Steuererleichterung für biogene Treibstoffe: Nachweis der positiven ökologischen Gesamtbilanz

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1 Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK Bundesamt für Umwelt BAFU Abteilung ABRO Steuererleichterung für biogene Treibstoffe: Nachweis der positiven ökologischen Gesamtbilanz Treibstoff-Ökobilanzverordnung des UVEK (Vorschlag für die Anhörung) EnAW Tagung Anna Wälty, BAFU

2 Gerüst der Treibstoff-Ökobilanzverordnung (Vorschlag BAFU nach 1. Ämterkonsultation) 1. Abschnitt: Allgemeine Bestimmungen Grundsatz: Für den Nachweis der positiven ökologischen Gesamtbilanz muss der Importeur beziehungsweise der Hersteller: a. den gesamten Produktionsweg der Treibstoffe vom Anbau der Rohstoffe bis zur Entgegennahme der Treibstoffe durch Konsumentinnen und Konsumenten beschreiben; b. darlegen, dass beim Anbau der Rohstoffe Regenwald / CO2- speichernde Ökosystem und die biologische Vielfalt nicht gefährdet sind; c. allfällige ökologische Vorteile umschreiben. 2. Abschnitt: Anforderungen an den Nachweis 3. Abschnitt: Prüfungsverfahren 2

3 2. Anforderungen an den Nachweis (Vorschlag) Bezeichnung der Treibstoffe; Qualität der TS; Rohstoffe Angaben zur Nichtgefährdung von Regenwald oder anderen CO2-speichernden Ökosystemen Herkunft der Rohstoffe/ Beschreibung Anbauort; Nutzung der Anbaufläche ab 2005; Umweltvorschriften; gute landwirtschaftliche Praxis beim Anbau der Rohstoffe Angaben zum Anbau der Rohstoffe Fruchtfolge; Ertrag der Pflanzen, Nebenprodukte + Abfälle, Anbau- u. Erntetechniken inkl. Energie; Dünge- + Pflanzenschutzmittel; Bewässerung inkl. Art des Wasservorkommmens 3

4 2. Anforderungen an den Nachweis (Vorschlag) Angaben zur Herstellung der Treibstoffe angewendete Technik; Art + Menge an Energie; Hilfsstoffe, Art + Menge von Produkten, Nebenprodukten + Abfällen; freigesetzte Treibhausgase und Schadstoffe Angaben zum Transport Transportmittel; Verarbeitungsorte, Distanzen vom Anbau der Rohstoffe bis zur Entgegennahme durch die Konsumenten Angaben zu allfälligen ökologischen Vorteilen (freiwillig) z.b. zur Förderung der biologischen Vielfalt; Förderung der Bodenfruchtbarkeit; zum Schutz von nicht erneuerbaren Wasservorkommen. 4

5 2. Angaben auf amtlichen Formularen (Vorschlag) Die Angaben der Gesuchsteller sind auf amtlichen Formularen aufzuführen. Sie müssen verständlich, nachvollziehbar und überprüfbar sein; Das Bundesamt für Umwelt muss gestützt auf die Angaben den ganzen Produktionsweg der Treibstoffe zurückverfolgen können; Das BAFU kann weitere Angaben verlangen, soweit diese zur Prüfung der ökologischen Gesamtbilanz nötig sind. 5

6 Rückverfolgbarkeit des Produktionsweges Treibstoff-ÖkobilanzV Kontrolle der Angaben Anbau Rohstoffe Rohstoffproduzenten Herstellung Treibstoffe Treibstoffproduzenten Transportweg Zwischenhandel Konsum Importeure 6

7 Stand der Verordnungsarbeiten: Nachweis 1. Es wird jedes Gesuch einzeln geprüft (MinöStV) 2. Gesuche enthalten pro Rohstoff: Beschreibung des Produktionsweges: Anbau der Rohstoffe, Herstellung der Treibstoffe, Transport (in Kg, Km, Litern, etc. gemäss Gesuchsformular) Nachweis der Nichtgefährdung von Regenwald oder anderen CO2-speichernden Ökosystemen und biologischer Vielfalt beim Anbau der Rohstoffe Besondere ökologische Vorteile der Treibstoffe (Kür) 3. Es werden also Grundangaben verlangt, die auf dem Formular beigebracht werden können; Beilagen z.b. zum Produktionsverfahren sind erlaubt / erwünscht. 7

8 Stand der Verordnungsarbeiten: Prüfung 1. Prüfung des Gesuches auf Vollständigkeit 2. Prüfung und Beurteilung: Treibhausgase und Umweltbelastung a) BAFU macht eine Ökobilanz für Treibhausgase und eine für Umweltbelastung aufgrund der Beschreibung des Produktionsweges (vorhergehende Folie) unter Einbezug von Standwerten für die Verbrauchsphase. b) Dabei verwendet es insbesondere die Datensätze des Ökoinventars von ecoinvent, sowie die Ökobilanzmethode der ökologischen Knappheit (UBP) oder andere Methoden von vergleichbarer Qualität. c) Bei den Treibhausgasen: prüfen, ob Ökobilanz eine 40% Reduktion vgl. mit fossilem Benzin (schon in MinöStV definiert) ergibt. d) Bei der Umweltbelastung wird eine um 25% höhere Umweltbelastung (im Rahmen der Methodengenauigkeit) vgl. mit Benzin toleriert. In Grenzfällen werden allfällige ökologische Anbau- und Produktionsvorteile berücksichtigt. 8

9 Stand der Verordnungsarbeiten: Prüfung 3. Prüfung und Beurteilung der Nichtgefährdung von Regenwald /CO2-speichernden Ökosystemen und der biologischen Vielfalt Prüfung, ob folgende Kriterien erfüllt wurden: a. Einhaltung der je nationalen Vorschriften zum Schutz der Umwelt, Schutz der biol. Vielfalt; Schutz vor invasiven Organismen, Schutz von Gewässern + Grundwasser; b. Produktion darf nicht in oder in unmittelbarer Nähe von nationalen und internationalen Schutzgebieten erfolgen c. Produktion darf nicht in Gebieten erfolgen, die nach 2005 umgenutzt wurden und zuvor besonders schützenswerte Lebensräume waren d. Produktion gemäss guter Anbaupraxis für eine nachhaltige Landwirtschaft 9

10 Fahrplan 08 Erste Ämterkonsultation (März) Konsultation interessierter Kreise (Ende Juni Mitte August) Zweite Ämterkonsultation (September) Inkrafttreten: Herbst 08 Aufbau eines Kompetenzzentrums : Prüfung Gesuche, neue Rohstoffe, neue Treibstoffe, Prüfkriterien, Prüfmethoden, internationale Nachhaltigkeitsstandards Termine abhängig von Diskussionsbedarf während Konsultationsrunden. 10

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