Eltern können nur dann weise sein, wenn sie das Predigen sein lassen.

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2 Wie reagieren Sie auf den Gedanken, dass eine geliebte Person leidet? Ob sie leidet oder nicht, ist ihre Sache, aber wie reagieren Sie, wenn Sie den Gedanken glauben? Sie leiden ebenfalls, und dann müssen Sie das Zimmer verlassen, müssen die geliebte Person verlassen. So reagieren Sie, wenn Sie glauben, dass sie leidet. Der Gedanke verbannt Sie aus dem Zimmer, obwohl Sie eigentlich bei ihr sein möchten. Schließen Sie also die Augen und stellen Sie sich vor, Sie seien bei Ihrer Mutter im Zimmer - ohne zu denken, dass sie leidet, und ohne zu denken, dass sie nicht leiden sollte. Ist es jetzt in Ordnung, bei ihr im Zimmer zu sein? Natürlich. Ich bete meine Kinder an, und ich bete meine Enkel an, und ihr Kummer ist ihre Angelegenheit. Sie können leben, sie können sterben, und ich liebe sie. Mehr weiß ich nicht. Ich liebe sie genug, um mich aus ihren Angelegenheiten herauszuhalten und einfach präsent zu sein. Und ich bin nicht absichtlich präsent, ich sehe nur keine Veranlassung, das Zimmer zu verlassen, wenn sie leiden, und in der Gegenwart von Frieden und Liebe ist Leid nicht von Dauer.»Eltern sollten nicht über ihre Kinder urteilen«- stimmt das? Fällen Sie nicht gerade selbst das Urteil, dass Ihre Eltern keine Urteile fällen sollten? Nun, Ihre Eltern tun nur, was Sie tun. Wenn Sie sie aufhalten wollen, versuchen Sie zuerst, sich selbst aufzuhalten. Wie behandeln Sie Ihre Eltern, wenn sie über Sie urteilen und Sie an der Überzeugung festhalten, sie sollten es nicht tun? Das ist unsere Aufgabe. Wir urteilen. Seit Generationen hält man uns dazu an, nicht zu urteilen, und wir tun es trotzdem. Ist Ihnen aufgefallen, dass es hoffnungslos ist? Egal, wie sehr Sie sich von Ihren Eltern fern halten, wie weit Sie sich von ihnen entfernen, egal, welche inneren oder äußeren Tobsuchtsanfälle Sie bekommen, sie urteilen doch über Sie. Sie tun es eben. Hunde bellen, Katzen miauen und Eltern urteilen.

3 Eltern können nur dann weise sein, wenn sie das Predigen sein lassen. Ihre Eltern müssen nicht am Leben sein, damit Sie THE WORK über sie machen können. Niemand muss am Leben sein, damit Sie THE WORK über ihn machen können. Sie leben alle in Ihrem Geist. Das ist der Ort Ihrer Heilung. THE WORK ist perfekt für Menschen, deren Familie tot ist, und sie ist perfekt für Menschen, deren Familie noch am Leben ist. So ist es. Dies ist eine sehr nette Art und Weise, zu Hause miteinander zu kommunizieren: Bitten Sie Ihr Kind einfach, Ihnen von seinem WORK-Arbeitsblatt vorzulesen. Hier gibt es kein»richtig«oder»falsch«, das ist Kommunikation. Und nach jedem Satz sagen Sie einfach:»danke.«mehr nicht. Liebe hört zu. Hier geht es ums Annehmen. Nichts ist stärker, als Ihre Tochter oder Ihren Sohn einfach in diesem Augenblick anzunehmen. Das ist Geben. Etwas Wertvolleres gibt es nicht. Haben sie sich mit all ihren Aussagen auseinander gesetzt? Wie oft wollten Sie sich verteidigen, als Ihre Tochter von ihrem Arbeitsblatt vorlas? Was hat die Meinung Ihrer Tochter mit Ihnen zu tun? Dies ist das Ende ihres inneren Kampfes, und damit auch des Ihren. Ihre Eltern sind Ihre Projektion - mehr nicht.

4 Wenn Sie mit Ihrem Arbeitsblatt zu Ihrer Mutter oder Ihrem Vater gingen und sie oder ihn bäten, bis zum Schluss still zuzuhören und nach jeder Aussage»Danke«zu sagen, oder wenn Sie ihnen einfach die Umkehrungen mitteilten, wären Sie ganz und gar eins mit ihnen. Denn Sie können nichts von sich erzählen, was Ihre Eltern nicht schon längst wüssten. Irgendwie kennen sie Ihr größtes, dunkelstes Geheimnis bereits. Es kommt nicht überraschend. Es ist nicht in Ordnung, dass ich meinen Sohn anschreie. Es ist mir selbst aufgefallen. Mit den Moralvorstellungen der Welt hat das nichts zu tun. Wenn ich also jemals wütend auf ihn wäre, würde ich über ihn urteilen, meine Urteile aufschreiben, die vier Fragen stellen und die Urteile umkehren. Dabei würde mir auffallen, dass er nicht mein Problem ist. Ich bin mein Problem. Meine Kinder finden es wirklich toll, dass ich THE WORK habe! Wenn sich Ihr Geist klärt, ergibt sich alles andere von selbst. Sie fangen an, das Leben zu leben, und Ihre Arbeit, Ihre Finanzen, Ihre Kinder und alles andere folgt von selbst. Sie erlangen Klarheit, und alles folgt dem Prinzip von Ursache und Wirkung: Ich tue dies, ich bekomme jenes. So ist das. Erst wenn ich mich selbst verstehe, kann ich meine Eltern überhaupt hören. Sie sind nur meine Geschichte. Menschen, die THE WORK machen, lernen ihre Eltern zum ersten Mal

