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1 These 3 Phase: Detail Manuela Tanja Schmid «Die Lage der Wärmedämmung in den Schichtenrissen erfolgt nicht nur aus technischen Gründen, sondern auch aus räumlichen Überlegungen.» Ausgangslage. Im Modul Architektur & Struktur ist die Aufgabenstellung, ein Künstlerhaus mit zwei möglichst unterschiedlichen Ateliers zu schaffen. Die Differenz kann in verschiedener Hinsicht erfolgen, das Ziel dabei ist, dass das Künstlerhaus mit den beiden Ateliers sowie Schlaf- und gemeinsamen Aufenthaltsräumen möglichst vielen Künstlern entspricht. Weshalb unterschiedliche Schichtenrisse? Inhalt der These. In meinem Projekt besteht die Struktur aus zwei Volumen, welche einander durchdringen. Da diese beiden Baukörper konstruktiv wie aber auch räumlich je etwas anderes aussagen sollen, erfordern sie auch einen unterschiedlichen Schichtenriss. Der massive Kern soll innen und aussen das Material Beton zeigen, das auskragende Volumen hingegen zeigt seine statische Struktur nur nach aussen. Im Inneren gibt es eine präzise Ummantelung aus Massivholz, welche neben zum Beton ein anderes Raumgefühl vermitteln soll. Aufgrund dieser Entwurfsidee entwickelte ich Details von der Fügung von zwei verschiedenen Schichtaufbauten. In dieser These lege ich diese dar und finde heraus, ob, und wenn ja wie, eine Interaktion von verschiedenen Schichtenrisse möglich ist.

2 Die Schichtaufbauten. Um einen besseren Vergleich herzustellen, werden zuerst einheitliche Schichtaufbauten und danach unterschiedliche Schichtaufbauten gezeigt, so dass ein konkreter Vergleich möglich ist. 1. Einheitlicher Schichtenriss. Var. 1.1) Die Wärmedämmung liegt bei beiden Baukörper AUSSEN. Var. 1.2) Die Wärmedämmung liegt bei beiden Baukörper INNEN.

3 Var. 1.3) Die Wärmedämmung liegt bei beiden Baukörper DAZWISCHEN. 2. Der differenzierte Schichtenriss. Var. 2.1) Die Wärmedämmung ist bei einem Volumen als KERNdämmung und beim anderen INNEN liegend ausgeführt.

4 Var. 2.2) Die Wärmedämmung ist bei einem Volumen AUSSEN und beim anderen INNEN liegend. Var. 2.3) Die Wärmedämmung ist bei einem Volumen materialbedingt als WÄRMEDÄMMBETON und im anderen INNEN liegend ausgeführt.

5 Umsetzung im Entwurfsprojekt. Die Struktur meines Entwurfsprojekt zeigt zwei Baukörper, die einander durchdringen und je einen unterschiedlichen Ausdruck haben sollen. Die Erscheinung. Der Beton. Das Projekt ist konsequent aus dem Material Beton entworfen. Der Beton ist zum einen statisch unabdingbar, zum anderen soll er aussen und vor allem innen unterschiedlich zur Geltung kommen. Das Kernvolumen zeigt den Beton sowohl im Raum wie auch nach aussen. Das auskragende Volumen wird durch Rippen ausgesteift, welche nach aussen sichtbar sein sollen. Der Innenraum soll auch durch den Schichtaufbau ein anderes Raumgefühl als der Kern vermitteln, weshalb hier kein Sichtbeton verwendet wird, sondern eine innere Verkleidung. Dadurch ist eine innenliegende Wärmedämmung naheliegend. Die Schichtenrisse. Die Variante 2.3 auf der vorherigen Seite zeigt schliesslich, wie ich die Schichtenrisse und die Schnittpunkte im Entwurfsprojekt umgesetzt habe. Der massive Kern wird in einer homogenen, breiten Wärmedämmbeton- Konstruktion ausgeführt, während der andere Baukörper einen heterogenen Schichtaufbau (Stahlbeton+Innenwärmedämmung) hat. Im Kern einen zweischaligen Betonaufbau und im anderen Baukörper eine Innendämmung vorzusehen, stand anfangs ebenfalls zur Diskussion. Doch für diese Variante habe ich mich nicht entschieden, da bei einem zweischaligen Aufbau schliesslich trotzdem nur eine Wand tragend ist, und dies die zweite Wand in Frage gestellt hätte. Darüber hinaus überwiegen bei Dämmbeton die Vorteile*, da es nur eine starke Schicht gibt, was wiederum den Charakter des Kerns wiederspiegelt. *Vorteile von Dämmbeton sind: wärmebrückenfrei, kürzere Bauzeit, gute Schalldämmung, leichter als Normalbeton, diffusionsoffen, etc.

