Bemessung. Zu beachten ist jedoch, dass die Anforderungen an die Baustoffe und Baustoffgemische nicht in den RStO geregelt sind!

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1 Bemessung Raum für Notizen Die Bemessung von Straßen nach den Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaues von Verkehrsflächen, Ausgabe 2001 (RStO 01), unterscheidet sich nicht wesentlich von den allgemeinen Bemessungskonzepten im Bauingenieurwesen. Bestimmung der Beanspruchungen (Verkehr, Bauklasse, Klima, örtliche Verhältnisse) Wahl einer Bauweise Wahl einer Bauweisenvariante Bestimmung der erforderlichen Schichtdicken Abbildung 1: Bemessungskonzept RStO Zu beachten ist jedoch, dass die Anforderungen an die Baustoffe und Baustoffgemische nicht in den RStO geregelt sind! Die Wahl der Schichtdicken im Straßenaufbau und die richtige Anordnung der Schichten haben immer zwei Grundziele: - ausreichendes Tragverhalten - ausreichende Frostsicherheit. Beansprucht wird eine Straße durch die (Schwer-) Verkehrsbelastung und durch klimatische Verhältnisse, die von der Örtlichkeit abhängig sind. Beanspruchung durch Verkehr Bei der Bemessung von Straßen nach den RStO werden sieben Bauklassen in Abhängigkeit von der Verkehrsbelastung unterschieden. Die Bauklasse für die höchste Verkehrsbelastung ist die Bauklasse SV (z.b. für Autobahnen), gefolgt von den Bauklassen I, II, III, IV, V, VI. Bei der Ermittlung der Bauklasse wird nur der Schwerverkehr (SV) berücksichtigt. SV: LKW mit einem zul. Gesamtgewicht von > 3,5 t ohne und mit Anhänger, Sattelzüge und Kraftomnibusse mit > 9 Sitzplätzen einschl. Fahrersitz Dabei gilt das 4. Potenzgesetz: x 1-t- Achslast hat die gleiche schädigende Wirkung wie 1 x 10-t-Achslast. Zur Ermittlung der Bauklasse wir die bemessungsrelevante Beanspruchungsgröße B berechnet

2 B ist die Summe der gewichteten äquivalenten Raum für Notizen 10-t-Achsübergänge, die bis zum Ende des vorgesehenen Nutzungszeitraumes in dem Fahrstreifen mit der höchsten Verkehrsbelastung zu erwarten sind. B wird mit verschiedenen Faktoren berechnet, die sowohl die Streckengeometrie als auch lastspezifische Daten berücksichtigt: - N = Nutzungszeitraum - Verkehrsbeanspruchung DTV SV o. detaillierte Achslastdaten - f A = Achszahlfaktor - q Bm = Lastkollektivquotient - f 1 = Fahrstreifenfaktor - f 2 = Fahrstreifenbreitenfaktor - f 3 = Steigungsfaktor - p = mittlere jährliche Zunahme des Schwerverkehrs - f z = mittlerer jährlicher Zuwachsfaktor des Schwerverkehrs in Abhängigkeit von p Stehen keine Daten zur Verkehrsbeanspruchung zur Verfügung, so kann die Bauklasse anhand der Nutzungsart abgeschätzt werden. Beanspruchung durch Klima und örtliche Verhältnisse Ein Untergrund / Unterbau ist dann frostempfindlich, wenn durch darin auftauendes gefrorenes Wasser in der Tauperiode die Tragfähigkeit enorm verringert wird! Dies ist bei z.b. bei bindigen (F2 / F3) Böden der Fall. Abbildung 2: E-Modul Jahresganglinie für F1, F2, F3 Böden Kompensiert werden kann die mangelnde Tragfähigkeit nur durch deutliche Reduzierung der Spannungen auf dem Planum, d.h. durch ausreichend dicke Schichten auf dem Planum aus frostunempfindlichem Material, die die Verkehrslast verteilen

3 In Abhängigkeit der Verkehrsbelastung, der Raum für Notizen Frostempfindlichkeit des Untergrundes / Unterbaus, der Frostwahrscheinlichkeit des Planungsgebietes, der Lage der Straße und der Wasserverhältnisse vor Ort, wir die so genannte Mindestdicke des frostsicheren Oberbaues berechnet. Diese Mindestdicke gibt an, wie dick der gesamte Oberbau sein muss, damit keine schädlichen Verformungen auf dem Planum entstehen können. Bauweisen und Bauweisenvarianten In den RStO werden folgende Bauweisen unterschieden: - mit Asphaltdecken - mit Betondecken - mit Pflasterdecken - mit vollgebundenem Oberbau Je nach den anderen Schichten des Oberbaues (unter den Decken) werden verschiedene Bauweisenvarianten unterschieden (z.b. Asphalttragschicht auf Frostschutzschicht). Die Bauweisen mit Asphaltdecke und Betondecke gelten hinsichtlich ihrer Nutzungsdauer als technisch gleichwertig. Bei der Wahl der Bauweisen sind örtliche Gegebenheiten, regionale Erfahrungen, technische und wirtschaftliche Gesichtspunkte sowie Umweltbedingungen zu berücksichtigen. Bestimmung der erforderlichen Schichtdicken Sind alle Eingabeparameter, wie z.b. die Bauklasse und die Mindestdicke des frostsicheren Oberbaues bekannt, so können die Schichtdicken gemäß den RStO mit Hilfe von Tafeln bestimmt werden. Für jede Bauweise existiert eine Tafel. Die Tafeln (Tabellen) sind alle wie folgt aufgebaut: - Zeilen: Bauweisenvarianten - Spalten: Bauklassen Im Schnittpunkt von Zeile und Spalte sind dann die Schichtdicken des Oberbaues angegeben, die unter den gegeben Randbedingungen maßgebend ist

