Zukunft Jetzt! Frauen.Macht.Politik. Abschlussmagazin Überparteiliches Polit-Training 2012

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1 Frauen.Macht.Politik Abschlussmagazin Überparteiliches Polit-Training 2012 Zukunft Jetzt! Ein Projekt von Frauen-Landesrätin Mag. a Doris Hummer und dem Frauenreferat des Landes Oö

2 Grußworte Wissenschafter sprechen symbolisch von einer gläsernen Decke, die viele Frauen nach wie vor daran hindert, in Führungspositionen zu gelangen. Wir sind gut beraten, das zu ändern. Auch in der Politik. Denn andernfalls verschenken wir damit Talente. Alles was wir in den internationalen Wettbewerb einbringen können, ist die Kreativität und das Können der Menschen im Land. Daher brauchen wir auch mehr Frauen in der Politik. Trend- und Zukunftsforscher versichern uns immer wieder, dass in der Welt des 21. Jahrhunderts Eigenschaften, wie Organisationstalent, emotionale Intelligenz oder Teamfähigkeit eine große Bedeutung zukommt. Qualifikationen, die gerade viele Frauen mitbringen. Wer dafür sorgt, dass sich möglichst viele Frauen politisch engagieren, investiert auch in die Zukunft unseres Landes. Ein Beitrag dazu ist dieses Projekt, zu dem ich herzlich gratuliere. Dr. Josef Pühringer Landeshauptmann Chancengleichheit bedeutet auch, dass Frauen im selben Maße wie Männer Führungs- und Gestaltungsfunktionen ausüben können. Je ausgewogener die Vertretung von Frauen in Entscheidungs- und Gestaltungsgremien ist, desto differenzierter ist die Sichtweise und Herangehensweise an die vor uns liegenden Herausforderungen. Durch Mutmachprogramme wie das Überparteiliche Polit-Training sollen Frauen ermutigt und gestärkt werden, ihre Anliegen und ihr Potential in politische Gremien und in der Öffentlichkeit einzubringen und bei politischen Funktionen einfach JA zu sagen. Geschlechtervielfalt bringt mehr Erfolg! Vielen Dank an alle Teilnehmerinnen für ihr Engagement und viel Erfolg bei der weiteren politischen Tätigkeit! Mag. a Doris Hummer Frauenlandesrätin Das Ziel des Überparteilichen Polit-Trainings des Frauenreferates des Landes Oberösterreich ist es, Frauen zu motivieren, sich für politische Funktionen zu bewerben und im Gemeinderat aktiv zu werden und bereits politisch aktive Frauen in ihrer Arbeit zu unterstützen. Besonders wichtig ist mir als Leiterin des Frauenreferates auch die Nachhaltigkeit des Polit-Trainings. Durch lebhafte Vernetzung untereinander können wir in Oberösterreich gemeinsam viel bewegen. Ich wünsche allen Absolventinnen des Polit-Trainings viel Erfolg bei ihrer politischen Arbeit und viel Freude bei der Gründung spannender Netzwerke. Dipl.-Päd. in Beate Zechmeister Frauenbeauftragte des Landes Oberösterreich 2 Abschlussmagazin Überparteiliches Polit-Training 2012

