Demografie und Soziale Arbeit

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1 Definition Bezugsgruppe 17 Demografie und Soziale Arbeit Demografie ist die Wissenschaft der Populationen (Bevölkerungsentwicklung). Wie sich diese verändern, untersuchen Demografen an drei maßgeblichen Prozessen: Geburtenverhalten, Migration und Alterung. Gemeinsam ergeben sie, wie Populationen bestehen und sich wandeln: Wie die Menschen die Erde bevölkern, wie sie Nationen und Gesellschaften bilden oder wie sie Kultur hervorbringen. Veränderung der Altersstruktur niedrige Geburtenrate Einführung der Antibabypille steigende Lebenserwartung Zu- und Abwanderungen der Menschen Medizinische Versorgung wird weiter entwickelt und verbessert Verstärkte Berufstätigkeit der Frauen/ Mütter Entscheidung: Karriere oder Kinder? Hohe Scheidungsbereitschaft Größtmögliche Arbeitnehmerbereitschaft Hohe Bereitschaft zu Abtreibungen aus wirtschaftlichen Gründen Wohlstandssteigerung Bessere Qualifikations- und Bildungschancen Strukturwandel der Familie Krankheitskosten werden höher Immer mehr Heimplätze und damit auch mehr Fachkräfte benötigt Auswirkung auf die Sozialversicherungssysteme Mehr Rentenzahlungen Schrumpfung der Gesellschaft Alterseinsamkeit Kinderlosigkeit keine Großfamilien mehr, sondern nur noch Kleinfamilien Problem: Demografie im ländlichen Raum Junge Menschen ziehen vom ländlichen Raum in größere Städte/Ballungsgebiete Berufliche Aufstiegschancen & Weiterbildungsmöglichkeiten häufig nur in Ballungsgebieten verfügbar und kompetenter Ältere Menschen bleiben auf Land zurück Pflegebedürftige müssen über Soziale Dienste betreut werden diese dadurch zusätzlich belastet Soziale Aufgaben müssen über ein größeres Gebiet verteilt ausgeübt werden Einwohnerdichte in Städten/Ballungsgebieten steigt Ländlicher Raum verliert Einwohner

2 Definition & aktuelle Problemlage: Fachkräftemangel und Demografie Fachkräftemangel ist [ ] gegeben, wenn [ ] mit der beruflichen Flexibilität der Bedarf an ausgebildeten Fachkräften erkennbar und dauerhaft über dem Angebot an ausgebildeten Fachkräften liegt. Hiervon abzugrenzen ist der Arbeitskräftemangel, der die notwendige berufliche Qualifikation nicht berücksichtig und auch Ungelernte mit einbezieht. Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS) und Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik (FIT):16 Fragen zum Fachkräftemangel in Deutschland; URL: (Datum des letzten Zugriffs ) kein flächendeckender Fachkräftemangel in Deutschland; jedoch Engpässe in einzelnen Berufsfeldern & Regionen Berufsfelder mit besonderen Engpässen: vor allem betroffen: kleine & mittlere Unternehmen in strukturschwachen ländlichen Regionen Ursachen für Fachkräftemangel in ländlichen Regionen: Demografischer Wandel Landflucht der jungen Menschen weitere Verschlechterung Ursachen für Unbeliebtheit der ländlichen gegenüber den Metropolregionen: Schlechtere Bildungsmöglichkeiten Schlechtere berufliche Aufstiegschancen Schlechtere weiche Standortfaktoren: o Kinderbetreuung oder Schulen

3 o Schlechteres kulturelles & Freizeit-Angebot o Schlechtere Versorgungslage & Infrastruktur Schlechtes Image Ursachen für Mangel in bestimmten Berufsfeldern: negatives Image der Berufsfelds, unattraktive Arbeitsbedingungen (schlechte Entlohnung, Schichtarbeit, schlechte Vereinbarkeit von Beruf & Familie) Wandel zu einer wissensbasierten Ökonomie: Expansion von wissensintensiven Branchen, die hochqualifiziertes Personal benötigen; während Branchen für geringqualifizierte Arbeiter schrumpfen Verschlechterung der Lebensbedingungen in betroffenen Gebieten Abwanderung von junger Bevölkerung & Unternehmen weitere Schwächung der Region Zukunftsprognose: Anstieg des Bedarfs an Erwerbstätigen & gleichzeitig zunehmende Reduktion des Arbeitskräfteangebots Fachkräftemangel als Vorstufe des allgemeinen Arbeitskräftemangels? Lösungsansätze: von den Kommunen ausgehend: Regionalmarketing Attraktivere Lebensbedingungen generieren Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten schaffen Aktivierung der stillen Reserven von den Unternehmen ausgehend: Public Private Partnerships Berufs- und Studienorientierung stärken

4 Kooperationen zwischen (Hoch)Schulen und Wirtschaft ausbauen Intensivere Anwerbung Anwerbung ausländischer Fachkräfte Ziele der Maßnahmen: junge Menschen vor Ort halten Anregen nach Ausbildung in Heimat zurückzukehren Stärkere Bindung des Arbeitnehmers zum Unternehmen bzw. zur Region Fazit: Fachkräftemangel gleichzeitig Folge & Ursache des demografischen Wandels: o Folge: Schrumpfung der Bevölkerung zu wenig Arbeitskräfte o Ursache: auf dem Land schlechte Versorgung mit Dienstleistungen, für die Fachkräfte nötig sind Landflucht der jungen Bevölkerung verstärkt demografischen Wandel in ländlichen Regionen Quellen: Bundeszentrale für politische Bildung: Bevölkerungsentwicklung. Soziale Auswirkungen, 2011; URL: Max-Planck-Institut für demografische Forschung : Was ist Demografie?; URL: (Datum des letzten Zugriffs ) Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie Saarland: Die Ursachen des Demografischen Wandels; URL: (Datum des letzten Zugriffs ) Günter Dawid: Die wahren Ursachen des demografischen Wandels, Berlin 2015; URL: (Datum des letzten Zugriffs ) Bundeszentrale für politische Bildung: Abschied vom Wachstum. Perspektiven und Probleme des Bevölkerungsrückgangs; URL: (Datum des letzten Zugriffs ) Sparschuh, V.: Der demografische Wandel im ländlichen Raum und die Verlässlichkeit von Generationenbeziehungen. Eine Herausforderung für die Soziale Arbeit. In: Sozialmagazin, 2015, 3/4, S Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit: Mobilität junger Menschen in ländlichen Räumen fördern; URL: Bundesagentur für Arbeit, Statistik/Arbeitsmarktberichterstattung (2016): Der Arbeitsmarkt in Deutschland Fachkräfteengpassanalyse, Nürnberg; URL: Content/Arbeitsmarktberichte/Fachkraeftebedarf-Stellen/Fachkraefte/BA-FK- Engpassanalyse pdf

5 Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS) und Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik (FIT):16 Fragen zum Fachkräftemangel in Deutschland; URL: Dr. Brandt, A.; Brunken, K.; Gehrke, J.-P.; Ketzmerick, T. und Wiekert, I.: Fachkräftemangel und demographischer Wandel bis Gutachten im Auftrag der Region Hannover Teil II: Handlungsansätze für kleine und mittlere Unternehmen in der wissensintensiven Wirtschaft in der Region Hannover. Hannover und Halle 2010; URL: (Datum des letzten Zugriffs )

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