z), in denen a Teiler von a 0 und b ein Teiler von a n ist.

5 Aufgabe 4 Seite 5 (15 Punkte) Betrachtet wird das in Abb. 4.1 angegebene Blockschaltbild. K 1 K 2 - u 1 st I - K 3 1+sT 1 y K 1 Abbildung 4.1: Blockschaltbild a) Berechnen Sie die Übertragungsfunktion F(s) = Y (s) U(s) und stellen Sie diese in der Form dar. F(s) = A B 1 + Cs (1 + sd)(e + sf) b) Für das System aus Teil a) gelte K 1 = 1 und K 2 = 0.5. Handelt es sich um ein Phasenminimumsystem? Begründen Sie Ihre Antwort. c) Gegeben ist das in Abb. 4.2 dargestellte System. Bestimmen Sie die Übertragungsfunktionen F a (s) und F b (s). d) Wie lauten die Übertragungsfunktionen F 1 (s) = Y 1(s) U(s) und F 2 (s) = Y 2(s) U(s)? e) Ist das Übertragungsverhalten zwischen u und y 1 asymptotisch stabil? f) Es sei T 0 = T 1 = T. Für welche reellen Werte von k besitzt die Übertragungsfunktion F 2 (s) stabile konjugiert komplexe Pole und für welche instabile Pole?

6 Seite 6 y 2 T 1 F a k T 1 u 1 y 1 T 0 1 F b Abbildung 4.2: Blockschaltbild

7 Aufgabe 5 Seite 7 (30 Punkte) a) Gegeben ist folgende Zustandsraumbeschreibung: ẋ(t) = [ ] y(t) = [ 1 1 ] x(t). x(t) + [ ] 0 1 u(t), Berechnen Sie die Eigenwerte des Systems. ( 2.25 = 1.5) b) Gegeben ist die Übertragungsfunktion des in a) angegebenen Systems: G 1 (s) = s. Ist das System aus a) und b) asymptotisch stabil? Begründen Sie Ihre Antwort. Ist das System aus a) und b) ein-/ausgangsstabil? Begründen Sie Ihre Antwort. c) Gegeben ist das Blockschaltbild eines Systems von Übertragungselementen nach Abbildung 6.1. u G1 G2 y G3 Abbildung 5.1: Blockschaltbild des Systems Die Übertragungselemente werden beschrieben durch: G 1 (s) = s, G 2(s) = 2 s + 3 sowie G 3 (s) = 2 s 2. (5.1) Stellen Sie die Übertragungsfunktion des Gesamtsystems nach Abbildung 6.1 auf. Bestimmen Sie die Pole und Nullstellen des Systems. Ist das System ein Minimalphasensystem? Begründen Sie Ihre Antwort.

8 Seite 8 d) Zur weiteren Berechnung benutzen Sie die Übertragungsfunktion (5.2). G s (s) = 4s + 2 s 3 + 2s 2 5s 6, (5.2) als Systemübertragungsfunktion, wenn Sie keine für das Gesamtsystem in c) gefunden haben. Für das Gesamtsystem in c) wird ein Übertragungselement mit P-Verhalten und Verstärkung K 1 zur Regelung verwendet. Bestimmen Sie die Führungsübertragungsfunktion des geschlossenen Regelkreises mit negativer Rückkopplung. Für welche Verstärkung K 1 ist der Regelkreis asymptotisch stabil? Verwenden Sie zur Berechnung das Hurwitz-Kriterium. e) Bestimmen Sie die bleibende Regelabweichung des Regelkreises in d), wenn K 1 = 4 und für die Führungsgröße eine Sprungfunktion w(t) = 1(t) angenommen wird. Ist der Ausgang des Systems für t identisch mit der Führungsgröße? f) Gegeben ist alternativ der Regler 1 + 6s G R2 (s) = K 2. 6s Klassifizieren Sie das Verhalten des Reglers G R2 (s). g) Bestimmen Sie die bleibende Regelabweichung des Regelkreises mit dem System aus c) und dem Regler aus f), wenn für die Führungsgröße eine Sprungfunktion w(t) = 1(t) und die Störgröße eine Impulsfunktion d(t) = δ(t) angenommen werden, die gleichzeitig wirken. Verwenden Sie die Struktur des Regelkreises nach Abbildung 6.2. Ist der Ausgang des Systems für t identisch mit der Führungsgröße? w( t) GR d( t) u( t) y( t) GS Abbildung 5.2: Struktur des Regelkreises Maximal erreichbare Punktzahl: 80 Mindestprozentzahl für die Note 1,0: 95% Mindestprozentzahl für die Note 4,0: 50%

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