3 Frauen.Macht.Politik Abschlussmagazin Überparteiliches Polit-Training

4 Die Teilnehmerinnen stellen sich vor Doris Steiner B.A. Gutau, Bezirk Freistadt. Projektbetreuerin, Lektorin in der Pfarre, ehemalige Leiterin einer Mütterrunde und des Elternvereins, keine politische Funktion. Durch mein nebenberufliches Studium (Management öffentlicher Dienstleistungen) von 2008 bis 2011 wurde mein Interesse an der Politik geweckt. Einerseits war ich persönlich mit politischen und gesetzlichen Rahmenbedingungen bei der oftmals geforderten lebenslangen Weiterbildung als alleinerziehende Mutter von 2 Kindern und Berufstätigkeit konfrontiert. Andererseits wurde mir dadurch klar, wie wichtig es ist, seinen eigenen Horizont in Bezug auf politische Themen zu erweitern, um sich selber ein Bild machen und bei gesellschaftspolitischen Diskussionen Position beziehen zu können. Das Politiktraining war für mich die Chance, einen intensiven Einblick in die politische Landschaft zu bekommen. 50,70% 49,30% 20 5 Monika Schwaiger LLB.oec. Tiefgraben, Bezirk Vöcklabruck. Bachelor Recht und Wirtschaft, Geschäftsführerin der NORA Beratung für Frauen und Familien, Obfrau der OÖVP-Frauen Tiefgraben. Als zweifache Mutter ist es mir wichtig, die Zukunft positiv mitgestalten zu können und meinen Kindern die Wichtigkeit persönlichen Engagements zu vermitteln. Das Polit-Training hat das politische Interesse, welches ich bereits im Jugendalter von meinem Großvater vermittelt bekam, mehr denn je geweckt. Aus diesem Engagement heraus entsteht gerade eine ÖVP-Frauengruppe in Tiefgraben, die ich als Obfrau leiten darf. Ich freue mich schon sehr auf diese neue Herausforderung. Das Überparteiliche Polit-Training war vor allem durch den Austausch mit den Kolleginnen und die vielen vermittelten Inhalte durch die Vortragenden eine große Bereicherung für mich. Erwähnenswert ist die tolle Gruppendynamik, die das Seminar so überaus lehrreich und interessant machte. 50,30% 19 49,70% Mag. Theresia Schlöglmann a Diersbach, Bezirk Schärding. Juristin der Abt. Naturschutz/Amt der Oö. Landesregierung/Linz, aktiv im Leitungsteam Klimabündnis, Engagement für Wirtschaft, Frauen und Soziales. Menschen, die wollen, finden Wege,... ich finde Wege und - sie sind ANDERS! Nebenberufliches Jus-Studium, dienstlicher Neustart nach 25 Jahren BH Schärding. Politisch interessiert und bereit für Neues habe ich mich auf dieses Abenteuer eingelassen. Ergebnis? Malen Sie gedanklich folgendes Bild: Ein Hubschrauber mit offener Tür, laufende Rotorblätter; die Pilotin mit Helm ist im Einsteigen begriffen. Gut gerüstet geht meine Reise los. Welcher Weg mich nun zu meinem Ziel bringt, fragen Sie? Ich lade Sie ein, begleiten Sie mich ein Stück meines Weges. 50,53% 49,47% Abschlussmagazin Überparteiliches Polit-Training 2012

5 Ulrike Schittenhelm Mondsee, Bezirk Vöcklabruck. Personalchefin und Trainerin a.d. Dieser Lehrgang war für mich ein Wink, nach meiner beruflichen Laufbahn weiterhin mit Menschen für Menschen arbeiten zu können. Besonders im sozialen Bereich und für die Frauen werde ich gerne meinen großen Erfahrungsschatz einbringen. Ich bin derzeit noch nicht politisch tätig und will mir das nötige theoretische Rüstzeug auf diesem Weg aneignen. Nach Abschluss dieses Lehrgangs sehe ich es als Sinn und Aufgabe meines dritten Lebensabschnittes, das Gelernte in die Praxis umzusetzen. Ich werde mich politisch engagieren und öffentlich an den diversen Problemlösungen mitarbeiten. Außerdem liegt es mir am Herzen, nicht nur zu raunzen und politverdrossen zu sein, sondern etwas zu tun. Anzupacken ist mein Motto. 47,55% 22 Susanne Nemrava Saxen, Bezirk Perg. OP Schwester, GR der FP Saxen, Arbeitskreisleiterin der Gesunden Gemeinde Saxen, stv. Obfrau Ausschuss für Gesundes, Soziales, Sport u. Integration. Meine Entscheidung in die Politik zu gehen war spontan. Ich folgte meinem Gefühl und es war richtig. Politik heißt gemeinsame Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen. Als Gemeinderätin habe ich die Möglichkeit, aktiv in meiner Gemeinde mitzuwirken und mitzuentscheiden für eine bessere Zukunft. Gemeindearbeit ist oftmalig ein schwerer Job. Meinung zu haben und zu vertreten macht einen oft angreifbar. Es ist immer wieder eine Herausforderung, in diesen noch männlich dominierten Bereich als Frau zu bestehen. Die verschiedenen Module beim Polit-Training waren eine tolle Chance, mich persönlich wieder weiter zu entwickeln, in meiner Arbeit als Gemeinderätin zu festigen und mein Wissen zu erweitern. 51,00% 14 52,45% 49,00% Mag. a Dr. Herta Neiß in Linz. Leiterin des Masterlehrgangs Tourismusmanagement der Johannes Kepler Universität Linz. Geboren in Steyr, aufgewachsen in Wolfern. Lehre Bürokauffrau, Abendschule und Studium der Betriebswirtschaftslehre im zweiten Bildungsweg, Spezialisierung auf Marketing und Rechnungswesen sowie Dissertationsstudium mit wirtschaftshistorischem Schwerpunkt. Seit über 15 Jahren schlägt mein berufliches Herz für die universitäre Weiterbildung im Tourismus. Hier kontinuierlich Akzente in Richtung qualitativer Weiterentwicklung zu setzen, ist mein erklärtes Ziel. Dies bedarf neben der praktischen Vermittlung von Fachinhalten einer anwendungsorientierten und vor allem tourismusspezifischen Forschung. Diese in Oberösterreich zu etablieren, stellt eine Herausforderung dar, der ich mich gerne stellen möchte. 47,70% 52,30% Abschlussmagazin Überparteiliches Polit-Training

