Handbuch der OeNB zu Geld und Geldpolitik.

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1 ++ GELDPOLITIK ++ EURO ++ BANKEN ++ GELDPOLITIK ++ EURO ++ BANKEN ++ GELDPOLITIK ++ EUR Handbuch der OeNB zu Geld und Geldpolitik. Für alle, die mehr wissen wollen. 3. überarbeitete Aufl age, Dezember 2012

2 Liebe Leserin, lieber Leser! In den Medien begegnen Ihnen laufend Wirtschaftsmeldungen, in denen Expertinnen und Experten der Oesterreichischen Nationalbank zitiert werden. Manchmal waren Sie vielleicht sogar überrascht, dass die OeNB zu einer Reihe von speziellen Themen Informationen bereitstellt. Daher wollen wir Sie mit der vorliegenden Broschüre über die Aufgaben und Ziele der OeNB und viele weitere Details informieren. Als Oesterreichische Nationalbank und Mitglied im Eurosystem ist es unser vorrangiges Ziel, die Preisstabilität des Euro also die Erhaltung der Kaufkraft unserer gemeinsamen Währung zu gewährleisten. Darüber hinaus erfüllt die OeNB wesentliche Aufgaben zur Sicherung der Finanzmarktstabilität. Die OeNB trägt somit hohe Verantwortung. Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, agiert die OeNB mit einem breiten Aufgabenspektrum: Mitentscheidung bei der gemeinsamen Geldpolitik im Eurosystem auf Basis von detaillierten Analysen und Statistiken zu Wirtschaft und Finanzmärkten, Durchführung der geldpolitischen Maßnahmen, Verwaltung der Währungsreserven, Aufsicht über das Bankensystem, Kooperation mit internationalen Aufsichtsbehörden, Bereitstellung von sicherem Bargeld sowie die Betreuung und laufende Weiterentwicklung zuverlässiger Zahlungsverkehrssysteme. Hohe Kundenorientierung, eine moderne Infrastruktur, engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie großes Kostenbewusstsein prägen unsere Leistungserbringung. Damit soll der Nutzen unserer Tätigkeit für die österreichische Bevölkerung und Wirtschaft optimiert werden. Ein Anspruch, der auch für diese Broschüre gilt: verständliche und übersichtliche Informationen über Geld und Geldpolitik für einen breiten Leserkreis. Eine anregende Lektüre wünscht Ihnen Dr. Ewald Nowotny Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank 2 3

3 Inhaltsverzeichnis Geld 07 Wozu dient Geld? 08 Welche Formen von Geld gibt es? 11 Wie sieht das Euro-Bargeld aus? 14 Was macht Geld sicher? 18 Was sind Devisen und Valuten? 24 Geldpolitik 29 Was ist das Ziel der Geldpolitik? 31 Warum ist Preisstabilität wichtig? 32 Wie funktioniert Geldpolitik? 36 Wer legt die Geldpolitik im Euroraum fest? 40 Was bringt der Euro als gemeinsame Währung? 44 Welche wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen benötigt stabiles Geld? 46 Nationalbank 79 Wer ist die OeNB? 80 Wer trifft in der OeNB die Entscheidungen? 82 Welche Unternehmen unterstützen die OeNB im Zahlungsverkehrsbereich? 86 Was ist das Europäische System der Zentralbanken und welche Rolle hat die OeNB? 88 Wie engagiert sich die OeNB für Forschung, Wissenschaft, Kultur und Umwelt? 92 Glossar 96 Finanzwesen und Banken 51 Welche Aufgaben haben Kreditinstitute? 52 Worin unterscheiden sich die verschiedenen Kreditinstitute? 56 Was dürfen Banken und wer beaufsichtigt sie? 61 Wie hat sich Österreichs Kapitalmarkt entwickelt? 64 Analyse und Information 69 Welchem Zweck dienen die umfangreichen Analysen und Statistiken der OeNB? 70 Weshalb ist es der OeNB wichtig, Bevölkerung und Wirtschaft umfassend zu informieren? 72 Warum wirkt die OeNB über das Eurosystem hinaus in internationalen Organisationen mit? 74 Impressum: Medieninhaber Oesterreichische Nationalbank, 1090 Wien, Otto-Wagner-Platz 3. Für den Inhalt verantwortlich: Mag. Günther Thonabauer, Oesterreichische Nationalbank, Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit Druck: Oesterreichische Nationalbank, 1090 Wien Alle Rechte vorbehalten. Reproduktionen für nicht kommerzielle Verwendungen und Lehrtätigkeiten sind unter Nennung der Quelle freigegeben. Auf geschlechtergerechte Formulierungen wird verzichtet, an ihrer Stelle verwendete Begriffe gelten im Sinn der Gleichbehandlung grundsätzlich für beide Geschlechter. Stand: 1. Dezember 2012 REG.NO.AT Gedruckt nach der Richtlinie Druckerzeugnisse des Österreichischen Umweltzeichens, UW-Nr

4 Geld Wozu dient Geld? Welche Formen von Geld gibt es? Wie sieht das Euro-Bargeld aus? Was macht Geld sicher? Was sind Devisen und Valuten? 6 7

5 Wozu dient Geld? Jeder kennt es, jeder schätzt es und jeder weiß, dass man damit Waren und Dienstleistungen bezahlen kann. Daneben hat Geld aber auch noch andere Funktionen: Mit unterschiedlicher Bezeichnung, Form und Farbe ist es zu einem unentbehrlichen Mittel geworden, das weltweit verwendet wird. Der Grund dafür ist naheliegend: Geld erleichtert uns das Leben. Es ist praktisch, klein, teilbar und es verdirbt nicht. Die wichtigsten Funktionen hat Geld in unserer Wirtschaft als Zahlungsmittel Würde, wie in vergangenen Zeiten, Ware gegen Ware getauscht, so wäre das nicht nur unpraktisch, sondern oft auch erfolglos. Es müssten immer die entsprechenden Tauschpartner gefunden werden: Wo ist diejenige, die das braucht, was ich anbiete? Benötige ich im Gegenzug ihre angebotene Ware? Tauschhandel könnte demnach nur dann stattfinden, wenn sich genau die zwei finden, deren Bedürfnisse und Präferenzen einander optimal ergänzen. Durch ein gemeinsames, von allen akzeptiertes Tauschmittel lassen sich die vielfältigen Geschäfte erheblich einfacher abwickeln. Deshalb wurde Geld als Zahlungsmittel zum Güteraustausch eingeführt. Wertmaßstab und Recheneinheit Mit Geld als Wertmaßstab können alle Kosten, Löhne, Einkommen sowie Preise von Waren (wie Schuhe oder Bücher) und Dienstleistungen (wie Haareschneiden oder das Entwickeln von Computerprogrammen) einheitlich ausgedrückt und verglichen werden. Das erhöht die Verlässlichkeit und Transparenz im Wirtschaftsleben und schafft erst die Basis für Preis- und Kostenkalkulationen. Im Eurosystem und damit auch in Österreich nimmt der Euro die Rolle der Recheneinheit ein. Wertaufbewahrungsmittel Geld wird nicht immer sofort nach Erhalt wieder ausgegeben, sondern oft für einen späteren Bedarf aufbewahrt. Voraussetzung dafür ist, dass es wertbeständig ist, denn wenn das allgemein akzeptierte Zahlungsmittel rasch an Wert verliert, wird jeder versuchen, es möglichst rasch in besonders haltbare Waren (wie etwa Immobilien und Gold) oder in wertstabilere Währungen umzutauschen. Wer hat Geld erfunden? Wie bei vielen bahnbrechenden Kulturleistungen kann auch für die Einführung des Geldes kein konkreter Erfinder namhaft gemacht werden. Vor rund Jahren entstanden im kleinasiatischen Königreich Lydien aus genormten Edelmetallklümpchen die ersten Münzen. Auf dem Gebiet des heutigen Österreich tauchten erste Münzen um etwa 150 v. Chr. auf. Weitere Informationen zu keltischen Prägungen, zu mittelalterlichen Pfennigen, zu den prächtigen Talermünzen der Habsburger und zur österreichischen Geldgeschichte sind im Geldmuseum der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) und unter verfügbar. Geld dient als Zahlungsmittel, als Recheneinheit und als Wertaufbewahrungsmittel. Damit es all diese Funktionen erfüllen kann, müssen die Menschen, die es verwenden, Vertrauen in seine Stabilität haben. 8 9

6 Welche Formen von Geld gibt es? Geld sah nicht immer so aus wie heute. Die älteste Form des Geldes ist das Warengeld (stoffwertiges Geld), bei dem sich der Geldwert (gesetzlicher Wert eines Zahlungsmittels) aus dem Wert der Ware ableitete. Dies waren meist seltene und begehrte Güter wie Salz, Federn, Felle oder Vieh. Mit dem Aufkommen von Banknoten und Scheidemünzen (Münzen, die per Gesetz einen höheren Wert haben als das Metall, aus dem sie hergestellt werden) wurde der Geldwert unabhängig vom Warenwert. Mit der Verbreitung des Papiergeldes bildete sich auch das Buchgeld (Sichteinlagen, Spareinlagen oder Termineinlagen) heraus, über das mittels Überweisung bzw. Behebung verfügt werden kann. Heute wird zwischen zwei Formen von Geld unterschieden: Bargeld und Buchgeld

7 Bargeld Dazu zählen Banknoten und Münzen. Durch die Verwendung von Dezimalstellen ist Bargeld beliebig teilbar, und da es nur von der Zentralbank hergestellt werden darf, bleibt es knapp. Die Euro- Banknoten gelten in den 17 Ländern des Euroraums als gesetzliches Zahlungsmittel und müssen zum vollen Nennwert unbeschränkt angenommen werden. Auch die auf Euro und Cent lautenden Scheidemünzen sind seit 1. Jänner 2002 gesetzliches Zahlungsmittel. Zu den Scheidemünzen zählen neben den täglich verwendeten Euround Cent-Münzen auch Sondermünzen, das sind auf Euro und Cent lautende Gedenkmünzen, Sonderanfertigungen oder Goldmünzen (sogenannte Bullionmünzen, z. B. der Wiener Philharmoniker ). Der Euro hat in der Bevölkerung Österreichs, aber auch im übrigen Euroraum breite Akzeptanz gefunden. Außerdem hat sich der Euro neben dem US-Dollar zur zweit wichtigsten Währung entwickelt. Ein Indikator dafür ist der Bargeldumlauf, der sich laufend erhöht und im Jahr 2012 die Grenze von 900 Mrd EUR überschritten hat. Gesamter Euro-Bargeldumlauf in Mrd EUR Münzen Banknoten Quelle: EZB. Buchgeld Darunter versteht man jederzeit fällige Guthaben, die durch Einlagen bei Kreditinstituten auf dafür bestimmte Konten entstehen. Dazu zählen Sichteinlagen (z. B. Girokonto), Spareinlagen (z. B. Sparbuch) bzw. Termineinlagen (größere Geldbeträge, die der Einleger vorübergehend nicht benötigt), über die mittels Überweisung oder Behebung verfügt werden kann. Immer größere Bedeutung im Rahmen des Buchgeldes gewinnen bargeldlose Zahlungsmittel. Hierbei unterscheidet man beleghafte oder elektronische (kartengestützt oder internetgestützt) bargeldlose Zahlungsmittel. Diese ermöglichen bargeldlose Einkäufe in Einzelhandelsgeschäften ebenso wie Banküberweisungen oder Bestellungen über Internet (Online-Banking, Online-Shopping). Eine weitere Möglichkeit sind Mobile-Payments, bei denen mittels Mobiltelefon bezahlt wird (z. B. Parkgebühren). Was macht bargeldlose Zahlungsmittel sicher? Buchgeld vor allem bargeldlose Zahlungsmittel finden nur dann Akzeptanz, wenn ein ebenso hohes Sicherheitsniveau wie bei Bargeld gewährleistet ist. Aus diesem Grund arbeitet die OeNB gemeinsam mit ihren Tochterunternehmen beständig an der Entwicklung neuer, moderner und fälschungssicherer Zahlungsmittel und setzt sich für die Bereitstellung einer zuverlässigen Infrastruktur für Zahlungsverkehrssysteme ein. Ein wesentlicher Teil des Zahlungsverkehrs wird heute nicht mehr über Bargeld in Form von Münzen und Banknoten abgewickelt, sondern bargeldlos zum Beispiel durch Überweisung oder andere bargeldlose Zahlungsmittel (Kredit- oder Bankomatkarte, Quick, M-payments)

8 Wie sieht das Euro-Bargeld aus? Der Euro als Bargeld wurde mit 1. Jänner 2002 in 12 EU-Ländern eingeführt. Seit 1. Jänner 2011 sind die Euro-Banknoten und -Münzen bereits in 17 Mitgliedstaaten der EU offizielles Zahlungsmittel. Die laufende Bearbeitung und Qualitätskontrolle des Bargeldes, die Versorgung mit und Entsorgung von Banknoten und Münzen sowie die Logistik obliegen in Österreich der OeNB-Tochter Geldservice Austria GmbH (GSA). Euro-Banknoten Banknoten werden in Österreich von einem Tochterunternehmen der OeNB, der Oesterreichische Banknoten- und Sicherheitsdruck GmbH (OeBS), produziert. Es gibt sieben Euro-Banknoten in jeweils unterschiedlicher Farbe und Größe. Das Design stammt von Robert Kalina, einem Grafiker der OeNB. Die Fenster und Tore auf der Vorderseite der Banknoten symbolisieren Offenheit, die Brücken auf der Rückseite stehen für die Zusammenarbeit zwischen den Völkern Europas bzw. der übrigen Welt. Das Genehmigungsrecht zur Ausgabe der Banknoten liegt beim Rat der Europäischen Zentralbank (EZB-Rat). Druck, Ausgabe und Qualitätskontrolle sind jeweils Aufgabe der nationalen Zentralbanken. Die Europäische Zentralbank genehmigt die Ausgabe von Euro-Banknoten. Die Versorgung der Wirtschaft und Bevölkerung mit Euro-Banknoten in Österreich erfolgt durch die Oesterreichische Nationalbank und ihre Tochtergesellschaften

9 2 Euro Euro- und Cent-Münzen Münzen werden in Österreich von einem Tochterunternehmen der OeNB, der Münze Österreich AG, produziert. Es gibt acht verschiedene Euro- und Cent-Münzen, die sich in Größe, Farbe, Gestaltung und Material unterscheiden. Anders als bei den Banknoten wurde hier jeweils eine Seite national unterschiedlich gestaltet. Bei der österreichischen 1-Euro-Münze wird mit Wolfgang Amadeus Mozart der Bedeutung Österreichs als Musikland Rechnung getragen, das Porträt von Bertha von Suttner auf der 2-Euro-Münze soll die Bedeutung des Friedens unterstreichen. Die Motive auf den 10-, 20- und 50-Cent-Münzen weisen auf die drei großen Epochen der österreichischen Baukunst Gotik, Barock und Jugendstil hin. Die Alpenblumen auf den 1-, 2- und 5-Cent-Münzen stehen für das Bekenntnis zum Erhalt und Schutz der Natur. Das Recht auf die Ausgabe von Münzen liegt bei den nationalen Zentralbanken. Der Umfang dieser Ausgabe bedarf der Genehmigung durch die Europäische Zentralbank. 1 Euro 50 Cent 20 Cent 10 Cent 5 Cent 2 Cent 1 Cent 16 17