5 richtig kennen, obwohl sie seit dreißig Jahren tot sind. Dies ist eine Meditation über eine ablehnende Mutter oder einen missbilligenden Vater. Wenn Sie meinen, dass Ihnen die Übung hilft, können Sie sie gerne machen. Schließen Sie die Augen. Sehen Sie nun beispielsweise Ihren Vater vor sich, wenn er diesen missbilligenden Gesichtsausdruck hat. Sehen Sie sich in Ihrem Lieblingssessel sitzen. Lassen Sie Ihren Vater nun zu einem Kind, zu einem kleinen Jungen zusammenschrumpfen. Breiten Sie die Arme aus und laden Sie ihn ein, sich auf Ihren Schoß zu setzen. Laden Sie den kleinen Kerl auf Ihren Schoß ein. Hat er sich zu Ihnen gesetzt? Umarmen Sie ihn, riechen sie an seinem kleinen Köpfchen und an seinem Haar, nehmen Sie ihn einfach dort wahr. Sagen Sie ihm jetzt, was Sie ihm sagen möchten. Sagen Sie ihm, dass Sie ihn lieben, falls das die Wahrheit ist. Es kann sein, dass Sie im Anschluss an diese Übung höchst anrührende Erkenntnisse gewinnen. Vielleicht fällt Ihnen auf, dass Sie Ihren Vater so behandeln, wie Sie immer von ihm behandelt werden wollten. Das ist der alte Trick mit der Umkehrung.»Ich will, dass er mich liebt«: Ich will, dass ich ihn liebe. Wir überprüfen die Geschichte, und die Illusion löst sich auf. Und bringt die nächste mit sich, damit wir auch dieser mit Verständnis begegnen können. Und all Ihre Illusionen kippen wie Dominosteine. Ich habe keine Beziehung mehr zu meinen Kindern. Stattdessen habe ich Intimität.

6 Wenn ich denke:»ich will, dass meine Mutter mich liebt«, bin ich verrückt. Ich kehre es um:»ich will, dass ich meine Mutter liebe.«soll ich doch das, von dem ich dachte, es wäre so einfach für sie, selbst leben! Sie sollte ihr Leben liegen und stehen lassen und mich lieben. Ihr Leben oder das, was sie will, interessiert mich nicht. Sie sollte mich lieben, klar, das ist alles. Das ist keine Liebe. Kann ich einfach lieben, ohne eine Gegenleistung zu erwarten? Kann ich meine eigene Philosophie leben? Und wenn ich dann bei ihr bin, bin ich sehr demütig, weil ich wirklich versuche, meine Philosophie in die Tat umzusetzen. Doch wenn ich Liebe von ihr erwarte, stecke ich in großen Schwierigkeiten. Und wenn ich in Gedanken nicht bestimmen will, wen sie liebt, sehe ich, wie ich sie behandle, wenn ich ihre Liebe fordere, und das ist kein schöner Anblick. Also bin ich diejenige, die bei uns zu Hause die Liebe lebt. Und offenbar ist das ansteckend. Ich habe gehasst, und meine Kinder haben gehasst. Jetzt liebe ich, und meine Kinder lieben ebenfalls. Und das vollkommen mühelos. - Deshalb sage ich Ihnen voller Überzeugung:»Wenn Sie uns etwas vorleben, werden wir folgen.«doch Sie müssen es uns vorleben, weil Sie es ja auch von uns erwarten. Erwarten Sie nichts von Ihrer Familie, was Sie nicht selbst tun können. Wenn Sie etwas lernen, können Sie es lehren. Wenn Sie anfangen, THE WORK wirklich zu leben, wird Ihre Familie folgen. Sie können nichts tun, um das zu verhindern; sie leben sowieso, was Sie lehren, und sie werden Ihre Lehren auch weiterhin befolgen - nicht das, was Sie sagen, sondern das, was Sie leben. Im Frieden dessen werden sie Ihnen folgen. Das kann ein wenig dauern, weil sie Ihnen möglicherweise nicht trauen oder nicht glauben. Vielleicht halten sie es einfach für ein weiteres Ihrer raffinierten Manöver. Doch wenn Sie THE WORK leben, ist kein Trick dabei. THE WORK ist echt. Sie ist Liebe. Und irgendwann

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