6 Mag. Elisabeth Muss a Neukirchen/Vöckla, Bezirk Vöcklabruck. Geschäftsführerin Leader-Verein Traunsteinregion nördlicher Teil Bezirk Gmunden, keine politische Funktion. Verständnis für politisches Geschehen zu schaffen ist eine Grundvoraussetzung für verantwortungsbewusstes Denken, Sprechen und Handeln. Denn wir alle tragen Verantwortung dafür, unsere Welt mitzugestalten sowohl im privaten als auch im beruflichen Umfeld. Das Überparteiliche Polit-Training eröffnet uns Teilnehmerinnen neue Wege, an politischen Prozessen teilzuhaben aufgetankt mit Mut, Wissen und neuen Ideen. Für mich sind es vor allem die ländlichen Regionen Oberösterreichs, die ich durch mein Wirken stärken möchte. Und so hat jede von uns ein Thema, wofür unser Herz schlägt und wofür wir uns mit erweitertem Potential in Zukunft verstärkt einsetzen. 50,10% 22 49,90% 3 Mag. Elke Mayerhofer a Wels. Studium der Politikwissenschaften an der Universität Wien, Geschäftsführerin der Grünen Wels, Gemeinderätin, Leiterin des Archivs der Grünen Oberösterreich. Politik gestaltet das menschliche Zusammenleben. Das ist eine der Definitionen für Politik und einer der Gründe, aus denen mein politisches Interesse und Engagement erwachsen. Dass ich selbst einmal als Politikerin tätig sein würde, hatte ich mir bis vor einem Jahr noch nicht vorstellen können. Aber als sich die Gelegenheit geboten hat, habe ich Ja gesagt und diesen Sprung ins kalte Wasser gewagt. Eine Entscheidung, die sich für mich als goldrichtig erwiesen hat. Jetzt hoffe ich noch vieles bewegen zu können und eines steht fest: es ist erst der Beginn einer längeren Reise. 48,03% 24 51,97% Doris Leitner Schenkenfelden, Bezirk Urfahr-Umgebung. Controllerin und WIFI Vortragende, Organisationsreferentin der ÖVP Schenkenfelden, Ersatzgemeinderätin, Mitglied im Prüfungsausschuss und Sozialausschuss. Meine ersten politischen Erfahrungen konnte ich bereits auf Gemeindeebene im Prüfungsausschuss und als Organisationsreferentin sammeln. Das Polit-Training hat nun zusätzlich meine fachliche Kompetenz erweitert, die ich in zukünftige politische Entscheidungen bzw. Gremien professionell einbringen kann. Politik bedeutet für mich Gemeinschaft mitzugestalten, meine Anliegen einzubringen, Verantwortung zu übernehmen und somit Mitgestalter der Zukunft zu sein. Mein Dank gilt dem Land Oö, insbesondere dem Frauenreferat, welches den Lehrgang verwirklicht hat. Hier werden Frauen ermutigt, am politischen Parkett mitzuwirken. 51,07% 16 48,93% Abschlussmagazin Überparteiliches Polit-Training 2012

