Niedrigzinsen auf Dauer? Professor Peter Bofinger Universität Würzburg

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1 Niedrigzinsen auf Dauer? Professor Peter Bofinger Universität Würzburg

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3 Der globale Rahmen: Säkulare Stagnation?

4 IWF sieht Weltwirtschaft verhalten 6,00 5,00 4,00 3,00 2,00 1,00 Wachstum der Weltwirtschaft (in %) 6,00 5,00 4,00 3,00 2,00 1,00 Inflationsentwicklung (in %) 0,00 0,00 Prognose Frühjahr 2010 Prognose Frühjahr 2012 Prognose Herbst 2015 Prognose Frühjahr 2010 Prognose Frühjahr 2012 Prognose Herbst 2015 Quelle: Internationaler Währungsfonds, World Economic Outlook

5 ,50 Hoch entwickelte Volkswirtschaften Zuwachsrate des BIP (in %) 8,00 Schwellenländer Zuwachsrate des BIP (in %) Es fehlt die Wachstumslokomotive 3,00 2,50 2,00 1,50 1,00 0,50 7,00 6,00 5,00 4,00 3,00 2,00 1,00 0,00 0,00 Frühjahr 2010 Frühjahr 2012 Herbst 2015 Frühjahr 2010 Frühjahr 2012 Herbst 2015 Quelle: Internationaler Währungsfonds, World Economic Outlook

6 Fiskalpolitik extrem expansiv Fiskalsalden im Jahr 2015 (in % des Bruttoinlandsprodukts) Quelle: IMF

7 Feb. 01 Sep. 01 Apr. 02 Nov. 02 Jun. 03 Jan. 04 Aug. 04 Mrz. 05 Okt. 05 Mai. 06 Dez. 06 Jul. 07 Feb. 08 Sep. 08 Apr. 09 Nov. 09 Jun. 10 Jan. 11 Aug. 11 Mrz. 12 Okt. 12 Mai. 13 Dez. 13 Jul. 14 Feb. 15 Sep Zinsen für Tagesgeld (in %) 7 6 Klassische Zinspolitik am Anschlag Euro-Raum Japan UK USA

8 6 Inflationsraten 2015 und Inflationsprognosen Aber keine Inflation in Sicht Japan Euroraum Deutschland Großbritannien USA China Indien Inflationsziel EZB

9 Ein Rätsel?

10 Problem zunehmender Ungleichheit von Einkommen und Vermögen

11 Nachfragetreiber Woher kommt die Nachfrage? Reallöhne steigen mit Produktivität Binnennachfrage Schuldengetriebenes Wachstum Exportnachfrage Private Verschuldung Öffentliche Verschuldung

12 Realeinkommen der unter 90% der Einkommensbezieher (1950=100) 600 Stagnation der realen Massen- Einkommen Kanada Frankreich Japan Vereingtes Königreich USA Deutschland Quelle: Council of Economic Advisors

13 % Globale Investitionsschwäche Netto-Investitionen in % des Bruttoinlandsprodukts 1998/ /2014 Quelle: AMECO

14 Draghis QE: Fluch oder Segen?

15 Draghi in der öffentlichen Kritik

16 the combined monthly purchases of public and private sector securities will amount to 60 billion. They are intended to be carried out until end-september Januar 2015

17 70,0 Anleihebestände von Notenbanken (in % des Bruttoinlandsprodukts) 60,0 Sind 1,1 Billionen Euro viel Geld? 50,0 40,0 30,0 20,0 10,0 0,0 Jan 2004 Jan 2005 Jan 2006 Jan 2007 Jan 2008 Jan 2009 Jan 2010 Jan 2011 Jan 2012 Jan 2013 Jan 2014 Jan 2015 EZB Fed BoE BoJ Quelle: EZB und nationale Notenbanken

18 Jan. 99 Aug. 99 Mrz. 00 Okt. 00 Mai. 01 Dez. 01 Jul. 02 Feb. 03 Sep. 03 Apr. 04 Nov. 04 Jun. 05 Jan. 06 Aug. 06 Mrz. 07 Okt. 07 Mai. 08 Dez. 08 Jul. 09 Feb. 10 Sep. 10 Apr. 11 Nov. 11 Jun. 12 Jan. 13 Aug. 13 Mrz. 14 Okt. 14 Mai Quantitative Easing zur Abwehr von Deflationsgefahren Inflationsrate Kerninflationsrate EZB-Ziel

19 1999 Q Q Q Q Q Q Q Q Q Q Q Q Q Q Q Q Q Q Q Q Q Q Q Q Q Q Q Q Q Q Q Q Q Q3 4 Inflationsprognosen (Survey of Professional Forecasters) 3,5 Inflationsprognosen ebenfalls unter Zielwert 3 2,5 2 1,5 1 0,5 0 Aktuelles Kalenderjahr Folgendes Kalenderjahr 2 Jahre im voraus 5 Jahre im voraus Quelle: EZB