10 Was macht Geld sicher? Qualitativ hochwertiges und damit sicheres Bargeld ist die Grundvoraussetzung, um das Vertrauen der Bevölkerung in die Zahlungsmittel zu erhalten. Die Euro-Banknoten sind mit modernsten Sicherheitsmerkmalen ausgestattet. Dazu zählen spezielles Papier, Wasserzeichen und Sicherheitsfaden, aber auch Hologramm und Zahlen mit Farbwechsel. Die wichtigsten Sicherheitsmerkmale jeder Euro- Banknote lassen sich durch FÜHLEN SEHEN KIPPEN leicht überprüfen: Glanzstreifen: Beim Kippen der 5-Euro-,10-Euro- und 20-Euro- Banknoten erscheint ein goldfarbener Streifen auf der Rückseite. In ihm erkennt man die Wertzahl und das Euro-Zeichen. Sicheres Geld heißt aber nicht nur, dass der Euro in der Geldtasche echt ist. Auch Banküberweisungen müssen zuverlässig ihr Ziel erreichen. Die OeNB setzt sich mithilfe ihrer Tochtergesellschaften für eine sichere und effiziente Abwicklung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs innerhalb wie außerhalb des Eurogebiets ein. Fühlen Beschaffenheit des Papiers: Die Banknoten werden auf speziellem Papier gedruckt. Es muss griffig und fest sein. Wenn man mit dem Finger über das Papier fährt, spürt man, dass der Aufdruck an manchen Stellen ein Relief bildet. Sehen Wasserzeichen: In der Durchsicht erscheint sowohl ein schemenhaftes Architekturdetail als auch die Wertzahl. Sicherheitsfaden: In der Durchsicht erscheint ein dunkler Streifen. Kippen Hologramm (Folienstreifen): Beim Kippen der 5-Euro-, 10-Euro- und 20-Euro-Banknoten erscheint im Hologramm je nach Betrachtungswinkel das Euro-Zeichen oder die Wertzahl. Hologramm (Folienelement): Beim Kippen der 50-Euro-, 100-Euro-, 200-Euro- und 500-Euro-Banknoten erscheint im Hologramm je nach Betrachtungswinkel ein Architekturdetail oder die Wertzahl. Zahl mit Farbwechsel: Auf der Rückseite der Banknote verändert sich beim Kippen die Farbe der Wertzahl rechts unten von purpurrot zu olivgrün oder braun. Mit ihrem Design und ihrer Beschaffenheit zählen die Euro-Banknoten zu den fälschungssichersten Banknoten der Welt

11 Fühlen, Sehen, Kippen Die Sicherheitsmerkmale der 10-Euro-Banknoten Durchsichtsregister Das Detail ergänzt sich in der Durchsicht zur ganzen Wertzahl. Beschaffenheit des Papiers Die Banknoten werden auf speziellem Papier gedruckt. Es muss griffig und fest sein. Wenn man mit dem Finger über das Papier fährt, spürt man, dass der Aufdruck an manchen Stellen ein Relief bildet. Wasserzeichen In der Durchsicht erscheint sowohl ein schemenhaftes Architekturdetail als auch die Wertzahl. Hologramm (Folienstreifen) Beim Kippen der Banknote* erscheint im Hologramm das Euro-Symbol oder die Wertzahl. * Gilt für 5-, 10- und 20-Euro-Banknoten. Sicherheitsfaden In der Durchsicht erscheint ein dunkler Streifen. Auf der Rückseite: Glanzstreifen Beim Kippen der Banknote* erscheint ein goldfarbener Streifen auf der Rückseite. In ihm erkennt man das Euro-Symbol und die Wertzahl. * Gilt für 5-, 10- und 20-Euro-Banknoten

12 Fühlen, Sehen, Kippen Die Sicherheitsmerkmale der 50-Euro-Banknoten Durchsichtsregister Das Detail ergänzt sich in der Durchsicht zur ganzen Wertzahl. Beschaffenheit des Papiers Die Banknoten werden auf speziellem Papier gedruckt. Es muss griffig und fest sein. Wenn man mit dem Finger über das Papier fährt, spürt man, dass der Aufdruck an manchen Stellen ein Relief bildet. Wasserzeichen In der Durchsicht erscheint sowohl ein schemenhaftes Architekturdetail als auch die Wertzahl. Sicherheitsfaden In der Durchsicht erscheint ein dunkler Streifen. Hologramm (Folienelement) Beim Kippen der Banknote erscheint im Hologramm je nach Betrachtungswinkel ein Architekturdetail oder die Wertzahl. Auf der Rückseite: Farbwechselzahl* Beim Kippen verändert sich die Farbe der Wertzahl rechts unten von purpurrot zu olivgrün oder braun. * Gilt für 50-, 100-, 200- und 500-Euro-Banknoten

13 Was sind Devisen und Valuten? Devisen und Valuten sind Fremdwährungen. Devisen sind von Inländern gehaltene ausländische Währungen in Form von Buchgeld (Kontoguthaben oder Wertpapiere). Valuten sind Banknoten und Münzen in ausländischen Währungen (Bargeld). In den Ländern, in denen der Euro verwendet wird, sind das z. B. US-Dollar, japanische Yen oder Schweizer Franken, aber auch das Pfund Sterling oder die Tschechische Krone. Es zählt zu den Aufgaben der nationalen Zentralbanken, einen Vorrat an Devisen (Devisenreserven) zu verwalten und zu veranlagen, damit der Zahlungsverkehr mit dem Ausland (z. B. Zahlungen für Importe, Rückzahlung und Verzinsung von im Ausland gehaltenen österreichischen Anleihen) reibungslos abgewickelt werden kann. Aber auch zur Abwehr von Währungskrisen (Krisen, die durch eine plötzliche starke Abwertung der heimischen Währung aus gelöst werden), von Spekulationen gegen die eigene Währung, zur Erfüllung internationaler Verpflichtungen sowie zur Absicherung der finanziellen Unabhängigkeit einer Zentralbank sind Devisenreserven von großer Bedeutung. Die Veranlagung erfolgt in ein breit gestreutes Produktportfolio. Risikominimierung und gute Ertragsaussichten die Erreichung einer möglichst hohen Rendite sind dabei wesentliche Faktoren. Was ist ein Wechselkurs? Der Wechselkurs gibt an, in welchem Verhältnis die Währung eines Landes gegen die Währung eines anderen Landes getauscht werden kann. Bei flexiblen Wechselkursen ergeben sich die Änderungen durch Angebot und Nachfrage auf dem Devisenmarkt. Bei festen Wechselkursen, wenn eine Währung an eine (andere) Leitwährung gekoppelt ist, sind die nationalen Zentralbanken zuständig für die Aufrechterhaltung des bestehenden Austauschverhältnisses. Devisenreserven sind neben den Goldbeständen, den Sonderziehungsrechten und Reservepositionen gegenüber dem IWF Teil der offiziellen Währungsreserven. Insgesamt betrugen die offiziellen Währungsreserven der OeNB mit Mai 2012 rund 20,3 Mrd EUR (gemäß Währungsposition). Die Goldreserven der OeNB belaufen sich auf rund 280 Tonnen (Mai 2012) mit einem Marktwert von rund 11,4 Mrd EUR. Sie werden zum Teil in ihren eigenen Tresorräumen, aber auch an internationalen Goldhandelsplätzen wie beispielsweise London oder Zürich gehalten. Das bedeutet eine Erleichterung für die Abwicklung von Goldgeschäften, da die hohen Transport- und Versicherungskosten wegfallen. Fremdwährungsreserven und große Teile der Goldreserven werden vom Treasury der OeNB veranlagt und tragen damit wie auch die manchmal in kleinen Mengen stattfindenden Goldverkäufe zum Gewinn der Bank bei. Devisenreserven erleichtern die Abwicklung des internationalen Zahlungsverkehrs und werden für geldpolitische Maßnahmen eingesetzt

14 Zahlen, Daten, Fakten zu Euro und Cent Euro-Symbol: wurde vom griechischen Buchstaben Epsilon abgeleitet Euro-Design: Die Euro-Banknoten wurden vom öster reichischen Grafiker Robert Kalina entworfen. Euro-Stückelung: Es gibt sieben Euro-Banknoten zu 5, 10, 20, 50, 100, 200 und 500 EUR sowie acht Münzen zu 1 und 2 EUR sowie 1, 2, 5, 10, 20 und 50 Cent. 1. Jänner 1999: Einführung des Euro als Buchgeld 1. Jänner 2002: Einführung des Euro als Bargeld; der Euro wird zum gesetzlichen Zahlungsmittel 1 Milliarde Euro-Banknoten und 1,5 Milliarden Münzen werden von der OeNB und ihren Tochtergesellschaften laufend verteilt und kontrolliert. Drei bis vier Mal pro Jahr werden die in Umlauf befindlichen Banknoten im Durchschnitt durch Hightech-Maschinen auf Echtheit und Qualität hin überprüft. Banknoten im Wert von 883 Mrd EUR und Münzen im Wert von 23,27 Mrd EUR waren mit Mai 2012 im Euroraum im Umlauf

15 Geldpolitik Was ist das Ziel der Geldpolitik? Warum ist Preisstabilität wichtig? Wie funktioniert Geldpolitik? Wer legt die Geldpolitik im Euroraum fest? Was bringt der Euro als gemeinsame Währung? Welche wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen benötigt stabiles Geld? 28 29

16 Was ist das Ziel der Geldpolitik? Im Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) wird Preisstabilität als vorrangiges Ziel der Geldpolitik des Euroraums festgesetzt. Der EZB-Rat hat dieses Ziel für die Öffentlichkeit näher definiert: Preisstabilität ist dann gegeben, wenn der jährliche Anstieg der Verbraucherpreise mittelfristig und im Durchschnitt des Euroraums unter, aber nahe bei 2% liegt. Um dieses Ziel erfüllen zu können, hat der EZB-Rat eine geldpolitische Strategie entwickelt und veröffentlicht. Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) wirkt im Rahmen des Eurosystems (bestehend aus der EZB und den nationalen Zentralbanken des Euroraums) mit, dieses Ziel zu verwirklichen. Die Sicherung von Preisstabilität ist ein wichtiger Beitrag, den die Geldpolitik zu einem positiven Wirtschaftsklima und einem hohen Beschäftigungsniveau leisten kann

17 Warum ist Preisstabilität wichtig? Preisstabilität (d. h. niedrige Inflationsraten) hilft, die Kaufkraft der Bevölkerung zu sichern. Als Kaufkraft bezeichnet man jene Menge an Waren und Dienstleistungen, die mit dem zur Verfügung stehenden Einkommen erworben werden kann. Kaufkraft ist daher ein Maßstab für den Wert des Geldes. Sie ist stabil, wenn mit dem Einkommen heute gleich viel wie gestern gekauft werden kann. Preisstabilität nützt den Konsumenten, den Arbeitnehmern und der Wirtschaft. Sie ist Basis für nachhaltiges Wachstum, da Unternehmen und private Haushalte ihre Zukunft besser planen können. Preisstabilität begünstigt daher langfristig Investitionen, Wachstum und Beschäftigung. Ein stabiler Geldwert erhält die Kaufkraft der Einkommen.... schützt die Sparer vor der Entwertung ihrer Spareinlagen.... erleichtert finanzielle Planungen da private Haushalte und Unternehmen bessere Entscheidungen für geplante Investitionen und ihren Konsum treffen können.... fördert das Wachstum der Wirtschaft und sichert bzw. schafft Arbeitsplätze. Inflation im Euroraum und in Österreich Veränderung des HVPI zum Vorjahr in % 4,0 3,5 3,0 2,5 2,0 1,5 1,0 0,5 0, Euroraum Österreich Quelle: Eurostat. Anmerkung: In der bisherigen WWU wurde Preisstabilität weitgehend erreicht. Im Durchschnitt der Jahre 1999 bis 2011 betrug die HVPI-Inflationsrate im Euroraum 2%. In Österreich lag sie im Durchschnitt bei 1,9% Wirtschaftswachstum im Euroraum und in Österreich Veränderung des realen BIP zum Vorjahr in % Euroraum Österreich Quelle: Eurostat. Anmerkung: Österreich behauptet sich im Euroraum recht gut. Insbesondere die Staatsschuldenkrise, die seit dem Jahr 2010 im Euroraum herrscht, konnte Österreich bisher wenig anhaben

18 Welche Auswirkungen haben Inflation und Deflation? Bei hohen Inflationsraten nimmt die Kaufkraft des Geldes rapide ab. Je höher die Inflation ist, desto höher ist der jährliche Wertverlust des Geldes. Konsumenten können sich daher für den gleichen Geldbetrag weniger Waren und Dienstleistungen kaufen. Auch Sparer merken die Geldentwertung, weil ihr Geldvermögen weniger wert ist und weil ihre Zinsen teilweise von der Geldentwertung aufgezehrt werden. Allerdings schrumpft auch der Realwert der Schulden. Warum spricht man von Preisstabilität, obwohl manche Preise steigen oder sinken? Um die Veränderung des Preisniveaus zu erfassen, wird ein Warenkorb aus Gütern und Dienstleistungen gebildet. Dieser spiegelt die Konsumgewohnheiten wider und setzt sich aus zwölf Verbrauchsgruppen zusammen. In Österreich sind rund 800 Güter und Dienstleistungen im Warenkorb enthalten, deren Preise (insgesamt fast Einzelpreise) monatlich beobachtet und mit den jeweiligen Ausgabenanteilen der privaten Haushalte gewichtet werden. Preisstabilität ist dann gegeben, wenn sich der Preis dieses repräsentativen Warenkorbs nur wenig verändert. Das bedeutet aber nicht, dass sich die Preise einzelner Waren und Dienstleistungen nicht ändern. Manche Güter werden billiger (z. B. Unterhaltungselektronik), andere steigen im Preis (z. B. Dienstleistungen). In Summe verändert sich der Preis des gesamten Warenkorbs jedoch nur wenig. Das Gegenteil von Inflation ist Deflation. Bei Deflation sinkt das Preisniveau über einen längeren Zeitraum. Was auf den ersten Blick vorteilhaft erscheint, kann äußerst unerwünschte Folgen haben: Weil viele Produkte in Zukunft billiger als heute sein werden, werden Käufe aufgeschoben und die gesamtwirtschaftliche Nachfrage geht zurück. Dies kann zu einem weiteren Preisverfall und zu einer Abwärtsspirale im Konjunkturzyklus führen. Die Unternehmen können ihre Waren und Dienstleistungen nicht mehr verkaufen und müssen Beschäftigte entlassen. Die privaten Haushalte verfügen wiederum über weniger Einkommen und können daher weniger konsumieren. Die Deflationsspirale dreht sich weiter. Zudem steigt der Realwert der Schulden, das heißt, die Schuldenlast wiegt zunehmend schwerer, was zu einer Schulden- Deflations-Spirale führen kann. Um sowohl einer Inflation als auch einer Deflation entgegenzuwirken, strebt das Eurosystem mittelfristig eine jährliche Preissteigerungsrate von unter, aber nahe bei 2% an. Damit werden negative Auswirkungen hoher Inflationsraten vermieden, gleichzeitig wird ein ausreichender Sicherheitsabstand zu einer Deflation gehalten. Als Maßstab für die Ermittlung der Preisänderung auf Konsumentenebene dient der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI). HVPI Harmonisierter Verbraucherpreisindex Der HVPI dient der Vergleichbarkeit der nationalen Verbraucherpreise auf internationaler Ebene. Er misst die Inflationsrate in allen EU-Mitgliedsstaaten nach harmonisierten Methoden und Warenkorbabgrenzungen. Für die Geldpolitik des Eurosystems ist der HVPI der maßgebliche Inflationsindikator. Geldentwertung (d. h. hohe Inflation) bewirkt, ebenso wie ein allgemeiner Preisrückgang (Deflation), wirtschaftliche und soziale Nachteile. Die Geldpolitik des Eurosystems hält die Kaufkraft stabil. Sie fördert damit die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Euroraums und jene Österreichs