7 Manuela Kösters Braunau am Inn. Selbstständige Reitlehrerin, Mutter 2er Jugendlicher, Ersatz-GRin des BZÖ Braunau, Mitglied des Sozial-, Schule und Sport-, Kultur- und Wohnungsausschusses. Um etwas zu verändern und mitzugestalten, ging ich als Neueinsteigerin in die Gemeindepolitik. In diesem Überparteilichen Polit-Training wollte ich mehr erfahren. Und ich muss sagen, die vielen Wochenenden hatten es in sich, denn bis spät in die Nacht wurde diskutiert und ausgetauscht. Nicht gegeneinander und nicht nebeneinander, sondern miteinander wurde hier von allen umgesetzt, egal ob von Referentinnen oder Teilnehmerinnen. Wenn alle Parteien so miteinander arbeiten würden, wären wir besser daran. Mein Appell an die Frauen: traut Euch heran an die Macht, werdet sichtbar und denkt an das Miteinander! 48,14% 27 51,86% Petra Kluck Linz. Industriekauffrau, derzeit Mitarbeiterin des Landespersonalausschusses beim Amt der OÖ Landesregierung FSG, Laienrichterin am LG Linz (dienstnehmerseitig); keine politische Funktion. Das Polit-Training bot mir die Möglichkeit, in persönlichen Gesprächen und durch Unterlagen mehr über die Parteiprogramme zu erfahren. Die Themen der angebotenen Module spannten für mich einen bunten und sehr interessanten Bogen. Politik begleitet jede Einzelne und jeden Einzelnen von uns ein ganzes Leben lang, selbst wenn manch Eine/Einer es nicht wahrhaben will. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich dafür zu interessieren. Nur zu meckern oder den Mund zu halten, bringt keine konstruktiven Ergebnisse und fördert nur Desinteresse an dem, wofür unsere Vorfahren gekämpft haben. Eines meiner Anliegen ist, dass bei jungen Menschen das Interesse und auch die Mitarbeit an der Politik wieder geweckt werden. 47,70% 40 52,30% Maria Angela Hofmann Schlägl im Mühlkreis, Bezirk Rohrbach. Vizevorsitzende des Internationalen Versöhnungsbundes in Österreich, ÖVP Gemeinderätin, Ausschussobfrau von Angelegenheiten für Integration, Soziales, Pensionisten, Familien, Schulen und Kindergarten, stv. Ortsgruppenleiterin der ÖVP Frauen, Mitglied in Ausschüssen: Kultur- und Förderwesen, örtliche Umweltfragen, Mitglied im Sanitäts-, Bau- und Straßenausschuss. Mein Wahlmotto war: Gewaltfreie Konfliktlösungen! Peacebuilding ist eine konstruktive Möglichkeit zu Sicherheit und Entwicklung. Erfolgreiche Mediation von Konflikten ist ein realistisches Ziel, wenn Friedenspädagogik als Planspiel im Lehrplan steht. Meine Vision: Staatssekretärin für Frieden, Entwicklung und Zusammenarbeit zu sein. Meine internationalen Erfahrungen und mein Uni- Wirtschaftslehrgang bei der Katholischen Sozialakademie nützen mir dabei. 49,00% 51,00% Abschlussmagazin Überparteiliches Polit-Training

8 Mag. a (FH) Ulrike Hifinger-Disii Linz. Sozialmanagerin, Lebens- und Sozialberaterin, Trainerin und Lektorin in der Erwachsenenbildung. Die Vision einer Welt, in der alle Menschen unabhängig von Geschlecht und Nationalität, politischen, sexuellen und religiösen Anschauungen gleiche Chancen vorfinden, ist die Triebfeder meines sozialpolitischen Handelns. Mein besonderes Engagement, das sich wie ein roter Faden durch mein bisheriges Leben zieht, gilt dem Empowerment von Frauen mit dem Ziel der Gleichberechtigung in allen Lebensbereichen im Sinne eines nach wie vor aktuellen Leitsatzes der Frauenbewegung: das Private ist hoch politisch. Das Polit-Training gab mir bereichernde Impulse für meine sozialpolitischen Aktivitäten, die mich voraussichtlich kommenden Mai für mindestens zwei Jahren im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit als Beraterin einer lokalen (Frauen-)NGO nach Tansania bzw. Kenia führen werden. 47,70% 40 52,30% Claudia Hauschildt-Buschberger Seewalchen, Bezirk Vöcklabruck. Flüchtlingsbetreuerin, Fraktionsobfrau, stellvertretende Bezirkssprecherin und Mitglied des Landesvorstandes der Grünen OÖ. 21 Bereits seit früher Jugend engagiere ich mich politisch. Leider musste ich feststellen, dass es vor 20 Jahren noch sehr schwierig war Familie, Beruf und politische Arbeit gut zu verknüpfen. Es ist mir daher ein besonderes Anliegen Frauen zu bestärken und sich trotz aller Hindernisse nach vorne zu wagen um nachhaltig positive Veränderungen in unserer Gesellschaft und Umwelt erreichen zu können. Das Polit-Training liefert mir dafür neue und insbesondere Überparteiliche Impulse, die mir zusätzliche Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten aufzeigen. 48,33% 24 51,17% Mag. Christine Födermayr a St. Ulrich bei Steyr, Bezirk Steyr-Land. Unternehmerin, Obfrau Wirtschaftsbund St. Ulrich, ÖVP-Gemeinderätin. Besonders am Herzen liegt mir die Förderung der Jugend zu selbständigen, leistungsorientierten und zugleich sozial umgänglichen Menschen. Die große Herausforderung besteht darin, junge Menschen darin zu stärken, ihre Kreativität und Kraft für die Steigerung der Wertschöpfung in unserem Land zu nutzen. Die Wirtschaftsregion Steyr ist geprägt von den Großkonzernen, der goldene Mittelbau ist nur schwach vertreten. Mein politisches Engagement möchte ich diesem Thema widmen. Vor allem Jungunternehmer und Neugründer, aber auch alt eingesessene UnternehmerInnen der Klein- und Mittelbetriebe benötigen dringend tatkräftige Unterstützung vonseiten der Politik, vielmehr noch vonseiten der gesamten Gesellschaft, also uns allen. 50,20% 49,80% Abschlussmagazin Überparteiliches Polit-Training 2012