6 Konstruktiv Räumlich Oblicht, 1.5% Gefälle Stahlprofile mit Rinne und VSG Dachaufbau auskragendes Volumen: 1 cm Metalleindeckung mit Doppelfalz 2 cm Unterkonstruktion -Trennlage 1 cm Bitumendichtungsbahn, 3 lagig verlegt 20 cm Stahlbetondecke wasserdicht und mit Aufbordung 16 cm Wärmedämmung mit Kanthölzern -Dampfbremse 2 cm Unterkonstruktion, Eichenholz 2 cm Massivholzriemen, Eichenholz, Nut+Kamm Wandaufbau Kern: 60 cm Dämmbeton sichtbar Wandaufbau Innenwände Kern: 30 cm Stahlbeton sichtbar Bodenaufbau OG Kern: 6 cm Betonüberzug mit Bodenheizung Oberfläche: geschliffen + porenverschlossen 16 cm Wärme- + Trittschalldämmung 22 cm Stahlbetondecke mit Abbordung Bodenaufbau OG auskragend: 2 cm Massivholz-Riemenboden, Eichenholz 4 cm Trockenestrich mit Bodenheizung -Trennlage/Dampfbremse 16 cm Wärme- + Trittschalldämmung 22 cm Stahlbetondecke mit Abbordung Bodenaufbau gegen Erdreich: 6 cm Betonüberzug mit Bodenheizung Oberfläche: geschliffen + porenverschlossen 2 cm Trittschalldämmung 60 cm Dämmbetonfundamentplatte stahlbewehrt 7 cm Sauberkeitsschicht, Magerbeton Der Dämmbeton muss hier ebenfalls mit einer Stahlarmierung bewerht werden, da der Kern auch Zugkräfte aufnehmen muss. >> Die Wandstärken betragen rund 60 cm, um einerseits die Wärmedämmung zu gewährleisten, anderenseits um die Druckkräfte bei den Auflagern der Auskragung beschädigungsfrei aufzunehmen. Schnittpunkt Kern/Auskragung im Detail-Längsschnitt Dachaufbau auskragendes Volumen: 1 cm Metalleindeckung mit Doppelfalz 2 cm Unterkonstruktion -Trennlage 1 cm Bitumendichtungsbahn, 3 lagig verlegt 20 cm Stahlbetondecke wasserdicht und mit Aufbordung 16 cm Wärmedämmung mit Kanthölzern -Dampfbremse 2 cm Unterkonstruktion, Eichenholz 2 cm Massivholzriemen, Eichenholz, Nut+Kamm Holzriemen im auskragenden Volumen: in Boden, Wand & Decke: Befestigung durch in WD eingebrachte Kanthölzer Wandaufbau Kern: 60 cm Dämmbeton sichtbar Wandaufbau Innenwände Kern: 30 cm Stahlbeton sichtbar Bodenaufbau OG: 2 cm Massivholz-Riemenboden, Eichenholz 4 cm Trockenestrich mit Bodenheizung -Trennlage/Dampfbremse 16 cm Wärme- + Trittschalldämmung 22 cm Stahlbetondecke mit Abbordung und Konsolen Schnittpunkt Kern/Auskragung im Detail-Querschnitt

7 Schlussfolgerung. Die These «Die Lage der Wärmedämmung in den Schichtenrissen erfolgt nicht nur aus technischen Gründen, sondern auch aus räumlichen Überlegungen.» ist zu bestätigen. Die schematischen Fügungsdetails von zwei verschiedenen Schichtenrissen zeigen, dass es möglich ist, die Wärmedämmung trotz unterschiedlicher Lage der Wärmedämmung diese konstruktiv korrekt konsequent durchzuführen. Entscheidend ist also nicht nur der technische Aspekt, sondern vor allem auch die Erkenntnis, dass die Lage der Wärmedämmung direkten Einfluss auf die Wahrnehmung eines Raumes hat. Die Lösung Dämmbeton kombiniert mit Normalbeton wäre in der Umsetzung sicherlich nicht die einfachste Lösung, da es wenig Erfahrungswerte dazu gibt. Eine frühe Zusammenarbeit mit einem Ingenieur, einem Bauphysiker und einem führenden Unternehmer vom Bereich Dämmbeton wären notwendig, um alle technischen Details vorab zu klären, so dass die machbaren Ziele gemeinsam definiert werden könnten. Konstruktiv wie auch tektonisch überzeugt mich diese Lösung in Bezug auf mein Entwurfsprojekt dennoch am stärksten, da es mein Konzept konstruktiv wie auch im Ausdruck optimal unterstreicht. Erkenntnis. Den Schichtenriss gemäss der gewünschten Erscheinung planen. Quellenangabe. - HSLU: Reader Beton. Luzern Deplazes: Architektur Konstruieren. Vom Rohmaterial zum Bauwerk Filipaj: Architektonisches Potenzial von Dämmbeton Hochschule Luzern, Technik & Architektur Struktur + Material FS 2014 Modulverantwortung: Angela Deuber

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