Festsymposium der Abteilung für Hämatologie und Internistische Onkologie

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1 Presseinformation, 11. Juli Jahre allogene Stammzelltransplantation Festsymposium der Abteilung für Hämatologie und Internistische Onkologie Seit einem Jahrzehnt können Patienten mit akuten und chronischen Leukämien und anderen Knochenmarkserkrankungen aus der Region Ostbayern heimatnah am Universitätsklinikum Regensburg behandelt werden. Ein Symposium für Ärzte und Wissenschaftler, aber auch Patienten und ihre Angehörigen bietet einen Rückblick auf die letzten Jahre und zeigt Entwicklungen in der Stammzelltransplantation, der Pflege, Physiotherapie und der Psychoonkologie sowie aktuelle Forschungsansätze auf. Als Gastredner sprechen Prof. Dr. James LM Ferrara, Direktor des Knochenmarktransplantations-Zentrums in Ann Arbor, Michigan, USA, und Prof. Dr. Hans-Jochem Kolb, Leiter der Stammzelltransplantation am Klinikum Großhadern in München. Beide Wissenschaftler haben das Regensburger Programm maßgeblich begleitet und unterstützt. Entwicklung der allogenen Stammzelltransplantation am Universitätsklinikum Regensburg Die hämatologische Intensivtherapiestation 21 der Abteilung Hämatologie und Internistische Onkologie wurde mit Inbetriebnahme des 4. Bauabschnitts des UKR im Frühjahr 1998 eröffnet: Eine Überdruckbelüftung mit gefilterter Luft, ein ca Zeichen 10 Jahre allogene Stammzelltransplantation, Seite 1

2 Schleusensystem für den Zugang und vor allem ein auf die Versorgung hochgradig abwehrgeschwächter Patienten spezialisiertes Team ermöglichte in Regensburg alle intensiven hämatologischen Therapieverfahren durchzuführen. Zuvor mussten Patienten aus der Region zur allogenen Knochenmark- oder Stammzelltransplantation nach München oder Erlangen überwiesen werden. Im Juni 1998 führten die Regensburger Ärzte die erste allogene Transplantation mit Stammzellen eines Geschwisters durch - bereits im Herbst erfolgte die erste Transplantation mit Stammzellen eines nicht verwandten Spenders. In den folgenden Jahren nahm die Zahl rasch zu: Bis heute wurden über 370 Patienten mit Leukämien und anderen nicht behandelbaren Knochenmarkserkrankungen in Regensburg transplantiert. Bei 170 dieser Transplantationen spendeten freiwillige Fremdspender aus Deutschland, dem europäischen Ausland oder aus den USA und Kanada die lebensnotwendigen Stammzellen. Bei den übrigen Transplantationen spendeten fast ausschließlich Geschwister: ihre Stammzellen wurden im gemeinsamen Stammzellzentrum der Abteilung für Hämatologie und Internistische Onkologie und der Transfusionsmedizin am Institut für Klinische Chemie gewonnen und aufbereitet. Modellprojekte für eine optimale Patientenversorgung Die immer länger werdende Warteliste für allogene Stammzelltransplantationen und das Ziel einer optimierten Patientenversorgung führten zu zwei einmaligen Modellprojekten. Mit diesen können jährlich ca. 50 bis 60 allogene Stammzelltransplantationen durchgeführt und die Patienten aus der Region heimatnah und optimal in einem Stufenkonzept versorgt werden. Ein Modellprojekt für eine integrierte Versorgung in Zusammenarbeit mit der AOK ist die sog. Brückenpflege. Hier übernimmt ein ca Zeichen 10 Jahre allogene Stammzelltransplantation, Seite 2

