Komparativer Vorteil: Die Grundlage von Handelsbeziehungen

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2 Handel und Opportunitätskosten Beispiel: Sollte Franz Beckenbauer seinem Sohn Fußball beibringen? Beckenbauer verdient mehr als 500 pro Stunde Einen sehr guten privaten Fußballcoach gibt es schon ab 100 pro Stunde Kapitel 2: Komperativer Vorteil Slide 2

3 Handel und Opportunitätskosten Absoluter Vorteil: A hat einen absoluten Vorteil im Vergleich zu B, wenn A die gleiche Aufgabe schneller (oder besser) erledigt als B Komparativer Vorteil: A hat einen komparativen Vorteil im Vergleich zu B, wenn die Opportunitätskosten von A für eine Aufgabe kleiner sind als die Opportunitätskosten von B Kapitel 2: Komperativer Vorteil Slide 3

4 Handel und Opportunitätskosten Das Prinzip des komparativen Vorteils: Es ist optimal für alle, wenn jede Person (jedes Land) sich auf die Aktivitäten konzentriert, bei denen die Opportunitätskosten am niedrigsten sind Beispiel: Sollten Paula und Beth ihre eigene Webseite pflegen? Kapitel 2: Komperativer Vorteil Slide 4

5 Handel und Opportunitätskosten Zeit zum Pflegen der Webseite Zeit für Fahrradreparatur Paula 20 Minuten 10 Minuten Beth 30 Minuten 30 Minuten Opportunitätskosten Webseite Opportunitätskosten Fahrradreparatur Paula 2 Fahrradreparaturen 0.5 Webseiten Beth 1 Fahrradreparatur 1 Webseite Kapitel 2: Komperativer Vorteil Slide 5

6 Handel und Opportunitätskosten Wie viele Webseiten und Fahrradreparaturen können Paula und Beth jeweils an einem 8-Stunden Tag produzieren? Kapitel 2: Komperativer Vorteil Slide 6

7 Handel und Opportunitätskosten Zunächst: Paula teilt ihre Zeit gleichmäßig auf und insgesamt werden 16 Webseiten benötigt Webseiten Fahrradreparaturen Paula Beth 4 12 Gesamt Kapitel 2: Komperativer Vorteil Slide 7

8 Handel und Opportunitätskosten Jetzt: Beide spezialisieren sich entsprechend ihrem komparativen Vorteil Webseiten Fahrradreparaturen Paula 0 48 Beth 16 0 Gesamt Kapitel 2: Komperativer Vorteil Slide 8

9 Handel und Opportunitätskosten Gründe für komparative Vorteile Individuelle Gründe Angeborenes Talent Bildung Ausbildung Erfahrung Landesweite Gründe Natürliche Ressourcen (z.b. Bodenschätze) Institutionen Kultur Klima Kapitel 2: Komperativer Vorteil Slide 9

10 Handel und Opportunitätskosten Economic Naturalist: Warum verlagern deutsche Firmen ihre Produktion nach Osteuropa, aber (noch) nicht ihre Forschungsabteilung? Kapitel 2: Komperativer Vorteil Slide 10

11 Komparativer Vorteil und Produktionsmöglichkeiten Produktionsmöglichkeiten-Kurve: Kurve, die die maximale Menge eines Gutes anzeigt, die für jede mögliche Produktionsmenge eines anderen Gutes hergestellt werden kann Beispiel: Sehr kleine Volkswirtschaft Produktion (Pflücken) von zwei Gütern: Kaffeebohnen und Nüsse Eine Beschäftigte (Susan), die 6 Stunden pro Tag arbeitet Kapitel 2: Komperativer Vorteil Slide 11

12 Komparativer Vorteil und Produktionsmöglichkeiten Opportunitätskosten (OC): Kaffee 24 A OC Nüsse = Verlust in Kaffee/Gewinn in Nüssen OC Kaffee = Verlust in Nüssen/Gewinn in Kaffee 16 B 8 C Produktionsmöglichkeiten-Kurve (PPC): Alle Kombinationen von Kaffeebohnen und Nüssen, die Susan pflücken kann D Nüsse Kapitel 2: Komperativer Vorteil Slide 12

13 Komparativer Vorteil und Produktionsmöglichkeiten Kaffee A B Negative Steigung der PPC: Knappheitsprinzip Mehr von etwas Gutem zu haben bedeutet weniger von etwas Anderem zu haben 8 C D Nüsse Kapitel 2: Komperativer Vorteil Slide 13

14 Komparativer Vorteil und Produktionsmöglichkeiten Kaffee 24 A Kombination F: nicht erreichbar B C D Kombination E: ineffizient Nüsse Kombinationen A, B, C und D: effizient Kapitel 2: Komperativer Vorteil Slide 14

15 Komparativer Vorteil und Produktionsmöglichkeiten Zur Produktionsmöglichkeiten-Kurve Erreichbare Punkte: Jede Kombination von Gütern, die mit den vorhandenen Ressourcen produziert werden kann Nicht-erreichbare Punkte: Jede Kombination von Gütern, die nicht mit den vorhandenen Ressourcen produziert werden kann Kapitel 2: Komperativer Vorteil Slide 15

