Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

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1 Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung Qualifikationsbedarfe angesichts der Entwicklung zur Wissensgesellschaft Hans Dietrich, München, den Entwicklung seit den 90er Jahren Bildungsexpansion seit etwa einer Dekade beendet; nach wie vor knapp 10% Schulabgänger ohne Abschluss; etwa 1/5 mit niedrigen Kompetenzwerten (PISA) Rückgang der betrieblichen Ausbildungskapazitäten wird auch durch öffentlich finanzierte Angebote nur zum Teil kompensiert Ausweitung der Erwerbstätigkeit erfolgte in der vergangen Dekade im Wesentlichen im Bereich der höheren Qualifikationen Dabei geschlechtsspezifisch unterschiedliche Entwicklung Gut Qualifizierte seltener von Arbeitslosigkeit betroffen Qualifikation schützt bislang auch besser vor konjunkturellen Effekten Mögliche künftige Entwicklungen auf Basis von IAB Projektionen Anteil der Erwerbstätigen mit mittleren und hohen Qualifikationsanforderungen (Tätigkeitsniveaus) steigt weiterhin zu Lasten von Tätigkeiten mit niedrigen Qualifikationsanforderungen an Bundesweit ab 2008 rückläufige Absolventenzahlen Deutliche Ost-West-Unterschiede sowie institutionelle Effekte Insgesamt mittelfristig sinkende Bevölkerung sowie Erwerbspersonenpotential In Verbindung mit der sinkenden Bevölkerungszahl deutliche Veränderung im Altersaufbau der Erwerbstätigen Damit eng verknüpft absolut und relativ deutlich weniger gut Gebildete in der mittleren Altersgruppe

2 Qualifikationsbedarfe angesichts der Entwicklung zur Wissensgesellschaft Hans Dietrich, München, den Aktuelle Entwicklungen in Bildungserwerb und Qualifikationsverwertung 1

3 Schülerinnen und Schüler im 8. Schuljahr in Deutschland (ab 1991 einschl. neue Länder) Gymnasien integrierte Gesamtschule einschl. freier Waldorfschulen Realschulen integrierte Haupt- und Realschulklassen Hauptschulen Quelle: StaBA: Fachserie A, Reihe Jugendliche in staatlichen Ergänzungsangeboten ( ) - in Zahl der Jugendlichen in Ergänzungsangeboten ,6 151,7 141,7 41,2 40,5 39,7 68,6 72,8 75,8 83,2 89,4 93,3 178,3 161,6 43,2 49,2 79,5 79,3 106,9 108,0 Berufsfachschule, die berufliche Grundbildung vermittelt, 1. Jahr Berufsgrundbildungsjahr (BGJ) Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen Quelle: Online-Statistik der Bundesagentur für Arbeit; Berufsbildungsbericht (2004) 2

4 Ausbildungsstellenmarkt Deutschland Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge Angebots-Nachfrage- Relation in % 98,0 99,1 100,3 100,6 99,1 96,6 95,0 Bei den AÄ angebotene Ausbildungsstellen Davon: Betriebliche Ausbildungsstellen Außerbetriebliche Ausbildungsstellen aus: IAB-Kurzbericht 15/2002 (Reinberg/Hummel) 3

5 Qualifikationsspezifische Arbeitslosenquoten bis 2004 % Alte Länder + Berlin-West % Neue Länder + Berlin-Ost 50 51,2% 20 21,7% ohne Berufsabschluss ,9% ,2% 7,3% 3,5% Insgesamt ,4% 6,0% Anmerkung: Arbeitslose in Prozent aller zivilen Erwerbspersonen (ohne Auszubildende) gleicher Qualifikation Erwerbstätige ohne Angabe zum Berufsabschluss nach Mikrozensus je Altersklasse proportional verteilt. Quelle: IAB-Berechnungen auf Basis Mikrozensus und Strukturerhebungen der BA (jeweils Ende Sept.) *) ohne Verwaltungsfachhochschulen **) einschl. Verwaltungsfachhochschulen IAB Quelle: Reinberg/Hummel 2005 Qualifikationsspezifische Arbeitslosenquoten 1991 bis 2004 in Deutschland 30 Frauen 30 Männer 27,8% 21,1% 20 ohne Berufsabschluss Lehr-/Fachschulabschluss* Hoch-/Fachhochschulabschluss** 11,2% 11,3% Insgesamt 10,2% 9,7% 10 Lehr-/Fachschulabschluss* 4,7% 3,5% Hoch-/Fachhochschulabschluss** Anmerkung: Arbeitslose in Prozent aller zivilen Erwerbspersonen (ohne Auszubildende) gleicher Qualifikation Erwerbstätige ohne Angabe zum Berufsabschluss nach Mikrozensus je Altersklasse proportional verteilt. Quelle: IAB-Berechnungen auf Basis Mikrozensus und Strukturerhebungen der BA (jeweils Ende Sept.) *) ohne Verwaltungsfachhochschulen **) einschl. Verwaltungsfachhochschulen IAB Quelle: Reinberg/Hummel