19 Wie funktioniert Geldpolitik? Die Geldpolitik des Eurosystems steuert die Leitzinsen, sodass mittelfristig eine jährliche Inflationsrate von unter, aber nahe bei 2% erreicht wird und die Wirtschaft nachhaltig wachsen kann. Was sind Leitzinsen? Leitzinsen sind die vom EZB-Rat festgelegten Zinssätze, zu denen sich Kreditinstitute beim Eurosystem Geld leihen können. Über die Festlegung der Leitzinsen hat die Geldpolitik Einfluss auf die Finanzierungsbedingungen in einer Wirtschaft. Eine Zinssenkung trägt zum Beispiel zu einer Verringerung der Kreditkosten bei, die zu höherer Investitionstätigkeit sowie zum Kauf langlebiger Güter (Konsum) führt. Des Weiteren nimmt die Attraktivität des Sparens ab (aufgrund niedrigerer Sparzinsen), was ebenfalls zu mehr Konsum bzw. Investitionen führt. Bei niedrigeren Zinssätzen werden zudem Aktien attraktiver, sodass das Vermögen in der Bevölkerung steigt, was ebenfalls zu höheren Konsumausgaben beiträgt, während für Unternehmen die Attraktivität ihrer Investitionsprojekte zunimmt. Diese Kanäle bewirken höhere Investitions- und Konsumausgaben und somit höhere Produktion und Beschäftigung. Wenn Güterund Arbeitsmärkte ausgelastet sind, kann diese erhöhte Nachfrage ein Ansteigen der Preise und Löhne zur Folge haben es entsteht Inflation. Dieser Mechanismus funktioniert auch in die andere Richtung; das heißt, mit einer Zinserhöhung kann Inflation eingedämmt werden. Die geldpolitische Strategie des Eurosystems basiert auf diesen Zusammenhängen und berücksichtigt zudem den langfristigen Zusammenhang zwischen Geldmenge und Preisen: Um möglichst verlässlich einschätzen zu können, durch welche Risiken die Preisstabilität des Euro gefährdet sein könnte, analysiert die geldpolitische Strategie des Eurosystems zwei Bereiche: Auf der einen Seite steht eine breit angelegte Analyse verschiedener gesamtwirtschaftlicher Indikatoren, wie etwa dem Wirtschafts wachstum und seinen Komponenten sowie Beschäftigung, Löhne und Preise einschließlich deren Prognosen. Der Zeithorizont der Projektionen ist kurz- bis mittelfristig, das heißt, das Wirtschaftswachstum und die Inflation werden für das laufende und die beiden kommenden Jahre prognostiziert. Auf der anderen Seite werden die Entwicklung der Geldmenge sowie die Kreditentwicklung genau analysiert. Diese monetäre Analyse gibt vor allem über mittel- bis langfristige Inflationstendenzen Auskunft. Mit welchen Instrumenten wird die Geldpolitik umgesetzt? Zur Erfüllung seiner geldpolitischen Aufgaben steht dem Euro - s ystem eine Reihe von Instrumenten zur Verfügung. Neben der bereits erwähnten Steuerung der Leitzinsen sind hier auch die Mindest reservepflicht der Banken sowie konventionelle und unkonventionelle Maßnahmen, letztere wurden und werden im Zuge der Krisen bewältigung eingesetzt, zu nennen. Mindestreserve Die Banken sind verpflichtet eine bestimmte Reserve bei der Zentralbank zurückzulegen. Diese so genannte Mindestreserve ist ein Prozentsatz (aktuell 1%) der Kundeneinlagen, der als Sicherheit bei der Zentralbank in der Form von Zentralbankgeld (Bargeld und Guthaben auf Konten bei der OeNB) zu hinterlegen ist. Die Mindestreservepflicht bindet die Banken an die Zentralbanken, weil sie dadurch einen Bedarf an Zentralbankgeld haben, den sie nur bei der Zentralbank befriedigen können. Das wiederum ermöglicht dem Eurosystem durch die Setzung des Leitzinses Einfluss auf die Finanzierungsbedingungen in der Wirtschaft und damit schlussendlich auf die Entwicklung des Preisniveaus zu nehmen

20 Offenmarktgeschäfte Die Geschäftsbanken können sich Zentralbankgeld durch die Teilnahme an Offenmarktgeschäften beschaffen. Unter Offenmarktgeschäften sind befristete Kredite des Eurosystems an die Banken zu verstehen. Bei diesen geht die Initiative vom Eurosystem und nicht von den Banken aus, wobei das Eurosystem auch über das jeweilige Instrument bzw. die Bedingungen für die Durchführung entscheidet. Die Zentralbanken gewähren diese Kredite nur gegen die Bereitstellung von Sicherheiten, wie beispielsweise Anleihen oder Kreditforderungen mit bestimmter Bonität. Das wichtigste derartige Geschäft ist das Hauptrefinanzierungsgeschäft, bei dem die Banken Zentralbankgeld für 7 Tage gegen die Bereitstellung von Sicherheiten ausleihen können. Nach Ablauf dieser Woche müssen die Banken den Kredit zurückzahlen und erhalten ihre Wertpapiere wieder. Sie können aber sofort erneut einen Kredit aufnehmen. Der Vorteil dieses Systems ist, dass das Eurosystem jede Woche das Volumen der Zuteilung von Kreditgeldern anpassen kann. Neben dem auf eine Woche befristeten Hauptrefinanzierungsgeschäft können auch längerfristig Gelder an die Banken verliehen werden. Diese längerfristigen Kredite (derzeit mit 1, 3 und maximal 36 Monaten Laufzeit) wurden vor allem im Zuge der Bekämpfung der Finanzmarktkrise vergeben, da es hier zu Problemen bei der Kreditgewährung unter Banken (am sogenannten Interbankenmarkt) kam. erhalten, das am nächsten Tag wieder zurückzuzahlen ist. Der Zinssatz, der für dieses Spitzenrefinanzierungsgeschäft anfällt, liegt in der Regel über jenem des Hauptrefinanzierungsgeschäfts, sodass die Banken grundsätzlich einen Anreiz haben, möglichst gut ihren Liquiditätsbedarf zu planen. Hat eine Bank hingegen zu viel Liquidität, so kann sie diese für einen Tag beim Eurosystem im Rahmen der Einlagefazilität hinterlegen. Der Zinssatz, den sie dafür erhält, ist in der Regel niedriger als jener des Hauptrefinanzierungsgeschäfts. Sowohl der Zinssatz der Einlagefazilität als auch jener der Spitzen refinanzierungsfazilität ist in der Regel ungünstiger für die Bank, als die Zinssätze, die auf dem Interbankenmarkt in Rechnung gestellt werden. Damit besteht für die Banken in normalen Zeiten kein Anreiz diese Fazilitäten des Eurosystems stark zu nutzen. Ständige Fazilitäten Neben den Offenmarktgeschäften bietet das Eurosystem den Banken zwei ständige Fazilitäten an, bei denen die Banken kurzfristig (Über-Nacht-)Gelder erhalten bzw. einlegen können. Stellt demnach eine Bank fest, dass sie kurzfristig mehr Liquidität als geplant braucht, so kann sie sich an das Eurosystem wenden und gegen die Bereitstellung von Sicherheiten Zentralbankgeld Um den Wert des Euro zu sichern, setzt das Eurosystem geldpolitische Instrumente ein: Es stellt den Banken gegen entsprechende Sicherheiten Zentralbankgeld-Kredite zur Verfügung, bietet ihnen ständige Kredit- und Einlagemöglichkeiten an und verlangt, dass die Banken Mindestreserven bei den nationalen Zentralbanken halten

21 Wer legt die Geldpolitik im Euroraum fest? Seit 1999 liegt die Zuständigkeit für die einheitliche Geldpolitik der Länder, die an der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) teilnehmen, beim Eurosystem. Die geldpolitischen Beschlüsse trifft der EZB-Rat, dem auch der Gouverneur der OeNB angehört. Eurosystem und Europäisches System der Zentralbanken (ESZB) Zum Eurosystem zählen die EZB und die nationalen Zentral banken jener 17 EU-Mitgliedstaaten, die den Euro als gemeinsame Währung eingeführt haben Belgien, Deutschland, Finnland, Estland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, Malta, die Niederlande, Österreich, Portugal, Slowakei, Slowenien, Spanien und Zypern. Zum Europäischen System der Zentralbanken zählen die EZB und die nationalen Zentralbanken aller 27 EU-Mitgliedstaaten. Die nationalen Zentralbanken jener EU-Mitgliedstaaten, die den Euro noch nicht eingeführt haben, sind nicht an den Beschlüssen zur einheitlichen Geldpolitik im Euroraum beteiligt. Sie verfügen weiterhin über eigene Währungen. Der Euroraum wird schrittweise um jene Länder erweitert werden, die die Voraussetzungen (wirtschaftliche und rechtliche Konvergenzkriterien) für die Teilnahme an der WWU erfüllen. Prinzip: 1 Mitglied 1 Stimme im EZB-Rat Die Stimme des OeNB-Gouverneurs im EZB-Rat wiegt genauso viel wie jene des Gouverneurs jeder anderen Zentralbank im Eurosystem, denn es gilt für alle geldpolitischen Fragen das Prinzip: ein Mitglied eine Stimme. Beschlüsse im EZB-Rat erfolgen in der Regel mit einfacher Mehrheit der Mitglieder. Weisungsfrei und unabhängig Eine wichtige Voraussetzung für Preisstabilität ist, dass die Geldpolitik ihre geldpolitischen Entscheidungen frei und unabhängig von den Regierungen und anderen politischen Instanzen treffen kann. Daher verleiht der AEUV der EZB und den nationalen Zentralbanken ein hohes Maß an Unabhängigkeit von politischer Einflussnahme. Es besteht ein Weisungsverbot der Regierungen gegenüber dem ESZB und seinen Entscheidungsgremien. Die Mitglieder der Beschlussorgane haben eine Mindestamtszeit und können nicht vorzeitig abberufen werden. Des Weiteren sind Zentralbankkredite an den öffentlichen Sektor untersagt. Die Gouverneure der nationalen Zentralbanken des Eurosystems bestimmen als Mitglieder des EZB-Rats, gemeinsam mit den sechs Mitgliedern des EZB-Direktoriums, die Geldpolitik. Da die Gouverneure geldpolitische Entscheidungen für einen Währungsraum treffen müssen, der über die nationalen Grenzen hinausgeht, zählen die Aufbereitung von hochwertigen Entscheidungsgrund lagen für die Sitzungen des EZB-Rats und die Mitarbeit in den vorbereitenden Komitees und Arbeitsgruppen des Eurosystems zu den wesentlichen Aufgaben der nationalen Zentralbanken, wie der OeNB

22 Der Wirtschaftsgroßraum Europa (Europa-Karte: EU-Länder, EU-Länder mit Euro, Nicht-EU-Länder) EU-Land des Euroraums EU-Land außerhalb des Euroraums (Kroatien ab ) Land mit EU-Kandidatenstatus (Island, Montenegro, Mazedonien, Serbien, Türkei) Nicht-EU-Land Innerhalb der EU bedeutet die Einführung der gemeinsamen Währung den größten Integrationsschritt seit der Gründung der Europäischen Gemeinschaften. Quelle: OeNB. Die geldpolitischen Entscheidungen im Euroraum werden vom EZB-Rat getroffen. Dieser umfasst derzeit 17 Gouverneure der nationalen Zentralbanken im Eurosystem und die sechs Mitglieder des Direktoriums der EZB. Die Umsetzung der Geldpolitik erfolgt durch die nationalen Zentralbanken, in Österreich durch die OeNB

23 Was bringt der Euro als gemeinsame Währung? Der Euro hat viele Vorteile, die für jeden unmittelbar spürbar sind, wie zum Beispiel: Preisvergleiche und Einkäufe in anderen Ländern des Euroraums sind einfacher geworden. Innerhalb der Währungsunion sind die Kosten des Währungsumtausches weggefallen, was Urlaubsreisen einfacher und kostengünstiger macht. Es gibt kein Wechselkursrisiko innerhalb des Euroraums. Darüber hinaus gibt es eine Reihe positiver Wirkungen, die Wachstum, Beschäftigung und Einkommen fördern: Sichere Planungsbasis Eine verlässliche Geldpolitik mit einer stabilen Währung erleichtert Unternehmen und privaten Haushalten, langfristige Investitionen zu planen. Einheitlicher Währungsraum Der Euroraum stellt einen umfassenden Markt mit rund 330 Millionen Menschen und einer gemeinsamen Währung dar. Wichtig ist dabei vor allem, dass es innerhalb dieses großen Wirtschaftsraums keine Wechselkursschwankungen mehr gibt. Stabiler Euro Der Euro als Bargeld hat sich in den zehn Jahren seines Bestehens zu einem der verlässlichsten und gefragtesten Zahlungsmittel weltweit entwickelt. Durch den großen Binnenmarkt hat der Euro im internationalen Währungssystem ein weit größeres Gewicht als der österreichische Schilling oder die anderen nationalen Währungen vor der Euro-Bargeldeinführung. Bereits im Jahr 2006 hat der Euro-Bargeldumlauf jenen des US-Dollar übertroffen. Der globale Euro-Bargeldumlauf betrug Ende Dezember 2011 rund 912 Mrd EUR, im Vergleich zu 824 Mrd EUR beim US-Dollar. Davon werden schätzungsweise 25% bis 30% der Euro-Banknoten, jedoch 50% bis 70% der US-Dollar-Banknoten exterritorial verwendet. Euro als Schutzschild in Krisen Im Zuge der Finanzkrise 2008/09 erwiesen sich der Euro und die Zusammenarbeit der Zentralbanken des Eurosystems als Schutzschild für Europa und Österreich. Durch die Mitgliedschaft in einem großen Währungsraum wurden die Unternehmen vor hoher Wechselkurs volatilität geschützt, wettbewerbsverzerrende Abwertungen waren nicht möglich. Wechselkursentwicklung US-Dollar/Euro Monatsdurchschnitt in EUR 1,6 1,4 1,2 1,0 0, Quelle: Eurostat. Anmerkung: Der Wechselkurs des Euro wird auf den Devisenmärkten frei gebildet. Wenn der Euro-Wechselkurs gegenüber anderen Währungen steigt, verbilligen sich für den Euroraum Importgüter und Auslandsreisen. Ein steigender Euro bedeutet aber auch, dass Exporte für die Käufer außerhalb des Euroraums teurer und damit weniger attraktiv werden. Sinkt der Euro-Wechselkurs, treten die gegenteiligen Effekte ein Der Euro erleichtert und verbilligt den Geldverkehr für uns alle. Der Euro unterstützt und schützt den EU-Binnenmarkt vor allem durch den Wegfall der Wechselkursschwankungen innerhalb des Euroraums. Dadurch fördert er das Wirtschaftswachstum und die Beschäftigung

