Entlassmanagement in deutschen Krankenhäusern Ulrike Reus Referentin Dezernat I Deutsche Krankenhausgesellschaft e.v.

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1 4. Qualitätssicherungskonferenz des Gemeinsamen Bundesausschusses 27. September Berlin Entlassmanagement in deutschen Krankenhäusern Ulrike Reus Referentin Dezernat I Deutsche Krankenhausgesellschaft e.v.

2 Ist das Entlassmanagement etwas Neues? : Konsensus-Konferenz in der Pflege des Deutschen Netzwerkes für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) zum Thema Entlassungsmanagement : 1. Aktualisierung des Expertenstandards Entlassungsmanagement in der Pflege des DNQP DKG Ulrike Reus 2

3 Gesetzliche Grundlagen (1) GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz: - 11 Abs. 4 SGB V: Zum erstmalig eine dezidierte Regelung zur Durchführung eines Versorgungsmanagements. - Geregelt wird: Überleitung Versicherter von der Krankenhausbehandlung in die verschiedenen notwenigen Nachsorgebereiche. DKG Ulrike Reus 3

4 Gesetzliche Grundlagen (2) - GKV-Versorgungsstrukturgesetz 39 Abs. 1 SGB V regelt: - Entlassmanagement ist Teil der Krankenhausbehandlung DKG Ulrike Reus 4

5 Gesetzliche Grundlagen (3) GKV-Versorgungsstrukturgesetz 39 Abs. 1, Satz 4 6 SGB V regelt: - Satz 4: Die Krankenhausbehandlung umfasst auch ein Entlassmanagement zur Lösung von Problemen beim Übergang in die Versorgung nach der Krankenhausbehandlung. - Satz 5: Das Entlassmanagement und eine dazu erforderliche Übermittlung von Daten darf nur mit Einwilligung und nach vorheriger Information des Versicherten erfolgen. DKG Ulrike Reus 5

6 Gesetzliche Grundlagen (4) GKV-Versorgungsstrukturgesetz 39 Abs. 1, Satz 4 6 SGB V regelt: - Satz 6: 11 Abs. 4 Satz 4 gilt DKG Ulrike Reus 6

7 Gesetzliche Grundlagen (4) 11 Abs. 4 Satz 4: - In das Versorgungsmanagement sind die Pflegeeinrichtungen einzubeziehen; dabei ist eine enge Zusammenarbeit mit Pflegeberatern und Pflegeberaterinnen nach 7a des SGB XI zu gewährleisten. DKG Ulrike Reus 7

8 Unterschiedliche Begrifflichkeiten Im Gesetz: - Versorgungsmanagement - Entlassmanagement In der Krankenhauspraxis z.b.: - Versorgungsmanagement - Entlassmanagement - Entlassungsmanagement - Überleitungsmanagement etc. DKG Ulrike Reus 8

9 Praxis - Entlassmanagement ist in deutschen Krankenhäusern gelebte Praxis - Jedoch erneut 39 Abs. 1 SGB V aufgenommen DKG Ulrike Reus 9

10 Empfehlungen zu einem umfassenden Entlassmanagement (1) Einverständnis des Patienten zur Datenübermittlung zwecks Entlassmanagement muss vorliegen! Individuell bei jedem Patienten zu entscheiden: - Evtl. bei nachstationären Kontrollen Termine koordinieren - Rechtzeitiges Entlassungsgespräch mit dem Patienten und den Bezugspersonen/gesetzlicher Betreuer - Rechtzeitige (ca. 2 Tage vorher) Information an den Hausarzt bzgl. der Entlassung des Patienten DKG Ulrike Reus 10

11 Empfehlungen zu einem umfassenden Entlassmanagement (2) Entlassungsbrief mit folgenden Angaben: - Diagnosen - Therapievorschläge incl. Medikation - Heil- und Hilfsmittelversorgung - Häusliche Krankenpflege - Information über Kontrolltermine DKG Ulrike Reus 11

12 Empfehlungen zu einem umfassenden Entlassmanagement (3) Medikamentenversorgung: - 14 Abs. 7 Apothekengesetz: Bei der Entlassung von Patienten nach stationärer oder ambulanter Behandlung im Krankenhaus darf an diese die zur Überbrückung benötigte Menge an Arzneimitteln nur abgegeben werden, wenn in unmittelbarem Anschluss an die Behandlung ein Wochenende oder Feiertag folgt. DKG Ulrike Reus 12

13 Empfehlungen zu einem umfassenden Entlassmanagement (4) Medikamentenversorgung: 14 Abs. 7 Apothekengesetz: Bei vorliegender Verordnung von HKP nach 92 Abs. 7 SGB V, dürfen die zur Überbrückung benötigten Medikamente für längstens drei Tage abgegeben werden. DKG Ulrike Reus 13

14 Empfehlungen zu einem umfassenden Entlassmanagement (5) Medikamentenversorgung c SGB V: - Therapievorschläge an den weiterbehandelnden Vertragsarzt unter Verwendung der Wirkstoffbezeichnungen. - Sind preisgünstigere Medikamente mit vergleichbaren Wirkstoffen verfügbar, ist mindestens ein preisgünstigerer Therapievorschlag anzugeben. - Abweichungen sind in medizinisch begründeten Ausnahmefällen zulässig. DKG Ulrike Reus 14

15 Empfehlungen zu einem umfassenden Entlassmanagement (6) Medikamentenversorgung c SGB V: - Bei erforderlicher längerer Versorgung mit Medikamenten sollen vom Krankenhaus Medikamente angewendet werden, die auch in der vertragsärztlichen Versorgung zweckmäßig und wirtschaftlich sind, soweit dies im Einzelfall und ohne eine Verlängerung der Verweildauer möglich ist. DKG Ulrike Reus 15

16 Empfehlungen zu einem umfassenden Entlassmanagement (7) Medikamentenversorgung: - Dokumentation der Medikation in Gegenüberstellung zur Medikation bei der Einweisung (Wunsch der einweisenden Ärzte) - Angabe über den Zeitraum der im Entlassungsbrief aufgelisteten Medikation - Hinweis auf Blutwertkontrollen etc. - Patientenberatung und schulung zu bestimmten Medikamenten DKG Ulrike Reus 16

17 Empfehlungen zu einem umfassenden Entlassmanagement (8) Pflegeüberleitungsbogen - Sozialanamnese - Pflege- und Unterstützungsbedarf - Ressourcen und Compliance des Patienten - Beratung des Patienten/Bezugspersonen zur Anschlussversorgung, Umgang mit Hilfsmitteln etc. DKG Ulrike Reus 17

18 Empfehlungen zu einem umfassenden Entlassmanagement (9) - Diättherapeutische Empfehlungen - Mitgabe von Informationsbroschüren - Klärung der Fahrkostenübernahme und Organisation bei Entlassungs-/Verlegungstransport - Mitgabe eines vollständig ausgefüllten Transportscheins - Information, ob bereits ein Antrag auf Pflegebedürftigkeit gestellt wurde DKG Ulrike Reus 18

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