Geldkarte Einführung und Demo

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1 Geldkarte Einführung und Demo Chipkartensysteme I SS 2005 Patrick Weber, 7. Juni 2005 Fachbereich Informatik 1

2 Inhalt Einführung Daten auf der Karte Kommunikation Begriffe Ladevorgang Zahlungsvorgang Anonymität Sicherheitsrisiken Demonstration Geldkarte Einführung und Demo 2

3 Ladeterminal Karte Händlerterminal Geldkarte Einführung und Demo 3

4 Merkmale von Geldkarten Eine Applikation auf dem Chip (mehrere möglich) Zwei Arten Börsenkarte: fest an Kundenkonto gebunden komfortabler für den Benutzer Wertkarte (auch white card ): kontoungebunden Zielgruppen: Touristen, Jugendliche Keine Autorisierung des Besitzers beim Bezahlen Verlust der Geldkarte = Verlust von Bargeld Keine Sperrung möglich, da Offline -Zahlungssystem Händler müssen ein Händlerentgelt von 0,3 % des Umsatzes bezahlen (mindestens jedoch 0,01 Euro) Geldkarte Einführung und Demo 4

5 Anwendungsbeispiele Geldkarte Einführung und Demo 5

6 Vorteile durch die Geldkarte Für den Kunden Einfache Bezahlung, da das Kleingeld immer passend ist Münzen müssen nicht mehr mitgeführt werden Bereits auf nahezu allen Bank-Kundenkarten vorhanden Für den Händler Zahlungsabwicklung vereinfacht Kein Bereithalten von Wechselgeld in der Kasse Für Diebe nicht interessant, Automaten aufzubrechen, da Händlerkarte nicht übertragbar Bei Automaten keine Münzmechanik mehr erforderlich, keine Gefahr mehr durch Falschgeld Beliebige Stückelung möglich ( krumme Beträge) Geldkarte Einführung und Demo 6

7 Daten auf der Karte Kartentyp (Börsenkarte oder Wertkarte) Kartennummer Börsenverrechnungskonto Bankleitzahl und Kurz-BLZ Aktuelles Guthaben Maximales Guthaben Maximaler Transaktionsbetrag Aktivierungs- und Ablaufdatum Währung Länderkennung Protokoll der letzten 3 (Ent-) Ladevorgänge Protokoll der letzten 15 Bezahltransaktionen Sequenznummern für Laden und Bezahlen NICHT enthalten Kundenkontonummer Name Adresse Geldkarte Einführung und Demo 7

8 Kommunikation (1) Terminal Geldkarte geheime Schlüssel Terminalkarte geheime Schlüssel (Un)sichere Kommunikation Geldkarte Einführung und Demo 8

9 Kommunikation (2) Abfragen von frei lesbaren Kartendaten Lade- und Entladekommandos werden mit Sequenznummer versehen und durch Wiederholungszähler und MAC abgesichert (Triple) DES Verschlüsselung Ein Message Authentication Code (MAC) wird zu einer Nachricht unter Verwendung eines kryptographischen Schlüssels gebildet und mit der Nachricht versandt, um für den Empfänger die Integrität der Nachricht überprüfbar zu machen. Geldkarte Einführung und Demo 9

10 Begriffe (1) Laden Übertragen von Geld auf die Karte Entladen Zählerstand der Karte wird auf Null gesetzt und die Evidenzzentrale wird aufgefordert, den Schattensaldo vollständig zurückzubuchen Bezahlen Einzelne Buchung beim Händler, die den Ladebetrag um den Kaufbetrag verringert Ladezentrale Sammelt alle Lade- und Entladevorgänge und meldet sie an die jeweilige Bank sowie an die Evidenzzentrale Geldkarte Einführung und Demo 10

11 Begriffe (2) Ladeterminal Karte kann mit Schlüssel(n) geladen oder entladen werden Händlerterminal Enthält die (virtuelle) Händlerkarte, welche den Ladestand der Geldkarte verringert und eigenen Ladestand erhöht Börsenverrechnungskonto (BVK) Enthält die Summe des auf alle Geldkarten geladenen Geldes einer Bank Schattensaldo Auf einer Karte vorhandenes Restguthaben (keine Einzelbuchungen) bei der Evidenzzentrale Geldkarte Einführung und Demo 11