24 Welche wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen benötigt stabiles Geld? Stabiles Geld kann es nur geben, wenn auch eine geeignete Wirtschaftspolitik (Budgetpolitik, Strukturpolitik) dies unterstützt. Stabiles Finanzsystem Damit die geldpolitischen Zinsimpulse (durch Senken oder Erhöhen der Leitzinsen) wirksam übertragen werden, ist ein stabiles und reibungslos funktionierendes Finanzsystem erforderlich. Deshalb ist auch die Funktionsfähigkeit des Finanzsystems ein Anliegen des Eurosystems und dieses stellt im Bedarfsfall ausreichend Liquidität zur Verfügung. Der AEUV definiert eine klare Rolle für das Eurosystem auf dem Gebiet der Aufsicht über die Kreditinstitute und der Stabilität des Finanzsystems. EU-Budgetregeln schützen den Euro Auf mittlere Sicht benötigt eine stabile Geldpolitik auch stabile Staatsfinanzen. Für die Geldpolitik allein ist es nicht möglich, Preisstabilität auf Dauer ohne solide Staatsfinanzen zu sichern. Daher wurden im AEUV Regelungen getroffen, die übermäßige Defizite und Schuldenstände verhindern sollen. Der im Jahr 1997 geschaffene und in den Jahren 2005 bzw reformierte Stabilitäts- und Wachstumspakt (SWP) legt diese Regeln fest. Das gesamtstaatliche (Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen) Budgetdefizit darf demnach unter normalen Umständen 3% des Bruttoinlandsprodukts nicht überschreiten. Sollten aber dennoch übermäßige Defizite auftreten, werden korrigierende Maßnahmen verlangt und im Rahmen eines Verfahrens vorgeschrieben. Der SWP beinhaltet ebenfalls vorbeugende Maßnahmen, die dazu dienen, die Entstehung hoher Defizite bereits vorab zu verhindern. Der SWP sieht vor, dass die EU-Mitgliedstaaten über einen Konjunkturzyklus hinweg ein in etwa ausgeglichenes Staatsbudget haben sollen. Bezweckt wird damit die Schaffung eines Budgetpolsters für wirtschaftliche Schwächephasen, aber auch für künftig steigende Pensions- und Gesundheitsausgaben. Der SWP bietet aber auch Spielraum, um in außergewöhnlichen Situationen z. B. in einer Wirtschaftskrise konjunkturpolitisch gegensteuern zu können. Um die Prävention von übermäßigen Defiziten und Schuldenständen weiter zu stärken, unterzeichneten alle EU-Mitgliedstaaten mit Ausnahme der Tschechischen Republik und des Vereinigten Königreichs am 2. März 2012 einen völkerrechtlichen Vertrag, den sogenannten Europäischen Fiskalpakt. Die darin vorgesehene Verpflichtung, ein in etwa ausgeglichenes Staatsbudget über den Konjunkturzyklus hinweg zu haben, muss auch in nationales Recht überführt werden. Um Wirtschaftskrisen künftig zu vermeiden und starke Abweichungen in der wirtschaftlichen Entwicklung einzelner Mitgliedstaaten identifizieren und unterbinden zu können, kam es im Jahr 2011 auch zur Einführung des Mechanismus zur Vermeidung und Korrektur makroökonomischer Ungleichgewichte. Im Rahmen dieses Mechanismus werden Schwellenwerte für unterschiedliche ökonomische Kenngrößen, wie z. B. die Entwicklung der Wettbewerbsfähigkeit oder der Immobilienpreise, festgelegt, die nicht überschritten werden sollten. Ist dies aber der Fall, sind korrigierende Maßnahmen seitens der Wirtschaftspolitik zu setzen. Die Regeln des Stabilitäts- und Wachstumspakts, des Fiskalpakts sowie des Mechanismus zur Vermeidung und Korrektur makroökonomischer Ungleichgewichte wurden geschaffen, um die Folgen fehlender Nachhaltigkeit der Staatsfinanzen eines Euroraum- Mitgliedstaats auf die anderen Länder des Euroraums zu vermeiden, wie zum Beispiel höhere Inflation und höhere Zinsen

25 Wachstum und Wohlstand durch Wirtschaftsreformen ermöglichen Geldpolitik allein kann kein dauerhaftes Wirtschaftswachstum schaffen. Mehr Wachstum, Arbeitsplätze und Einkommen können letztlich nur durch Investitionen, Innovationen, bessere Produktionsmethoden und ein möglichst reibungsloses Zusammenspiel in der Wirtschafts politik erreicht werden. Zudem bedarf es Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie in die Ausbildung der Arbeitskräfte. Nur so kann ein dauerhaft dynamisches Wirtschaftswachstum ermöglicht werden. Die drei Stabilitätssäulen der Wirtschaftspolitik des Euroraums Geldpolitik Vorrangiges Ziel der Preisstabilität, Unabhängigkeit des Eurosystems. Budgetpolitik Wirkungsvolle EU-Budgetregeln, Stabilitäts- und Wachstumspakt, nachhaltige Entwicklung der öffentlichen Finanzen. Zahlen, Daten, Fakten zur Währungsunion 1. Juni 1998: Gründung der Europäischen Zentralbank mit dem vorrangigen Ziel, die Preisstabilität im Euro-Währungsgebiet zu sichern. 1. Jänner 1999: 11 EU-Mitgliedstaaten (Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien) bilden das Euro-Währungsgebiet und verfolgen nun eine gemeinsame Geldpolitik. 1. Jänner 2001: Griechenland nimmt als 12. EU-Mitgliedstaat an der WWU teil. 1. Jänner 2002: Einführung des Euro als Bargeld. 1. Jänner 2007: Slowenien nimmt als 13. EU-Mitgliedstaat an der WWU teil. 1. Jänner 2008: Malta und Zypern werden 14. und 15. Mitglied des Euroraums und führen den Euro als Währung ein. 1. Jänner 2009: Die Slowakei wird 16. Mitglied der WWU, der Euro wird als Währung problemlos eingeführt. 1. Jänner 2011: Estland nimmt als 17. Mitglied an der WWU teil. Strukturpolitik(en) Struktur-, Qualifikations- und Wettbewerbspolitik fördern Wachstum, erhöhen die Flexibilität der Wirtschaft und ihre Stabilität gegen Schocks. Stabiles Geld braucht geordnete Staatsfinanzen

26 Finanzwesen und Banken Welche Aufgaben haben Kreditinstitute? Worin unterscheiden sich die verschiedenen Kreditinstitute? Was dürfen Banken und wer beaufsichtigt sie? Wie hat sich Österreichs Kapitalmarkt entwickelt? 50 51

27 Welche Aufgaben haben Kreditinstitute? Kreditinstitute sind aus einer modernen Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Natürlich kann ein Haus auch mit tatkräftiger Unterstützung oder finanzieller Hilfe von Freunden und Verwandten gebaut werden, und ein Unternehmen könnte sich bei einem anderen Unternehmen Geld borgen. Gegenüber privater Geldvermittlung bieten Banken aber entscheidende Vorteile: Sie verfügen über hohes Fachwissen und Erfahrung bei Finanzierungen und verwalten große Mengen an Spargeldern, mit denen wiederum jederzeit viele Kreditnehmer bedient werden können. Im Rahmen ihrer Vermittlerrolle zwischen Geldgebern und -nehmern sind die Aufgaben der Banken daher vor allem die Entgegennahme von Einlagen (das Sammeln fremder Gelder)... die Vergabe von Krediten (das Verleihen von Geld)... die Abwicklung des Zahlungsverkehrs (Überweisungen, Daueraufträge usw.)... die Abwicklung des Wertpapiergeschäfts (sämtliche Tätigkeiten, die vor allem bei Privatpersonen beim An- und Verkauf von Wertpapieren anfallen; die Verwahrung und Verwaltung von Aktien und Anleihen; die Betreuung von Unternehmen, die an die Börse gehen usw.)... Beratung und Service (in Anlage- und Geldfragen)... Devisenhandel (An- oder Verkauf von Fremdwährung gegen nationale Währung durch eine Zentralbank)... die Ausgabe von Kreditkarten (Anfang 2012 waren in Österreich rund 2,7 Millionen Kreditkarten ausgegeben) In Österreich sind 823 verschiedene Kreditinstitute (Hauptanstalten) mit Zweigstellen tätig. Insgesamt stehen der österreichischen Bevölkerung somit Bankstellen zur Verfügung. Obwohl sich die Anzahl der Bankstellen seit den 1990er-Jahren verringerte, kommen auf eine Geschäftsstelle noch immer nur rund Einwohner. Im Vergleich zu anderen EU-Staaten ist die Bankstellendichte in Österreich somit weiterhin überdurchschnittlich. Anzahl der Kreditinstitute in Österreich nach Sektoren Anfang 2012 Sektoren Hauptanstalten Zweigstellen Aktienbanken Sparkassensektor Landes-Hypothekenbanken Raiffeisensektor Volksbankensektor Bausparkassen 4 87 Sonderbanken BWG-Zweigstellen Insgesamt Quelle: OeNB 1 In Österreich auf Basis der Niederlassungsfreiheit tätige Zweigniederlassungen von Banken aus EU-Mitgliedstaaten

28 Abgesehen vom heimischen Markt stellen die Länder in der CESEE-Region (Zentral-, Ost- und Südosteuropa) einen wichtigen Wachstumsmarkt für die österreichischen Banken und Versicherungsunternehmen dar. Sie haben damit ihre Geschäftsaktivitäten auf eine breitere Basis gestellt und konnten sich durch ihre vergleichsweise frühe Expansion eine gute Ausgangsbasis für Investments sichern, wenngleich mit höherem Wachstumspotenzial in der Region auch höhere Risiken verbunden sind. Kreditinstitute bilden die Drehscheibe zwischen den Sparern, die ihr Geld anlegen möchten (Geldgebern), und jenen, die aufgrund ihrer Investitionsvorhaben Kreditbedarf aufweisen (Geldnehmer)

29 Worin unterscheiden sich die verschiedenen Kreditinstitute? Die Mehrzahl der österreichischen Kreditinstitute bietet eine breite Leistungspalette an; manche sind aber auch auf bestimmte Bereiche oder Kundengruppen spezialisiert. Je nach Art ihrer Tätigkeit lassen sich Banken in zwei Kategorien unterteilen: Universalbanken betreiben alle gängigen Bankgeschäfte. Sie führen Konten, vergeben Kredite, wickeln Börsengeschäfte ab, helfen bei der Vermögens veranlagung usw. In Österreich zählt dazu die Mehrzahl der großen Institute wie UniCredit Bank Austria AG, Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG oder BAWAG P.S.K. Bank für Arbeit und Wirtschaft und Österreichische Postsparkasse Aktiengesellschaft, aber auch die Raiffeisenbanken, die Sparkassen, die Volksbanken und die Landes-Hypothekenbanken. Spezialbanken betreiben nur bestimmte Bankgeschäfte. Darunter fallen etwa Bausparkassen zur Finanzierung von Wohnraumschaffung; Kapitalanlagegesellschaften (KAG) zur Verwaltung von Investmentfonds; Kreditkartengesellschaften zur Ausgabe und Verwaltung von Zahlungsmitteln wie Kreditkarten; die Oesterreichische Kontrollbank zur Finanzierung und Haftungsübernahme von Exportgeschäften. Welche Art von Bank ist die Oesterreichische Nationalbank (OeNB)? Die OeNB ist die Zentralbank der Republik Österreich. Neben der Sicherung der Preisstabilität und der Umsetzung der euroraumweiten Geldpolitik obliegen ihr auch eine Reihe von Aufgaben im Hinblick auf ein stabiles Bank- und Finanzwesen: Sie ist für die Versorgung der österreichischen Banken mit Bargeld und Liquidität (d. h. Banken können bei der OeNB kurzfristige Kredite aufnehmen) zuständig und eng in die Bankenaufsicht eingebunden. Des Weiteren fungiert sie als Kompetenzzentrum für Finanzmarktstabilität im Inland sowie in der CESEE-Region und ist beim Festlegen von Regeln für den Finanzmarkt eingebunden. Banken werden in Österreich außerdem nach ihrer Rechtsform und nach ihrer sektoralen Zugehörigkeit unterschieden: Einstufige Sektoren Darunter fallen: Aktienbanken einige dieser Banken sind Spezialbanken, die sich z. B. auf die Vermögensverwaltung konzentrieren; Hypothekenbanken sie gewähren traditionell Hypothekarsowie Kommunaldarlehen und geben Pfand- und Kommunalbriefe aus, sind im Übrigen aber Universalbanken; Bausparkassen sie widmen sich hauptsächlich der Vergabe von Darlehen für den Erwerb von Baugrundstücken und Eigentumswohnungen sowie der Errichtung von Wohnhäusern; Sonderbanken sie dürfen keine Spareinlagen entgegennehmen und sind auf bestimmte Bereiche spezialisiert, wie etwa die Finanzierung von Exportgeschäften (Oesterreichische Kontrollbank), die Verwaltung von Investmentfonds (Kapitalanlagegesellschaften), die Ausgabe von Kreditkarten (Kreditkartengesellschaften), die Übernahme von Haftungen für Investitionskredite oder die Abwicklung der Abfertigung neu (Mitarbeitervorsorgekassen); 9 BWG-Zweigstellen sind die in Österreich im Rahmen der Niederlassungsfreiheit über Zweigstellen tätigen Kreditinstitute aus anderen EU-Mitgliedsländern

30 Anteil der Banksektoren gemessen an der Bilanzsumme in % Stand: 31. Dezember ,0 30,5 Quelle: OeNB. 1 In Österreich auf Basis der Niederlassungsfreiheit tätige Zweigniederlassungen von Banken aus EU-Mitgliedstaaten. 2,3 8,3 1,2 8,8 25,2 16,6 Aktienbanken Sparkassen-Sektor LHB Raiffeisen-Sektor Volksbanken-Sektor Bausparkassensektor Sonderbanken 9 BWG Zweigstellen 1 Mehrstufige Sektoren Darunter fallen Kreditinstitute mit einem zwei- oder dreistufigen Aufbau an der Spitze steht das Zentralinstitut, das für die angeschlossenen Institute Koordinierungs- und Ausgleichsfunktionen wahrnimmt. Dazu zählen: Sparkassen mit dem Spitzeninstitut Erste Group Bank AG sie sind zweistufig aufgebaut; Volksbanken ebenfalls zweistufig aufgebaut mit dem Spitzeninstitut Österreichische Volksbanken-AG; Raiffeisenbanken mit dreistufigem Aufbau: Die Geldmittel fließen von den Raiffeisenbanken zu den Raiffeisenlandesbanken und sodann zum Spitzeninstitut Raiffeisen Zentralbank Österreich AG. Wie funktioniert die Geldschöpfung? Im Gegensatz zum Bargeld handelt es sich beim Buchgeld um unbare Zahlungsmittel, die von den Banken im Rahmen des bargeldlosen Zahlungsverkehrs selbst geschöpft werden, indem sie die ihnen zufließenden Einlagen zur Kreditgewährung verwenden. Dem Kreditnehmer wird der kreditierte Betrag auf einem Girokonto gutgeschrieben; dadurch wird er zu Buchgeld und zur Ausgangsbasis für weitere Kredite. Das Ausmaß dieser Buchgeldschöpfung der Kreditinstitute ist jedoch begrenzt; es hängt vor allem von den Zahlungsgewohnheiten ab. Je mehr Bargeld im Zahlungsverkehr bevorzugt wird, desto geringer sind die Möglichkeiten der Kreditinstitute, Buchgeld zu schöpfen. Darüber hinaus sind sie zur Sicherung ihrer Zahlungsfähigkeit und auch aus währungspolitischen Gründen verpflichtet, einen Teil der bei ihnen gehaltenen Einlagen als Guthaben bei der Zentralbank zu halten (Mindestreserve). Kreditinstitute unterscheiden sich nach ihrer Rechtsform, der Art der Tätigkeit (Universaloder Spezialbank) und nach ihrer sektoralen Zugehörigkeit (ein- oder mehrstufiger Sektor). Die OeNB steht als Bank der Banken an der Spitze des Kreditwesens

