Alltagsaktivitäten bei Kindern mit Hemiparese: Einfluss von kognitiven Funktionen und motorischer Kompetenz auf die Qualität der Ausführung

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1 Alltagsaktivitäten bei Kindern mit Hemiparese: Einfluss von kognitiven Funktionen und motorischer Kompetenz auf die Qualität der Ausführung Caroline Adler, MSc, Bc.Health OT Erfurt, den

2 Einführung L. unilaterale spastische CP, leichte Intelligenzminderung Kapazitäten der paretischen Hand Umsetzung in ADL Ausführungsqualität beeinträchtigt, deutliche Hilfestellung in Alltagsaktivitäten (ADL) B. Z.n. Resektion Astrozytom, Hemiparese links Ausführungsqualität von ADL altersentsprechend, wenig Hilfestellung nötig Kompensation geringer motorische Kompetenz Seite 2

3 Einführung wissenschaftlicher Hintergrund Körperfunktionen beeinflussen Alltagsaktivitäten bei Kindern mit unilateraler spastischer Cerebralparese (USCP) Erwachsene Patienten: Faktoren wie Kognition, Motorik beeinflussen die Qualität der Ausführung von ADL Einflussfaktoren auf Ausführungsqualität von ADL bei Kindern mit Hemiparese noch nicht untersucht (L. Krumlinde- Sundholm & A. C. Eliasson, 2003; R. N. Russo, 2011; R. Kizony & N. Katz, 2002;L. Naygard et al., 1998; A. Kottorp, B., Bernspang, A. G. Fisher, & K. A. Bryze, 1995; M. Peny- Dahlstrand, et al. 2009) Seite 3

4 Ziel der Studie Ziel ist es, den Einfluss von kognitiven Funktionen und der motorischen Kompetenz auf die Qualität der Ausführung von alltäglichen Aktivitäten bei Kindern mit einer Hemiparese zu bestimmen. Seite 4

5 Ziel der Studie Ziel ist es den Einfluss von kognitiven Funktionen und der motorischen Kompetenz auf die Qualität der Ausführung von alltäglichen Aktivitäten bei Kindern mit einer Hemiparese zu bestimmen. Begriffsdefinition: Kognitive Funktionen: kognitive Fähigkeiten Motorische Kompetenz: Einsatz beider Hände, bimanuelle Performanz Ausführungsqualität: Sicherheit, Effizienz, Hilfsbedarf und Anstrengung bei der Ausführung von ADL (L. Krumlinde- Sundholm & A. C. Eliasson, 2003; F. Petermann & U. Petermann,2007; A. G. Fisher, 2011) Seite 5

6 Fragestellung und Hypothesen Qualität der Ausführung von Alltagsaktivitäten Motorische Kompetenz Seite 6

7 Fragestellung und Hypothesen Qualität der Ausführung von Alltagsaktivitäten Motorische Kompetenz Kognitive Funktionen Seite 7

8 Fragestellung und Hypothesen Qualität der Ausführung von Alltagsaktivitäten Motorische Kompetenz Kognitive Funktionen Seite 8

9 Methode Studiendesign: single-centre Querschnittstudie Teilnehmer: Kinder (6-12 Jahre) mit kongenitaler und erworbener Hemiparese seit min. 6 Monaten, Durchführung der Testverfahren Eingesetzte Testverfahren: Assessment of motor and process skills (AMPS) Assisting Hand Assessment (AHA) Hamburg Wechsler Intelligenztest IV (HAWIK) Kontrollparameter: Manual ability classification system (MACS), Alter, Geschlecht, Größe, Gewicht, Medikamente, genutzte HM Seite 9

10 Methode Studiendesign: single-centre Querschnittstudie Teilnehmer: Kinder (6-12 Jahre) mit kongenitaler und erworbener Hemiparese seit min. 6 Monaten, Durchführung der Testverfahren Eingesetzte Testverfahren: AMPS, AHA, HAWIK IV Kontrollparameter: MACS, Alter, Geschlecht, Größe, Gewicht, Medikamente, genutzte HM Statistische Methoden: Spearmans Rho Korrelation, multivariates Modell, Mann-Withney-U-Test Ethikvotum: LMU München September 2012 Seite 10

11 Ergebnisse I Charakteristika der Teilnehmer 19 Kinder (Alter 6 bis 12, Mittelwert 10,3 ± 1,6 Jahre) 8, 11 Parese: rechts 9, links 10 erworben 8, kongenital 11 Seite 11