9 Irene Fellner Alberndorf i.d. Riedmark, Bezirk Urfahr-Umgebung. angestellte Bürokauffrau, FP-Fraktionsobfrau, stv. Obfrau Prüfungsausschuss. Das Jammern, die Unzufriedenheit und das darauf folgende Desinteresse haben meinen Ehrgeiz geweckt! Ich will nicht nur kritisieren, sondern mich mit den politischen Anforderungen auseinandersetzen und mir meine eigene Meinung bilden, womit ich mich nach bestem Wissen gerecht positionieren kann, um zum Wohle aller Generationen verantwortungsbewusst, zukunftsorientiert und vielseitig Politik zu gestalten. Im PT erhalte ich Informationen, wie man sich selbstbewusst Gehör verschafft, um bei Anliegen der Bürger bzw. notwendigen Veränderungen lösungsorientiert mitzuarbeiten. Es sollte mit viel mehr Ehrlichkeit und Menschlichkeit für die Sache gehandelt werden, damit die Bürger wieder Interesse und Vertrauen an Politik und Demokratie zeigen, denn diese beeinflusst ihr Leben, auch wenn es vielen nicht bewusst ist! 50,74% 49,26% 20 5 Maria Dienstl Bad Leonfelden, Bezirk Urfahr-Umgebung. Sekretärin in der Abt. Brücken- und Tunnelbau beim Amt der Oö. Landesregierung, Trainerin für Bewegung zum Wohlfühlen beim Roten Kreuz, Teammitarbeiterin in der KFB Bad Leonfelden. Die Politik begleitet mich seit meiner Jugend. Der Wunsch, mich mit dieser Thematik zu beschäftigen, wurde immer größer. Die Erfahrung aus diversen ehrenamtlichen Tätigkeiten, wo der Blick nicht nur auf den eigenen Teller geworfen sondern über den Tellerrand hinaus gerichtet wird, soll vorrangig werden. Im Überparteilichen Polit-Training war es möglich, Frauen aus allen Parteien kennen zu lernen und mit ihnen Erfahrungen auszutauschen. Ich wünsche mir, dass das positive Klima, das in unserer Gruppe herrschte, auf die Parteien in Oberösterreich und auf die Menschen, die der Politik den Rücken abgewandt haben, übergreifen möge. GEMEINSAM KÖNNEN WIR VIEL ERREICHEN! 1* *Mandat nicht besetzt 49,00% 18 51,00% Mag. a (FH) Sabine Berger Linz. Leiterin der Abteilung Information und Marketing im Arbeitsmarktservice OÖ, Stv. Gleichbehandlungsbeauftragte, derzeit noch keine politische Funktion. Mein Motto zur Gleichstellungspolitik: Ich lobe mir den Humanismus, der den Menschen in all seiner Vielfalt in den Mittelpunkt stellt, ohne Unterschiede von Frau und Mann. Das Ziel des Projektes, mehr Frauen in Entscheidungsfunktionen zu bringen und sie auf Ihrem Weg in die Politik zu unterstützen, entsprach genau dem, was mir auf meinem Weg zu mehr Verantwortung im Beruf noch gefehlt hat. Mit der Unterstützung und dem Zuspruch der Kolleginnen aus dem Polit-Training habe ich beruflich das Ziel mehr Verantwortung bereits erreichen können. Nach Abschluss des Überparteilichen Polit-Trainings bin ich nun auch bereit, mich in Oberösterreich politisch zu engagieren. 47,70% 52,30% Abschlussmagazin Überparteiliches Polit-Training