20 5 Veränderung der Lohnstückkosten 4 Lohnentwicklung im Zeichen asymmetrischer Anpassung Quelle: EZB

21 Verschuldung in % des BIP (2014) Irland Belgien Niederlande Problem der Debt Deflation Griechenland Spanien Italien Deutschland Japan Ver. Königreich USA China Private Haushalte Unternehmen Staat Quelle: McKinsey

22 Effektiver Wechselkurs des Euro Erfolg: Aufwertung des Euro gestoppt effektiver Wechselkurs gegenüber 19 Währungen effektiver Wechselkurs gegenüber 38 Währungen Quelle: Deutsche Bundesbank

23 Umlaufsrendite deutscher Anleihen 12 Erfolg: Sinkende langfristige Zinsen Jahre 5-6 Jahre 9-10 Jahre Quelle: Deutsche Bundesbank

24 ,00 Zinsen für Unternehmenskredite 7,00 Sinkende Zinsen für Kredite an Unternehmen 6,00 5,00 4,00 3,00 2,00 1,00 0,00 Euroraum DE GR ES FR IT Quelle: EZB..Kredite bis 1 Million und einem Jahr ZInsbindung

25 8 Zuwachsrate des Bruttoinlandsprodukts (in %) 6 4 Wirtschaftswachstum kehrt zurück Österreich Belgien Finnland Frankreich Deutschland Griechenland Irland Italien Luxemburg Niederlande Portugal Slowakei Slowenien Spanien Quelle: Internationaler Währungsfonds, World Economic Outlook

26 Risiken und Nebenwirkungen

27 Bankkredite an den Privatsektor Zuwachsrate gegenüber Vorjahr 30 Kredite an Privatsektor noch immer verhalten Euroraum Deutschland Irland Spanien Frankreich Italien Quelle: EZB

28 Investitionstätigkeit in Deutschland (in % des Bruttoinlandsprodukts) Deutschland: Investitionen insgesamt nach wie vor schwach Ausrüstungen Wohnbauten Nichtwohnbauten Quelle: Statistisches Bundesamt

29 Gefahr einer Immobilienblase in Deutschland? Entwicklung Immobilienpreise in Deutschland (Veränderung gegenüber Vorquartal in %) VDP Eigentumswohnungen VDP Eigenheime Destatis bestehende Wohnimmobilien Bulwiengesa Eigentumswohnungen 7 Großstädte Quelle: Deutsche Bundesbank

30 Wohnungsbaukredite für Private Haushalte Zuwachsrate gegenüber Vorjahr (in %) 30 Kredite im Wohnungsbau wachsen moderat Euroraum Deutschland Irland Griechenland Spanien Frankreich Italien Quelle: EZB

31 Anteil von Passivpositionen an der Bilanzsumme der Banken in Deutschland (in %) 25 Risiko: Fristentransformation der Banken Termineinlagen Banken Spareinlagen insg. Sichteinlagen Nichtbanken Inhaberschuldverschreibungen Quelle: Deutsche Bundesbank

32 Aug. 55 Aug. 57 Aug. 59 Aug. 61 Aug. 63 Aug. 65 Aug. 67 Aug. 69 Aug. 71 Aug. 73 Aug. 75 Aug. 77 Aug. 79 Aug. 81 Aug. 83 Aug. 85 Aug. 87 Aug. 89 Aug. 91 Aug. 93 Aug. 95 Aug. 97 Aug. 99 Aug. 01 Aug. 03 Aug. 05 Aug. 07 Aug. 09 Aug. 11 Aug Renditen in Deutschland nach Inflation (in %) Enteignung des Sparers? Bargeld/Sichteinlagen Anleihen Spareinlagen Quelle: Deutsche Bundesbank; bei den Werten für Spareinlagen besteht ein Strukturbruch im Januar 2003

33 Bei hoher Arbeitslosigkeit werden die Zinsen noch lange niedrig bleiben Arbeitslosenrate (in %) Bruttoinlandsprodukt (2007=100) Euroraum Hochentwickelte Volkswirtschaften Euroraum Hochentwickelte Volkswirtschaften Quelle: Internationaler Währungsfonds, World Economic Outlook

34 Fazit Weltwirtschaft leidet unter chronischer Nachfrageschwäche Es fehlt an den Masseneinkommen für mehr Nachfrage Draghi hat den Euroraum bisher sehr gut durch die Krise geführt QE wirkt vor allem über den Wechselkurs sowie die Kreditzinsen in Problemländern, hat aber seine Grenzen erreicht Bisher keine wesentlichen Risiken erkennbar Probleme für private Altersvorsorge massiv. Aber bei allgemein schwacher Investitions- und Kreditnachfrage nicht der EZB anzulasten Schlechte Nachricht: Zinsen bleiben niedrig

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