6 aus: IAB-Kurzbericht 19/2003 (Reinberg/Hummel) Zwischenfazit Bildungsexpansion seit einer Dekade beendet Rückgang der betrieblichen Ausbildungsplätze wird durch öffentlich finanzierte Ausbildung nur teilweise kompensiert Ausweitung der Erwerbstätigkeit insbesondere im Bereich der höheren Qualifikation Geschlechtsspezifisch unterschiedliche Entwicklungen Gut Qualifizierte seltener von Arbeitslosigkeit betroffen Qualifikation schützt bislang auch besser vor konjunkturellen Effekten 5

7 2. Tätigkeitsentwicklung bis Projektion des Erwerbspersonenpotenzials in Gesamtdeutschland *) 1995 bis Wohnortkonzept, Erwerbspersonen in Mio Varianten mit Zuwanderung jeweils mit oberer Erwerbsquoten-Variante; einschließlich einer von 80 Tsd. auf 10 Tsd. abnehmenden jährlichen Zuwanderung von Deutschen (Aussiedler) Wanderungssaldo der ausländischen Bevölkerung jährlich ab 2000 Wanderungssaldo der ausländischen Bevölkerung jährlich ab 2000 Wanderungssaldo der ausländischen Bevölkerung jährlich ab 2000 Varianten ohne Zuwanderung obere Erwerbsquotenvariante untere Erwerbsquotenvariante konstante Erwerbsquoten aus 1995 (Ostdeutschland) bzw (Westdeutschland) Quelle: IAB-Kurzbericht Nr. 9/2000 * ) Die Zahlen berücksichtigen noch nicht die durch die VGR-Revision bedingten Anpassungen der Arbeitsmarktdaten 6

8 Absolventen und Abgänger allgemein bildender Schulen (Basisjahr=2000) 1,40 1,20 1,00 0,80 0,60 0,40 Bundesgebiet Alte Länder Neue Länder 0,20 0, *Quelle: Vorausberechnung der Schüler- und Absolventenzahl , statistische Veröffentlichungen der Kultusministerkonferenz, Nr. 173, Januar 2005 Altersstruktur der Erwerbspersonen* 1998 und 2015 in Deutschland - nach Qualifikationsebenen, in Prozent - 50 bis 64 Jahre bis 49 Jahre bis 34 Jahre mit Hoch-/ Fachhochschulabschluss mit Berufsschulabschluss ohne Berufsabschluss * Erwerbspersonen außerhalb von Bildung im Alter von 15 bis 64 Jahren Quelle: BLK-Angebotsprojektion 2002 (Grund-/Trendvariante) IAB aus: IAB-Kurzbericht 9/2003 (Reinberg/Hummel) 7

9 Erwerbstätige (ohne Auszubildende) nach Tätigkeitsfeldern 1991 bis 2010 in Deutschland (in Prozent) Produktionsorientierte 32,7 Tätigkeiten 18,1% 16,9% 30,7 7,9% 7,2% 24,0 12,7% 6,0% 5,3% Gewinnen, Herstellen Maschinen einrichten, Reparieren 6,7% 6,6% 13,5% Handelstätigkeiten 10,6% 11,4% Primäre Dienstleistungstätigkeiten Sekundäre Dienstleistungstätigkeiten 17,2% 17,4% 43,0 43,0 15,2% 14,2% 5,0% 5,0% 6,7% 6,8% 24,3 26,3 12,5% 14,6% 44,4 31,6 17,7% 13,2% 5,5% 8,4% 17,7% Bürotätigkeiten Allgemeine Dienste (Reinigen, Bewirten, Lagern, Transportieren, Sichern) Forschen, Entwickeln Organisation, Management Betreuen, Beraten, Lehren, Publizieren u.ä Quelle:IAB/Prognos Projektion % Erwerbstätige (ohne Auszubildende) nach Tätigkeitsniveaus 1991 bis 2010 in Deutschland 90% 20,1% 19,6% 15,7% Hilfstätigkeiten 80% 70% 17,9% 16,6% 13,6% Einfache Fachtätigkeiten 60% 50% 28,4% 29,2% 30,1% Qualifizierte Fachtätigkeiten 40% 30% 14,4% 14,6% 16,4% Fachtätigkeiten mit Führungsaufgaben 20% 10% 19,3% 20,2% 24,1% Hochqualifizierte Tätigkeiten 0% Quelle: IAB/Prognos Projektion

10 Fazit Bundesweit ab 2008 rückläufige Absolventenzahlen Deutliche Ost-West-Unterschiede sowie institutionelle Effekte Insgesamt mittelfristig sinkende Bevölkerung sowie Erwerbspersonenpotential Deutliche Binnenverschiebung der Altersstruktur bei den Erwerbstätigen mit Konsequenzen für die Qualifikationsstruktur Absolut und relativ deutlich weniger gut Gebildete in der mittleren Altersgruppe Deutlich mehr Tätigkeiten mit hohen Qualifikationsanforderungen 9

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