10 Modul 1 Wege in die Politik Wir müssen wissen woher wir kommen, damit wir wissen wohin wir gehen können. Genau darum ging es im ersten Modul: ein erstes Kennenlernen der anderen Kursteilnehmerinnen, aber auch uns selbst ein kleines Stück besser kennen zu lernen. Herauszufinden, was die eigene Motivation für das jeweilige Engagement ist, was die inneren Antreiber sind und sich selbst Ziele zu stecken, wo jede von uns in einigen Jahren sein will. Modul 3 Oö. Parteienlandschaft mit Politikerinnen Zu Gast waren bei uns Politikerinnen aller vier im Landtag vertretenen Parteien: LAbg. Eva Maria Gattringer von der ÖVP, 2. Landtagspräsidentin LAbg. Gerda Weichsler-Hauer von der SPÖ, LAbg. Maria Buchmayr von den GRÜNEN und LAbg. Ulrike Wall von der FPÖ. Macht. Jede von uns hat sie. Doch niemand spricht darüber. Fast so wie beim Geld. Das Macht-Thema wurde lange Zeit in unserer Gesellschaft tabuisiert. Ein Macht-Mensch zu sein oder gar das Machtstreben sind Begrifflichkeiten, die auch heutzutage noch negativ besetzt sind. Trotzdem ist Macht ein integraler Bestandteil unserer Lebenswelt, gleich ob in Beruf oder Privatleben. Wenn es darum geht, sich mit seiner Meinung durchzusetzen, dann kommt es bewusst oder unbewusst zum Einsatz von Macht. Modul 2 Und genau darum ging es im ersten Modul mit Christine Bauer-Jelinek: ein Bewusstsein zu entwickeln, aus welchen verschiedenen Quellen Macht entspringt und mit welchen Mitteln die sogenannte Waffenkammer - sie von jeder Einzelnen zum Einsatz gebracht werden. (Claudia Hauschildt-Buschberger/Elke Mayerhofer) Gemeinderecht und organisation in Oö Dr. Wolfgang Steiner, Direktor des Oö. Landtags, gewährte uns Einblicke in die zahlreichen Rechtsmaterien, mit denen auf Gemeindeebene politisch Tätige konfrontiert sind. Von der Kompetenzverteilung, eigenem und übertragenem Wirkungsbereich, Aufgaben der Gemeindeorgane bis zur Verordnungs- und Bescheiderlassung sowie Privatwirtschaftsverwaltung spannte sich der Bogen. Besonders interessant waren seine stets praxisbezogenen Ausführungen auf unsere konkreten Problemstellungen. Die trocken wirkende Materie hat er gekonnt mit Leben erfüllt. (Theresia Schlöglmann) 10 Abschlussmagazin Überparteiliches Polit-Training 2012

11 Diese Frauen zeigten ihre Ideologien und Werte ihrer Parteien in sehr unterschiedlicher Weise. Wir erlebten Politikerinnen so: sehr gut vorbereitet, einladend, lebensnah, theoretisch, mit oder ohne Handouts, zielstrebig und kompetent. Viele Frauen des Überparteilichen Polit-Trainings haben sich parteimäßig noch nicht positioniert. Hier gab es die Möglichkeit für alle, eine Vielfalt für Politikverständnis zu erleben. Dr. Peter Filzmaier Ein Höhepunkt des Lehrganges war ohne Zweifel der Tag mit Herrn Dr. Peter Filzmaier, der über das politische System Österreichs referierte. Genau erklärt wurde die formale Klassifizierung und Typologisierung Österreichs parlamentarischer Systeme, die Entwicklung von der Konsens- zur Konfliktdemokratie zwischen Verfassungswirklichkeit und Politikverständnis bzw. politischer Kultur und Systemorganisation. Es wurden beide Aspekte des österr. politischen Systems dargestellt und im internationalen Vergleich mit zentralen Systemen Europas und den USA verglichen. Der Inhalt wurde spannend und äußerst interessant präsentiert und für alle, die Herrn Dr. Filzmaier von Presse und TV gekannt haben, ein echtes AHA-Erlebnis. (Maria Angela Hofmann/Ulrike Schittenhelm) Abschlussmagazin Überparteiliches Polit-Training

12 Modul 5 Maria Moser-Simmill: Gender Mainstreaming auf Gemeindeebene bedeutet, die Benachteiligung von Frauen zu vermeiden, Ungleichheiten abzubauen und eine geschlechterspezifische Perspektive in alle bestehenden und geplanten Maßnahmen und Projekte zu integrieren. Ziel ist es, Chancengleichheit zu fördern und die Lebensqualität aller Gemeindebürger und Gemeindebürgerinnen zu verbessern. Unter Gender Budgeting versteht man die Anwendung des Gender Mainstreaming im Budgetierungsprozess. Hierzu haben wir uns beispielsweise folgende Fragen gestellt: Wie beeinflusst die Haushaltspolitik die Geschlechterrollen? Gender Budgeting Das Budget in der Gemeinde muss sich künftig am sog. Outcome orientieren. Die Wirkung der eingesetzten Gelder wird darüber entscheiden, ob eine Gemeinde gendergerecht arbeitet, daran werden schließlich die Politikerinnen und Politiker zu messen sein. (Christine Födermayr/Doris Leitner) Modul 6 Mag. a Ilse Schachinger Alltag im Gemeinderat Gemeindefinanzen Frau Mag.a Ilse Schachinger wurde mit 26 Jahren bereits zur Amtsleiterin bestellt, durch ihre langjährige Tätigkeit konnte sie uns nicht nur Theorie, sondern auch viel Praxiswissen vermitteln. Wir empfanden sie als Paradebeispiel dafür, was man als Frau schon in jungen Jahren erreichen kann. Viele interessante Diskussionen entstanden oft durch Fragen und Beiträge der schon aktiven Gemeinderätinnen. Der Alltag im Gemeinderat ist geprägt durch Entscheidungen, die fast immer die Gemeindefinanzen betreffen. Dadurch war dieses Thema sehr herausfordernd und spannend. Prüfberichte wurden in diesem Modul durchleuchtet und konnten aus verschiedenen Blickwinkeln heraus betrachtet werden. Es wurde klar, welchen Stellenwert der Prüfungsausschuss in der Gemeinde trägt und wie wichtig er als Stütze des Gemeinderats bei Entscheidungen gesehen werden kann. Mit diesem Wissen können wir künftig mit geschärften Augen die Gemeindefinanzen betrachten. (Irene Fellner/Susanne Nemrava) Ein Beispiel: Eine Gemeinde bindet ihre Sportvereins-Subvention an die Anzahl der Mädchen und Burschen, die das Angebot nutzen. Gibt es nur Fußball, Tennis und Bogenschießen, so sind wahrscheinlich die Mädchen benachteiligt. Das funktioniert auch bei der Feuerwehr. Die Gemeinde ist dazu verpflichtet, für alle Bevölkerungsschichten Angebote gleichermaßen zu fördern. Förderungen sollen daher Disparitäten ausgleichen (z.b. Randregionen), Gruppen mit unterschiedlichen Möglichkeiten sollen so gefördert werden, dass sie am Ende gleichgestellt sind, z.b. Pensionisten und Rollstuhlfahrer. 12 Abschlussmagazin Überparteiliches Polit-Training 2012

