Gott spricht:,,lch will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet." Jes.66,13

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1 Gott spricht:,,lch will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet." Jes.66,13 ot Kennst du Gott so? In der Tat: Es gibt nicht nur Leid, es gibt auch den Trost im Leid! Und den gilt es zu entdecken. Wie sieht er aus? Denk an deine Mutter: Da bist du als kleiner Bub draußen herumgetobt und hast dich verletzt. Weinend bist du zu deiner Mutter gelaufen. Sie hat das Bein angeschaut, dich auf den Schoß genommen, beruhigend mit dir gesprochen und deine Tränen abgewischt. Schon bald bist du fröhlich wieder davongerannt. Im Zlg war ein Baby aufgewacht und schaute erschrocken in die fremde Umgebung. Es fing an zu weinen Die Mutter nahm es schnell in ihre Ame und sofort wurde es ruhig. Wenn wir als Kinder krank waren, da versorgte uns die Mutter am Bett, brachte etwas zu trinken und zu essen. Es tat gut, umsorgt zu werden. Das tröstete über manchen Kummer hinweg. Ein Baby kann flirchterlich schreien, vor allem, wen es Hunger hat, aber wenn es dann gestillt wird an der Brust der Mutter, dann ist es wirklich still und geborgen, ganz nah verbunden mit der Mutter. So nahe will Gott, unser Vater dir und mir sein, ja noch näher als unser liebster Mensch. Das ist der Trost. Dieses Bibelwort war zlt Menschen gesprochen, die in einer schweren Zeit lebten: Sie standen wohl vor dem Tnimmerhaufen der zerstörten Stadt Jerusalem. Alles musste neu aufgebaut werden. Wo anfangen. Viele Menschen verloren den Mut. Niedergeschlagenheit machte sich breit. Es war wirklich trostlos. Und wo war jetzt Gott? Es fiel ihnen schwer, ihm jetzt trotzdem zu vettrauen. Doch da trat ein Prophet auf und sagte im Namen Gottes dieses Wort: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet. Du bist nicht vergessen. Ich bin dir garrz rßhe. Seht, so will Gott, unser Vater, uns trösten wie einen seine Mutter tröstet. Das heißt doch: Gott will dir der Nächste sein. Am deutlichsten wird dieser Trost sichtbar an Weihnachten: Da kommt Gott selbst zu uns. In einem dunklen schmutzigen Stall liegt er in der Futterkrippe. Aber genau dort, in diesem Stall, wird es durch Jesus hell, werden traurige Hirlen froh, ziehen die Weisen aus dem Morgenland getröstet in ihre Heimat zurück. Denn sie erfahren hier: Gott hat mich lieb, so lieb, dass Jesus 33 Jahre später den schweren Weg ans Kreuz geht mit dieser Botschaft: So viel bist du mir werl! Ich will dich wieder ganz in meiner Nähe haben. Durch den Kreuzestod zahlt Jesus den Preis, um uns aus aller Dunkelheit freizukaufen... Ja, es gibt Dunkelheit, ja es gibt trostlose Situationen, ja, es gibt Schuld und Versagen, aber es gibt jetzt auch Jesus und deshalb gibt es Vergeburng, deshalb gibt es Hoffnung und deshalb gibt es Trost! Gott ist uns nahe! Darüber lasst uns an Weihnachten neu staunen und wie die Hirlen uns Jesus im Gebet lobend und dankend nahen. In diesem Sinne,,frohe Weihnachten"! Pfarrer Mag. Martin Rößler, Rutzenmoos Der Verein Arbeitsgemeinschaft bekennender Christen in Osterreich (ABCO) will auf der Grundlage der Heiligen Schrift und der reformatorischen Bekenntnisschriften den Dienst der Erneuerung, der Evangelisation und der inneren Stärkung der Evangelischen Kirche in Österreich fordem, kirchliche Aktivitäten und Vorhaben kritisch begleiten und den konstruktiven Dialog zur Lihre und Einheit der Kirche unterstützen. Der Rundbrief dient insbsondere der Information von Mitgliedem und Freunden des Vereines.

2 Fomiliy - Moinstreoming Es sind nun schon einige Monate vergangen seit jenen,,riots" in den großen britischen Städten. Gewalt, die praktisch aus dem Nichts ausbrach und dann in ein bisher unbekanntes Ausmaß von Aggression, Zerstörungswut und Plünderungen mündete. Zwar gab es auch in früheren Jahren immer wieder Unruhen: In Großbritannien sind zum einen die sozialen Unterschiede recht groß, zum anderen lebt dort eine Vielzahl von Ethnien, als Erbe der Kolonialzeit. Das, was mir als Tourist in der Londoner U-Bahn so geftillt die,,buntheit" der Bevölkerung - hat auch eine Kehrseite: Es kommt zu Ghettobildungen; Spannungen bestehen nicht nur zwischen Einheimischen und Migranten, sondem auch etwa zwischen Pakistanis und Menschen aus der Karibik oder woher immer die Menschen ursprünglich kamen. Alle bisherigen Unruhen waren jedoch begrenzt, wurden schnell beendet oder liefen sich tot. Diesmal war es anders. Als ich die ersten Fernsehbilder sah, wie Häuser brannten und Jugendliche vor den laufenden TV-Kameras Schaufenster zetrümmerten, dachte ich mir noch:,,wieso greift die Polizei nicht ein, notfalls mit Wasserwerfern?" Ein Kommentator erläuterte:,,die Aufgabe der Polizei wird nur im Schutz von Personen gesehen, deshalb werden die Straßenzüge abgeriegelt." Wie sich zeigte, eine falsche Strategie. Der Funke der Gewalt sprang von London auf andere Städte über. Die Situation geriet völlig außer Kontrolle. Und sie traf ein Nation unvorbereitet. Britische Gelassenheit nach dem Motto,,Sie werden schon wieder aufhören" verwandelte sich in einen Schockzustand. Eine Nation - und nicht nur sie begann nach den Ursachen zu fragen. Der ORF interviewte den in Cambridge lehrenden politischen Philosophen Raymond Geuss. Politisch inkorrekt oder zumindest ungewohnt, wie er manches beim Namen nannte.,,man müsse aber die Frage stellen, warum in dieser Gesellschaft so viele Menschen zu derartigem Verhalten bereit sind. Es seien jedenfalls keine Rassenkrawalle, sondem es sei eher eine Frage der Klassenzugehörigkeit. Es gehe aber nicht um Armut, sondern um Selbstachtung, um die Möglichkeit, eine sinnvolle Arbeit und ein halbwegs intaktes Familiengeftige zu haben", so Geuss.,,Diesen Menschen zu sagen, ihr müsst brav sein, reicht nicht." (Zitat von Andere Stimmen wurden laut.,,die da oben (Politiker und Finanzleute) machten es doch vor: Nehmt euch, was ihr haben wollt, ob es recht ist oder nicht." Kom-rptionsskandale ohne Folgen, Milliarden - Zockerei auf Kosten der gesamten Gesellschaft ohne regulatorisches Eingreifen der Politik nun kamen Politik und Medien darauf, dass sie offenbar viel zu lange auf falsche Werte gesetzt hatten. Wenige Tage danach hielt Premierminister Cameron eine bemerkenswerte,,post-riot'1rede. Auch