HOWTO: Installation eines Samba-PDC mit LDAP-Authentifizierung Version (w) Stefan Peters -

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1 HOWTO: Installation eines Samba-PDC mit LDAP-Authentifizierung Version (w) Stefan Peters - Vorbemerkung Als Grundlage für die Einrichtung des Samba-PDC's diente mir Redhat 7.2. LDAP hat gegenüber der 'herkömmlichen' Authentifizierung über /etc/passwd und /etc/shadow einige Vorteile. So lässt sich das LDAP-Directory leicht so einrichten, dass z.b. ein 'Single-Sign-On' an mehreren Diensten eingerichtet werden kann. Auch eine Verteilung des Directory im Netz mit slurpd ist möglich. Und mit der Samba-Version 2.2.3a wird es auch endlich möglich, Samba gegen LDAP authentifizieren zu lassen. Ich habe dieses Tutorial anfangs für mich für evtl. zukünftige Installationen als Gedankenstütze geschrieben. Deshalb habe ich die Installation bisher auch nur auf Redhat-Systemen (7.2 und 7.3) getestet. Ich hoffe, Du verstehst, wenn ich keinerlei Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit meiner Anleitung geben kann (bin ja auch nur ein Mensch ;). Ich kann ebensowenig die Haftung dafür übernehmen, wenn durch die Befolgung der Anleitung irreparable Schäden an der Linux-Installation auftreten. Eine Datensicherung ist grundsätzlich vor jeder Änderung am System empfehlenswert. Ich habe die Anleitung nun möglichst ausführlich geschrieben, so dass auch ein weniger versierter Linux- User die Installation nachvollziehen und auf seinem Server selbst durchführen kann. Gerade wegen der Thematik gehe ich aber davon aus, dass zumindest ein Grundwissen über den Umgang mit der bash vorhanden ist. Anmerkung am Rande Ausser bei der eigentlichen Installation von Paketen oder Programmen (also rpm --install oder install) solltest Du nie als root angemeldet sein, sondern immer mit Deinem persönlichen Account arbeiten. Aber genug mit dem Vorgeplänkel, legen wir los: Benötigte Software nscd (es reicht das RPM-Paket von der Distributions-CD) nss_ldap (auch hier habe ich das RPM-Paket der Distributions-CD verwendet) BerkeleyDB (Version Cyrus-SASL (Version ftp://ftp.andrew.cmu.edu/pub/cyrus-mail) Open-LDAP (Version stable - Samba (Version ftp://de.samba.org/samba.org/) Vorbereitungen Bevor wir mit der Installation starten können, müssen diese natürlich von den entsprechenden Servern heruntergeladen werden (mpff - ist sowieso klar). Ausserdem sollte das System von bisherigen Versionen der o.a. Software befreit werden. Unter Redhat ist das ganz leicht über rpm möglich (rpm -e --nodeps Paketname). Die Dependencies können wir deshalb vernachlässigen, weil wir ja kurz später die entsprechenden Programme wieder installieren. Wie die zu deinstallierenden Pakete genau heissen, lässt sich ganz einfach mit rpm -qa grep -i [suchwort] ermitteln. Als Suchwort setzt man natürlich den Namen des jeweiligen Programmes ein. Jetzt noch schnell die RPM-Pakete von nscd und nss_ldap installiert und schon können wir mit der Installation beginnen.