31 Was dürfen Banken und wer beaufsichtigt sie? Nur wenn Kreditinstitute stabil und Sparer auch in Krisenzeiten geschützt sind, ist ein funktionsfähiges Finanzsystem möglich. Kaum jemand würde sein Geld zur Bank tragen, wenn es dort nicht sicher wäre. Die vielfältigen Geschäftsbereiche der Banken erfordern eine Reihe von Sicherungsmaßnahmen. Diese sollen die Funktions fähigkeit der Kreditinstitute gewährleisten, ihre Liquidität sicher stellen und für den Schutz der Kunden sorgen. Als maßgebliches Regelwerk für das Kreditwesen dient das Bankwesengesetz (BWG). Es enthält u. a. gesetzliche Bestimmungen zur Erteilung von Konzessionen an Kreditinstitute; zur ausreichenden Eigenmittelausstattung von Kreditinstituten; zum Anleger- und Verbraucherschutz wie etwa Preisaushang und Bekanntgabe der Gesamtbelastung bei Verbraucherkrediten; zur Einlagensicherung Einlagen von natürlichen Personen sind bis zu einer Höhe von EUR je Kunde und Kreditinstitut gesichert; zum Bankgeheimnis Kreditinstitute müssen Informationen, die ihnen aufgrund von Geschäftsverbindungen mit Kunden bekannt geworden sind, geheim halten. Ausnahmen bestehen u. a. in gerichtlichen Strafverfahren

32 zur Bekämpfung von Geldwäsche Die Identität des Kunden muss festgehalten werden, z. B. beim Eingehen einer dauerhaften Geschäftsbeziehung, bei begründetem Verdacht auf Geldwäsche, bei Einzeltransaktionen über EUR. Kreditinstitute werden permanent von OeNB und Finanzmarktaufsicht (FMA) beaufsichtigt. Die OeNB ist an einem funktionierenden Finanzwesen und an stabilen Finanzmärkten auch deshalb interessiert, um Maßnahmen der Geldpolitik bestmöglich umsetzen zu können. Die OeNB analysiert und prüft Einzelbanken und befasst sich darüber hinaus intensiv mit gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen. Die Verknüpfung der Erkenntnisse aus der Mikro- und der Makro perspektive gewährleistet eine umfassende Sichtweise der Entwicklungen. zusätzlich führt sie im Auftrag der FMA (oder in Ausnahmefällen auf eigene Initiative) Vor-Ort-Prüfungen bei Kreditinstituten durch. Alle Analyseergebnisse und Prüfungsberichte stehen der FMA zur Verfügung und haben den Zweck, wesentliche Veränderungen der Risikolage oder den Verdacht auf Verletzung von bankaufsichtsrechtlichen Bestimmungen der FMA zur Kenntnis zu bringen. Aufgabe der FMA ist es, die Erkenntnisse der OeNB zu untersuchen. Bei Verstößen legt die FMA in ihrer Funktion als Behörde Maßnahmen zur Wiederherstellung des gesetzmäßigen Zustands fest. Die FMA ist eine unabhängige und weisungsfreie Allfinanzaufsicht. Sie beaufsichtigt neben den Kreditinstituten auch Versicherungen und Pensionskassen. In ihre Zuständigkeit fällt auch die Börsenund Wertpapieraufsicht. Die FMA übt die Funktion der Aufsichtsbehörde aus, der gemäß Bankwesengesetz (BWG) Mittel zur Verfügung stehen, um Gesetzesverstöße zu sanktionieren. Tätigkeitsfelder der OeNB im Rahmen der Aufsicht: Regelmäßige Entgegennahme von Daten im Rahmen der Meldebestimmungen Aufsichtsstatistik Laufende Analyse von Einzelbanken Prüfung von Einzelbanken Zusammenarbeit mit ausländischen Aufsichtsbehörden und Notenbanken Aufsicht über Zahlungssysteme Analyse der Finanzmärkte nach Risikogesichtspunkten Der OeNB kommt die Rolle des Fact Finding zu. Das bedeutet, die OeNB unterzieht jedes Kreditinstitut einer laufenden Analyse, 62 63

33 Wie hat sich Österreichs Kapitalmarkt entwickelt? Der internationalen Entwicklung entsprechend hat die Liberalisierung und Deregulierung auf dem Finanzmarkt auch in Österreich seit den 1980er-Jahren zu wesentlichen Reformschritten geführt. Zugangsbeschränkungen wurden aufgehoben und die rechtlichen Rahmenbedingungen insbesondere beim Kapitalmarkt- und Börsengesetz dem internationalen Standard angeglichen. Damit ging eine Erhöhung der Information und Transparenz für Anleger einher, was die Attraktivität des österreichischen Finanzplatzes erhöhte. Zahlreiche strukturelle Reformschritte wurden auch an der Wiener Börse gesetzt wie etwa die Reorganisation der Eigentümerstruktur oder die Anbindung an das elektronische Handelssystem der Deutschen Börse XETRA mit dem Ziel, Gebühren zu verringern, die Liquidität zu erhöhen und damit die Nachfrage ausländischer Investoren zu beleben. Vor allem Letzteres hat bis zum Ausbruch der Finanzmarktkrise bereits Früchte getragen: Sowohl auf dem Renten- als auch auf dem Aktienmarkt war ein verstärktes Interesse ausländischer Anleger zu verzeichnen, was nicht zuletzt auf die Ausdehnung der Aktivitäten der Wiener Börse im zentral-, ost- und südosteuropäischen Raum zurückzuführen war. Wien hat sich damit als Kompetenzzentrum für die CESEE-Region etabliert eine Entwicklung, die auch von den Banken genutzt wurde. Die im Vergleich gute gesamtwirtschaftliche Entwicklung, die politische Stabilität, die gut ausgebaute Finanzdienstleistungsstruktur und ein moderner, weitgehend an den EU-Normen orientierter rechtlicher Rahmen haben dazu geführt, dass der Finanzplatz Österreich an Attraktivität gewonnen hat. Die Marktkapitalisierung, das ist der Börsenwert der an der Wiener Börse notierten inländischen Unternehmen, hat sich zwischen 2001 und 2007 deutlich erhöht, fiel aber seit 2008 im Zuge der Finanzkrise sowie fiskalischer Änderungen wieder deutlich zurück. Marktkapitalisierung ausgewählter Länder im Aktiensegment Börsenwert in % des BIP Ende 2011 Schweiz UK USA China Spanien Japan Irland Norwegen Italien Deutschland Polen Österreich Ungarn Slowenien Griechenland Quelle: Eurostat, World Federation of Exchanges Der österreichische Kapitalmarkt wurde in den vergangenen Jahren durch rechtliche und technische Anpassungen wesentlich modernisiert und bietet heute einen soliden Rahmen für inländische wie ausländische Investoren

34 Zahlen, Daten, Fakten zur historischen Entwicklung von Banken und Bankenrecht in Österreich Beginn des 18. Jahrhunderts: Gründung der ersten Kreditinstitute im Gebiet des heutigen Österreichs mit der vordringlichen Aufgabe, den absolutistisch regierten Staat zu finanzieren. 19. Jahrhundert: Die Arbeitsteilung innerhalb des Kreditwesens bildet sich heraus. Die Kreditinstitute konzentrieren sich auf den Bedarf bestimmter Kundengruppen, Sektoren werden ausgebildet. Ab Mitte des 20. Jahrhunderts: Der wachsende Wettbewerb und der Abbau gesetzlicher Beschränkungen bewirken die Herausbildung von Universalbanken mit breiter Leistungspalette, d. h. einzelne Banken und Sektoren bieten alle Formen des Geld- und Kreditgeschäfts an. 1979: Das bisher in Österreich gültige deutsche Kreditwesengesetz (KWG) wird neu formuliert und an die aktuellen Verhältnisse zunehmende Liberalisierung, Trend zur Universalbank angepasst. 1986: Das rasche Wachstum und die zunehmende Auslandsverflechtung der österreichischen Banken erfordern eine Novelle des KWG. Ab 1990: Ein starker Konzentrationsprozess setzt ein: Fusionen und Zusammenschlüsse mehrerer Großbanken und Sektoralinstitute. Gleichzeitig umfangreiche Expansionen in andere Länder, vor allem in Zentral- und Osteuropa. 1994: Das Bankwesengesetz (BWG) tritt in Kraft und löst das Kreditwesengesetz ab. 2002: Die Finanzmarktaufsicht wird als weisungsfreie Aufsichtsbehörde gegründet, und die Einbindung der OeNB in die Bankenaufsicht wird weiter verstärkt. Gleichzeitig wird der OeNB die Zahlungssystemaufsicht übertragen. 2007: Basel II tritt in Kraft und verpflichtet die Kreditinstitute zu einer intensiveren Beobachtung und Steuerung ihrer Risiken. 2008: Finanzmarktaufsichtsreform Die OeNB hat nunmehr die alleinige Zuständigkeit für die Durchführung von Vor-Ort-Prüfungen und die Einzelbankanalyse. Relevante Ergebnisse müssen der FMA übermittelt werden. Die FMA nimmt die Behördenfunktion wahr

35 Analyse und Information Welchem Zweck dienen die umfangreichen Analysen und Statistiken der OeNB? Weshalb ist es der OeNB wichtig, Bevölkerung und Wirtschaft umfassend zu informieren? Warum wirkt die OeNB über das Eurosystem hinaus in internationalen Organisationen mit? 68 69

36 Welchem Zweck dienen die umfangreichen Analysen und Statistiken der OeNB? Von einer Zentralbank wird erwartet, dass sie für wertstabiles Geld, ein funktionierendes und robustes Banken- und Finanzsystem und einen reibungslosen Zahlungsverkehr sorgt. Zur Erfüllung dieser Aufgaben muss sie sich auf zuverlässige und umfangreiche Statistiken stützen können. Zentralbanken haben dabei eine Doppelrolle einerseits sammeln sie Daten und produzieren damit Statistiken, andererseits benötigen sie eine Vielzahl an Statistiken für ihre Analysen. Das statistische Aufgabenprofil der OeNB ist daher breit gefächert. Es umfasst Statistiken für die Bankenaufsicht, die Monetärstatistik, die Zahlungsbilanz, die Internationale Vermögensposition (IVP), die Gesamtwirtschaftliche Finanzierungsrechnung (GFR) und die Großkreditevidenz (GKE). Diese Daten liefern wichtige Informationen: Sie geben Auskunft über die Entwicklung der österreichischen Wirtschaft und dienen wirtschaftspolitischen Entscheidungsträgern als wichtige Orientierungshilfe. Über die Mitwirkung des OeNB-Gouverneurs im EZB-Rat fließen diese Informationen in die geldpolitische Entscheidungsfindung des Eurosystems ein. Mithilfe der umfangreichen Datensätze, die alle am Eurosystem beteiligten Zentralbanken beisteuern, lassen sich Inflationsrisiken frühzeitig erkennen und durch geeignete Maßnahmen mindern. Wie kommt die OeNB zu den Daten für ihre Analysen und Einschätzungen? Aufgrund gesetzlicher Bestimmungen fließen viele statistische Angaben bei der OeNB zusammen, etwa durch regelmäßige Meldungen über die Geschäftstätigkeit aller inländischen Kredit institute, Investmentfonds, Versicherungen und Pensionskassen, aber auch von Unternehmen und privaten Haushalten. Diese Informationen werden laufend gesammelt, statistisch aufbereitet, veröffentlicht und durch spezielle Analysen ergänzt. Neben der Unterstützung der Geldpolitik des Eurosystems kommen die umfangreichen Daten und Analysen vor allem der österreichischen Wirtschaftspolitik, der Banken- und Finanzmarktaufsicht, dem Finanzsektor, den Unternehmen und nicht zuletzt der österreichischen Bevölkerung zugute. Die OeNB ist damit das Kompetenzzentrum für Finanzstatistik in Österreich. Außerdem sind die statistischen und volkswirtschaftlichen Abteilungen der OeNB durch viele Kooperationen in ein nationales und internationales Netzwerk eingebunden. Dieses reicht von Wirtschaftsforschungsinstituten im In- und Ausland über internationale Organisationen und Notenbanken sowie statistische Ämter bis zu nationalen und ausländischen Universitäten. Ein wichtiges Analysefeld der OeNB ist die wirtschaftliche Entwicklung der zentral-, ost- und südosteuropäischen Länder, da sich österreichische Unternehmen in dieser Region traditionell besonders intensiv engagieren. Die OeNB erstellt regelmäßig Länderanalysen und vergleichende Studien und hat sich in den vergangenen Jahren zu einem international anerkannten Kompetenzzentrum für Zentral-, Ost- und Südosteuropa entwickelt. Auf der Website (www.oenb.at) der OeNB werden volkswirtschaftliche Daten veröffentlicht. Weitere Informationen erhalten Sie bei der Statistik-Hotline (01) Als Ergänzung bietet die OeNB als erste Zentralbank in der EU eine Statistik-App für die Plattformen Android und ios an. Verlässliche Daten und Analysen bilden die Grundlage für die geldpolitischen Entscheidungen des Eurosystems mit dem Ziel eines stabilen Euro. Die OeNB trägt mit ihren Daten, Prognosen und Auswertungen dazu bei

37 Weshalb ist es der OeNB wichtig, Bevölkerung und Wirtschaft umfassend zu informieren? Information und Kommunikation haben einen hohen Stellenwert für die OeNB. Nur wenn die Öffentlichkeit über die Tätigkeit und Ziele der Zentralbank und des Eurosystems Bescheid weiß, werden die Maßnahmen der Geldpolitik verstanden. Zur Vermittlung der entsprechenden Botschaften und Informationen wird eine Vielzahl an Wegen beschritten. Die stabilitätsorientierte Geldpolitik, die Rolle und Aufgaben der OeNB, verlässliche Daten über die österreichische Finanzwirtschaft sowie das Euro-Bargeld stellen thematische Schwerpunkte dar. Der Fokus liegt dabei auf gezielter Wissensvermittlung. Wo kann man mehr über das Informationsangebot der OeNB erfahren? Bei der Hotline des OeNB-Info-Centers Tel.: (01) ; Im Internet unter > Presse und Publikationen Die OeNB informiert die Bevölkerung laufend über Internet, Informations-Hotlines, Medienkooperationen sowie vielfältige Presseaktivitäten. Des Weiteren werden auch zahlreiche zielgruppenspezifische Informationsfolder und Broschüren publiziert. Bei der Euro-Info-Tour wird die Bevölkerung im direkten Kontakt über die gemeinsame Währung informiert. Außerdem nehmen Expertinnen und Experten der OeNB laufend an Diskussionen zu aktuellen Wirtschaftsthemen teil. Die Information der Fachöffentlichkeit erfolgt in Form von Forschungsberichten und Wirtschaftsanalysen in verschiedenen Publikationen und im Rahmen von volks wirtschaftlichen Tagungen, vielen Seminaren und Workshops mit geldpolitischen Inhalten, Fachgesprächen und Vorträgen. Um auch Jugendliche früh mit Geld und Geldpolitik vertraut zu machen, gibt es eigens entwickelte Unterrichtsmaterialien, ein Onlinequiz, Schulwettbewerbe, die Euro-Kids-Tour und Führungen und Kinderworkshops im Geldmuseum der OeNB sowie zahlreiche museale Aktivitäten außerhalb der OeNB. Die Akzeptanz und das Vertrauen der Politik, der Unternehmen und der Bevölkerung in die Geldpolitik des Eurosystems sind Voraussetzungen dafür, dass die angestrebte Preisstabilität erfolgreich umgesetzt werden kann. Die Nationalbank trägt durch ihre umfangreiche Informationsarbeit maßgeblich dazu bei