16 Komparativer Vorteil und Produktionsmöglichkeiten Effiziente Punkte: Jede Kombination von Gütern, bei der mit gegebenen Ressourcen die Produktion von keinem Gut gesteigert werden kann, ohne die Produktion eines anderen Gutes zu vermindern Ineffiziente Punkte: Jede Kombination von Gütern, bei der mit gegebenen Ressourcen die Produktion eines Gutes gesteigert werden kann, ohne die Produktion eines anderen Gutes zu vermindern Kapitel 2: Komperativer Vorteil Slide 16

17 Komparativer Vorteil und Produktionsmöglichkeiten Jetzt: Weiterer Beschäftigter (Tom), der 6 Stunden pro Tag arbeitet Kaffee 8 A 12 PPC: Alle Kombinationen von Kaffeebohnen und Nüssen, die Tom pflücken kann B 4 C Wie beeinflusst die individuelle Produktivität die Steigung und die Position der PPC? 24 D Nüsse Kapitel 2: Komperativer Vorteil Slide 17

18 Komparativer Vorteil und Produktionsmöglichkeiten Kaffee 24 Susans PPC Susan hat einen absoluten und komparativen Vorteil im Pflücken von Kaffeebohnen 12 Tom hat einen absoluten und komparativen Vorteil im Pflücken von Nüssen Toms PPC Nüsse Kapitel 2: Komperativer Vorteil Slide 18

19 Komparativer Vorteil und Produktionsmöglichkeiten Kaffee 24 Susans PPC Toms Produktionsmenge: 8 kg Kaffebohnen (4 Stunden pflücken) und 8 kg Nüsse (2 Stunden pflücken) Susans Produktionsmenge: 8 kg Kaffebohnen (2 Stunden pflücken) und 8 kg Nüsse (4 Stunden pflücken) 12 8 B Toms PPC Gesamtproduktionsmenge: Je 8 kg Kaffeebohnen und Nüsse pro Person Nüsse Produktion ohne Spezialisierung (Annahme: Susan und Tom pflücken jeweils gleich viel von beidem) Kapitel 2: Komperativer Vorteil Slide 19

20 Komparativer Vorteil und Produktionsmöglichkeiten Kaffee 24 Susans komparativer Vorteil liegt im Pflücken von Kaffeebohnen: Spezialisierung auf Kaffee bedeutet eine Produktion von 24 kg Susans PPC Susan gibt Tom 12 kg Kaffeebohnen für 12 kg Nüsse 12 E Toms komparativer Vorteil liegt im Pflücken von Nüssen: Spezialisierung auf Nüsse bedeutet eine Produktion von 24 kg Toms PPC Nüsse Kapitel 2: Komperativer Vorteil Slide 20

21 Komparativer Vorteil und Produktionsmöglichkeiten Kaffee (Tonnen/Tag) A B PPC einer Mehrpersonen-Ökonomie (Annahme: Volkswirtschaft pflückt nur Kaffeebohnen und Nüsse) C D E Warum ist die PPC nach außen gewölbt? 80 Nüsse (Tonnen/Tag) Kapitel 2: Komperativer Vorteil Slide 21

22 Komparativer Vorteil und Produktionsmöglichkeiten Das Prinzip steigender Opportunitätskosten ( The Low-Hanging-Fruit Principle ): Bei Ressourcen mit unterschiedlichen Opportunitätskosten sollten zur Ausdehnung der Produktion zuerst diejenigen Ressourcen mit den niedrigsten Opportunitätskosten und erst danach die Ressourcen mit den höheren Opportunitätskosten ausgenutzt werden Kapitel 2: Komperativer Vorteil Slide 22

23 Faktoren, die die PPC verschieben Kaffee (Tonnen/Tag) Ökonomisches Wachstum neue PPC alte PPC Nüsse (Tonnen/Tag) Kapitel 2: Komperativer Vorteil Slide 23

24 Faktoren, die die PPC verschieben Ursachen für okonomisches Wachstum Investitionen in neue Fabriken oder Ausrüstung Bevölkerungswachstum Verbesserte Technologien Höhere Bildung Gewinne durch Spezialisierung Kapitel 2: Komperativer Vorteil Slide 24

25 Faktoren, die die PPC verschieben Faktoren, die Spezialisierung behindern Geringe Bevölkerungsdichte bzw. kleine Märkte (z.b. in ländlichen Gebieten) Isolation (z.b. Nepal) Gesetze, die Spezialisierung behindern Traditionen Zu viel Spezialisierung kann auch zu höheren Kosten führen (z.b. durch uniforme Arbeiten) Kapitel 2: Komperativer Vorteil Slide 25

26 Komparativer Vorteil und internationaler Handel Economic Naturalist: Warum sind Vereinbarungen über Freihandel so kontrovers, obwohl Handel positiv für alle ist? Kapitel 2: Komperativer Vorteil Slide 26

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