12 Ergebnisse II signifikanter Zusammenhang motorische Kompetenz und motorische Fertigkeiten (AMPS) 90 r = 0,44 (p=0,030) AHA (Units) ,6 0,8 1,0 1,2 1,4 1,6 1,8 2,0 2,2 AMPS/Motorische Fertigkeiten (Logits) Seite 12

13 Ergebnisse III Zusammenhang kognitive Funktionen und Ausführungsqualität auf Trendlevel (r= 0,31, p=0.097) Zusammenhang Verarbeitungsgeschwindigkeit und Prozessbezogene Fertigkeiten signifikant 130 r = 0,43 (p=0.033) Verarbeitungsgeschwindigkeit ,0 0,5 1,0 1,5 2,0 AMPS/Prozessbezogene Fertigkeiten (Logits) Seite 13

14 Ergebnisse III Multivariates Modell: Gesamt IQ (HAWIK) prozessbezogen Fertigkeiten (AMPS) = Quadratsumme 0,94 (p=0.017) Motorische Kompetenz (AHA) motorische Fertigkeiten (AMPS)= Quadratsumme 0,84 (p=0.004) Keine Gruppenunterschiede (bzgl. Qualität, Kognitive Funktionen, motorische Kompetenz) Seite 14

15 Qualität der Ausführung von Alltagsaktivitäten Diskussion Motorische Kompetenz Zusammenhang motorischer Kompetenz und Ausführungsqualität Seite 15

16 Qualität der Ausführung von Alltagsaktivitäten Diskussion Motorische Kompetenz Kognitive Funktionen Zusammenhang motorischer Kompetenz und Ausführungsqualität Zusammenhang kognitive Fähigkeiten und Ausführungsqualität Verarbeitungsgeschwindigkeit wichtiger Faktor komplexester Bereich im HAWIK Seite 16

17 Qualität der Ausführung von Alltagsaktivitäten Diskussion Motorische Kompetenz Kognitive Funktionen Zusammenhang motorischer Kompetenz und Ausführungsqualität Zusammenhang kognitive Fähigkeiten und Ausführungsqualität Verarbeitungsgeschwindigkeit wichtiger Faktor komplexester Bereich im HAWIK Trend: motorische Kompetenz und kognitive Funktionen haben etwa gleich starken Effekt Konsequenzen für die Therapie: Berücksichtigung beider Faktoren Seite 17

18 Qualität der Ausführung von Alltagsaktivitäten Diskussion Motorische Kompetenz Kognitive Funktionen Zusammenhang motorischer Kompetenz und Ausführungsqualität Zusammenhang kognitive Fähigkeiten und Ausführungsqualität Verarbeitungsgeschwindigkeit wichtiger Faktor komplexester Bereich im HAWIK Trend: motorische Kompetenz und kognitive Funktionen haben etwa gleich starken Effekt Konsequenzen für die Therapie: Berücksichtigung beider Faktoren neben Therapieansätzen wie mcimt auch kognitiv orientierte Ansätze (CO-OP) Kombination von Therapieansätzen Verbesserung der Ausführungsqualität Seite 18

19 Qualität der Ausführung von Alltagsaktivitäten Diskussion Motorische Kompetenz Kognitive Funktionen Begrenzungen: Teilnehmerzahl Interaktionseffekte nicht darstellbar Weitere Untersuchung kongenitale vs. erworbene Hemiparese bgzl. Ausführungsqualität und Einflussfaktoren wie Zeit Untersuchungen: Entwicklung von erworbenen Paresen und Therapie Seite 19

20 Danke dem gesamten Team Ergotherapie Vogtareuth Karin Roll, Karin Wiedemann, Gabi Laker-Gollinger, Katharina Abt, Gabi Steinhäuser (Neuropsychologie) Christoph Bernau, Institut f. Biometrie, LMU München Tanja Linseis (Landshut), Evi Schiller (Traunstein) Dr. A. Schmid Prof. Dr. M. Staudt (Vogtareuth, Tübingen) PD Dr. S. Berweck (Vogtareuth, München) und PD Dr. M. Rauchenzauner (Zams, Innsbruck) Verein Hemihelp e.v. Deutschland (finanzielle Unterstützung) Seite 20

21 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit Seite 21

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