38 Warum wirkt die OeNB über das Eurosystem hinaus in internationalen Organisationen mit? Die OeNB ist nicht nur im Eurosystem, sondern darüber hinaus auch in verschiedenen internationalen Gremien sowie EU-Institutionen, Komitees und Arbeitsgruppen vertreten. Dadurch kann sie einerseits ihre Positionen einbringen und damit auch mitgestalten, andererseits ergeben sich durch das weit reichende internationale Engagement wertvolle Informationen über die aktuellen ökonomischen und währungspolitisch relevanten Entwicklungen in anderen Ländern und Regionen. Die OeNB setzt diese Informationen bei der Erstellung von Entscheidungsunterlagen bzw. Expertisen sowohl für die Mitarbeit im Eurosystem als auch für den geld- und währungspolitischen Dialog innerhalb Österreichs ein. Die Aktivität der OeNB konzentriert sich dabei auf Komitees der EU wie den Wirtschafts- und Finanzausschuss (WFA), der die Entscheidungen des Rates der Wirtschafts- und Finanzminister der EU vorbereitet; den Wirtschaftspolitischen Ausschuss (WPA), der sich vor allem mit der Strukturpolitik befasst; den Beratenden Bankenausschuss, der Richtlinien zur Bankenaufsicht vorbereitet, und den Ausschuss für Währungs-, Finanz- und Zahlungsbilanzstatistiken, der Eurostat insbesondere in Fragen im Zusammenhang mit öffentlichen Defiziten und Schuldenständen berät. Neu hinzugekommen ist der Europäische Ausschuss für Systemrisken (European Systemic Risk Board ESRB), der im Dezember 2010 in der EU in Kraft getreten ist und durch bessere Überwachung gesamtwirtschaftlicher Risiken zur Vermeidung künftiger Finanzkrisen beitragen soll den Internationalen Währungsfonds (IWF) mit dem vorrangigen Ziel, die Stabilität des internationalen Finanzund Währungssystems zu sichern. Hier hält die OeNB die Anteile für die Republik Österreich und wird von Ende 2012 bis 2014 den Exekutivdirektor für die Zentraleuropa-Ländergruppe, an der Österreich beteiligt ist, stellen. Komitees der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wie das Wirtschaftspolitische Komitee, das Komitee für kurzfristige ökonomische Aussichten, das Komitee für Volkswirtschaft und Entwicklung, die Arbeitsgruppe für Finanzstatistiken und die Financial Action Task Force on Money Laundering (Arbeitskreis Maßnahmen zur Geldwäschebekämpfung). die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) Der Gouverneur der OeNB nimmt an den BIZ-Gouverneurstreffen teil, die dem internationalen Informations- und Meinungsaustausch zu geld-, währungs- und finanzmarktpolitischen Themen dienen. OeNB-Vertreter wirken bei verschiedenen Tagungen und Seminaren der BIZ mit. Dazu gehören die regelmäßigen Ökonomentreffen sowie Sitzungen, beispielsweise auf dem Gebiet der Statistik. Durch die Mitarbeit in internationalen Organisationen kann die Nationalbank ihre Positionen einbringen, Entscheidungen mitgestalten und die aktuellen wirtschaftlichen und währungspolitischen Entwicklungen im internationalen Zusammenhang laufend beobachten

39 Zahlen, Daten, Fakten zu Analyse und Information Die Website der OeNB, bietet umfangreiche Informationen für die österreichische Bevölkerung sowie für die nationale und internationale Fachöffentlichkeit. Durchschnittlich erfolgen rund Seitenaufrufe pro Tag; In rund 260 internationalen Gremien (inkl. ESZB-Arbeitsgruppen) waren Management und Mitarbeiter der OeNB im Jahr 2011 vertreten. Die Statistik-Hotline ist wochentags von 9 bis 16 Uhr unter (01) bzw. per unter erreichbar. Die Info-Hotline ist wochentags von 9 bis 17 Uhr unter (01) bzw. per unter erreichbar

40 Nationalbank Wer ist die OeNB? Wer trifft in der OeNB die Entscheidungen? Welche Unternehmen unterstützen die OeNB im Zahlungsverkehrsbereich? Was ist das Europäische System der Zentralbanken und welche Rolle hat die OeNB? Wie engagiert sich die OeNB für Forschung, Wissenschaft, Kultur und Umwelt? 78 79

41 Wer ist die OeNB? Die OeNB ist die Zentralbank der Republik Österreich und als solche integraler Bestandteil des Europäischen Systems der Zentralbanken (ESZB); sie gestaltet im öffentlichen Interesse die wirtschaftliche Entwicklung in Österreich und im Euro-Währungsgebiet mit. Die OeNB ist gemäß Nationalbankgesetz 1984 (NBG) eine Aktiengesellschaft. Alleinaktionär der OeNB ist gemäß 9 NBG der Bund, in dessen Eigentum sich das Grundkapital von 12 Mio EUR befindet. Die Aktionärsrechte des Bundes werden vom Bundesminister für Finanzen ausgeübt. Aufgrund der Bestimmungen im Nationalbankgesetz (NBG) ist die OeNB bei der Erfüllung ihrer Notenbankaufgaben vollkommen unabhängig und weisungsfrei. Dieser Grundsatz gilt laut AEUV für das gesamte Eurosystem: Weder die EZB noch die nationalen Zentralbanken des Eurosystems oder die Mitglieder der Beschlussorgane dürfen bei Wahrnehmung der ihnen durch den AEUV und durch die Satzung des ESZB übertragenen Aufgaben Weisungen von dritter Seite einholen oder entgegennehmen. Damit es nicht auf Umwegen zu politischer Einflussnahme kommt, dürfen die OeNB und die nationalen Zentralbanken aus den EU-Mitgliedstaaten auch keine Kredite an Einrichtungen der EU oder der nationalen Regierungen vergeben. Warum ist Unabhängigkeit so wichtig? Nur bei voller personeller, finanzieller und institutioneller Unabhängigkeit ist es möglich, eine von politischen und anderen Einflüssen unabhängige Geldpolitik zu verfolgen und dauerhaft das Ziel der Preisstabilität zu gewährleisten. Die OeNB ist eine Aktiengesellschaft im Eigentum des Bundes. In der Erfüllung ihrer Notenbankaufgaben ist die OeNB unabhängig und weisungsfrei

42 Wer trifft in der OeNB die Entscheidungen? Mit mehr als 900 Mitarbeitern zählt die OeNB zu den schlanksten Notenbanken im ESZB-Vergleich. Die Bereiche sind in neun Hauptabteilungen zusammengefasst, die wiederum vier Ressorts zugeteilt sind. Die Organe der OeNB sind die Generalversammlung, der Generalrat und das Direktorium. Die Generalversammlung entspricht der Hauptversammlung bei Aktiengesellschaften. Sie genehmigt u. a. den Jahresabschluss, entscheidet über die Verwendung des bilanzmäßigen Überschusses und die Festsetzung des zu verteilenden Gewinnanteils. Außerdem ist sie für die Wahl eines Rechnungsprüfers und eines Ersatzrechnungsprüfers zuständig. Der Generalrat überwacht jene Geschäfte der OeNB, die nicht in den Aufgabenbereich des ESZB fallen und berät das Direktorium bei Angelegenheiten der Geschäftsführung und der Währungspolitik. Der Generalrat besteht aus dem Präsidenten, einem Vizepräsidenten und acht weiteren Mitgliedern. Alle Mitglieder werden von der Bundesregierung für die Dauer von fünf Jahren ernannt. Das Direktorium besteht aus dem Gouverneur, dem Vize- Gouverneur und zwei weiteren Mitgliedern. Die Direktoriumsmitglieder werden vom Bundespräsidenten auf Vorschlag der Bundesregierung für die Dauer von sechs Jahren ernannt. Die Bestimmungen, die im NBG für die Beschlussorgane der OeNB festgehalten sind, zeigen deutlich, wie viel Gewicht dem Schutz vor Eingriffen von außen beigemessen wird: Die Mitglieder des Direktoriums dürfen keiner Tätigkeit nachgehen, die ihre Unabhängigkeit beeinträchtigen würde. Die Mitglieder des Generalrats und des Direktoriums können nur aus bestimmten, im NBG aufgelisteten Gründen vor Ablauf ihrer fünf- bzw. sechsjährigen Amtszeit abberufen werden. Das soll willkürlichen, vorzeitigen Amtsenthebungen vorbeugen. Der Gouverneur ist in seiner Funktion als EZB-Ratsmitglied weder an Beschlüsse des Generalrats noch des Direktoriums gebunden. Das Direktorium leitet den gesamten Dienstbetrieb und führt die Geschäfte der OeNB. Bei der Verfolgung der Ziele und Aufgaben der ESZB hat das Direktorium entsprechend den Leitlinien und Weisungen der EZB zu handeln. In anderen als den durch die Aufgaben des ESZB erfassten Angelegenheiten trifft das Direktorium eigenständig die Entscheidung, sofern diese Angelegenheiten nicht der Beschlussfassung des Generalrats vorbehalten sind oder dessen Zustimmung bedürfen. Beschlüsse und Entscheidungen der OeNB werden von Generalversammlung, Generalrat und Direktorium gefasst. An der Spitze des Direktoriums steht der Gouverneur. Als Mitglied des EZB-Rats ist er gleichzeitig ein Entscheidungsträger des Eurosystems

43 OeNB Organisationsplan Organisationsplan OESTERREICHISCHE NATIONALBANK NATIONALBANK EUROSYSTEM EUROSYSTEM Präsident Präsident Dkfm. Dr. Dkfm. Claus Dr. J. Raidl Claus J. Raidl PRÄS Vizepräsident Vizepräsident Mag. PRÄS Max Mag. Kothbauer Max Kothbauer VPR VPR Otto-Wagner-Platz Otto-Wagner-Platz 3, 1090 Wien 3, 1090 Wien Direktorium Direktorium Ressort Ressort Notenbankpolitik Ressort Ressort Rechnungswesen, Ressort Ressort Finanzmarktstabilität, Ressort Ressort Finanzmarktoperationen, Gouverneur Gouverneur Univ.-Prof. Univ.-Prof. Dr. Ewald Dr. Nowotny Ewald Nowotny R G Informationsverarbeitung R G und Zahlungsverkehr und Zahlungsverkehr Bankenaufsicht Bankenaufsicht und Statistik und Statistik Beteiligungen Beteiligungen und Interne und Interne Dienste Dienste Innenrevision Innenrevision Vize-Gouverneur Vize-Gouverneur Mag. Dr. Wolfgang Mag. Dr. Wolfgang Duchatczek Duchatczek R VG Direktor R VG Direktor Mag. Andreas Mag. Ittner Andreas Ittner R I Direktor R I Direktor Mag. Dr. Mag. Peter Dr. Zöllner Peter Zöllner R II R II AL DRR Mag. AL DRR Dr. Axel Mag. Dr. Aspetsberger Axel Aspetsberger REV REV Rechtsabteilung Rechtsabteilung Hauptabteilung Hauptabteilung Organisation Organisation und und Hauptabteilung Hauptabteilung Referat Compliance Referat Compliance AL DRR Mag. AL DRR Thomas Mag. Wagner Thomas Wagner RECHT RECHT Informationsverarbeitung Finanzmarktstabilität und Bankenprüfung und Bankenprüfung AL Mag. Eva AL Graf Mag. Eva Graf REFC REFC DHA Christoph DHA Christoph Martinek Martinek HOI DHA HOI Mag. DHA Philip Mag. Reading Philip Reading HFB HFB Hauptabteilung Hauptabteilung Treasury Treasury DHA Mag. Dr. Rudolf Trink HTR Hauptabteilung Abteilung für Organisation und IT-Governance 1 Abteilung für Finanzmarktanalyse DHA Mag. Dr. Rudolf Trink HTR Hauptabteilung Abteilung für Organisation und IT-Governance 1 Abteilung für Finanzmarktanalyse Kommunikation, Kommunikation, Planung Planung und Personal und Personal AL DRR Ing. AL DRR Mag. Ing. Wolfgang Mag. Wolfgang Ruland Ruland ORGA ORGA AL DRR Dr. AL Michael DRR Dr. Würz Michael Würz FINMA FINMA Abteilung Abteilung für Treasury für Treasury Strategie Strategie DHA Mag. DHA Markus Mag. Arpa Markus Arpa HKP IT-Development HKP IT-Development Abteilung Abteilung für Bankenanalyse für Bankenanalyse und Strategie und Strategie AL DRR Mag. AL DRR Franz Mag. Partsch Franz Partsch STRAT STRAT Referat Protokoll Referat Protokoll Direktorium, Direktorium, Generalrat Generalrat AL Dipl.-Ing. AL Dipl.-Ing. Dieter Gally Dieter Gally ITD AL ITD Mag. Dr. AL Karin Mag. Dr. Hrdlicka Karin Hrdlicka BASTRA BASTRA Treasury Treasury Front Offi Front ce Offi ce und Generalversammlung und Generalversammlung REFP IT-Operations REFP IT-Operations Abteilung Abteilung für Bankenanalyse für Bankenanalyse AL Mag. Peter AL Mag. SixtPeter Sixt FRONT FRONT Abteilung Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit für Öffentlichkeitsarbeit AL Ing. Peter AL Ing. Deixelberger Peter Deixelberger ITO AL ITO Mag. Dr. AL Georg Mag. Dr. Hubmer Georg Hubmer BAKA BAKA Treasury Treasury Back Offi Back ce Offi ce AL DRR Mag. AL DRR Günther Mag. Günther Thonabauer Thonabauer ÖARB ÖARB Web- und Web- Druck-Service und Druck-Service Abteilung Abteilung für Bankenrevision für Bankenrevision Großbanken Großbanken AL Felix Pollak AL Felix Pollak BACK BACK Abteilung Abteilung für Planung für und Planung Controlling und Controlling AL Maximilian AL Maximilian Hiermann Hiermann WDS AL WDS Dipl.-Ing. AL Dipl.-Ing. Dr. Gabriela Dr. de Gabriela Raaij de Raaij BAREG BAREG Beteiligungsverwaltung AL Elisabeth AL Elisabeth Kerbl Kerbl CONTR CONTR Abteilung Abteilung für Bankenrevision für Bankenrevision AL Dr. Christa AL Dr. Mölzer-Hellsberg Christa Mölzer-Hellsberg BTV BTV Hauptabteilung Hauptabteilung Hauptkasse Hauptkasse und Zahlungsverkehr und Zahlungsverkehr Personalabteilung Personalabteilung AL Dr. Roland AL Dr. Pipelka Roland Pipelka BAREV BAREV Repräsentanz Repräsentanz New York New York AL DRR Hannes AL DRR Brodtrager Hannes Brodtrager PERS DHA Dr. DHA Stefan Dr. Augustin Stefan Augustin HHZ HHZ PERS DRR Mag. DRR Gerald Mag. Fiala Gerald Fiala REPNY REPNY Abteilung Abteilung für Bargeld- für und Bargeld- Zahlungsverkehrssteuerung und Hauptabteilung Hauptabteilung Statistik Statistik Hauptabteilung Hauptabteilung Volkswirtschaft Volkswirtschaft AL DRR Mag. AL DRR Dr. Mag. Walter Dr. Hoff Walter enberg Hoff enberg BZS DHA BZS Mag. DHA Dr. Johannes Mag. Dr. Johannes Turner Turner HST Hauptabteilung Interne Interne Dienste Dienste HST Hauptabteilung DHA Mag. DHA Dr. Mag. Peter Dr. Mooslechner Peter Mooslechner HVW Banknoten- HVW Banknoten- und Münzenkasse und Münzenkasse Abteilung Abteilung Statistik Statistik Informationssysteme Informationssysteme und und DHA Mag. DHA Gerhard Mag. Gerhard Hohäuser Hohäuser HID HID AL Kassendirektor Mag. Dr. Gerhard Schulz BMK Datenmanagement Abteilung für volkswirtschaftliche Analysen AL Kassendirektor Mag. Dr. Gerhard Schulz BMK Datenmanagement Abteilung für volkswirtschaftliche Analysen Abteilung Abteilung für Einkauf, für Technik Einkauf, und Technik Service und Service AL DRR Eva-Maria AL DRR Eva-Maria Springauf Springauf SIDAT SIDAT AL DRR Mag. AL DRR Dr. Mag. Ernest Dr. Gnan Ernest Gnan VOWA VOWA Zahlungsverkehrsabteilung AL Mag. Thomas AL Mag. Reindl Thomas Reindl ETS ETS AL Mag. Katharina Selzer-Haas ZV Abteilung Statistik Außenwirtschaft, Finanzierungsrechnung und Monetärstatistiken und Monetärstatistiken Abteilung Abteilung für Sicherheitsangelegenheiten für AL Mag. Dr. AL Mag. Martin Dr. Summer Martin Summer VOSTA VOSTA Zweiganstalt Zweiganstalt Österreich Österreich Nord Nord AL Dr. Michael AL Dr. Pfeiff Michael er Pfeiff er SAFIM SAFIM AL Gerhard AL Gerhard Valenta Valenta SIA SIA Abteilung Abteilung für Integrationsangelegenheiten für DZA Josef DZA Kienbauer Josef Kienbauer NORD NORD Abteilung Abteilung Statistik Statistik Aufsicht, Aufsicht, Modelle und Modelle Bonitätsanalysen und Bonitätsanalysen Dokumentationsmanagement und Kommunikationsservice und und Internationale und Internationale Finanzorganisationen Finanzorganisationen Zweiganstalt Zweiganstalt Österreich Österreich Süd Süd AL DRR Gerhard AL DRR Kaltenbeck Gerhard Kaltenbeck SAMBA SAMBA AL Mag. Bernhard AL Mag. Bernhard Urban Urban DOKOS DOKOS AL Mag. Franz AL Mag. Nauschnigg Franz Nauschnigg INTA DZA INTA Claudia DZA Macheiner Claudia Macheiner SÜD Abteilung für volkswirtschaftliche Studien AL Mag. Katharina Selzer-Haas ZV Abteilung Statistik Außenwirtschaft, Finanzierungsrechnung Abteilung für volkswirtschaftliche Studien SÜD Abteilung Abteilung für die Analyse für die wirtschaftlicher Analyse wirtschaftlicher Entwicklungen Entwicklungen im Ausland im Ausland AL Mag. Dr. AL Doris Mag. Dr. Ritzberger-Grünwald Doris Ritzberger-Grünwald AUSA Repräsentanz Repräsentanz Brüssel Brüssel SE Mag. Carmencita SE Mag. Carmencita Nader-Uher, Nader-Uher, MBA MBA REPB Zweiganstalt Zweiganstalt Österreich Österreich West West DZA Mag. DZA (FH) Mag. Armin (FH) Schneider Armin Schneider AUSA Hauptabteilung Hauptabteilung Rechnungswesen Rechnungswesen DHA REPB Friedrich DHA Friedrich Karrer Karrer WEST WEST HRW HRW Abteilung Abteilung Bilanzierung Bilanzierung und Risikoüberwachung und Risikoüberwachung Treasury Treasury AL DRR Elisabeth AL DRR Elisabeth Trost Trost Abteilung Abteilung Zentralbuchhaltung Zentralbuchhaltung BIL BIL AL Herbert AL Domes Herbert Domes ZB ZB AL DHA DRR DZA SE Abteilungsleiter AL Abteilungsleiter Direktor DHA der Direktor Hauptabteilung der Hauptabteilung Direktionsrat DRR Direktionsrat Direktor DZA und Direktor Leiter und der Leiter Zweiganstalt der Zweiganstalt Senior SE Expert Senior Expert 1 1 Umweltbeauftragter Umweltbeauftragter Mag. Martin Mag. Much, Martin MscMuch, Msc Stand per Stand 1. Dezember per 1. Dezember

