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1 Geschichte Svenja Gerbendorf "Alle Revolutionen fressen ihre eigenen Kinder" Der Untergang der SA und ihres Konzentrationslagers Studienarbeit

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3 Universität Potsdam Philosophische Fakultät Historisches Institut Proseminar: Die Verfolgung von Gegnern des NS-Regimes 1933 im Spiegel von Zeitzeugenberichten über ihre KZ-Haft im KZ Oranienburg aus den Jahren 1934 und 1935 Alle Revolutionen fressen ihre eigenen Kinder Der Untergang der SA und ihres Konzentrationslagers Svenja Gerbendorf 1

4 Inhaltsverzeichnis Einleitung Seite 3 Röhm, die SA und die Nacht der langen Messer Seite 4 mitten in der Stadt das KZ Oranienburg Seite 8 Der Untergang der SA und ihres KZ Seite 12 Zusammenfassung Seite 14 Quellenangabe Seite 16 2

5 Einleitung Alle Revolutionen fressen ihre eigenen Kinder. ¹ soll Ernst Röhm gesagt haben, als der bayerische Justizminister Hans Frank ihn am 30. Juni 1934 in seiner Zelle im Gefängnis Stadelheim besuchte. Wie gefräßig diese Revolution sein würde, konnte er nicht wissen. Mit der vorliegenden Hausarbeit möchte ich dies deutlich machen. Schon im ersten Kapitel wird beschrieben, wie Röhm zu dem wurde, was er am Ende war, wie sich die SA formierte, mit welchen Problemen beide zu kämpfen hatten und wie ihr Untergang eingeleitet wurde. Im zweiten Kapitel soll es um das Konzentrationslager Oranienburg gehen, darum, wie es entstanden ist, wie es aufgebaut war, wer dort inhaftiert wurde, wie mit den Häftlingen verfahren wurde und wie es nach seiner Auflösung weiterging. Danach, im dritten und letzten Kapitel, wird es darum gehen, wie das Eine mit dem Anderen zusammenhängt. Dies zu klären, ist das Ziel der Arbeit. Natürlich werden alle Themen nur kurz angeschnitten und nicht ausgeschöpft, da dies den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde. Es muss zum Beispiel völlig außen vor bleiben, wie die Gefangenen des KZ Oranienburg ihren Alltag dort verlebten, wenn man in einer solchen Situation von Alltag sprechen kann, wie und wo die Wachmannschaften untergebracht waren, wie es dazu kam, das ausgerechnet in Oranienburg eines der ersten Konzentrationslager des Dritten Reiches entstand und warum es kein sogenanntes wildes Lager war. Auch in der Biografie von Ernst Röhm mussten fast seine komplette Jugend und sein Aufstieg im Militär verschwiegen werden. Die in die Tiefe gehenden Details, wie es zu den Ereignissen des 30. Juni kam, die hochinteressant sind, fehlen ebenfalls. Ich stütze mich in meinen Ausführungen über das Konzentrationslager vor allem auf Berichte von Zeitzeugen, während ich für die Schilderungen über Röhm und die SS vorrangig Literatur von 1980 bis heute verwende. Das Lager Oranienburg ist in der Gegenwart eher eines der vergessenen KZ. Dies wurde häufig fälschlich damit begründet, dass es ein wildes, also kein richtiges Lager war. Dem war jedoch nicht so. Neben vielen anderen Argumenten die dagegen sprechen, beweist dies vor allem seine Anerkennung als staatliches Konzentrationslager im Jahr Das Verdrängen des KZ Oranienburg liegt eher daran, dass es ein frühes Lager war, also noch nicht über Massenvernichtungsanlagen verfügte, nicht so spektakulär war und vor allem an dem Umgang der Bürger Oranienburgs mit dem Thema. Denn das KZ lag mitten in der Stadt, war von drei Seiten voll einsehbar also sehen sich die Einwohner noch heute teilweise in Erklärungsnot, wie sie von all dem nichts bemerkt haben wollen. Erst als die Reichelt-Handelsgruppe einen Supermarkt auf dem Gelände eröffnen wollte, rückte das Lager wieder etwas in den Blick der Öffentlichkeit. Leider nicht genug. Denn wenn man junge Menschen von heute nach Konzentrationslagern fragt, werden natürlich Auschwitz, Sachsenhausen, Buchenwald usw. genannt. Wenn man jedoch nach Oranienburg fragt, erntet man häufig nur fragende Blicke. 1) zitiert nach: Fest, Joachim. Das Gesicht des Dritten Reiches. Profile einer totalitären Herrschaft München. S

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