Keine tiefgreifende Änderung der Arbeitszeitmodelle in den letzten zehn Jahren

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1 Eidgenössisches Departement des Innern EDI Bundesamt für Statistik BFS Medienmitteilung Sperrfrist: , 09:15 3 Arbeit und Erwerb Nr Schweizerische Arbeitskräfteerhebung 2012 Keine tiefgreifende Änderung der Arbeitszeitmodelle in den letzten zehn Jahren Neuchâtel, (BFS) Im Jahr 2012 arbeiteten 5,4 Prozent der Arbeitnehmenden auf Abruf und 42,4 Prozent profitierten von flexiblen Arbeitszeiten. Wochenendarbeit ist verbreitet: 21,4 Prozent der Erwerbstätigen arbeiteten regelmässig am Samstag und 10,7 Prozent am Sonntag. Rund jede zwanzigste Person leistete regelmässig Nachtarbeit. Abgesehen von einer anhaltenden Zunahme der Teilzeitarbeit haben sich die Arbeitszeitmodelle in den letzten zehn Jahren insgesamt nicht stark verändert. Allerdings sind grosse Unterschiede zwischen den Wirtschaftsabschnitten zu beobachten. Das zeigen die Ergebnisse der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung 2012 des Bundesamtes für Statistik (BFS) arbeiteten 34,2 Prozent der 4,408 Millionen Erwerbstätigen Teilzeit. Von den Frauen sind 58,5 Prozent teilzeiterwerbstätig, bei den Männern beläuft sich der entsprechende Anteil auf 13,8 Prozent. Die Teilzeitarbeit hat zwischen 2002 und 2012 weiterhin an Bedeutung gewonnen (+3,5 Prozentpunkte); die Arbeitszeitmodelle und Vertragsformen hingegen haben sich im gleichen Zeitraum nicht stark verändert. Abendarbeit im Gastgewerbe weit verbreitet Im Jahr 2012 arbeiteten 16,9 Prozent (2002: 15,9%) der Erwerbstätigen regelmässig abends (zwischen 19 Uhr und Mitternacht). Bei 5,3 Prozent der Erwerbstätigen fiel die Arbeitszeit regelmässig auf Stunden zwischen Mitternacht und 6 Uhr morgens (2002: 4,8%). Frauen arbeiten öfter am Abend (18,1% der erwerbstätigen Frauen) als Männer (15,9%), während Männer öfter Nachtarbeit leisten (6,1% gegenüber 4,4%). Im Gastgewerbe arbeitet rund jede zweite Person regelmässig am Abend (51,0%), in der Land- und Forstwirtschaft sind es 29,8 Prozent. Nachtarbeit ist in der Wirtschaftsbranche Verkehr und Lagerei (16,4%) und im Gastgewerbe (11,6%) am stärksten verbreitet. Espace de l'europe 10 CH-2010 Neuchâtel