er sah einen Zusammenhang mit den Skandalen in Banken, Politik und Journalismus und beklagte den moralischen Kollaps der Gesellschaft.,,Wir wollten zu,lange nicht darüber reden, was richtig und was falsch ist. Wir vermieden zu oft zu sagen! was hätte gesagt werden müssen über alles, von der Ehe zum Gemeinwohl zur allgemeinen Höflichkeit. Manchmal waren die Gründe daflir nobel wir wollten niemanden beleidigen oder verletzen. Manchmal waren sie ideologisch wir dachten, es wäre nicht Aufgabe des Staates, über das Verhalten der Leute zu urteilen oder persönliche Moral vorzuschreiben.und manchmal waren sie einfach menschlich - wir sind selbst nicht perfekt und wollten nicht als Heuchler dastehen. So konnten wir nicht sagen, Ehe und Verbindlichkeit wären gute Dinge aus Angst, alleinerziehende Mütter auszugrenzen. Du befasst dich nicht wirklich mit Kindem, die wiederholt in der Schule versagen - vielleicht um nicht beschuldigt zu werden, sie als Versaser zu brandmarken. Du vermeidest, über die zu reden, die nie gearbeitet haben und nie arbeiten wollen - damit dir nicht vorgeworfen wird, keine Ahnung zu haben und als Mittelklässler daneben zu stehen. Auf dieser risikofreien Basis der moralischen \eutralität gibt es keine schlechten Entscheidungen. nur unterschiedliche Lebensstile. Menschen sind nicht die Baumeister der eigenen Probleme, sondern die Opt-er der Verhältnisse.,,Leben und leben lassen" uurde zu..mach. was dir geftillt". Aber das, was uns die letzte Woche gezeigt hat. ist. dass es diese moralische Neutralität und der Relatir ismus nicht mehr bringt. Eine der größten Lektionen der Unruhen ist, dass wir beginnen müssen. ehrlich über \ierhalten zu sprechen und dann zu handeln u eil schlechtes Verhalten buchstäblich an den Türschrrellen der Leute angekommen ist." ,,wir wissen, was falsch gelaufen ist: die Fraee ist. haben wir die Entschlossenheit, es wieder in Ordnung zu bringen? Haben wir die Entschlossenheit. dem in Zeitlupe abl aufenden moralischen Kollaps ent_seservutreten. der während der letzten Cenerationen über unser Land gekommen ist? Verantwoftungslosigkeit. Selbstsucht. \'erhalten. a1s hätten unsere Entscheidungen keine Konsequenzen. Kinder ohne Väter. Schulen ohne Disziplin. Belohnuns ohne Anstrengung. Verbrechen ohne Bestrafung. Rechte ohne Verantwortun g. Gemeinsch aft en ohne Kontro I Ie. Manche der übelsten Aspekte der menschlichen Natur wurden tolerierl, nachgesehen - manchmal sosar angeregt -, durch den Staat und seine Dienststellen. die im wörtlichen Sinne de-moralisiert u,urden. Also: Haben wir die Entschlossenheit. all dem enrsegenzttreten und die Umkehr zu schaffen? Ich habe den ganz starken Eindruck, dass die verantu,ortliche Vehrheit der Bevölkerung dieses Landes nicht nur dazu entschlossen ist; sie schreit nach der Regierung, dass sie handelt." Im folgenden zählte Cameron etliche Punkte aul an denen Politik und Gesellschaft handeln müssen. Schon der zweite nach dem,,gegenschlag fiir die Sicherheit" ist,,familien und Erziehung".,,Wo waren die Eltern, die ihre randalierenden Kindern von der Straße holten? Warum tauchten sie nicht einmal auf, wenn ihre Kinder verhaftet wurden?" Cameron sieht zerbrechende Familien als eine der Hauptursachen der zerbrechenden Gesellschaft.,,Dieses Problem muss ganz oben auf unsere Prioritätenliste."

3 ,,Schulen",,,Respekt für die Gemeinschaft/Gesellschaft",,,Verantwortlichkeit und Gemeinwohl",,,Menschenrechte, Gesundheit, Sicherheit" sind weitere Schlaglichter seiner Rede. Mit einem Appell beschloss Cameron seine Rede:,,Wie immer man argumentieren mag: Wir alle gehören zur selben Gesellschaft. Und wir alle haben unseren Anteil daran, sie zu verbesserx. Es gibt kein,,sie" und,,wir" - es sind,,wir". Wir stecken alle gemeinsam drinnen, und wir werden diese zerbrochene Gesellschaft wieder instand setzen - gemeinsam." Zwei Dinge sind an der Rede bemerkenswert: Die Deutlichkeit, mit der Cameron die Ursachen der zerfallenden Gesellschaft beschrieb, und der zentrale Stellenwerl, den er der Familie als dem stabilisierenden Faktor zumisst.,,family mainstreaming": Die Familie soll nun ztm zentralen Bestandteil bei allen Entscheidungen und Prozessen gemacht werden. Jede politische Entscheidung soll auf ihre Auswirkung auf die Familien gepnift werden. Das, was bisher nur einzelne zu fordern wagten - die dafür als reaktionär angesehen wurden, wo doch Gender mainstreaming das Gebot der Stunde schien steht nun auf der Prioritätenliste eines der wichtigsten europäischen Politiker gauz oben. Damit die Gesellschaft wieder heil werden kann. Ist das realistisch? Braucht es dazu nicht mehr? Vor drei Jahren schrieb ich an dieser Stelle über den englischen Politiker William Wilberforce ( ) und die Clapham-Gruppe. Der Name steht nicht nur die Abschaffung der Sklaverei. Wilberforce erkannte - wie Cameron heute dass die Gesellschaft eine neue Moral brauchte; und dass dieses ganz oben, an den Spitzen der Gesellschaft, anfangen muss. Bei den Parlamentariern und bei den Bossen. Bei den Mächtigen und den Meinungsbildnern. Es war ein jahrzehntelanges Arbeiten und Ringen, eine daftir hingegebenes Leben, im Glauben gegründet, mit einer kleinen Zahl von Mitstreitern aus allen politischen Lagem, die sich regelmäßig zum Bibellesen trafen. Viel Gebet wurde,,investiert". Die neue Moral, die geforderl wurde, hatte eine solide Basis im eigenen Leben. Es brauchte eine Generation, bevor die Gesellschaft begann, sich zum Positiven zu verändern. Aber das wirkte ftir weitere Generationen nach. bis in die Anftinge des 20. Jahrhunderts hinein. Respekt vor Premierminister Cameron. Für seinen Mut, so klare Worte zu finden. Aber ist er bereit, einen Weg wie Wilberforce z\ gehen? Politik denkt heute eher in Zeiträumen zwischen den Wahlen, nicht in Jahrzehnten. War der Schock der,,riots" groß genug, um auch dafi.ir einen Lernprozess einzuleiten? In unserer globalisierten Welt würden auch andere Nationen und Gesellschaften davon profitieren können. Dr. Harald Höger Kuratorstv. und Lektor in Mödling MELDUNGEN zusammengestellt von Dr. Harald Höger Mehr Schutz für Embryonen Die Verwendung menschlicher Embryonen für die Forschung verstößt gegen die Menschenwürde. Das ist die Quintessenz des Urteiles C des Gerichtshofes der Europäischen Union vom 