Betrachtung der Organkonstruktion aus eigenen Zellen aus ethischer Sicht. Pfr. Dr. Roland Graf

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1 Betrachtung der Organkonstruktion aus eigenen Zellen aus ethischer Sicht Pfr. Dr. Roland Graf

2 Ethisch akzeptable Quellen: adulte Stammzellen induzierte pluripotente Stammzellen Ethisch nicht akzeptabel: embryonale Stammzellen aus überzähligen Embryonen embryonale Stammzellen aus geklonten Embryonen

3 Herstellung künstlicher Organe Alternative zur Organtransplantation? Nebenwirkung der Immunsupressiva physisch und psychisch, dazu hohe Gesundheitskosten. Nach 20 Jahren Immunsupression bekommen 40% der Nierenempfänger Krebs. 50% der Nierenorgane gehen innerhalb von 10 Jahren verloren. Künstliche Organe sollten so gezüchtet werden, dass es keine Immunabwehr gibt und keine Immusupressiva nötig sind.

4 Risiko In-vitro-Kultur Sind die Ausgangszellen wirklich geeignet und genetisch unproblematisch? Epigenetische Veränderungen während der Kultur? Kontaminationen: Viren, Bakterien, Pilze Qualitätssicherung der in vitro kultivierten Stammzellen und differenzierten Zellen, Kulturmedien und -materialien. Herstellung des Transplantates, Gerüst aus bioverträglichen Materialien oder aus tierischem Gewebe, dessen Zellen entfernt wurden.

5 Risiken minimieren / Künstliches Organ muss für den Empfänger einen wesentlichen Nutzen bringen. Die Würde des Empfängers darf dadurch nicht in irgend einer Weise eingeschränkt werden. Erfahrungen mit Knorpel, Venen, Herzklappen etc. Versuche zu komplexeren Organen gibt es für Nieren, Lungen, Blase, Bauchspeicheldrüse etc. Zukunftsaussichten Produktion mit 3D-Druckern?

6 Risiko in-vivo Absicherung in Tierversuchen inkl. Langzeiteffekte Langfristige funktionsfähigkeit des Implantats: Zerfall der aufgebauten Struktur im Körper Abstossungsreaktionen (Immunabwehr) Infektionen Bildung von Tumoren (gutartige)? Sind Nebenwirkungen auf die Psyche zu erwarten?

7 Ethische Grenzen Grundsätzliches: Die Forscher sollten zuerst überlegen, ob das, was denkbar ist, auch ethisch verantwortbar ist. Künstliche Plazenta, Ektogenese Herstellung von Eizellen und Spermien aus induzierten pluripotenten Stammzellen, Quelle für Klonversuche und andere Experimente Human Enhancement: Thema bereits bei Cochlea-Implantaten. Sollen wir Ultraschall hören können?

8 Zusammenfassung der ethischen Aspekte Literatur: de Vries R.B., Oerlemans A., Trommelmans L., Dierickx K., Gordijn B., Ethical Aspects of Tissue Engineering: A Review. Tissue Eng Part B Rev 14 (2008) Informed Consent 2. Tierversuche und klinische Versuche

9 Zusammenfassung der ethischen Aspekte 3. Tissue Engineering ist sehr Komplex. Interpretation der klinischen Versuche. Risiko- Nutzenanalyse schwierig. Keine Abstossungsreaktionen. 4. Kosten: Zweiklassenmedizin. In welchen Fällen lohnt sich ein künstliches Organ? Mit Steuergeldern finanzierte Forschung kommt nur wenigen zu Gute und nicht der Allgemeinheit, welche sie finanziert hat.

10 Zusammenfassung der ethischen Aspekte 5. Wer soll profitieren? Kinder und Jugendliche mit angeborenen Fehlbildungen. Problem informed consent. Ältere Leute mit Abnützungserscheinungen und degenerativen Krankheiten. Wird Älterwerden als medizinisches Problem angesehen statt als natürlicher physiologischer Prozess? Wie oft haben Raucher ein Recht auf eine künstliche Lunge? Schönheitsoperationen statt Wiederherstellung nach schweren Unfällen?

11 Zusammenfassung der ethischen Aspekte 6. Human Enhancement: Sollen Cochlea- Implantate für Gehörlose auch Ultraschall registieren können? Neuroimplantate für Behebung oder Erleichterung bei schweren Behinderungen könnten langfristig so effizient werden, dass sie dem Human Enhancement dienen zum Nachteil jener, welche sich das aus Kostengründen nicht leisten können.

Betrachtung der Organkonstruktion aus eigenen Zellen aus ethischer Sicht

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