12 Begriffe (3) Evidenzzentrale Leitet den Zahlungsverkehr in die Wege, prüft die Sicherheit des Systems und verrechnet die entsprechenden Entgelte unter den Beteiligten Händlerevidenzzentrale (HEZ) Nimmt die Umsätze der Händler entgegen, prüft sie und gibt sie an die zuständige Kartenevidenzzentrale weiter Kartenevidenzzentrale (Kundenevidenzzentrale) Führt die Schattensalden und verarbeitet die von den Händlerevidenzzentralen übertragenen Umsätze und die von den Ladezentralen übermittelten Geldkarten-Aufladungen Geldkarte Einführung und Demo 12

13 Ladevorgang schematisch Quelle: Geldkarte Einführung und Demo 13

14 Ladevorgang 1. Betrag von Konto soll auf Karte geladen werden (Bareinzahlung oder andere Geldkarte auch möglich) 2. Ladeterminal kann mit Ladeschlüssel Kartenzähler erhöhen 3. Übermittlung des Ladebetrages an Ladezentrale 4. Ladezentrale informiert kartenausgebende Bank und Evidenzzentrale 5. Kartenausgebende Bank nimmt Kontoabbuchung vor und erhöht ihr Börsenverrechnungskonto 6. Evidenzzentrale erhöht Schattensaldo zu der Karte Geldkarte Einführung und Demo 14

15 Zahlungsvorgang schematisch Quelle: Geldkarte Einführung und Demo 15

16 Zahlungsvorgang 1. Betrag auf der Geldkarte wird im Händlerterminal abgezogen und auf Händlerkarte gebucht 2. Händler reicht seine Buchungen (über seine Karte) bei der Händlerevidenzzentrale ein 3. HEZ prüft Buchungen, verringert Schattensalden und gibt summierte Buchungen an die jeweiligen Banken weiter 4. Jede Bank zieht den an sie durch die HEZ gemeldeten Betrag von ihrem Börsenverrechnungskonto ab Geldkarte Einführung und Demo 16

17 Anonymität Einzelne Bezahlvorgänge sind nur auf der Karte des Kunden gespeichert Händler und Evidenzzentrale kennen nur die Kartennummern aber nicht die Inhaber Bank erhält summiert die Abbuchung vom BVK für alle ihre Kunden mit Geldkarte zusammen, jedoch weder über Händler noch Kunden eine Einzelauflistung Beim Händler müsste herausgefunden werden, was der Kunde gekauft hat Rückschlüsse auf Händler + Kunde + Kauf schwierig Geldkarte Einführung und Demo 17

18 Sicherheitsrisiken Bekanntwerden der Schlüssel Eigenmächtiges Erhöhen des Zählers durch den Kunden Verlust der Ware beim Händler, er erhält nicht mehr Geld, als im Schattensaldo gespeichert ist Eigenmächtiges Erhöhen des Zählers durch den Händler Buchung wird nicht ausgeführt, wenn Schattensaldo nicht ausreicht Manipulation wird immer durch die Evidenzzentrale erkannt Händler manipuliert Terminal und zieht mehr Geld ab, als angezeigt wird Schaden für den Kunden (einmalig) Händler- / Kartenprofile bei Evidenzzentrale Kein Rückschluss auf einzelne Artikel des Kaufs möglich Geldkarte Einführung und Demo 18

19 ATR der Geldkarte Übertragungsprotokoll T1 Beispielwerte aus einer aktuellen Geldkarte TS T0 TA1 TB1 TC1 TD1 TD2 TA3 TB3 T1 T15 TCK 3B FF FF FE A7 3B oder 3F EF 15 Histo rical Bytes 00 FF IFSC Größ e 45 XOR über T0 bis T15 T1 T2 T3 T4 T5 T6 T7 T8 T9 T10 T11 T12 T13 T14 T e c Manufacturer (ID, IC Type ID, ROM Mask ID) Embedder country code Embedder national reg. ID Chip series number Manufactur er OS Version Geldkarte Einführung und Demo 19

20 Frei lesbare Kartendaten Vergleich: alte DEM-Karte und neue EUR-Karte Geldkarte Einführung und Demo 20

21 Protokoll der Ladevorgänge BLZ Geldkarte Einführung und Demo 21

22 Dateisystem Börsenkarte (1) Quelle: Schnittstellenspezifikation für die ec-karte mit Chip Geldkarte Einführung und Demo 22

23 Dateisystem Börsenkarte (2) Quelle: Schnittstellenspezifikation für die ec-karte mit Chip Geldkarte Einführung und Demo 23

24 Quellen Offizielle Informationsseite über die Geldkarte Freie Enzyklopädie Wikipedia Zentraler Kreditausschuss (ZKA) Schnittstellenspezifikation für die ec-karte mit Chip, Version 2.2, Stand der Adressen: Mai 2005 Geldkarte Einführung und Demo 24

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