18. Oktober 2017 zur Auslegung der,,richtlinie 98l44lEG über den rechtlicher Schutz biotechnologischer Erfi ndungen ". Der deutsche Bundesgerichtshof hatte im Zuge eines Patentrechtsprozesses um grundsätzliche Klärungen ersucht. Die wichtigste war, was eigentlich unter einem menschlichen Embryo zu verstehen sei. Der Europäische Gerichtshof, der in seinem Urteil betonte, dass er,,nicht dazu aufgerufen ist, auf Fragen medizinischer oder ethischer Natur einzugehen, sondern sich darauf zu beschrdnken hat, die einschlcigigen Vorschriften der Richtlinie juristisch auszulegen" definierle wie folgt:,,jede menschliche Eizelle vom Studium ihrer Befruchtung an, jede anbefruchtete menschliche Eixelle, in die ein Zellkern aus einer ausgereiften menschlichen Zelle lransplantiert worden ist, und jede unbefruchtete menschliche Eizelle, die durch Parthenogenese zur Teilung und Weiterentwicklung angelegt worden ist, ist e in I mens chlich er E mbry o'." Dies ist die weitest mögliche Formulierung, die menschlichen Embryonen den größtmöglichen Schutz bietet. Der Gerichtshof hielt ferner fest, dass,,yerjahren zum Klonen von menschlichen Lebewesen, Verfahren zur Vercinderung der genetischen ldentitcit der Keimbahn des menschlichen Lebewesens und die Vetwendung von menschlichen Embtyonen zu industriellen oder kommerziellen Zwecken als Versto/3 gegen die öffentliche Ordnung oder die guten Sitten und daher als nicht patentierbar gelten... und dass alle Verfahren, deren Anwendung gegen die Menschenwürde verstö/it, ebenfalls von der Patentierb arkeit aus zunehmen s ind. " Das Ur1eil ist nachzulesen unter

4 Abtreibung ols Menschenrecht? Der UN Menschenrechtsrat (Human Rights Council) befasste sich in seiner 18. Session im Juli 2011 unter anderem mit vermeidbarer mütterlicher Sterblichkeit. Der Bericht des Büros des UN Hochkommissars stellt Forderungen nach breiten sozialen und gesetzlichen Anderungen zur Verbesserung des Status der Frauen, zur Gleichwertigkeit der Geschlechterrollen, zum verbessertem Ztgang zu Empflingnisverhütung und Familienplanung und verbesserlen Gesundheitssystemen, fachgerechter Geburtshilfe und notfallmedizinischer Versorgung bei Komplikationen. Daneben wird unter Berufung auf internationales Recht fl.ir alle Staaten aber auch der freie Ztgang zu Abtreibungen gefordert. Schon im März 2011 traf sich eine andere Konferenz, hochkarätig besetzt mit Menschenrechtsexperten, Juristen, Wissenschaftlem, gewählten Amtsträgern, Diplomaten, medizinischen Experten und solchen in internationalem Recht. Sie formulierten die neun,,san Jose-Artikel", benannt nach dem Konferenzofi in Puerto Rico. die sie in einem Anhang ausflihrlich erläuterten. Ausgehend von einer Definition des menschlichen Lebens ähnlich dem Ufieil des EU-Gerichtshofes bestreiten Sie ein Recht auf Abtreibung unter internationaler Gesetzgebung. Kein ljn-verlrag könne dafür herangezogen werden. Menschenrechtsbeobachtungsgruppen wie CE- DAW (Komitee zur Beseitigung der Diskriminierung von Frauen) änderlen in ihrer Interpretation die Substanz der Verträge, um daraus Verpflichtungen liir Staaten abzuleiten. Ihrerseits stellen die Unterzeichner Forderungen auf, unter anderem an,,regierungen und Mitglieder der Gesellschaft... sicherzustellen, dass nationale Gesetze und Politik das Menschenrecht auf Leben von der Empflingnis an." Begleitung von Personen mit Identitätskonflikten, insbesondere solcher, die Probleme mit ihrer Homosexualität haben.,,wüstenstrom" hilft nach eigenen Angaben,,homosexuellen Menschen, die unter seelischen Konflikten leiden und einen Ausweg aus ihrer inneren Zerrissenheit suchen". Beide machen also Arbeit gegen den Strom der veröffentlichten Meinung, die Homosexualität für unabänderlich und Therapieangebote für unverantwortlich hält. Entsprechend heftig reagiefien Homosexuellenorganisationen auf die Preisverleihung. Vonholdt und Hofmann spüren diesen Gegenwind ständig und arbeiten trotz zahlreicher persönlicher Angriffe und Unterstellungen weitel um Menschen in seelischen Konflikten und Krisen zu helfen. Der Förderpreis würdigt auch diese Standfestigkeit. Beide waren übrigens schon mehrfach zu Vorträgen und Seminaren in Osterreich. OSZE fordert Moßnohmen gegen Diskriminierung von Christen im Westen Wie europe4christ (www.europe4christ.net) berichtet, hat am 11. Juli 2011 die Parlamentsversammlung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) die Mitgliedsstaaten aufgeforderl, gegen Intoleranz und Diskriminierung von Christen vorzugehen. Die Versammlung,,ruft die Medien dazu auf, keine Vorurteile gegen Kirchen zu verbreiten und gegen negative Stereotype vorzugehen". Die Kirchen werden aufgerufen,,,ihre Teilnahme am öffentlichen Leben fortzuflihren, die zum Schutz der Würde aller Menschen und zu Freiheit und gesellschaftlichem Zusammenhalt beiträgt". Europe4christ würdigt die Klarheit des Dokumentes,,in Anbetracht der Tatsache, dass nicht einmal allen Christen die Entwicklungen... voll bewusst sind und wie sich diese Entwicklungen, besonders in der Gesetzgebung, auf sie auswirken werden." Auszeichnungen für Vonholdt und Hofmonn Wie der Informationsdienst der deutschen Evangelischen Allianz (www.idea.de) und das christliche Informationsforum Medrum (www.medrum.de) berichteten, vergab die der Kirchlichen Sammlung um Bibel und Bekenntnis Bayem nahestehende Christliche Bildungsstiftung erstmals einen Förderpreis. Preisträger sind die Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin Dr. Christl Vonholdt vom Deutschen Institut fiir Jugend und Gesellschaft (DIJG; und DSA Markus Hofmann von der Seelsorge- und Beratungsorganisation Wüstenstrom (wrvw.wuestenstrom. de). Vonholdt wird für ihre Grundlagenarbeit über die Zusammenhänge von ldentität, Entwicklung und Homosexualität geehrl. Diese Zusammenhänge seien wesentlich fiir die christliche Bildungsarbeit, heißt es in der Begründung. Hoffirann erhält die Auszeichnung flir die rfüi rrfi{ ka!n res5,, $Ilt P: & I '/ rfi.-m,n0ff101t emtfrror&$mkrlb