13 Modul 4 Marie-Theres Euler-Rolle: Gesprächsführung und politische Argumentation In sämtlichen Bereichen der Politik angefangen von Gesellschafts- bis hin zu Parteipolitik sind wir in besonderem Maße gefordert, mit der Kraft unserer Persönlichkeit unsere politischen Themen, Programme und Ziele sichtbar zu machen. In Form von Rollenspielen, Interviewsituationen und Präsentationen vor laufender Kamera lockte Trainerin Marie- Theres Euler-Rolle jede einzelne Teilnehmerin in Modul 4 aus der Reserve, um uns einen klaren und prägnanten Kommunikationsstil zu vermitteln. Durch die aktive Gestaltung des Trainings war die gesamte Gruppe gefordert, persönlichen Stärken und Schwächen in der Gesprächsführung auf den Zahn zu fühlen. Nun gelingt es immer besser, eine wertschätzende und positive Argumentationslinie im Alltag einfließen zu lassen. (Elisabeth Muss/Monika Schwaiger) Modul 7 Mag. a Brigitte Maria Gruber in Zusammenarbeit mit Mag. a Patricia Marchart Fit für die Öffentlichkeit Medientraining Im letzten Modul unserer Ausbildung erfuhren wir, wie wir uns selbst in Position bringen können, trainierten unsere Ausdrucksfähigkeit und erfuhren Tipps für souveränes Auftreten. Ein wichtiges Motto für das eigene Weiterkommen ist : Angenehm Anders Als Alle Anderen. Wir beantworteten im Elevator Pitch die Fragen: Wer bin ich? Was kann ich? Welchen Nutzen hat mein Gegenüber von mir? Wir übten, die Antworten auf diese Fragen kurz und prägnant in 30 Sekunden geben zu können, wobei auch die Sprachmelodie ein wesentliches Element war. In der Pocket-Rhetorik ging es darum, dass ein Statement den Status quo, das Ziel, den Weg, den Nutzen und einen Appell an die ZuhörerInnen beinhalten soll. Um schließlich richtig fit für die Öffentlichkeit zu werden, wurden Interviewsituationen nachgestellt, bei denen jede Teilnehmerin vor laufender Kamera genau dies alles ausprobieren konnte. (Doris Steiner) Abschlussmagazin Überparteiliches Polit-Training