2 21,4 Prozent der Erwerbstätigen arbeiten regelmässig am Samstag Jede fünfte erwerbstätige Person arbeitet regelmässig am Samstag (2012: 21,4%; 2002: 22,7%) und jede neunte regelmässig am Sonntag (2012: 10,7%; 2002: 10,3%). Erwerbstätige in der Land- und Forstwirtschaft leisten überdurchschnittlich oft Samstags- und/oder Sonntagsarbeit (63,2% bzw. 47,3%), gefolgt von den Arbeitskräften im Gastgewerbe (55,0% bzw. 36,6%). Arbeit auf Abruf 2012 waren 5,4 Prozent der Arbeitnehmenden von Arbeit auf Abruf betroffen (2002: 6,7%). Dabei war bei 48,0 Prozent dieser Erwerbstätigen ein Minimum an Arbeitsstunden garantiert. Frauen sind mit 6,8 Prozent stärker von der Arbeit auf Abruf betroffen als Männer (4,1%). Die Arbeit auf Abruf ist mit 12,0 Prozent im Gastgewerbe am stärksten verbreitet. In den Branchen Kunst, Unterhaltung, private Haushalte und sonstige Dienstleistungen (11,3%) und Immobilien, sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen (10,1%) ist ebenfalls rund jede zehnte Person von Arbeit auf Abruf betroffen. Vier von zehn Arbeitnehmenden verfügen über flexible Arbeitszeiten 2012 verfügten 42,4 Prozent der Arbeitnehmenden über flexible Arbeitszeiten (2002: 41,8%). Als «flexibel» gelten folgende Arbeitszeitmodelle: Wochen-/Monatsarbeitszeit mit/ohne Blockzeiten, Jahresarbeitszeit oder keine formalen Vorgaben. Männer haben öfter flexible Arbeitszeiten als Frauen (49,3% gegenüber 34,7%). Der Anteil Arbeitnehmender mit flexiblen Arbeitszeiten variiert zwischen den Wirtschaftsabschnitten stark: Die Spannweite reicht von 13,7 Prozent im Gastgewerbe bis zu 75,3 Prozent im Kredit- und Versicherungsgewerbe. Erziehung und Unterricht: Eine von fünf Personen in befristetem Arbeitsverhältnis Im Jahr 2012 belief sich der Anteil der Arbeitnehmenden mit befristetem Arbeitsvertrag auf 7,2 Prozent (2002: 6,1%). Rund ein Drittel dieser Erwerbstätigen besitzen einen Arbeitsvertrag mit einer Dauer von maximal sechs Monaten. Von den Ausländerinnen und Ausländern sind 8,6 Prozent befristet angestellt (Schweizer/-innen: 6,7%). In den Wirtschaftsbranchen Erziehung und Unterricht (20,0%) und in der Land- und Forstwirtschaft (14,6%) sind die befristeten Arbeitsverträge am stärksten verbreitet absolvierten 1,1 Prozent der Arbeitnehmenden ein bezahltes Praktikum waren es 0,7 Prozent. BUNDESAMT FÜR STATISTIK Pressestelle 2/7

3 Auskunft: Silvia Perrenoud, BFS, Sektion Arbeit und Erwerbsleben, Tel.: , Pressestelle BFS, Tel.: ; Fax: , Publikationsbestellungen, Tel.: , Fax: Weiterführende Informationen und Publikationen in elektronischer Form finden Sie auf der Homepage des BFS > Themen > 03 - Arbeit und Erwerb Die Medienmitteilungen des BFS können in elektronischer Form (Format pdf) abonniert werden. Anmeldung unter Diese Medienmitteilung wurde auf der Basis des Verhaltenskodex der europäischen Statistiken geprüft. Er stellt Unabhängigkeit, Integrität und Rechenschaftspflicht der nationalen und gemeinschaftlichen statistischen Stellen sicher. Die privilegierten Zugänge werden kontrolliert und sind unter Embargo. Keiner Stelle wurde ein privilegierter Zugriff auf diese Medienmitteilung gewährt. 3/7

4 Methodischer Anhang Schweizerische Arbeitskräfteerhebung (SAKE) Die SAKE ist eine telefonische Stichprobenerhebung bei den Haushalten, die seit 1991 jährlich vom Bundesamt für Statistik (BFS) durchgeführt wird. Sie beschreibt die Struktur und die Entwicklung der Erwerbsbevölkerung sowie das Erwerbsverhalten in der Schweiz. Im Hinblick auf die internationale Vergleichbarkeit stützt sich das BFS auf die Empfehlungen des Internationalen Arbeitsamtes (ILO) und auf die Normen von EUROSTAT zu den Arbeitskräfteerhebungen. Von 1991 bis 2009 wurde die Befragung nur im 2. Quartal durchgeführt. Gemäss dem bilateralen Statistikabkommen zwischen der Schweiz und der EU wird die SAKE heute kontinuierlich mit dem Ziel geführt, Jahres- und Quartalsindikatoren zum Arbeitsangebot zu produzieren. Personen, die an der Erhebung teilnehmen, werden innerhalb von anderthalb Jahren viermal befragt. Die jährliche Basisstichprobe umfasst seit 2010 rund 105'000 Interviews pro Jahr. Sie wird ergänzt durch eine Spezialstichprobe von rund 21'000 Interviews mit Ausländerinnen und Ausländern. Grundgesamtheit der SAKE ist die ständige Wohnbevölkerung ab 15 Jahren. Die vorliegende Medienmitteilung basiert auf einer eingegrenzten Auswahl der jährlichen SAKE-Ergebnisse. Auch die Quartalsergebnisse dieser Erhebung sind Gegenstand von Medienmitteilungen (letzte Medienmitteilung: «Schweizerische Arbeitskräfteerhebung und abgeleitete Statistiken im 4. Quartal 2012: Arbeitsangebot - Anstieg der Anzahl Erwerbstätigen um 1,1 Prozent; Erwerbslosenquote gemäss ILO beträgt 4,4 Prozent» vom 26. März 2013). Alle Quartals- und Jahresergebnisse der SAKE und der daraus abgeleiteten Statistiken sind auch in Form von herunterladbaren Tabellen auf dem Statistikportal des BFS verfügbar: 4/7