5 ABCÖ-teitu n gskreissitzu n g ouf Schloss Tollet/Oö. Am l5.oktober 2011 traf sich - bei strahlendem Schönwetter - der Leifungskreis des ABCÖ zu einer Sitzung auf Schloss Tollet bei Grieskirchen in Oberösterreich. Dieses Schloss gehörle in der Reformationszeit dem evangelischen Adelsgeschlecht der Jörger, das sich damals um die Förderung der Evangelischen Kirche in Oberösterreich und Niederösterreich sehr verdient gemacht hat. Leider wurde dieses Adelsgeschlecht im Zu,ge der Gegenreformation von Kaiser Ferdinand II. fast zur Gänze enteignet, einer der Jörger verstarb in dieser Zeitsogar in Festungshaft in Passau. Nach Abhaltung der Leitungskreissitzung begrüßte der Vorsitzende einige weitere Gäste aus Oberösterreich und hielt anschließend im reichlich mit Stuck verzierten "Jörgersaal" eine kurze Rede über den ABCÖ. In der Folge berichtete Herr Pfarrer Mag.Fritz Neubacher vom Werk fiir Evangelisation und Gemeindeaufbau der Evangelischen Kirche in einem Power-Point-Vortrag über "Neue Wege der inneren Mission" mit höchst interessanten Erkenntnissen zu diesem Thema. Innere Mission ist eine Zukunftsfrage unserer Kirche - Interessierte können sich an Herrn Pfarrer Mag.Fritz Neubacher, pa Werk ftir Evangelisation und Gemeindeaufbau in der Evangelischen Kirche in Österreich, Mitterweg 4,4522Sierning, wenden. Danach versammelten sich die Teilnehmer zu einer Führung durch die Räum- I ichkeiten des Schlosses mit interessanten Informationen zu Geschichte und Architektur. Zum Abschluss gab es einen gemütlichen Ausklang bei einem italienischen Buffet. Mag.Rudolf Jindrich

6 Vöter und Mütter im Glouben Ludwig Schworz Frankfuit am Main und waren dorl in sechs Generationen in unmittelbarer Folge evangelische Pfarrer. Es gab in der Familie eine geprägte positive Pfar:rertradition. Der Vater des Kurators war aus Frankfurl ausgewandert, hatte in Wien ein Handelshaus gegründet und hatte in den Napoleonischen Kriegen ein Schiff mit Salpeter beladen durch die Kontinentalsperre geschmuggelt. A1s Dank wurde er vom Kaiser in den Adelsstand erhoben und reichte ein Wappen ein zur Bewilligung mit dem Schiff, siehe unteres Wappenfeld und in dem oberen Feld ein schwarzer Arm mit einem Hirlenstab. das ist der Arm des evangelischen Pfarrers im schwarzen Talar. Dazu gehört das Jesusworl: Weide meine Schafe. Ludwig Schwarz ca Vorgeschichte der Gründung diokonischer Einrichtungen Am 28. November I863 wurde in Görz Ludwig Schwarz als evangelischer Pfarrer in eingeflihrt. Sein Alter: 28 Jahre, unverheiratet, aufgewachsen in Melk als zweiter Sohn des Wasserbauingenieurs Ludwig Schwarz zusammen mit sechs weiteren Geschwistern. Aus der Kindheit ist ein Gebet des kleinen Ludwig überliefert:,,lieber Vater im Himmel, gewähre mir die Bitte den Armen zu helfen und viel Gutes zu tun". Nach dem Besuch des Gymnasiums in Melk studierte er evangelische Theologie in Wien, Leipzig und Jena. Nach seinem E- xamen wurde er zunächst Pfarrer in Nasswald und bewarb sich von dort auf die ausgeschriebene Pfarrstelle nach Görz. Auf einem Bild aus der Görzer Zeit zeigt er sich als schlank, groß gewachsen, dunkle Haare und ernstes Gesicht. Er hat noch ein studentisches Flair. Görz, eine sehr kleine evangelische Pfarrgemeinde. Bei Dienstbeginn von Pfarrer Schwarz zählte die Pfarrgemeinde 172 Gemeindeglieder. Diese wohntet zum größeren Teil in und um Görz aber auch in dem politischen Gebiet der gefürsteten Grafschaft Görz - Gradisca. Bis zum Jahre 1860 wurde das Görzer Gebiet von dem evangelischen Pfar:ramt Triest betreut, nun waren sie eine selbständige Pfarrrgemeinde. Der neue Pfarrer hatte wenige Gemeindeglieder seelsorgerlich zu betreuen, musste aber bei den Dienstreisen große Entfernungen zurücklegen. Die Gemeinde hatte 1863 mit dem Bau einer Kirche begonnen, der Rohbau war errichtet, stand aber für Gottesdienste noch nicht zur Verfügung. Als Kurator stand ihm zur Seite der Großindustrielle Hektor Freiherr Ritter von Zdhoty. Seine Vorfahren kamen aus Wappenbild von Freiher-r Ritter von Zähony Auch wenn die Nachfahren keine Pfar:rer mehr waren, so wollten sie doch diese Familientradition in Ehren halten. Für Ludwig Schwarz war dies sicher wertvoll, einen Kurator mit dieser Familientradition an der Seite zu haben. Warum hatte sich die Familie Ritter in Görz niedergelassen? Einerseits brauchten sie die Wasserkraft des Isonzo, der ihnen verlraglich zl 90oÄ zur Verfligung stand, zum Betreiben der Fabriken, andererseits hatte sich Triest zum Hafen der Donaumonarchie entwickelt, über den die Produkte der Fabriken in aller Welt verschifft werden konnten. Sei nicht zögerlich, wenn du etwas Neues beginnst. Es ist, als ob Ludwig Schwarz den obigen Spruch beherzigte in seiner Görzer Tätigkeit. Im März 1864 kam es zur Gründung eines Gustav Adolf Frauenvereins, der sich der Finanzierung der Inneneinrichtung der neuen Kirche annehmen sollte. Die Frauen gingen von Anfang an fleißig ans Werk und sammelten Gelder flir die Innenausstattung der neuen Kirche. Bereits im Sommer I864 konnte die Kirche eingeweiht werden. Ebenfalls im Mdrz 1864 wurde die Gründung einer Elementarschule beschlossen. Der nun frei werdende Betsaal wurde unverzüglich umgebaut zur neuen Elementarschule. Der Kirchenvorstand schrieb die Lehrerstelle aus. Von 11

7 Bewerbungen, die eintrafen, fiel die Wahl auf den aus Wiener Neustadt gebürtigen Lehrer Emil Kaiseq der noch im gleichen Jahr angestellt wurde. Der neu gegründete Frauenverein beschloss weiters in Görz auch sozial tätig zn werden. Sie kauften Stoffe zur Herstellung von Kleidern flir 50 Gulden und gründeten eine Arbeitsschule flir Mädchen. Die Gattin des neu angestellten Lehrers Kaiser übemahm den Unterricht. Die Mädchen wurden in die Stoffverarbeitung eingeflihrt und nähten aus den vom Verein angekauften Stoffen Kleider flir arme Bewohner in Görz. Noch einen Hinweis auf eine Eintragung im Tagebuch von Ludwig Schwarz. 