14 Im Gespräch mit... Kamingespräche Die Kamingespräche, zu denen die Frauenlandesrätin, die Leiterin des Frauenreferats sowie jeweils eine Vertreterin der politischen Parteien in OÖ geladen wurden, fanden großen Anklang bei den Teilnehmerinnen des Polit-Trainings. In ungezwungener Atmosphäre boten diese Gesprächsrunden Politik zum Angreifen, indem sie Einblick in den politischen Werdegang und Alltag ausgewählter Politikerinnen gewährten. Die eingeladenen Frauen sprachen über ihre gesellschaftspolitischen Werte und Ziele ebenso wie über ihr sozial- und parteipolitisches Engagement und erzählten von ihren persönlichen Strategien im Umgang mit den spezifischen Herausforderungen, die an eine Frau in der Politik gestellt werden. Jenen Teilnehmerinnen des Polit-Trainings, die noch auf der Suche nach ihrem Platz in der Parteienlandschaft waren bzw. noch vor der Entscheidung standen, ob sie sich tatsächlich parteipolitisch engagieren wollen, ermöglichten die Kamingespräche eine Orientierung abseits des Parteiprogramms, indem in diesen Frage-Antwort-Runden neben dem persönlichen Charisma der jeweiligen Politikerin auch etwas vom Spirit der jeweiligen Partei spürbar wurde. Gästeliste: Frauenlandesrätin Mag. a Doris Hummer, ÖVP LAbg. Mag. a Maria Buchmayr, stv. Klubobfrau der Grünen OÖ, Sprecherin der Grünen Frauen OÖ LAbg. Eva Maria Gattringer, Landesgeschäftsführerin der OÖVP Frauen Abg.z.NR Ursula Haubner, stv. Klubobfrau des Parlamentsklubs des BZÖ, Landesparteiobfrau des BZÖ OÖ, Generationenministerin a.d., Ausschussvorsitzende des Petitionsausschusses LAbg. Mag. a Silke Lackner, FPÖ LAbg. Gerda Weichsler-Hauer, Zweite Präsidentin des OÖ Landtages, Frauensprecherin des SPÖ-Landtagsklubs Dipl.-Päd. in Beate Zechmeister, Leiterin des Frauenreferates des Landes OÖ (Ulrike Hifinger-Disii) 14 Abschlussmagazin Überparteiliches Polit-Training 2012

15 Die Politik Oberösterreichs Waagerecht: 02 Stadt mit eigenem Statut 03 Landesrat ÖVP 04 Parteien im Landtag 05 FPÖ Klubobmann 06 Landesrat FPÖ 07 Landeshauptmann Landeshauptmann 13 Landesrat SPÖ 15 wo wird d. Landesbudget beschlossen 17 Ort für Besucher- Innen im Landtag 19 Landesrätin ÖVP 21 ein Landessymbol 22 Landeshauptmann Landesrat ÖVP 25 Klubobmann Grüne 26 Rechtsinformationssystem Abk. 27 Abkürzung für eine österreichische Partei Senkrecht: LandtagspräsidentIn 08 Landesamtsdirektor 09 Entsandte zum Landtag 12 Landesrat Grüne 14 Landtagsdirektor 16 ÖVP Klubobmann 18 Stv. Landeshauptmann SPÖ 19 Stv. Landeshauptmann ÖVP LandtagspräsidentIn 23 SPÖ Klubobfrau Lösungswort: (Sabine Berger) Abschlussmagazin Überparteiliches Polit-Training

16 Frauen.Macht.Politik Wir bedanken uns bei der Projektleiterin Frau Cornelia Anderl, B.A., und bei unserer Projektbegleiterin Frau Mag. a Brigitte Gruber, die uns bei diesem vielseitigen, lehrreichen und interessanten Überparteilichen Lehrgang begleitet haben. Unserer aufrichtiger Dank gebührt auch den Referentinnen und Referenten sowie den Politikerinnen und Politikern aller Fraktionen, die uns ihre Inhalte vermittelt und Einblicke in ihre Tätigkeitsfelder gegeben haben. In regen und offenen Diskussionen, die wir bei den Kamingesprächen mit ihnen führen durften, konnten wir unsere Argumentationsfähigkeit trainieren. Besonders hervorheben möchten wir Frau Landesrätin Mag. a Doris Hummer und das Frauenreferat der Landes Oberösterreich, durch sie wurde dieses Polit-Training überhaupt ermöglicht. Projektleitung Cornelia Anderl, B.A. Frauenreferat des Landes Oberösterreich Landhausplatz 1, 4021 Linz Tel.: 0732/ Projektbegleitung Mag. a Brigitte Maria Gruber Frauen: Fachakademie Schloss Mondsee 5310 Mondsee, Schlosshof 1a Tel: 06232/4783 Das Überparteiliche Polit-Training ist ein Lehrgang des Frauenreferates des Landes Oberösterreich, unterstützt von Frauenlandesrätin Mag. a Doris Hummer Mit freundlicher Unterstützung von: Herausgeberinnen: Teilnehmerinnen des Überparteilichen Polit-Trainings 2012 Redaktion: Sabine Berger, Maria Dienstl, Christine Födermayr, Maria Angela Hofmann, Doris Leitner, Theresia Schlöglmann, Doris Steiner Layout: Sabrina Leitner; Fotos: privat, Brigitte Maria Gruber, Mona Lorenz, Land OÖ/Linschinger

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Bereit für die erste Reihe Frauen.Macht.Politik Das Magazin zum Abschluss des überparteilichen Polittrainings 2010/11 Bereit für die erste Reihe 02 in den Gemeinden der Teilnehmerinnen 03 Grußworte 04-09 Teilnehmerinnen 10 Wege

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