Der Begriff 'aktivierende Pflege' in der ambulanten und stationären Altenhilfe

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1 Medizin Cornelia Michalke Der Begriff 'aktivierende Pflege' in der ambulanten und stationären Altenhilfe

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3 Universität Osnabrück/Abteilung Vechta Fachbereich 11: Erziehungswissenschaft, Psychologie, Sport Weiterbildungsstudiengang Psychologische und soziale Alternswissenschaft Der Begriff << aktivierende Pflege >> in der ambulanten und stationären Altenhilfe Abschlußarbeit Cornelia Michalke Hildesheim, den

4 2 Inhaltsverzeichnis Seite Vorwort...2 Einleitung Aussagen ausgewählter Autoren zur aktivierenden Pflege Arntzen Bergener Böhm Büker Dietze & Schwarze Füsgen & Summa Juchli Lehr Matthes Sieber & Weh Erster Vergleich der Aussagen und Kommentar Ziele aktivierender Pflege Rehabilitation und aktivierende Pflege Pflegeverständnis und aktivierende Pflege Pflegemethode oder Pflegemodell? Beschreibung aktivierender Maßnahmen Zusammenfassung und Stellungnahme Begriffliche Erklärungen und ihre Beziehung zur aktivierenden Pflege Definitionen "Pflege" Definitionen "Aktiv..." Pflegeverständnis Prozeßorientierte Pflegeplanung Zusammenfassung...36

5 3 4. Systematisierung und Definition als Voraussetzung für die Zuordnung der aktivierenden Pflege Aktivierende Pflege als Begriff Aktivierende Pflege als Definition Analyse ausgewählter Definitionen Zusammenfassung und Kommentar Definitionsvorschlag Aktivierende Pflege innerhalb eines Pflegekonzeptes Aktivierende Pflege und Pflegetheorie Die Theorie am Beispiel ganzheitlich-rehabilitierender Prozeßpflege Aktivierende Pflege innerhalb eines Pflegemodells Virginia Henderson: Grundregeln der Krankenpflege Nancy Roper, Winifred W. Logan, Alison J. Tierney: Die Elemente der Krankenpflege Aktivierende Pflege als Pflegemethode Zur Situation der Pflegefachkräfte in der ambulanten und stationären Altenhilfe Aus-, Fort- und Weiterbildung Institutionelle Rahmenbedingungen Ambulante Altenhilfe Stationäre Altenhilfe Zusammenfassung und Ergebnisse Schlußfolgerungen...71 Literaturverzeichnis...73

6 4 Vorwort Der Arbeit liegt ein für die Alten- und Krankenpflege gemeinsames Berufsbild zugrunde: 1. "Pflege ist als eigenständiger Beruf und selbständiger Teil des Gesundheitsdienstes für die Feststellung der Pflegebedürftigkeit, die Planung, Ausführung und Bewertung der Pflege zuständig. 2. Pflege als Beruf ist Lebenshilfe und für die Gesellschaft notwendige Dienstleistung. Sie befaßt sich mit gesunden und kranken Menschen aller Altersguppen. 3. Pflege als Beruf leistet Hilfe zur Erhaltung, Anpassung und Wiederherstellung der physischen, psychischen und sozialen Funktionen und Aktivitäten des Lebens. 4. Pflege als Beruf ist eine abgrenzbare Disziplin von Wissen und Können, welches sie von anderen Fachgebieten des Gesundheitswesens unterscheidet. 5. Pflege als Beruf definiert, bestimmt mit und verantwortet die eigene Aus-, Fort- und Weiterbildung. 6. Pflege als Beruf stützt sich in der Ausübung des Berufes und in der Forschung auf ihre eigene wissenschaftliche Basis und nützt dabei die Erkenntnisse und Methoden der Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaften." (Berufsbild, DBfK, 1992, S. 3). Ausgehend von den Autoren bin ich dennoch gezwungen, die Begriffe Altenpflege und Krankenpflege an einigen Stellen getrennt zu benutzen. Ich selbst verwende den Begriff Pflegefachkraft.

7 5 Einleitung Im gesamten Pflegebereich sind Tendenzen zu beobachten, die zu einer Professionalisierung und Eigenständigkeit der Pflege führen sollen. Zusammen mit dem Pflegeprozeß bildeten sich eine Anzahl Begriffe, die leider eher wie Schlagworte benutzt werden. Definitionen sind nicht klar, sie hängen vom Verständnis ihrer Verfasser und/oder Benutzer ab. Den Begriff "aktivierende Pflege" wählte ich nicht nur aus Interesse, sondern auch aus eigener Betroffenheit. In den sieben Jahren, die ich in der ambulanten Pflege arbeitete, hat sich sowohl mein Berufsbild als auch mein Pflegeverständnis gewandelt. Eine kurze Etappe lang, während und nach einer Weiterbildungsmaßnahme, konnte ich selbst erleben, was es bedeutet, mit einem "aktivierenden Pflegeverständnis" zu pflegen. So jedenfalls war der Begriff zu verstehen, vermittelte man uns, nicht etwa als eine Maßnahme, Technik oder Methode. Meine anfängliche Euphorie wurde bald abgelöst von Zweifeln. Nichts gegen aktivierende Maßnahmen - aber als Pflegeverständnis? Nie wäre mir der Gedanke gekommen, z.b. bei einer Sterbebegleitung von aktivierender Pflege zu sprechen. Oder was war mit den alten Menschen, die sich nicht "aktivieren" ließen, die ihre Ruhe haben wollten? Hatte meine Pflege da keine Qualität? Entspricht die aktivierende Pflege tatsächlich den Bedürfnissen aller alten Menschen? Gibt es nicht auch welche, die sich gerne in Abhängigkeit begeben, weil sie müde sind, keine Kraft mehr haben und trotzdem noch etwas Zuwendung haben wollen? Wer pflegt diese Menschen, wenn alle nur noch aktivierend pflegen wollen? Ich bin der Meinung, daß ein positiveres Altersbild die Pflege alter Menschen verändert. Ich meine aber, daß dieses nicht Aufgabe eines Begriffes wie "aktivierende Pflege" sein kann.

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