11. Januar 1864:,,Bei Hektor Ritter zu Mittag gegessen. Familie Escher aus Triest, das heißt Mutter und Tochter waren da". Die Familie Escher stammte aus Zürich, Herr E- scher betrieb ein internationales Handelshaus und frihrten verschiedene Fabriken. Bei der anwesenden Tochter dürfte es sich um Cäcilie handeln der späteren Ehefrau von Ludwig Schwarz. Die Trauung fand 1868 in der reformieften Kirche in Triest statt. Ludwig Schworz und die Allgöuer Erweckungsbewegung Über die geistliche Entwicklung von Ludwig Schwarz zu schreiben ist problematisch, da uns geeignete Unterlagen fehlen. Sicher ist, dass er in seiner Kindheit und Jugend nur wenige Kontakte mit evangelischen Gemeinden hatte. In Melk gab es noch keine evangelische Pfarrgemeinde. Die katholische Mutter nahm den Sohn oft an Sonntagen mit in die Messe. So ist es verwunderlich, dass er sich bei der Berufswahl der evangelischen Theologie zuwandte um evangelischer Pfarrer zu werden. Uber besondere geistliche Eindrücke im Studium ist uns nichts bekannt. In Görz begann er seinen Pfar:rdienst sehr forsch, vielleicht wollte er damit Unsicherheiten in Glaubensfragen kaschieren. Einer Besucherin der Gottesdienste muss dies aufgefallen sein. Sie schenkte ihrem Pfarrer ein Buch, herausgegeben von Johannes Goßner mit dem Titel:,,Martin Boos, der Prediger der Gerechtigkeit, die vor Gott gilt." Martin Boos ( ) ist der Begründer der katholische Allgäuer Erweckungsbewegung. Er war durch das Zeugnis einer sterbenden Bauersfrau auf den Tod Jesu am Kreuz als Opfer flir unsere Sünden aufmerksam gemacht worden und entschloss sich im Kreuz Jesu die alleinige Gerechtigkeit zu sehen, die vor Gott gilt und dieses auch so zu predigen. Er sammelte in Bayern Kapläne und Pfarrer um sich, die nun vollmächtig zu Christus riefen. In der katholischen Kirche erregte dies Aufsehen, da die guten Werke und der Verdienst der Heiligen zurückgestellt wurden und die kirchliche Obrigkeit begann die Bewegung zu verfolgen. Sie ließen sich aber nicht einschüchtern und so wurde beschlossen alle, die sich zu dieser Bewegung halten, aus Bayern zu entfernen. Martin Boos erhielt einen Ruf nach Gallneukirchen bei Litz, eir.er 4000 Seelen großen Gemeinde, wo er als röm. katholischer Pfarer wirkte. I 81 0 kam es in Gallneukirchen zu erner Erweckung. Bald taten sich auch in Gallneukirchen Feinde dieser Bewegung zusammen und erreichten es, der Martin Boos Osterreich verlassen musste und den Rest seines Lebens in Deutschland im Rheinland verbrachte. Zurück blieben die Boosianer in Gallneukirchen, von denen einige zur evangelischen Kirche übertraten. Als Ludwig Schwarz das Buch über Marlin Boos las und von dem Inhalt tief ergriffen wurde, lag die Zeit der Wirksamkeit von Boos in Gallneukirchen schon über 50 Jahre zurück begann Ludwig Schwarz das neue Jahr mit der Tagebucheintragung:,,Das fünfte Jahr meines Görzer Amtes, das dritte Jahr meines Heils". Er hatte in der Botschaft des Buches sein Heil in Christus gefunden, das eine neue Zählutg seiner Lebensjahre eröffnete. Die Predigten von Ludwig Schwarz erhielten nach seinem Erfassen der Gerechtigkeit aus dem Glauben an Jesus eine neue Ernsthaftigkeit. In seinem Tagebuch erfahren wir, dass er in dieser Umbruchszeit eine Predigt hielt über Johannes 21, 1-14, der Auferstandenen erscheint den Jüngern am See Genezareth. In der Geschichte fragt Jesus den Petrus drei Mail,,hast du mich Iieb" und erteilt nach der Antwort den Neuen Lebensauftrag:,,weide meine Schafe". Ludwig Schwarz scheint darauf hingewiesen haben, dass wir in unserer Zeit eine eindeutige Antworle auf die Frage Jesu,,hast du mich lieb" finden müssen. In einem Fall ist uns eine solche Antwort eines Görzer Gemeindeglieder überliefert. In ihrem Alter schreibt sie:,,als ich einstmals sinnend den ergreifenden Worten Jesu gegenüberstand (Joh. 21,55),Simon Jona, hast du mich lieber, denn mich diese haben?' und die Antwort des Petrus erwog:,,ja, Her:r, du weißt, dass ich dich liebhabe" und darauf den Auftrag Jesu vernahm:,weide meine Lämmer' da dachte ich: Auch ich liebe den Heiland und möchte seine Lämmer weiden." Diese fiir das ganze Leben gültige Antworl wurde unter der Verkündigung und Seelsorge durch Ludwig Schwarz getroffen. Natürlich erkundigte sich Pfarrer Schwarz, was denn aus der Erweckung in Gallneukirchen geworden sei. Er erhielt Adressen der noch vorhandenen Boosianer, setzte sich brieflich mit ihnen in Verbindung und daraus wuchs der Wunsch, Seelsorger in Gallneukirchen zu werden. Entdeckung der Diokonie in Görz Wir sahen, dass bald nach dem Dienstantritt von Pfarrer Schwarz erste Versuche einer Liebesarbeit in Görz entstand. In der Arbeitsschule wurden Kleider genäht, die an Arme verteilt wurden. Später traf ihn ein innerfamiliäres Schicksal, das ihn tief bewegt hat. Sein Bruder Gustav, Schiffsingenieur, begleitete Erzherzog Ferdinand Maximilian mit den kaiserlichen Truppen nachmexiko, wo Maximilian den Kaiserthron von Mexiko bestieg, sich aber nicht halten konnte, 1867 in Gefangenschaft geriet und zum Tode verurleilt wurde. Gustav erkrankte in Mexiko und kam schwer krank mit anderen Soldaten in Triest an. Der Vater war sofort nach Görz gekommen um nach dem kranken Sohn zu sehen. Im Tagebuch lesen wir:,,10. Juni 1867: morgens von Gustav ein Telegraf, Depesche erhalten.",,11. Juni um 8 Uhr mit Vater nach Triest auf der Bahn...Gustav im Lazareth gesucht und nach langem Waften gefunden.",,17. Juni mit Vater und Gustav abgereist (Cilli - Wien)",, 14. August Gustav ist wieder in Gör2." Die Behandlung in Wien war ohne Erfolg.,,6. September 1867 bei Gustav zeigen sich Lähmungserscheinungen der Füße". Kttrze Zeit später erlag der Bruder seiner schweren Krankheit. Hier lernt Ludwig Schwarz mit Leid umzugehen, eine wichtige Erfahrung wurden in Görz eirrige Lazarette eingerichtet für verwundete Soldaten der österreichischen Arme, die im Westen mit den Truppen des königlichen

8 Italien im Kampf lagen. Damals gehörte Venetien noch zu Österreich. Pfarrer Schwarz wurde die Seelsorge e- vangelischer Soldaten in den Lazaretten übertragen. Damals brach unter den Truppen die Cholera aus. Im Tagebuch lesen wir:,,12. August 1866: im Garnisonsspital gewesen..",,,13.august: im Gamisonsspital und dort Cholerakranke gefunden (8), deren Zustand wirklich traurig war. Außer ihnen waren drei ihrer Epidemie erlegen. Es galt bei diesem Besuch einen eigentümlichen horror morbi zu überwinden." Horror morbi ist die Angst vor der Krankheit. Er begegnete ansteckenden Krankheiten, die bei Ansteckung auch flir ihn tödlich sein konnten.,,besuch im Truppenspital, Kärntner getroffen.",, 6. September 1866: 5 Cholerakrake besucht.",,9. September: Im Spital gewesen und erfahren, dass alle Cholerakranke gestorben seien" Mitte September erhalten die Cholerakranke ein eigenes Lazarett.,,Mitte September bis Ende Oktober täglich in den Spitälern. Viele Tote. Viele evangelische Soldaten werden seelsorgerlich betreut." Ludwig Schwarz hat seinen Horror vor ansteckenden Krankheiten überwunden ist täglich im Spital und den Lazaretten unterwegs um mit den Patienten zu sprechen. Pfar:rer Ludwig Schwarz beginnt sich emsthaft mit der Schaffung von Liebeswerken zu befassen. Hier aus dem Tagebuch:,,18. Mai 1868: Vorstandssitzung des Frauenvereins...