Die Arbeit mit dem Expertenstandard Dekubitusprophylaxe in der Praxis

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1 Bund-Land-Konferenz Dekubitusprophylaxe (DEK) Berlin Die Arbeit mit dem Expertenstandard Dekubitusprophylaxe in der Praxis Dipl.-Pflegewirtin Petra Blumenberg Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) Hochschule Osnabrück

2 Gliederung Das Instrument Expertenstandard Methodisches Vorgehen des DNQP Die Implementierung des Expertenstandards in der Praxis Erkenntnisse

3 Expertenstandards sind ein professionell abgestimmtes Leistungsniveau, das dem Bedarf und den Bedürfnissen der damit angesprochenen Bevölkerung angepasst ist und Kriterien zur Erfolgskontrolle mit einschließt. Professioneller Abstimmungsprozess in Expertenarbeitsgruppe, auf der Konsensus-Konferenz und im Rahmen der modellhaften Implementierung Instrument der Professionalisierung durch die explizite Verständigung auf Ziele und Begründungen beruflichen Handelns Beziehen sich immer auf komplexe und interaktionsreiche Pflegehandlungen

4 Zentrale Funktionen von Expertenstandards in der Pflege (vgl. ICN 1991/2004) Berufliche Aufgaben und Verantwortungen definieren Innovationen in Gang setzen (Paradigmenwechsel) Theorie-Praxis-Transfer (Aufbereitung wissenschaftlicher Erkenntnisse, Implementierung) Interne Qualitätsentwicklung Grundlage für den interdisziplinären Dialog

5 Methodisches Vorgehen des DNQP Entwicklung Konsentierung Implementierung Aktualisierung Identifikation der vorliegenden Evidenz Beschreibung des professionellen Leistungsniveaus Professionelle Abstimmung über das Leistungsniveau: In der Experten-AG Auf der Konsensus- Konferenz Im Rahmen der Implementierung Evaluation der Machbarkeit und der Bedingungen für eine erfolgreiche Implementierung in unterschiedlichen Settings Überprüfung des aktuellen Stand des Wissens unter Berücksichtigung von Implementierungserfahrun gen

6 was passiert in der Praxis? Theorie-Praxis-Transfer Auseinandersetzung mit wissenschaftsbasierten Inhalten und Transformation der Inhalte in den Praxisalltag Ausgestaltung der allgemeinen (abstrakten) Standardkriterien mit spezifischen Inhalten Systematisierung des Pflegehandelns durch die Umsetzung der Kriterienebenen

7 Aufbau eines Expertenstandards Zielsetzung und Begründung: Zielgruppe und zentrale Inhalte des Standards Struktur Prozess Ergebnis S1 P1 E1 S2 P2 E2 S3 P3 E3 S4 P4 E4 S5 P5 E5

8 Phasenmodell für die Implementierung von Expertenstandards Phase I: Fortbildungen zum Expertenstandard Informations- und Fortbildungsveranstaltungen zum Expertenstandard Phase II: Anpassung an die besonderen Anforderungen Inhaltliche Auseinandersetzung mit den Kriterienebenen des Standards und Prüfung des erforderlichen Anpassungsbedarfs Phase III: Einführung und Anwendung Angeleitete und supervidierte Erprobung des Expertenstandards Phase IV: Datenerhebung Überprüfung der Umsetzung der Kriterien mit einem Audit-Instrument

9 Implementierung des Expertenstandards Dekubitusprophlyaxe in der Pflege Fortbildungen zum Expertenstandard: - Einschätzung des Dekubitusrisikos - Maßnahmen und Hilfsmittel zur Vermeidung eines Dekubitus - Erstellen eines Bewegungsplans - Überprüfung der Wirksamkeit der Maßnahmen Anpassung an die besonderen Anforderungen der Einrichtung - Soll-Ist-Vergleich - Anpassung des bisherigen Vorgehens bzw. Konkretisierung der Standardkriterien Adaption des im Standard beschriebenen Leistungsniveaus an die setting- und zielgruppenspezifischen Bedingungen - Erstellen einer interdisziplinären Verfahrensregelung Erprobung der empfohlenen Handlungsschritte - z. B. neue Risikoeinschätzung Audit - Überprüfung der Zielerreichungsgrade der Kriterienebenen

10 Erkenntnisse aus acht Expertenstandard-Projekten Die klinische Heterogenität von komplexen Interventionen verhindert häufig konkrete evidenzbasierte Empfehlungen es bedarf Implementierungsstudien eine Wirksamkeitsforschung zur Auswirkung von Expertenstandards auf die Pflegequalität kann erst nach erfolgreicher Implementierung durchgeführt werden Für die Implementierung bedarf es ausreichender Ressourcen, (kundiger) Unterstützung durch das Management und des Vorhandenseins eines zentralen Qualitätsmanagements Die Person der Projektbeauftragten sowie die Arbeitsgruppen haben großen Anteil am Erfolg des Projekts

11 Dipl.-Pflegewirtin Petra Blumenberg Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) Hochschule Osnabrück Postfach Osnabrück

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