3 spezialisiertes Pflegeteam der Transplantationsstation die frühe ambulante Betreuung stammzelltransplantierter Patienten. So wird eine Brücke von stationär zu ambulant geschlagen und eine optimierte Versorgung der noch stark infektgefährdeten Patienten auch zu Hause ermöglicht. Dieses neuartige und in Regensburg erstmals durchgeführte Betreuungsmodell wurde mittlerweile an weiteren deutschen Transplantationszentren übernommen. Ein weiteres Modellprojekt besteht für die Patienten, die nicht sofort ambulant versorgt werden können. Für diese wurde vor zwei Jahren die stationäre Weiterbetreuung neu transplantierter, aber stabiler Patienten in der sog. Intermediate Care Station (einer Zwischenstufe von Intensiv- und Normalstation) an der Klinik für Rheumatologie und klinische Immunologie am Asklepios Klinikum Bad Abbach etabliert. Dort werden die Patienten unter gemeinsamer fachärztlicher und pflegerischer Betreuung des Universitätsklinikums und des Asklepios Klinikums auf die Entlassung vorbereitet. 10 Jahre translationelle Forschung Während etwa die Hälfte der Patienten langfristig geheilt werden kann, führen immunologische und infektiöse Komplikationen immer noch zu lebensbedrohlichen Verläufen. Bei aggressiven Leukämien kann selbst der Austausch des Knochenmarks durch allogene Stammzellen zu schwach sein, um die Leukämie dauerhaft zu besiegen. Die Graft-versus-Host Reaktion (Spender gegen Empfänger Reaktion) stellt die immunologische Hauptkomplikation der allogenen Stammzelltransplantation dar und bildet einen wissenschaftlicher Schwerpunkt der Abteilung: In nationalen und internationalen Forschungsprojekten werden von Regensburg aus neue Verfahren zur zellulären Modulation der GvH-Reaktion und zur Beherrschung und Verhinderung der sehr bedrohlichen Lungenkomplikationen entwickelt. Erstmals konnten wir in einem europäischen Verbundprojekt auch neue genetische Risikofaktoren ca Zeichen 10 Jahre allogene Stammzelltransplantation, Seite 3

4 der GvHD-Erkrankung beschreiben, die hoffentlich besser und differenzierter als bisher eine Vorhersage erlauben, so Prof. Dr. Ernst Holler, Leiter des allogenen Stammzelltransplantationsprogramms der Abteilung Hämatologie und Internistische Onkologie. Die von Regensburg ausgehenden Beiträge haben international große Beachtung gefunden: 2004 erhielt die Arbeitsgruppe den van Bekkum Preis, den höchsten Forschungspreis der Europäischen Gesellschaft für Knochenmarkund Stammzelltransplantation. Forscher der Arbeitsgruppe sind in internationale Expertenkomitees wie die NIH-Konsensus-Konferenz zur chronischen Graft-versus-Host Erkankung oder die Europäische Schule für Hämatologie berufen worden. Die Regensburger Forschungsarbeiten werden hochrangig durch die Jose Carerras Leukämie Stiftung, durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die Deutsche Krebshilfe und weitere Stiftungen gefördert. Hintergrund: allogene Stammzelltransplantation Bei der allogenen Stammzelltransplantation werden einem Menschen Stammzellen entnommen und auf einen Empfänger übertragen. Dabei müssen bestimmte Gewebemerkmale bei Spender und Empfänger gleich sein. Fremdspender mit ähnlichen Gewebemerkmalen können z.b. über die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) gefunden werden. Das Universitätsklinikum Regensburg auf einen Blick: Das Universitätsklinikum Regensburg ist eines der modernsten Klinika der Bundesrepublik und dient der medizinischen Versorgung der Region Nordostbayern (Oberpfalz und Niederbayern). Gleichzeitig steht es der Medizinischen Fakultät der Universität Regensburg für Forschung und Lehre zur Verfügung. Das Klinikum hält für die Patientenversorgung 804 Betten sowie 12 Dialyseplätze bereit und beschäftigt insgesamt rund Mitarbeiter. Derzeit sind ca Studenten der Human- und Zahnmedizin immatrikuliert. Neben der Krankenversorgung auf der höchsten Versorgungsstufe, die von 22 humanund zahnmedizinischen Kliniken, Polikliniken, Instituten und Abteilungen sichergestellt wird, sieht das Universitätsklinikum weitere Kernkompetenzen in ca Zeichen 10 Jahre allogene Stammzelltransplantation, Seite 4

5 der Ausbildung der Studenten auf höchstem Niveau sowie einer international renommierten Forschungsarbeit. Kontakt: Universitätsklinikum Regensburg Abteilung für Hämatologie und - Pressestelle - Internistische Onkologie Cordula Heinrich Prof. Dr. Reinhard Andreesen Franz-Josef-Strauß-Allee 11 Franz-Josef-Strauß-Allee Regensburg Regensburg Tel.: Tel.: Fax: Fax: Homepage: ca Zeichen 10 Jahre allogene Stammzelltransplantation, Seite 5

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