(mit den Frauen des Vorstandes)..einen großen wichtigen Plan wieder aufgenommen und besprochen, die Gründung einer Diakonissen Erziehungsanstalt flir Mädchen." Er meint wohl die Gnindung eines Mutterhauses ftir Diakonissen.,,3 1. Juli Mein Geburlstag. Mit Carl von Ritter ein eingehendes Gespräch über die Berufung zweier Diakonissen." Auch hier tauchen wieder Diakonissen auf. Am 15. Februar traut er Graf La Tour mit Elvine Ritter, ab jetzt Gräfin Elvine de La Tour. Gegen Ende seiner Görztätigkeit werden die Besuche bei Gräfin La Tour intensiver. Auch sie beschäftigt sich mit der Frage nach der Diakonie. Ludwig war 72 Jahre älter als sein Bruder Ernst. Beide waren lebenslang miteinander verbunden und haben sich gegenseitig beraten. Der große Bruder Ludwig war zu Beginn das große Vorbild für Ernst, auch in seiner Berufswahl. Er entschied sich auch flir ein Studium der evangelischen Theologie und wurde evangelischer Pfarrer. Die Brüder pflegten in der Görzer Zeit einert intensiven Austausch, der auch die Glaubenskrise zu Beginn der pfar:ramtlichen Tätigkeit von Ludwig einschloss. Die Entscheidung des großen Bruders zu einer eindeutigen Christusnachfolge wurde von Ernst geteilt. Beide wurden dem Pietismus zugerechnet. Löhe hat im Band flinf der gesammelten Werke über die Gründerpersönlichkeiten der Inneren Mission geschrieben:,,die sogenannten Pietisten sind es, eitel geistliche Pfar:rerskinder, Pfarrerkreise. Die ganze äussere, die ganze innere Mission wird nur von diesen Pfarrerkreisen getragen..." Die Bnider Schwarz lebten einen lebendigen Bibelglauben, waren missionarisch interessiert, kannten eine Bekehrung in ihrem Leben und hielten viel vom Gebet, auch vom gemeinsamen Gebet. Die Nachfolge Jesu im Alltag stand in der Mitte ihres Christsein. Wos entwickelte sich noch der Görzer Zeil? Ernst Schwarz Elvine de La Tour Der Bruder Ernst Schworz 1871 wechselte Ludwig Schwarz von Görz nach Gallneukirchen bei Linz. Seine eigentliche Gründerzeit drakonischer Einrichtungen begann., ebenso bei seinem Bruder Emst nahm Pfar:rer Emst Schwarz in Waiern erste Kinder auf in sein Haus. Ebenfalls 1873 begann Gräfin La Tour durch die Aufnahme von Mädchen eine Kinderarbeit. Ludwig Schwarz in Gallneukirchen begann 1874 eine Kinderarbeit in Gallneukirchen. Aus allen drei Anftingen entwickelten sich bedeutende diakonische Werke. Sie entwickelten sich auch in der Vielfalt diakonischer Aufgaben. Sowie einst die Gebnider Schwarz und Gräfin La Tour sich ratend ein Leben langzur Seite standen, so halten auch in unserer Zeit die Werke zusammen. In Gallneukirchen konnte Pfarrer Schwarz seinen Lieblingstraum verwirklichen und ein Diakonissenmutterhaus ins Leben rufen. Heute werden im diakonischen Werk Gallneukirchen etwa Mitarbeiter beschäftigt. Die Werke Treffen und Waiern haben eine Betriebs Gesmbh gegründet mit dem Namen Diakonie de La Tour und beschäftigen zusammen Mitarbeiter. Auf der Arbeit lag Gottes Segen. Rektor i. R. Roland Ratz

9 Evongelische Synode A.B. vom 25.bis 2T.Oktober ouf Schloss Seggou bei Leibnitz in der Steiermork Anderung der Kirchenverfossung Einführung eines neuen "Kirchenpresbyteriums" Die Evangelische Kirche A.B. hat einige Abänderungen der Kirchenverfassung beschlossen. So wurde ein so genanntes "Kirchenpresbyterium" eingeführ1, der bisherige Synodalausschuss fiillt weg. Dem Kirchenpresbyterium gehören die Superintendent/innen, die Superintendentialkurator/innen, die Mitglieder des Oberkirchenrates und der Synodenpräsident an. Die Aufgabe dieses Kirchenpresbyteriums sollen längerfristige strategische Planungen flir die Kirche sein. Einige Aufgaben des Synodalausschusses - wie etwa die Budgetverantwortung - gehen nunmehr an die Synode. Kommentor: Durch die Einflihrung des neuen Kirchenpresbyteriums neben dem schon bestehenden Oberkirchenrat werden die Probleme der Evangelischen Kirche sicher nicht ge- Iöst. Im Gegenteil: es fallen neben den Kosten des Oberkirchenrates nun auch die Kosten des neuen Kirchenpresbyteriums an. Die Evangelische Kirche verlierl pro Jahr Mitglieder im Ausmaß von ca. einer Pfarrgemeinde (gerechnet mit etwa bis Personen). Bei derart fundamentalen Problemen können solche Struktur:reformen nicht (mehr) helfen. Da ist vielmehr konsequente innere Mission an jenen ca. 90 oä der Pfarrgemeindemitgliedem nötig, die sich kaum oder nie in den Gottesdiensten sehen lassen und möglicherweise latent austrittsgefährdet sind. Das lehrt uns schon die Heilige Schrift: ohne Mission, ohne Evangelisation ist die Kirche unweigerlich zum Sterben verurteilt. Verobschiedung einer Orientierungshilfe zum Verhöltnis Christentum und lslom Die Generalsynode der Evangelischen Kirche hat eine umfangreiche Orientierungshilfe zum Verhältnis zwischen Christen und Muslimen in Österreich beschlossen. Nach den Aussagen der Autoren versucht die Orientierungshilfe, sowohl das Selbstverständnis des Islam als auch das von evangelischen Christen darzustellen, Unterschiede und komplexe Sachverhalte aufzuzeigen, Vorurteile nicht weiterzufi.ihren und Begegnungen mit dem Islam vor Ort zu unterstützen. Kommentor: Wer den Umfang dieser,,orientierungshilfe" gesehen hat (1 15 Seiten), hat wohl ein längeres Studium dafür nötig. Es werden wohl nur wenige Interessierte die Zeit finden, sich da durchzulesen, wahrscheinlich wird das Werk fniher oder später in den meisten Pfarrgemeinden verstauben. Schade, dass die Chance verabsäumt wurde, die wesentlichen Unterschiede zwischen Christentum und Islam kurz und prägnant atfztzeigen - z.b. im Gottesbild oder in der Bewertung von Christus und Mohammed. Wahrscheinlich konnte man auch wegen theologischer Auffassungsunterschiede nicht zu einer eindeutigen und gemeinsamen Position zum Thema Islam finden. Synode H.B. zur Sterbehilfe Michoel Meyer und Heinrich Benz in den Oberkirchenrot gewöhlt Resolution für Christen in lndonesien: Das Thema Sterbehilfe war Inhalt der evangelisch-reformierten Synode, die in Oberwarl in Burgenland tagte. Professor Ulrich