44 Welche Unternehmen unterstützen die OeNB im Zahlungsverkehrsbereich? Die Rolle der OeNB im österreichischen und europäischen bargeldlosen Zahlungsverkehr Zur Durchführung und Abwicklung der operativen Geldpolitik braucht es zuverlässige Zahlungsverkehrssysteme. Es ist auch Aufgabe der OeNB, diese bereitzustellen. Bargeldlose Zahlungen beschränken sich nicht mehr nur auf einen nationalen Raum, sondern müssen problemlos auch grenzüberschreitend abgewickelt werden können. Um nach der erfolgreichen Einführung des Euro- Bargelds nun auch den fragmentierten bargeldlosen Zahlungsverkehr zu harmonisieren, unterstützt und forciert die OeNB die Entwicklung eines einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraums (Single Euro Payments Area, SEPA). Daneben nimmt die OeNB auch im Nicht-Euro-Zahlungsverkehr eine aktive Rolle ein und hat sich zu einer Drehscheibe für den Zahlungsverkehr mit zentral-, ost- und südosteuropäischen Ländern entwickelt. Mehrere spezialisierte Tochterunternehmen unterstützen darüber hinaus die OeNB bei der Herstellung von Banknoten und Münzen, bei der Bargeldversorgung und im Zahlungsverkehrsbereich. Die Geldservice Austria GmbH (GSA) sorgt für den Transport und die Verteilung des Bargelds sowie dafür, dass beschädigtes Bargeld rechtzeitig aussortiert wird. Zusätzlich erbringt sie auch andere Serviceleistungen für den Zahlungsverkehr innerhalb des Bankensektors. An der GSA sind neben der Mehrheitseigentümerin OeNB auch österreichische Geldinstitute beteiligt. Wie lange sind Banknoten und Münzen durchschnittlich in Umlauf? Hier gibt es große Unterschiede zwischen Banknoten und Münzen, aber auch bei den verschiedenen Banknotenwerten. So sind etwa die 500-Euro-Banknoten bis zu sieben Jahre im Einsatz, während 5- und 10-Euro-Banknoten meist schon nach zwei Jahren eingezogen und vernichtet werden müssen. Münzen hingegen haben eine Lebensdauer von bis zu 20 Jahren. Statistisch gesehen wird jede Banknote während ihrer Umlaufzeit 3,3-mal auf Qualität und Sicherheit überprüft. Die Oesterreichische Banknoten- und Sicherheitsdruck GmbH (OeBS) steht zu 100% im Eigentum der OeNB und ist für den Banknotenund Sicherheitsdruck verantwortlich. Zu ihren Aufgaben zählt u. a. auch die Entwicklung höchster Qualitäts- und Sicherheitsmaßstäbe für Banknoten. Bei der Münze Österreich Aktiengesellschaft werden als deren Hauptaufgabe die auf Euro und Cent lautenden Münzen sowie Sondermünzen geprägt und in Umlauf gebracht. Sie ist ebenfalls zu 100% eine Tochtergesellschaft der OeNB. Privatwirtschaftlich geführte Tochtergesellschaften unterstützen die OeNB bei der Produktion von Banknoten und Münzen, bei der Bargeldverteilung und im Zahlungsverkehr

45 Was ist das Europäische System der Zentralbanken und welche Rolle hat die OeNB? Das Europäische System der Zentralbanken (ESZB) besteht aus der EZB und den nationalen Zentralbanken aller EU-Mitglied staaten. Die nationalen Zentralbanken jener EU-Mitgliedstaaten, die bereits den Euro als gemeinsame Währung eingeführt haben, bilden mit der EZB das Eurosystem, das seit der Einführung des Euro als Währung am 1. Jänner 1999 eine einheitliche Geldpolitik betreibt. Somit ist die OeNB Teil des ESZB sowie des Euro systems und setzt die gemeinsam gefassten Beschlüsse in Österreich um. Wem gehört die EZB? Die EZB mit Sitz in Frankfurt/Main steht zur Gänze im Eigentum der nationalen Zentralbanken aller EU-Mitgliedstaaten. Die Anteile am Kapital der EZB wurden nach der Bevölkerungsanzahl und dem wirtschaftlichen Gewicht des jeweiligen Landes festgelegt. Entsprechend den Kapitalanteilen erfolgt auch die Verteilung des von der EZB erzielten Jahresgewinns, der an die nationalen Zentralbanken zurückfließt. Die OeNB hat der EZB auf Basis ihres Kapitalanteils Währungsreserven in Höhe von 1,16 Mrd EUR übertragen. Im Gegenzug wurde der OeNB eine verzinste Forderung gutgeschrieben. Das ESZB wird von den Beschlussorganen der EZB geleitet: dem Rat der EZB, dem Direktorium der EZB sowie dem Erweiterten Rat der EZB. fest und entscheidet u. a. über devisenpolitische Maßnahmen (Interventionen) und über die Verwaltung der EZB-Währungs reserven. Der EZB-Rat fasst seine Beschlüsse in der Regel mit einfacher Mehrheit, wobei jedes anwesende Mitglied eine Stimme besitzt. Die Stimme des OeNB-Gouverneurs hat daher das gleiche Gewicht wie jene anderer Vertreter. Lediglich in Fragen der Kapital ausstattung, der Währungsreserven und der Gewinn verteilung besteht ein gewichtetes Stimmrecht, das sich nach den Kapitalanteilen richtet. Der EZB-Rat tagt zweimal im Monat, wobei jeweils nach der ersten Sitzung eines Monats die Öffentlichkeit in einer Pressekonferenz über die geldpolitischen Entscheidungen informiert wird. Das EZB-Direktorium führt die laufenden Geschäfte der EZB, bereitet die Sitzungen des EZB-Rats vor und ist für die einheitliche Durchführung der Geldpolitik im Eurosystem gemäß den Leitlinien des EZB-Rats verantwortlich. In diesem Zusammenhang kann es den nationalen Zentralbanken Weisungen erteilen. Das Direktorium besteht aus dem Präsidenten, dem Vizepräsidenten und vier weiteren Mitgliedern. Sie werden einvernehmlich von den Staats- und Regierungschefs der EU-Mitgliedstaaten, die den Euro als gemeinsame Währung eingeführt haben, ernannt. Dem geht eine Empfehlung des EU-Ministerrats nach Anhörung des Europäischen Parlaments und des EZB-Rats voraus. Der EZB-Rat ist das oberste Entscheidungsgremium innerhalb der EZB. Er besteht aus dem Präsidenten und dem Vizepräsidenten der EZB, vier weiteren Mitgliedern des EZB-Direktoriums und den Gouverneuren der nationalen Zentralbanken der EU-Mitglied staaten, die den Euro als gemeinsame Währung eingeführt haben, darunter auch jenem der OeNB. Der EZB-Rat legt die Geldpolitik im Eurosystem Der Erweiterte Rat der EZB wirkt bei Themen mit, die für die noch nicht am Eurosystem teilnehmenden nationalen Zentralbanken von Bedeutung sind. Außerdem hat er im Rahmen gemeinschaftlicher Gesetz gebung beratende Funktion für die EZB. Der Erweiterte Rat besteht aus dem Präsidenten und Vizepräsidenten der EZB sowie den Gouverneuren der nationalen Zentralbanken aller EU-Mitgliedstaaten

46 Die Eigentümer der EZB (Anteile der nationalen Zentralbanken am Kapital der EZB) Stand 2012 Národná banka Slovenska 0,6934% Suomen Pankki Finlands Bank 1,2539% Euro Area National Central Banks (NCBs) 1 Nationale Bank van België/Banque Nationale de Belgique 2,4256% Deutsche Bundesbank 18,9373% Eesti Pank 0,1790% Central Bank of Ireland 1,1107% Bank of Greece 1,9649% Banco de España 8,3040% Banque de France 14,2212% Banca d Italia 12,4966% Central Bank of Cyprus 0,1369% Banque centrale du Luxembourg 0,1747% Central Bank of Malta/Bank Centrali ta Malta 0,0632% De Nederlandsche Bank 3,9882% Oesterreichische Nationalbank 1,9417% Banco de Portugal 1,7504% Banka Slovenije 0,3288% Non-Euro Area national central banks (NCBs) 2 Bulgarian National Bank 0,8686% Ceská národní banka 1,4472% Danmarks Nationalbank 1,4835% Latvijas Banka 0,2837% Lietuvos bankas 0,4256% Magyar Nemzeti Bank 1,3856% Narodowy Bank Polski 4,8954% Banca Naţională a României 2,4645% Sveriges Riksbank 2,2582% Bank of England 14,5172% Die OeNB ist eine der nationalen Zentralbanken der EU, die gemeinsam mit der EZB das Europäische System der Zentralbanken (ESZB) bilden. Sie ist weiters eine der gleichberechtigten nationalen Zentralbanken, die sich ab 1999 zum Eurosystem mit gemeinsamer Währung und Geldpolitik zusammengeschlossen haben. Sie ist für die Umsetzung der Beschlüsse des EZB-Rats in Österreich verantwortlich. 1 Kapitalanteile voll einbezahlt. 2 Kapitalanteile nur zu 3,75% einbezahlt