4 Mindest-E- Modul auf der Oberfläche [MN/m²] u 120 u Dicken der gebundenen Schichten in [cm] Summe [cm] Raum für Notizen Konkrete Angaben für die Schichtdicken sind nur für die gebundenen Schichten vorhanden, da die Dicke der Tragschichten ohne Bindemittel (ToB) von der Gesamtdicke des Oberbaues, also der Mindestdicke des frostsicheren Oberbaues abgängig ist. Die fehlende Angabe der Dicke der Tragschicht ohne Bindemittel wird durch einfache Subtraktion berechnet: Mindestdicke des frostsicheren Oberbaues - gebundene Schichtdicke = ToB - Dicke Es ist darüber hinaus zu beachten, dass aus Tragfähigkeitsgründen ein Mindest E-Modul auf der Oberfläche der ToB angegeben ist. Ist dieser mit der berechneten ToB Dicke nicht zu erreichen, so muss die ToB dicker ausgebildet werden. Anhaltswerte zu den Mindestdicken der ToB aus Tragfähigkeitsgründen, sind in den RStO vorhanden. Literaturangaben: - Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaues von Verkehrsflächen, Ausgabe 2001 (RStO 01), Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen, FGSV-Verlag, Straßenbau und Straßenerhaltung, 8. Auflage, Straube / Krass, Erich-Schmidt-Verlag, DIN Forschung Straßenbau und Straßenverkehrstechnik, Heft 204, Bundesministerium für Verkehr, 1976 Die RStO 01 ist in Straßenbau A-Z (grüne Stehordner) vorhanden. Zu finden unter: Oberbau Standardisierung Richtlinien RStO - 4 -

5 Übungsaufgaben Aufgabe 1: Sie bekommen den Auftrag eine neue Ortsumgehung im Kreis Münster nach den RStO 01 zu bemessen. Berechnen / Bestimmen Sie dazu im Einzelnen: a) die bemessungsrelevanten Beanspruchungsgröße B b) die erforderlichen Bauklasse c) die Mindestdicke für den frostsicheren Oberbau d) die einzelnen Schichtdicken e) Anforderungen an den E-Modul auf dem Planum und der Frostschutzschicht Der Auftraggeber stellt Ihnen folgende Planungsdaten zur Verfügung: - Zu erwartende Verkehrsbelastung DTV SV = 430 Fz/24h (total) - Querschnitt: RQ 10,5 - maximale Steigung = 2,3 % - Nutzungszeitraum: 30 Jahre - Untergrund: Sand mit tonigen Beimengungen (mittel frostempfindlich = F2) - Im Nutzungszeitraum sind keine Änderungen hinsichtlich Streckengeometrie und Verkehrsbelastung zu erwarten - gewünscht ist die Ausführung in Asphaltbauweise, mit Asphalttragschicht auf Frostschutzschicht - die Gradiente liegt im Einschnitt - die Wasserverhältnisse im Planungsbiet sind günstig A ufgabe 2: An einer Stelle der Ortsumgehung aus Aufgabe 1 wird eine Überquerungshilfe für Fußgänger eingebaut. Die Fahrstreifenbreite beträgt daher an dieser Stelle nur noch 2,60 m, wird also kleiner. Wie wirkt sich dies auf die Beanspruchung der Straße, ausgedrückt durch B, aus? Begründen Sie die Antwort! A ufgabe 3: Wegen eines Planungsfehlers wird Ihnen mitgeteilt, dass die Höchstlängsneigung (Steigung) der Ortsumgehung aus Aufgabe 1 in einem Abschnitt bei 4,5 % liegt. Wie wirkt sich dies auf die Beanspruchung der Straße, ausgedrückt durch B, aus? Begründen Sie die Antwort! A ufgabe 4: Berechnen Sie die erforderliche Bauklasse für einen Autobahnneubau, der erst im fünften Nutzungsjahr die geplante Verkehrsbedeutung erhält. Eingangsdaten: - - N = 30 Jahre 6 Fahrstreifen, Breite je 3,75 m - Höchstlängsneigung = 4 % - Verkehrsdaten: - 1. Nutzungsjahr: SV DTV = Fz/24h - Mittlere jährliche Zunahme des Schwerverkehrs vom 2. bis 4. Nutzungsjahr = 2 % - ab dem 5. Nutzungsjahr erhält der Abschnitt die geplante Verkehrsbedeutung - 5 -

6 Aufgabe 5: Berechnen Sie die durchschnittliche Anzahl der täglichen äquivalenten Achsübergänge des Schwerverkehrs EDTA SV bei vorgegebenen Achslastdaten: Anzahl der Fahrzeuge Achslastdaten 20 6,6 t 10,0 t 50 6,6 t 10,0 t 11,0 t 125 9,5 t 7,5 t 10,8 t 11,2 t - 6 -

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