5 Anteil der Erwerbstätigen (ohne Lehrlinge) nach Arbeitszeitmodellen 1) G 1 45% 40% 35% 30% 25% 20% 15% 10% 5% 0% Flexible Arbeitszeiten 2,3) Teilzeitarbeit Regelmässige Samstagsarbeit Regelmässige Abendarbeit (zwischen 19:00h und 24:00h) Regelmässige Sonntagsarbeit Arbeit auf Abruf 2) Regelmässige Nachtarbeit (zwischen 24:00h und 06:00h) 1) von 2002 bis 2009: Durchschnitt 2. Quartal / ab 2010: Jahresdurchschnittswerte. Ein leichter Bruch in der Zeitreihe zwischen 2009 und 2010 kann nicht ausgeschlossen werden; eine Person kann mehreren Arbeitszeitmodellen angehören (z.b. Teilzeit + Nachtarbeit) 2) Nur Arbeitnehmende 3) Wochen-/Monatsarbeitszeit mit/ohne Blockzeiten, Jahresarbeitszeit, keine formalen Vorgaben, anderes flexibles Modell BFS 5/7

6 Anteil der Erwerbstätigen (ohne Lehrlinge), die regelmässig abends, nachts, samstags oder sonntags arbeiten, 2012 nach Geschlecht und Nationalität G 2 25% 20% Vertrauensintervall (95%) 18,1 18,5 16,9 15,9 16,4 23,8 21,4 21,6 21,0 19,4 15% 10% 11,5 10,7 10,9 10,1 10,2 5% 5,3 6,1 4,4 5,2 5,9 0% Abendarbeit 1) Nachtarbeit 2) Samstagsarbeit Sonntagsarbeit Total Männer Frauen Schweizer/innen Ausländer/innen 1) zwischen 19:00h und 24:00h 2) zwischen 24:00h und 06:00h BFS Anteil der Arbeitnehmenden (ohne Lehrlinge) mit flexiblen Arbeitszeiten, befristeten Arbeitsverträgen oder die auf Abruf arbeiten, 2012 nach Geschlecht und Nationalität G 3 60% 50% 40% Vertrauensintervall (95%) 49,3 45,2 42,4 34,7 34,6 30% 20% 10% 7,2 6,7 7,7 8,6 6,7 5,4 6,8 4,1 5,3 5,6 0% Flexible Arbeitszeiten 1) Befristete Arbeitsverträge Arbeit auf Abruf Total Männer Frauen Schweizer/innen Ausländer/innen 1) Wochen-/Monatsarbeitszeit mit/ohne Blockzeiten, Jahresarbeitszeit, keine formalen Vorgaben, anderes flexibles Modell BFS 6/7