Kör1ner stellte den Delegierten aus den reformierten Gemeinden Österreichs die Orientierungshilfe der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) mit dem Titel "Leben hat seine Zeit, und Sterben hat seine Zeit" vor. Leider konnten wir in der Kürze bis zum Redaktionsschluss des Rundbriefes keine Bewertung durchflihren, wir sind aber für Leserbriefe hier dankbar. Weiters wurden von der Synode H.B. auch zwei Oberkirchenräte gewählt, nachdem die Oberkirchenrätin Helene Horwath verstorben war und der Oberkirchenrat Richard Schreiber sein Amt zurückgelegt hatte. Es wurden der Dornbirner Pfarrer Michael Meyer zum geistlichen Oberkirchenrat sowie der fhihere AHS-Lehrer Heinrich Benz aus Linz zum weltlichen Oberkirchenrat gewählt. Die Synode H.B. verabschiedet auch eine Resolution, in der die Unruhen gegen Christen in Indonesien verurleilt werden. Die dortige Regierung wird aufgefordert, die Religionsfreiheit zu achten, die Unruhestifter zur Rechenschaft zu ziehen und Christen und ihre Einrichtungen besser zu schützen. Das Feiem von Gottesdiensten und die Möglichkeit, Kirchen zu errichten, seien stark eingeschränkt, Angehörige christlicher Kirchen würden teilweise vertrieben und ermordet. Hohe stootliche Auszeichnung für den früheren Londeskurotor Horst Lottinger Mit dem Großen Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Oster:reich wurde der ehemalige Lande.s(kirchen)kurator der Evangelischen Kirche A.B. in Oster:reich Horst Lattinger von der Steiermärkischen Landesregierung ausgezeichnet. Bischof Dr. Michoel Bünker zur Bonkenund Finonzkrise: Europöische lntegrotion nicht ouf Wirtschoftsthemen reduzieren Gerade in einer Zeit, in der Europa durch die anhaltende und sich verschärfende Banken- und Finanzkrise geftihrdet sei, sei die Frage wichtig, welchen Beitrag der Pro-

10 testantismus zu einem zusammenwachsenden Europa leiste, sagte Bischof Bünker in seinem Bericht. Die e- vangelischen Kirchen hätten gemeinsam mit den anderen Kirchen immer betont, dass die europäische Integration keinesfalls ausschließlich auf den Bereich der Wirtschaft reduzierl werden könne. Kommentor: In diesem Punkt kann man Bischof Bünker durchaus zustimmen. Wenn anstatt Gott und seinen Geboten Wirtschaft und Wohlstand die obersten Werle der EU sind und wenn der Mammon zum Götzen gemacht wird, wird die Staatengemeinschaft unweigerlich früher oder später scheitern. Die Finanz- und Wirtschaftskrise, die wir derzeit erleben, hat ihren Ursprung in einer gewaltigen,,moralkrise", die mit enorner krimineller Energie an Gieq Betrug und Komrption zu Tage getreten ist. Bildungsongebote der Kirche ietzt ouch in gedruckter Form Die "Bildungsangebote für haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Evangelischen Kirche in Osterreich" gibt es jetzt auch in gedruckter Form. Dieses "Programm" soll an alle Pfarrgemeinden gesendet werden, damit es auch jene haben, die keinen Zugarrg zum Intemet haben. Die Broschüre kann bei Bedarf und Verfligbarkeit unter bestellt werden. Weltki rchen rot u nterstützt koptische Christen Der Weltkirchenrat unterstützt die ägyptischen Christen. Die Kirchen verurteilen die gewalttätigen Auseinandersetzungen, die im Oktober gegen koptische Christen begangen wurden, erklär1e Generalsekretär Olav Fykse Tveit in Genf. Die religiösen Konflikte könnten nur durch den entschlossenen Widerstand der Menschen in Agypten, Christen und Muslimen gleichermaßen, gestoppt werden. In einer Erklärung im O_ktober hat auch der Okumenische Rat der Kirchen in Osterreich seine Solidarität mit den koptischen Christen zum Ausdruck gebracht, die Generalsynode der Evangelischen Kirche A.u.H.B. in Österreich hat sich bei ihrer Sitzung in Leibnitz am 25. Oktober ebenfalls mit den koptischen Christen solidarisch erklärt. Kommentar: Die koptischen Christen in Agypten sind derzeit einer schweren Verfolgungswelle durch radikal eingestellte Islamisten ausgesetzt. Tausende Kopten haben das Land in den letzten Monaten schon verlassen. Mag.Rudolf Jindrich, ABCO-Vorsitzender, Evangelische Pfarrgemeinde Rutzenmoos Hinweis: Als Grundlage dienten Berichte des epd - E- vangelischen Pressedienstes der Evangelischen Kirche in Osterreich, die Kommentare enthalten die Ansicht des Verfassers. Die Dömme bröckeln Im Jänner dieses Jahres wandten sich acht emeritierle deutsche Bischöfe, durchwegs hochkarätige Theologen wie etwa der Lübecker Neutestamentler Ulnch Wilckens und die Landesbischöfe Theo Sorg und Gerhard Maier, in einem offenen Brief an die Mitglieder der Landessynoden mit der flehentlichen Bitte, dem 39 des soeben beschlossenen neuen Pfarrdienstgesetzes der EKD in der vorliegenden Form ihre Zustimmung zu ver-weigeln, genauer gesagt nicht dem Text des eigentlichen Paragraphen, sondem der angefligten,,begründung".ein bislang beispielloser Vorgang, dessen Signalwirkung noch nicht abzuschätzen ist. Gegen den Wortlaut des 39,,,,(1) Pfarrerinnen und Pfarrer sind auch in ihrer Lebensflihrung im familiären Zusammenleben und in ihrer Ehe an die Verpflichtungen aus der Ordination ( 3 Absatz 2) gebunden. Hierflir sind Verbindlichkeit, Verlässlichkeit und gegenseitige Verantwortung maßgebend" ist ja in der Tat nichts einzuwenden. In der,,begründung" aber wird die Katze aus dem Sack gelassen. Da heißt es: Der Begriff,,familiäres Zusammenleben" ist hingegen bewusst weit gewählt. Er umfasst nicht nur das generationsübergreifende Zusammenleben, sondem jede Form des rechtsverbindlich geordneten Zusammenlebens von mindestens zwei Menschen, das... den... inhaltlichen Anforderungen Verbindlichkeit, Verlässlichkeit und gegenseitige Verantwortung genügt. Soweit diese Anforderungen erfrillt sind, bleibt es den Gliedkirchen und gliedkirchlichen Zusammenschlüssen überlassen, ihr eigenes Profil flir die Anwendung von 39 Abs. 1 zu entwickeln und die Norm auf diese Weise näher auszugestalten. Was die Gliedkirchen da,,zu entwickeln und auszugestalten" ermutigt werden, wird im nächsten Absatz konkretisierl: Damit ermöglicht es Absatz 1 den Gliedkirchen und gliedkirchlichen Zusammenschlüssen insbesondere, ihre jeweilige, häufig in engagierten Diskussionen erungene Praxis zum Umgang mit Eingetragenen Lebenspartnerschaften ohne erneute Diskussion forlzusetzen. Besondere Bedeutung besitzt in diesem Ztsammenhang die