Jugendhilfeplanung und Demografische Entwicklung

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1 Jugendhilfeplanung und Demografische Entwicklung Jahrestagung für Mitglieder von Jugendhilfeausschüssen

2 Planung und Steuerung der Jugendhilfe Steuerung Planung Controlling/ Berichtswesen Jugendhilfeplanung gem. 80 KJHG

3 Was ist Jugendhilfeplanung? kommunikativer Prozess (Merchel, 1992) Entwicklung längerfristiger und weitreichender Handlungsstrategien (8. Jugendbericht der Bundesregierung,1990) Qualifizierungsinstrument für die Leistungen des Jugendamtes als Steuerungsfunktion entscheidungsvorbereitend und -qualifizierend

4 Was definiert das KJHG? Das Kinder- und Jugendhilfegesetz (SGB VIII) macht Aussagen zu zwei Ebenen: p Was ist zu planen und wer hat die Verantwortung dafür? p Wie ist zu planen und welche Bedingungen sind dabei einzuhalten.

5 Verantwortung für die JHP 79 Gesamtverantwortung und Planungsverantwortung des Jugendamtes (dass die erforderlichen und geeigneten Einrichtungen, Dienste und Veranstaltungen rechtzeitig und ausreichend zur Verfügung stehen) 71 Jugendhilfeplanung liegt explizit in der Verantwortung des Jugendhilfeausschusses 80 (1) Die Planung wird organisiert und umgesetzt vom Jugendamt.

6 Der zentrale Planungsparagraph 80 (1) SGB VIII Planungs-3-Schritt Bestand erheben Bedarf ermitteln notwendige Angebote und Maßnahmen

7 Die Anforderungen des 80 SGB VIII 80(3) Freie Träger (frühzeitig) beteiligen bestimmte Planungsziele besonders berücksichtigen (gefährdete Lebens- und Wohnbereiche, Vereinbarkeit Familie und Erwerbstätigkeit) 80(2) 80(4) auf eine Abstimmung und Familiengerechtigkeit kommunaler Planungen hinwirken Wünsche, Bedürfnisse und Interessen der Betroffenen berücksichtigen Bestand erheben Bedarf ermitteln notwendige Maßnahmen und Angebote 80(1) Notwendige Vorhaben rechtzeitig und ausreichend planen bestehende Lebensbezüge von Eltern und jungen Menschen sollen erhalten und gepflegt werden 80(2) können 80(1) unvorhergesehenen Bedarf befriedigen können ein wirksames, vielfältiges und aufeinander abgestimmtes Angebot soll entstehen 80(2) 80(1)

8 Beteiligung Freier Träger an der Verpflichtend nach 80(3) Jugendhilfeplanung wichtig für eine gute fachliche Entwicklung Jugendhilfeplanung ist ein kommunikativer Prozess: alle Akteure der Jugendhilfe: freie Träger, das verantwortliche Jugendamt (und ggf. Betroffene) müssen gemeinsam gute Lösungen finden ein Instrument ist der 78 SGB VIII (Arbeitsgemeinschaften)

9 Jugendhilfeplanung als Prozess - die Beteiligten Jugendhilfeausschuss beschließt und kontrolliert organisiert, moderiert Verwaltung Planungsprozess werden beteiligt Freie Träger Fachkräfte gestalten werden beteiligt Betroffene Kooperationsbereiche

10 Planungsergebnisse Vorschlag (Prozess) und Beschluss (JHA) konkreter Maßnahmen und Angebote, passgenau für verschiedene Zielgruppen, sozialräumlich bedarfsgerecht verteilt.

11 Die demografische Entwicklung ist dabei eine wichtige Einflussvariable

12 Prognosen: Risiken und Nebenwirkungen Eine Prognose ist eine Rechnung mit Unbekannten. Je zutreffender die zu Grunde gelegten Annahmen, desto richtiger ist die Prognose. aber: Prognosen sind schwierig, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen alle Annahmen treffen natürlich nie ein der Trend ist meistens richtig Je kleinräumiger die Prognose, desto schwieriger und ungenauer ist sie.

13 Wie entwickelt sich die Bevölkerung? in der Summe (Gesamtbevölkerung) recht langsam in der Alterstruktur gewaltig regional sehr unterschiedlich

14 Bevölkerung im Rheinland Insgesamt

15 Bevölkerungsstruktur

16 Bevölkerungsstruktur: Babys und Greise Babys und Greise "Neugebo rene" "über 85"

17 Bevölkerungsstruktur: soziale Aspekte In benachteiligten Milieus werden mehr Kinder geboren als anderswo. Kindheit und Jugend werden folglich zukünftig verstärkt in Migrationskontexten, finanziell schlechteren Rahmenbedingungen und bildungsferneren Milieus stattfinden. Gleichzeitig wird die Gesellschaft auf das Potenzial genau dieser jungen Menschen angewiesen sein.

18 Bevölkerungsentwicklung (%) Kreise im Rheinland 2025 zu 2005

19 Bevölkerungsentwicklung (%) krf. Städte im Rheinland 2025 zu 2005

20 regionale Unterschiede

21 regionale Unterschiede

22 0 bis 9-jährige im Rheinland

23 10 bis 18-jährige im Rheinland

24 Folgen Alle Bereiche der Jugendhilfe und der Bildung sind auf Dauer vom Rückgang der Zahl der jungen Menschen betroffen. Je jünger die Zielgruppen sind, desto akuter ist der Rückgang. Direkt betroffen sind die Angebotsbereiche, die bis zu 100% der Altersjahrgänge erreichen (z.b. Kindergartengruppen, Schulen).

25 aber: keine Demografie-Renditen die rückläufigen Zahlen machen Jugendhilfe nicht billiger notwendiger Ausbau bisher nicht bedarfsgerecht ausgestatteter Aufgabenfelder größte Herausforderung: Maßnahmen, Angebote und Dienste aufrecht und zugänglich zu erhalten bei rückläufigen Nachfragerzahlen besonders im ländlichen Raum

26 Demografie und Planung Jugendhilfe insgesamt Kindertagesbetreuung Hilfen zur Erziehung demografische Entwicklung insgesamt rückläufige Jugendbevölkerung rückläufige Geburtenzahlen und Kernjahrgänge Rechtsanspruch ältere Jahrgänge bis 18 Jahre erst zeitversetzt rückläufig Jugendhilfeplanung Wie gelingt es, alle Angebote der Jugendhilfe für alle aufrecht und zugänglich zu halten? anstehender Ausbau Bildung und Betreuung unter drei Jahren Demografie ist nur eine Einflussvariable neben anderen Entwicklung der benachteiligten Milieus Rückgang wann?

27 Jugendhilfeplanung... muss helfen, die Jugendhilfe auf die Zukunft vorzubereiten... muss die örtliche Realität der Jugendhilfe verändern... ist Aufgabe des Jugendhilfeausschusses - mischen Sie sich ein!

28 Bertelsmann-Stiftung Quellen zur Demografie Landesjugendamt Rheinland > Demografie und Jugendhilfe 0221/ , Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik NRW (für Fortgeschrittene)

Andreas Hopmann Landestagung der hessischen Jugendarbeit 15.04.2008 Gersfeld. Andreas Hopmann, www.hopmanns.de, 15.04.

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