47 Wie engagiert sich die OeNB für Forschung, Wissenschaft, Kultur und Umwelt? Als modernes Unternehmen ist sich die OeNB ihrer Rolle als Vorbild und Impulsgeber bewusst. Zahlreiche Förderungsmaßnahmen tragen dieser verantwortungsvollen Position Rechnung. Dazu zählen unter anderem: die Förderung von Wissenschaft und Forschung etwa durch die Unterstützung von Wirtschaftsforschungsinstituten und Fördereinrichtungen, insbesondere im Rahmen des Jubiläumsfonds der OeNB. Seit seiner Gründung im Jahr 1966 wurden fast wissenschaftliche Projekte mit rund 728 Mio EUR gefördert. Die OeNB stellt auch der Nationalstiftung für Forschung, Technologie und Entwicklung die ein Garant für eine nachhaltige, budgetunabhängige, langfristige und strategische Finanzierung österreichischer Forschungsinitiativen ist beträchtliche Mittel zur Verfügung. das Engagement im Umweltbereich Die OeNB engagierte sich bereits im Jahr 1999 mit der Teilnahme am europäischen Gemeinschaftssystem für Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung (EMAS-Verordnung, Eco-Management and Audit Scheme) nachhaltig im Umweltschutz. Im Jahr 2002 wurde die freiwillige Umsetzung der EMAS-Verordnung auf alle Standorte der OeNB in Österreich erweitert. Die OeNB dokumentiert damit, dass sie über die Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben hinaus Anstrengungen zur Verbesserung der betrieblichen Umweltleistungen unternimmt. Ihr kommt somit innerhalb der österreichischen Gesellschaft eine Vorbildrolle zu. die Förderung von Kunst und Kultur zum Beispiel durch eine international renommierte Sammlung wertvoller alter Streichinstrumente, die Nachwuchskünstlern leihweise zur Verfügung gestellt werden, und mit der Ausschreibung des Ö1-Talentebörse-Kompositionspreises, der jährlich an junge Komponisten vergeben wird. Die OeNB fördert auch die bildende Kunst Österreichs durch ihre Gemälde und Skulpturensammlungen. die Stärkung des Wirtschafts- und Finanzwissens der gesamten Bevölkerung, aber insbesondere von Jugendlichen. Die OeNB arbeitet dafür eng mit Schulen und Universitäten zusammen. Sie stellt im Rahmen der Initiative Finanzwissen Informationsmaterial und Online-Anwendungen (z. B. das Inflationscockpit) bereit, veranstaltet Fortbildungsveranstaltungen für Lehrkräfte und organisiert Schulwettbewerbe. Gemeinsam mit den Kooperationspartnern werden Vorträge und Wanderausstellungen organisiert. Des Weiteren bietet das Geldmuseum der OeNB Führungen und altersgerechte Workshops für Kinder an. Die Förderung von Wissenschaft und Forschung, Umweltschutz, Kulturinitiativen und die Vermittlung von wirtschafts- und geldpolitischen Zusammenhängen an Schulen und Universitäten sind für die OeNB neben ihren Kernaufgaben wichtige Eckpfeiler für die Zukunftssicherung Österreichs

48 Zahlen, Daten, Fakten zur Geschichte der Oesterreichischen Nationalbank 1816 Gründung der privilegirten oesterreichischen National- Bank durch kaiserliches Dekret 1878 Umwandlung der National-Bank zur Oesterreichischungarischen Bank 1919 Liquidation der Oesterreichisch-ungarischen Bank 1922 Gründung der heutigen Oesterreichischen Nationalbank 1925 Der Schilling ersetzt die Krone als gesetzliches Zahlungsmittel Auflösung der Nationalbank und Einführung der Reichsmark 1945 Die OeNB nimmt ihre Tätigkeit wieder auf, der Schilling wird erneut gesetzliches Zahlungsmittel Der Nationalrat beschließt das neue Nationalbankgesetz Wiederverlautbarung des Bundesgesetzes über die Oesterreichische Nationalbank (Nationalbankgesetz 1984) 1999 Die OeNB wird Teil des ESZB und des Eurosystems. zur Entstehung der Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) 1. Stufe ab 1. Juli 1990: Vollendung des Binnenmarktes Liberalisierung des Kapitalverkehrs Verstärkte Anstrengungen zur Erreichung der wirtschaftlichen Konvergenz 1. bis 3. Mai 1998: Festlegung der ersten 11 Teilnehmer der Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) ab 1. Jänner 1999 durch die Staats- und Regierungschefs; Ankündigung der bilateralen Umrechnungskurse von nationalen Währungen in Euro 1. Juni 1998: Ablöse des EWI durch die neu gegründete EZB 31. Dezember 1998: Unwiderrufliche Festlegung der Umrechnungskurse zwischen Euro und den Währungen jener Länder, die an der WWU teilnehmen 3. Stufe ab 1. Jänner 1999: Beginn der WWU mit 11 EU-Mitgliedstaaten Einführung des Euro als Buchgeld Volle Funktionsfähigkeit der EZB Gemeinsame europäische Geldpolitik 1. Jänner 2001: Griechenland wird 12. Mitglied der WWU 1. Jänner 2002: Einführung des Euro-Bargelds 1. Jänner 2007: Slowenien wird 13. Mitglied der WWU 1. Jänner 2008: Malta und Zypern führen den Euro ein 1. Jänner 2009: Die Slowakei führt den Euro ein 1. Jänner 2011: Estland wird 17. Mitglied der WWU 330 Millionen Europäer haben damit den Euro als Währung 2. Stufe ab 1. Jänner 1994: Errichtung des Europäischen Währungsinstituts (EWI), Vorläufer der Europäischen Zentralbank (EZB) Vorbereitung der Währungsunion Verbot der Finanzierung der öffentlichen Hand durch die Zentralbanken und Vermeidung übermäßiger Defizite in den öffentlichen Finanzen 94 95

49 Glossar Was bedeutet... Bargeld: umfasst alle Banknoten und Münzen, die den Bestand an gesetzlichen Zahlungsmitteln bilden. Im Eurogebiet: Euro und Cent. Basel III: ein internationales Regelwerk, das die Eigenkapitalanforderungen für Banken festgelegt und so für die Stabilität des Bankensektors sorgt. Buchgeld (auch: Giralgeld): bezeichnet bargeldlose Zahlungsmittel wie Sichteinlagen, Spareinlagen bzw. Termineinlagen, über die mittels Überweisung oder Behebung verfügt werden kann. Bullionmünze: Münze aus Gold, Silber, Platin oder Palladium mit sehr hohem Edelmetallanteil ( Feingehalt genannt), die nicht zum Nennwert, sondern zum Edelmetallwert gehandelt wird. Deckungswerte: tragen dazu bei, die Verpflichtungen der Nationalbank (vor allem den Banknotenumlauf) zu besichern. Dazu zählen u. a. Gold, Devisen und Wertpapiere. Deflation: das Gegenteil von Inflation, also eine Entwicklung, bei der das gesamtwirtschaftliche Preisniveau über einen längeren Zeitraum sinkt. Devisen: Geldforderungen also Wechsel, Schecks und Zahlungsanweisungen, die in einer ausländischen Währung ausgestellt sind. EU-Rat: Organ der Europäischen Gemeinschaft, das aus Regierungsvertretern der EU-Mitgliedstaaten besteht. Euro: Bezeichnung der europäischen Währung beschlossen bei der Tagung des Europäischen Rates am 15. und 16. Dezember 1995 in Madrid. Seit 1. Jänner 2002 gesetzliches Zahlungsmittel in den Ländern der Europäischen Währungsunion. Eurogebiet: s. Europäische Währungsunion Europäische Währungsunion (EWU): umfasst die 17 Mitgliedstaaten der Europäischen Union, die den Euro als gemeinsame Währung eingeführt haben und für die die einheitliche Geldpolitik gilt: Belgien, Deutschland, Estland, Griechenland, Spanien, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal, Finnland, Slowenien, Malta, Zypern, Slowakei. Dieser Raum wird auch als Euroraum oder Euro-Währungsgebiet bezeichnet. Europäische Zentralbank (EZB): stellt sicher, dass die dem Eurosystem und dem System der Europäischen Zentralbanken (ESZB) übertragenen Aufgaben nach Maßgabe der Satzung des ESZB entweder von ihr selbst oder von den nationalen Zentralbanken erfüllt werden. Die EZB wurde am 1. Juni 1998 gegründet und hat ihren Sitz in Frankfurt am Main. Europäisches System der Zentralbanken (ESZB): besteht aus der EZB und den nationalen Zentralbanken aller Mitgliedstaaten der Europäischen Union, also auch aus jenen EU-Ländern, die den Euro noch nicht eingeführt haben. Die Organe des ESZB sind das EZB-Direktorium, der EZB-Rat sowie der Erweiterte Rat. Eurosystem: umfasst die EZB und die nationalen Zentralbanken derjenigen EU-Mitgliedstaaten, die den Euro eingeführt haben. Das Eurosystem wird vom EZB-Rat und dem Direktorium der EZB geleitet und führt seit 1. Jänner 1999 die einheitliche Geldpolitik im Euroraum durch. Vorrangiges Ziel der Geldpolitik des Eurosystems ist die Gewährleistung der Preisstabilität. EZB-Direktorium: Das EZB-Direktorium ist eines der Beschlussorgane der EZB. Es führt die Geldpolitik gemäß den Leitlinien und Entscheidungen des EZB- Rates aus und erteilt den nationalen Zentralbanken die erforderlichen Weisungen. Es besteht aus dem EZB-Präsidenten, einem Vizepräsidenten und maximal vier Direktoren. EZB-Rat: besteht aus sämtlichen Mitgliedern des EZB-Direktoriums und den Gouverneuren der nationalen Zentralbanken jener EU-Mitgliedstaaten, die den Euro eingeführt haben. Erweiterter Rat: besteht aus dem Präsidenten und dem Vizepräsidenten der EZB sowie den Gouverneuren der nationalen Zentralbanken aller EU-Mitgliedstaaten. Fazilität: Fachbegriff aus dem Bereich geldpolitischer Instrumente. Darunter wird die für Geschäftspartner (Banken) der Zentralbanken bestehende Möglichkeit, Liquidität von der Zentralbank zu erhalten (Spitzenrefinanzierungsfazilität) oder dort einzulegen (Einlagefazilität) verstanden. Geldmenge: jener Geldbetrag, der in einem Land (im Fall des Euro im Euroraum) zu einer bestimmten Zeit zirkuliert. Geldpolitik: Dazu zählen alle Maßnahmen, mit denen die Zentralbanken die Zinssätze auf dem Geldmarkt und damit die Geldversorgung eines Landes steuern. Die Zentralbanken des Eurosystems achten darauf, die Geldversorgung in ihrem Land so zu bemessen, dass die Preise möglichst stabil bleiben und die Wirtschaft ihre Wachstumsmöglichkeiten ausschöpfen kann. Geldschöpfung: das Schaffen neuen Geldes, indem die Banken Kredite gewähren. Ihre Möglichkeiten, Geld zu schaffen, werden durch die gesetzlichen Vorschriften über die Mindestreserven beeinflusst sowie durch die Bereitschaft der Zentralbank, die Geldversorgung zu erhöhen oder zu verknappen. Giralgeld: siehe Buchgeld HVPI: Harmonisierter Verbraucherpreisindex. Misst die Inflationsrate für alle EU-Staaten nach weitgehend gleichen Methoden und Verbrauchsgruppen. Der HVPI ist der maßgebliche Inflationsindikator für die Geldpolitik im Eurosystem. Inflation: Kaufkraftverlust durch fortschreitende Geldentwertung, die durch einen ständigen Anstieg des allgemeinen Preisniveaus gekennzeichnet ist. Preiserhöhungen nur bei einzelnen Gütern oder Dienstleistungen bedeuten keine Inflation

50 Kreditinstitut: ein Unternehmen, das Einlagen oder andere rückzahlbare Gelder entgegennimmt und Kredite für eigene Rechnung gewährt. Zu den häufigsten Formen zählen Banken und Sparkassen. Liquidität: die Geldnähe von Vermögenswerten, d. h. sofort bzw. kurzfristig verfügbare finanzielle Mittel, wie Kassabestand und Guthaben bei Kreditinstituten oder auch Aktiva, die durch Verkauf oder Belehnung rasch zu Geld gemacht werden können. Mindestreserve: ein geldpolitisches Instrument der Zentralbank, das darin besteht, dass Banken einen Teil ihrer Einlagen bei der Zentralbank halten müssen. Nationalbankgesetz (NBG): gibt den vom Parlament beschlossenen rechtlichen Rahmen für die Tätigkeit der OeNB vor. Oesterreichische Nationalbank (OeNB): Zentralbank der Republik Österreich und als solche integraler Bestandteil des ESZB und des Eurosystems. Offenmarktgeschäft: Wertpapiergeschäft, das auf Initiative der Zentralbank zustande kommt und auf dem offenen (d. h. anonymen ) Markt durchgeführt wird. Es wird eingesetzt, um Zinssätze und Liquidität auf dem Geldmarkt zu steuern und Signale bezüglich des geldpolitischen Kurses (Geldpolitik) zu geben. Preisstabilität: liegt vor, wenn sich das gesamtwirtschaftliche Preisniveau nicht oder nur sehr wenig verändert. Preisstabilität zu gewährleisten, ist das vorrangige Ziel des >Eurosystems. Nach der Definition des EZB-Rats liegt Preisstabilität vor, wenn der jährliche Anstieg des > Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) für den Euroraum unter, aber nahe bei 2 Prozent liegt. Dieses Ziel ist mittelfristig zu erreichen.... Scheidemünzen: sind Münzen in hoheitlich definierten Werteinheiten, wobei dieser Wert (Umlaufwert) den Metallwert übersteigt. Zu den Scheidemünzen zählen in Österreich sowohl die gemeinschaftlich harmonisierten Euro- und Cent-Münzen, die gesetzliches Zahlungsmittel in allen Euroländern sind, als auch Sonderanfertigungen von diesen sowie Sammlermünzen, die jeweils nur in Österreich gesetzliches Zahlungsmittel sind, und so genannte Bullionmünzen. Valuten: Banknoten oder Münzen in ausländischer Währung. VPI: Verbraucherpreisindex, stellt dar, wie sich die Preise für den Warenkorb (Güter und Dienstleistungen) eines Haushalts im Durchschnitt gegenüber dem Vorjahr oder Vormonat verändert haben. Der VPI wird häufig zur Messung der > Inflation verwendet. Beim VPI werden die Preise laufend (monatlich) beobachtet und mit den Anteilen an den Ausgaben eines durchschnittlichen Haushalts in Österreich gewichtet. Wirtschafts- und Währungsunion (WWU): kam in einem dreistufigen Prozess zustande. Die 1. Stufe begann am 1. Juli 1990 und war in erster Linie vom Abbau der Beschränkungen des freien Kapitalverkehrs gekennzeichnet. Die 2. Stufe begann am 1. Jänner 1994 und sah unter anderem die Errichtung des Europäischen Währungsinstituts (dem Vorläufer der Europäischen Zentralbank), das Verbot der monetären Finanzierung der öffentlichen Hand durch die Zentralbanken und die Vermeidung übermäßiger Defizite in den öffentlichen Finanzen vor. Die 3. Stufe begann am 1. Jänner 1999 mit der Übertragung der geldpolitischen Zuständigkeit auf das Eurosystem und der Einführung des Euro als Buchgeld; Anfang 2002 wurde der Euro auch als Bargeld eingeführt. Zahlungsbilanz: stellt die wirtschaftlichen Transaktionen zwischen dem In- und dem Ausland systematisch dar.... Zentralbankgeld: das von der Zentralbank geschaffene Geld. Es existiert in Form von Sichtguthaben bei der Zentralbank oder als Bargeld in Form von Banknoten und Münzen. ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS AEUV BIZ BWG EG ESZB EU EUR EWU EZB FMA GSA HVPI IWF KAG NBG OeBS OECD OeNB VPI WWU Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union Bank für Internationalen Zahlungsausgleich Bankwesengesetz Europäische Gemeinschaft Europäisches System der Zentralbanken Europäische Union Euro Europäische Währungsunion Europäische Zentralbank Finanzmarktaufsicht Geldservice Austria Logistik für Wertgestionierung und Transportkoordination GmbH Harmonisierter Verbraucherpreisindex Internationaler Währungsfonds Kapitalanlagegesellschaft Nationalbankgesetz Oesterreichische Banknoten- und Sicherheitsdruck GmbH Organisation for Economic Co-operation and Development Oesterreichische Nationalbank Verbraucherpreisindex Wirtschafts- und Währungsunion 98 99

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