Empfehlung der Bischofskonferenz der VELKD ftilr den dienstrechtlichen Umgang mit Eingetragenen Lebenspartnerschaften und gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften von Pfamern und Pfarrerinnen... lm Klartext: diese Formulierung ermöglicht es den Gliedkirchen, das Zusammenleben homosexueller Paare im Pfarhaus auf eine dienstrechtliche Basis zu stellen. Ein Weg, den die bayerische Landessynode auch beschritten hat. Ein in der Tat unerhörter Vorgang, und entsprechend heftig waren auch die Reaktionen, vor allem seitens der ABC in Bayern. Angesichts der Gefahr, dass ähnliche Beschlüsse in anderen Landeskirchen die EKD an den Rand einer Kirchenspaltung bringen könnten, warb der bekannte Evangelist Ulrich Parzaty (,,ProChrist") fi.ir eine Schrift mit dem Titel,,Für die Freiheit des Glaubens und die Einheit der Kirche". In dieser Schrift entwickeln namhafte Theologen - u.a. Altbischof Prof. Dr. Ulrich Wilckens (Lübeck), Oberkirchenrat i.r. Klaus Baschang (Karlsruhe), Prof. Dr.Dr. Rainer Mayer (Stuttgart), Prof. Dr. Reinhard Slenczka (Erlangen) -,,Sieben aktuelle Grundaussagen l0

11 des christlichen Glaubens" mit ausflihrlichem Kommentar und der Einladung zu einem gemeinsamen Zeugnis. In der Einleitung verweisen die Autoren auf eine Bekenntnisnot in den Kirchen und Gemeinden, einen,,zwiespalt, der so tiefgehend bisher nicht wahrgenornmen wurde". Auch wenn sie die,,neueren Diskussionen und Beschlüsse zum landeskirchlichen Pfarrerdienstrecht" als den Stein des Anstoßes benennen, so greifen sie doch wesentlich tiefer:,,dabei geht es keineswegs nur um theologische Richtungen und kirchenpolitische Entscheidungen, auch nicht nur um sexualethische Fragen, die sich in den Vordergrund gedrängt haben. Vielmehr hat sich gezeigt, dass es um die Wahrheit der Heiligen Schrift geht und um ihre Autorität für Clauben und Leben aller Christen... Seit langem schon wird in unseren Kirchen und Gemeinden die zentrale Heilsbedeutung des Todes Christi und seiner Auferstehung bestritten und behauptet, sie seien für heutige Christen unannehmbar. Dagegen haben sich kaum ein Bischofoder Synoden zur Wehr gesetzt. Aber diese Grundaussagen der Heiligen Schrift sind auch heute die entscheidende Mitte des christlichen Glaubens und der tragende Grund der Bekenntnisse der Kirche. Darum müssen sich die Christen zusammentun, gemeinsam dafür werben und notfalls auch dafür streiten, dass die Bekenntnisse der Kirche Jesu Christi neu emstgenommen werden. Leider spiegelt sich dieser universelle Ansatz in den,,sieben akruellen Grundaussagen" nicht wider. Sie orientieren sich weitgehend am Anlass der dienstrechtlichen Sanktionierung gleichgeschlechtlicher Beziehungen im Pfarrhaus. Doch auch in dieser Engfiihrung haben die Sätze Gewicht und den Mut, lrrlehre auch als solche zu benennen. Einige Beispiele: o Wenn die Ehe nur als eine,,lebensform" neben anderen zu beliebiger Wahl behauptet wird, dann ist das falsche Lehre. o Die Behauptung, eine eingetragene Lebenspartnerschaft sei gleichwerlig mit der Ehe, ist Irrlehre. Denn die gleichgeschlechtliche Lebensparlnerschaft kann die biblisch bezeugte Gottebenbildlichkeit des Menschen so wenig abbilden wie das tiefe Geheimnis der Verbindung von Christus und seiner Gemeinde nach Eph 5. Darum ist es eine Verflihrung zur Irrlehre, wenn unter der Überschrift,,Ehe und Familie" in dem 39 des EKD-Pfandienstrechts in einem einzigen Satz,,Ehe" und,,familiäres Zusammenleben" einfach nebeneinander gestellt werden und die Erläuterung dazu ausdrücklich erklärt, diese Bestimmung umfasse auch gleichgeschlechtliche Lebenspartnersch aften. o Es ist falsche Lehre, wenn behauptet wird, berufene und ordinierte Diener am Evangelium seien zu keiner besonderen Vorbildlichkeit in ihrer Lebensführung verpflichtet und könnten ein angebliches Menschenrecht zum Leben nach eigenem Gutdünken flir sich in Anspruch nehmen. o Es ist lrrlehre, wenn behauptet wird, die Heilige Schrift habe zur Homosexualität unter heutigen Bedingungen nichts zu sagen. Auch die Behauptung, Jesus habe zur Homosexualität nichts gesagt, ist schlicht irrig: Er hat die Ehe-Ethik des Alten Testaments sogar noch verschärft.... Selbstverständlich erfolgt Schriftauslegung immer im Kontext gesellschaftlicher Verhältnisse. Es ist aber ein Unterschied, ob sie problematische Anderungen gesellschaftlicher Verhältnisse zusätzlich begünstigt oder ob sie solchen Anderungen mit biblischen und kirchlichen Gründen entgegentritt. Neuerungen im staatlichen ll Recht können nicht Veränderungen in der Auslegungstradition der Kirche begninden oder gar erzwingen. Sehr lesenswert ist der Kommentar, in der bibelwidrige Entwicklungen in der EKD ausflihrlich dokumentiefi werden. Die gesamte Schrift kann unter oder unter heruntergeladen werden. Richtungsweisend an dieser Initiative aber ist die Einladung, sich in einer Selbstverpflichtung an die Bibel als Norm für Verkündigung und Lehre zu binden - eigentlich eine Selbstverständlichkeit! - und dies der Kirchenleitung zur Kenntnis zu bringen. Solcherart zu dokumentieren, dass man bekenntniswidrigen Synodenbeschlüssen schlicht den Gehorsam ver-weigert, ist zumindest ein bedenkenswerler Versuch. Nun hat es in unserer Kirche ein vergleichbares dienstrechtliches Argemis - noch! - nicht gegeben. Aber die stillschweigende Duldung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften im Pfarrhaus ist nur eine Etappe auf dem Weg dahin. Wenn in solch fundamentalen ethischen Fragen erste Risse auftreten, ist der endgültige Dammbruch und damit eine Zer:reißprobe flir die Kirche nur mehr eine Frage der Zeit. Und es ist das Gebot der Stunde, die Folgen bekenntniswidriger Beschlüsse flir die Einheit der Kirche in aller Deutlichkeit klar zt machen. Dabei mag auch eine solche,,selbstverpflichtung" gebührend dokumentiert durchaus hilfreich sein. Prof. Mag. Wilfried Kerling, Kurator der Evangelischen Muttergemeinde Gmunden/O.ö. österreirhische Bibelgesellsrhoft

12 Arbeitsgemeinschoft Bekennender Christen in Österreich (ABCÖ) Moil: Mortin - Luther - Str. 7l 8970 Schlodming AUF FESTEM GRUND Österreichische Post AG Info. Moil Entgelt bezohlt Verlogspostomt: 4844 Regou Retouren on: ABCÖ, Postfoch 45, 4840 Vöcklobruck Empfönger/Anschrift:

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