Predigt Feierabend Ort: Nachbarschaftszentrum Rotensee Datum: Text / Thema: Wer bist Du, Gott? Oder: Wer hat mich eigentlich erfunden?

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1 Es ist nur ein Roggenhalm. Da geht man schon mal achtlos dran vorbei. Aber schaut man genau hin, dann gerät man ins Staunen. Was kein Architekt hinbekommt, was einem Statiker unmöglich erscheint, das ist für einen gewöhnlichen Roggenhalm am Wegesrand gar kein Problem: Dass er nämlich 375mal so hoch ist wie sein Durchmesser. Würde man ein Hochhaus bauen, das 75m Durchmesser misst, müsste dieses Gebäude m hoch sein. Das wäre etwa 3mal so hoch wie der Mount Everest. Hier brauchen wir gar nicht weiterzudenken. Der Roggenhalm macht das Rennen. 1 G. Burkhard Wagner

2 Nun bekamen wir ja schon im Theaterstück eine Antwort auf die Frage nach dem Architekten des Roggenhalms. Gott wurde da genannt. Er ist der größte Architekt. Und er hat sich nicht nur Roggenhalme einfallen lassen. Ich habe hier mal ein Bild von meiner Nichte zweiten Grades mitgebracht. Margarete. Immer wenn ich bei Almut und Cornelius bin, staune ich über Margarete. Als ich kürzlich nach 5 Wochen Seminar wiedergekommen bin, da hab ich sie kaum wiedererkannt, so gewachsen ist sie. Jetzt fängt sie an, einen schon anzulächeln. Am 2 G. Burkhard Wagner

3 beeindruckendsten finde ich immer wieder ihre großen Augen und ihre kleinen Finger. Da kann ich mich manchmal gar nicht richtig satt sehen. Margarete ist einfach klasse! Einer, der auch über kleine Kinder gestaunt hat, ist Martin Luther. Das war der mit der Reformation und den 95 Prothesen an der Schlosskirche in Wittenberg. Martin Luther hat einmal gesagt: Wann immer du einem kleinen Kind begegnest, ertappst du Gott, den Schöpfer, auf frischer Tat. Wenn wir also diese Frage an Gott richten würden: Wer bist Du, Gott? Oder: Wer hat mich eigentlich erfunden? dann würde 3 G. Burkhard Wagner

4 Gott wohl ungefähr so antworten und damit würde er Martin Luther nur zustimmen: Ich bin der Schöpfer. Ich bin der Erfinder alles Lebens. Ich habe dich erfunden und mir ausgedacht. Mein ganzes Können hab ich bei Dir angewendet. Und ich muss sagen, Du gefällst mir sehr gut! Ich finde, Du bist toll geworden! In meinen Augen bist Du wirklich etwas ganz wertvolles. Lass Dir ja nicht von jemandem einreden, dass Du das nicht bist! Leute, die so etwas sagen, haben keine Ahnung. 4 G. Burkhard Wagner

5 In der Bibel gibt es eine ganze Reihe Leute, die spannende Erfahrungen mit Gott gemacht haben. Diese Erfahrungen schlagen sich nieder in Berichten über verschiedene Ereignisse. Manchmal aber auch in Gesprächen mit Gott. Da sagen Menschen zu Gott, was sie von ihm halten und warum sie an ihn glauben. Ein ganzes Buch innerhalb der Bibel ist eine einzige Sammlung von solchen Gesprächen, auch Gebete genannt. Psalmen heißen diese Gebete. Einer dieser Leute sagt einmal folgendes zu Gott: Du hast mich geschaffen - meinen Körper und meine Seele, im Leib meiner Mutter 5 G. Burkhard Wagner

6 hast du mich gebildet. Herr, ich danke dir dafür, dass du mich so wunderbar und einzigartig gemacht hast! Großartig ist alles, was du geschaffen hast - das erkenne ich! 1 Da erkennt einer, dass er kein Produkt des Zufalls ist. Er erkennt, dass da ein Architekt, ein Erfinder hinter seinem Leben steht. Da ist ein liebevoller Schöpfer, der ihn gewollt hat und der ihn liebt. Der Beter schaut sich im Spiegel an und staunt: Was muss das für ein Gott sein, der mich so gemacht hat! 1 Psalm 139,13f. (HfA) 6 G. Burkhard Wagner

7 Im Erzgebirge gibt es viele Schnitzer. Das sind nicht solche, die sich andauernd Schnitzer leisten, nein, die haben verschiedene Messer und schnitzen aus gewöhnlichen Holzstücken schöne Figuren. Bis ins Detail wird da gearbeitet. Wenn eine Figur fertig ist, dann landet sie nicht etwa im letzten Kellerloch oder verstaubt irgendwo in einer Ecke auf dem zugestellten Dachboden. Der Künstler stellt sich seine Werke in die Vitrine. Dorthin, wo sie gesehen werden, wenn Besuch kommt. Zu wertvoll sind ihm die Figuren, als dass sie irgendwo verschwinden und vergessen werden. 7 G. Burkhard Wagner

8 Gott ist so ein Künstler. Er schafft bei jedem Menschenkind ein neues Leben, etwas ganz besonderes, einzigartiges, vorher nie Dagewesenes. Jeder ist ein Original! Ich erinnere noch einmal an den alten Luther: Wann immer du einem kleinen Kind begegnest, ertappst du Gott, den Schöpfer, auf frischer Tat. Oder wie es in einem Lied heißt: Du bist gewollt, kein Kind des Zufalls, keine Laune der Natur. Ganz egal, ob Du Dein Lebenslied in Moll singst oder Dur, Du bist ein Gedanke Gottes, ein genialer noch dazu! 8 G. Burkhard Wagner

9 Aber nun sind wir nicht irgendwelche Kunstwerke, bei denen es passieren kann, dass der Künstler, nämlich Gott, uns loshaben will oder lieber in einer dunklen Ecke verschwinden lassen will. Weil er sich vielleicht sagt: Oh, der gefällt mir aber gar nicht. Da hab ich aber Mist gebaut. Den schmeiß ich weg! An diesem Kunstwerk hab ich keine Freude. Die Nase ist viel zu groß und die Beine krumm. Und diese Segelohren erst! Der ist nix wert. Ganz im Gegenteil. Gott erfindet uns und ruft uns ins Leben und möchte nun auch weiter mit seinen Geschöpfen zusammen 9 G. Burkhard Wagner

10 sein. Er möchte Gemeinschaft mit uns haben, weil jeder von uns ihm unendlich wertvoll und wichtig ist. Weil es bei ihm eben keine Betriebsunfälle gibt! Gott möchte nicht, dass Du ihm verloren gehst. Er hat großes Interesse an Dir. Weil er Dich geschaffen hat und Dich lieb hat. Wer bist Du, Gott? Ich bin Dein Schöpfer und ich möchte mit Dir zusammen sein! Renn doch nicht weg von mir! Ich hab Dich lieb. Ich hab mir bei Dir was ganz besonderes ausgedacht. Deswegen möchte ich Dich in meiner Nähe haben! Komm doch zu mir! 10 G. Burkhard Wagner

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