7 T1 Anteil der Erwerbstätigen (ohne Lehrlinge), die regelmässig abends, nachts, samstags oder sonntags arbeiten, nach Wirtschaftsabschnitten, 2012 Wirtschaftsabschnitte (NOGA 2008) Abendarbeit 1) Nachtarbeit 2) Samstagsarbeit Sonntagsarbeit A Land- und Forstw irtschaft 29,8% 2,8 8,7% 1,8 63,2% 2,9 47,3% 3,0 B-E Verarbeitendes Gew erbe/energieversorgung 10,4% 0,8 4,6% 0,6 8,9% 0,8 3,6% 0,5 F Baugew erbe 6,0% 1,1 2,2% 0,8 7,0% 1,1 1,6% 0,5 G Handel, Reparaturgew erbe 13,0% 1,0 3,3% 0,5 36,8% 1,4 5,5% 0,7 H Verkehr und Lagerei 21,0% 2,2 16,4% 2,0 32,3% 2,4 15,7% 1,9 I Gastgew erbe 51,0% 2,7 11,6% 1,8 55,0% 2,7 36,6% 2,6 J Information und Kommunikation 15,3% 2,1 5,3% 1,4 12,7% 2,0 8,1% 1,7 K Kredit- und Versicherungsgew erbe 7,7% 1,2 1,4% 0,6 3,4% 0,8 1,5% 0,6 L/N Immobilien, sonst. w irtschaftliche DL 18,6% 2,0 5,3% 1,3 20,5% 2,1 9,0% 1,5 M Freiberufliche, w iss. und techn. DL 12,4% 1,3 3,1% 0,6 11,4% 1,2 5,5% 0,9 O/U Öff.Verw altung, exterr. Körperschaften 12,0% 1,6 5,1% 1,1 10,0% 1,5 7,3% 1,3 P Erziehung und Unterricht 17,9% 1,6 1,2% 0,4 11,9% 1,3 6,9% 1,0 Q Gesundheits- u. Sozialw esen 24,2% 1,2 9,2% 0,8 22,8% 1,2 18,5% 1,1 R/S/T Kunst, Unterhalt., priv. Haushalte, sonst. DL 20,4% 1,7 4,2% 0,9 30,9% 2,0 15,0% 1,6 Total 16,9% 0,4 5,3% 0,2 21,4% 0,4 10,7% 0,3 1) zw ischen 19:00h und 24:00h 2) zw ischen 24:00h und 06:00h T2 Anteil der Arbeitnehmenden (ohne Lehrlinge) mit flexiblen Arbeitszeiten, befristeten Arbeitsverträgen oder die auf Abruf arbeiten, nach Wirtschaftsabschnitten, 2012 Wirtschaftsabschnitte (NOGA 2008) Arbeit auf Abruf in % Vertrauensintervall Flexible Arbeitszeiten 1) Befristete Arbeitsverträge A Land- und Forstw irtschaft 8,2% 3,1 37,3% 5,3 14,6% 3,8 B-E Verarbeitendes Gew erbe/energieversorgung 3,6% 0,5 55,6% 1,5 3,4% 0,4 F Baugew erbe 3,7% 0,9 20,3% 2,0 4,6% 0,9 G Handel, Reparaturgew erbe 5,6% 0,8 31,6% 1,5 3,9% 0,5 H Verkehr und Lagerei 6,1% 1,5 30,2% 2,6 3,2% 0,7 I Gastgew erbe 12,0% 2,0 13,7% 2,1 9,1% 1,4 J Information und Kommunikation 3,1% 1,2 70,4% 3,1 5,2% 1,3 K Kredit- und Versicherungsgew erbe 1,9% 0,6 75,3% 1,9 3,5% 0,7 L/N Immobilien, sonst. w irtschaftliche DL 10,1% 1,8 36,4% 2,8 7,2% 1,2 M Freiberufliche, w iss. und techn. DL 4,4% 1,0 69,2% 2,2 7,2% 1,1 O/U Öff.Verw altung, exterr. Körperschaften 4,0% 1,0 61,0% 2,3 9,9% 1,1 P Erziehung und Unterricht 4,1% 0,9 36,7% 2,1 20,0% 1,4 Q Gesundheits- u. Sozialw esen 5,9% 0,7 21,1% 1,2 8,0% 0,7 R/S/T Kunst, Unterhalt., private Haushalte, sonst. DL 11,3% 1,7 43,6% 2,5 10,6% 1,3 Total 5,4% 0,3 42,4% 0,6 7,2% 0,3 1) Wochen-/Monatsarbeitszeit mit/ohne Blockzeiten, Jahresarbeitszeit, keine formalen Vorgaben, anderes flexibles Modell. 7/7

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