Rhagoletis completa, ein neuer Schädling auf Walnuss

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1 Walnussfruchtfliege Thomas Schwizer Rhagoletis completa, ein neuer Schädling auf Walnuss Die Walnussfruchtfliege (Rhagoletis completa) stammt aus dem Südwesten der USA und ist dort unter dem Namen "Walnut husk fly" seit 1926 beschrieben und bekannt. Inzwischen hat sie sich in allen Walnussanbaugebieten der USA und Mexiko ausgebreitet. Sie wird als wichtiger Schädling an verschiedenen Walnussvarietäten betrachtet. Verbreitung: Ende der 80er Jahre wurden im Tessin die ersten Rhagoletis completa gefangen. Aufgrund der Fänge an verschiedenen Orten im Tessin wurde darauf geschlossen, dass die Art dort bereits allgemein verbreitet war. Dass heisst, die Art wurde schon vor einiger Zeit aus Übersee eingeschleppt. An verschiedenen Orte in der Nordschweiz, wie auch auf dem Breitenhof, konnte die Walnussfliege auch schon beobachtet werden. Ein besonders starken Befall konnte während der Ernte 2002 festgestellt werden. Symptome: Die weisslich-gelbe Larve lebt gesellig in der fleischigen Schale der Walnuss und ernährt sich von dieser. Diese wird weich, schleimig-feucht, schwarz und klebt an der Fruchtwand (Nussschale). Dadurch wird die Nussschale schwarz und unansehlich. Bei starken Befall wird auch der Nusskern geschädigt. Für die Anfälligkeit scheinen die Härte der Schale und der Reifezeitpunkt entscheiden zu sein. Neben Walnuss wird in Ausnahmefällen offenbar auch der Pfirsich befallen. Rhagoletis completa: die erwachsene Fliege ist sehr farbig. Sie hat, ähnlich wie die Kirschenfliege auch ein gelbes Rückenschild. Sie ist ungefähr so gross wie unsere Hausfliegen.

2 Befallene Früchte: befallene, noch am Baum hängende Früchte. Nicht verwechseln mit bakteriellem Walnussbrand oder Marssonina.

3 Einstichstelle: an der Einstichstelle zeigt sich nach einiger Zeit ein schwarz-brauner Hof. Rhagoletis completa

4 Made: Fressende Made in der schon schwarzen, schleimig feuchten Nussschale.

5 Rhagoletis completa, ein neuer Schädling auf Walnuss Herkunft und Verbreitung: In Nordamerika einheimisch. Ende 80er, anfangs 90er Jahre in Norditalien beobachtet, im Tessin etabliert. Hat wahrscheinlich anfangs 90er Jahre die Alpen überquert. Im Raum Chur, in Altdorf UR und in Küsnacht ZH festgestellt. Meldungen im Jahr 2000 aus dem Wallis und dem unterem Fricktal Rhagoletis completa Cresson Amerikanische Walnussfruchtfliege Adulte Fliege Wirtspflanzen Juglans regia und Juglans nigra Später reifende Sorten sind anscheinend anfälliger, frühreifende Sorten entgehen dem Befall eher. Sorten Franquette, Mayette gelten als relativ stark anfällig (Beobachtungen aus USA, müssen bei uns noch bestätigt werden). Puppen überwintern im Boden Beschreibung Die Walnussfruchtfliege macht eine Generation pro Jahr. Sie überwintert als Puppe im Boden. Die Fliegen schlüpfen ab Ende Juni bis Anfang September. Sie sind ungefähr so gross wie unsere Hausfliege und sehr farbig. Anhand der Flügelzeichnung (und anderen Merkmalen) kann sie von anderen Fruchtfliegen unterschieden werden. Die Eier werden in Gruppen abgelegt. Die Larven schlüpfen nach fünf Tagen und fressen 3-5 Wochen in der Schale. Eiablage Larven kriechen aus der Frucht zur Verpuppung im Boden Larve frisst am Fruchtfleisch Befallene Frucht Schaden Der Schädling macht an der Nuss selbst nur in Bekämpfung wenigen Ausnahmefällen (sehr früher Befall) Schäden und hat nur selten einen negativen Einfluss auf die Ertragsbildung. Die weisslich-gelbliche Larve lebt gesellig in der fleischigen Schale der Nuss und ernährt sich davon. Diese wird weich, schleimig-feucht, schwarz und klebt an der Fruchtwand (Nussschale). Sie lässt sich kaum mehr entfernen. Dadurch wird die Nussschale, und eventuell auch der Kern, verfärbt. Bei frühem und starkem Befall kann zudem der Kern schrumpfen. Die Verfärbung kann in kommerzieller Produktion den Wert der Ernte mindern durch unattraktives Aussehen. Abdecken des Bodens unter den Bäumen vor dem Fruchtfall, damit Larven nicht zur Verpuppung in den Boden können. Entfernen und Vernichten der befallenen Nüsse. Heruntergefallene Nüsse sollten sofort entfernt werden weil die Larven nach dem Herunterfallen aus der Nuss auswandern und sich im Boden zur Verpuppung verkriechen. Aufhängen von gelben Kirschenfliegen-Fallen (zwar relativ kleine effektive Bekämpfung, aber je nach Anzahl Fallen fängt man doch einige Fliegen). Meldungen über Beobachtung von Schäden an: FAW Pflanzenschutzinspektorat Postfach 8820 Wädenswil Tel: Fax: Es sind keine Pflanzenschutzmittel für diese Anwendung bewilligt.

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