2 tar cd../dist/configure füge tar cd./configure Installation BerkeleyDB Die BerkeleyDB bildet die Datengrundlage für LDAP. In der Datenbank wird später das Directory gespeichert. Nach dem Download entpacken wir den Tarball mit xzvf db tar.gz Zur Konfiguration müssen folgende Schritte ausgeführt werden: db /build_unix --prefix=/usr/local/berkeleydb --bindir=/usr/local/bin -- sbindir=/usr/local/sbin Ist alles fehlerfrei durchgelaufen installieren wir die Datenbanksoftware als root mit: install Danach müssen wir noch die Libraries der BerkeleyDB für das System zugänglich machen (auch diese Schritte müssen als root durchgeführt werden): in der Textdatei /etc/ld.so.conf die Zeile /usr/local/berkeleydb/lib ein ldconfig Installation Cyrus-SASL Damit später die Möglichkeit besteht, LDAP-Konten zur Anmeldung zu benutzen, benötigen wir die 'Simple Authentication and Security Layer services' - oder kurz SASL. Die Installation ist denkbar einfach: xzfv cyrus-sasl tar.gz cyrus-sasl /configure und als root schließlich: install Installation Open-LDAP Jetzt kommen wir zum Leightweight-Directory-Access-Protocoll. Auch dieses entpacken wir in gewohnter Weise und wechseln anschließend ins neu erzeugte Verzeichnis. Die Configure-Anweisung wird aber nun etwas länger: --prefix=/usr/local --bindir=/usr/local/bin -- sbindir=/usr/local/sbin --sysconfdir=/etc --enable-debug --enable-syslog -- with-cyrus-sasl --enable-ldbm --enable-spasswd depend Ob LDAP korrekt funktioniert kannst Du nun mit test ausführlich testen lassen. Kleiner Hinweis für Eilige: Der Test-Durchlauf nimmt ziemlich viel(!) Zeit in Anspruch. Die eigentliche Installation erfolgt auch hier wieder als root mit: install

3 ./configure Installation Samba Nun kommen wir zum eigentlichen Grund für unsere kleine Installationsorgie ;). Nach der üblichen Entpackerei erstellen wir unser Samba mit: --prefix=/usr/local/samba --bindir=/usr/local/bin -- sbindir=/usr/local/sbin --with-ldapsam Auch hier installieren wir unsere Software anschließend wieder mit install. Und jetzt wird's endlich interessant: es folgt die Einrichtung unsererer Installation. Konfiguration LDAP Zunächst müssen wir aus dem Unterverzeichnis 'examples' aus dem Samba-Source-Verzeichnis die Datei 'samba.schema' in das Verzeichnis /etc/openldap/schema kopieren. Die Datei enthält praktisch die 'Muster' für die späteren sambabezogenen Einträge in das Directory. Jetzt müssen wir die Datei /etc/openldap/slapd.conf anpassen. Meine sldapd.conf sah nach den Anpassungen so aus: Datei slapd.conf # slapd.conf ########## include /etc/openldap/schema/core.schema include /etc/openldap/schema/cosine.schema include /etc/openldap/schema/nis.schema include /etc/openldap/schema/inetorgperson.schema include /etc/openldap/schema/samba.schema pidfile /usr/var/slapd.pid argsfile /usr/var/slapd.args # ldbm database definitions database ldbm suffix dc=firma,dc=com rootdn cn=admin,dc=firma,dc=com rootpw {SSHA}secret directory /usr/var/openldap-ldbm index objectclass eq loglevel 0 access to attrs=userpassword,lmpassword,ntpassword by self write by * auth access to * by * read Das Rootpw lässt sich mit: slappasswd -s MeinPasswort ermitteln.

4 ldapadd ldapadd Die Datei /etc/ldap.conf fällt sehr kurz aus: Datei ldap.conf # ldap.conf ########## BASE dc=firma,dc=com URI ldap://localhost:389/ Um eine Authentifizierung über LDAP zu ermöglichen, fehlen nun noch folgende Einträge in der Datei /etc/nsswitch.conf: Datei nsswitch.conf passwd: files ldap group: files ldap shadow: files ldap Abschließend muss noch die Datei /etc/ldap.conf ein klein wenig angepasst werden. Sie muss schließlich die Einträge: host port 389 base dc=firma,dc=com uri ldap:// / enthalten. Jetzt ist LDAP fertig eingerichtet, der Server slapd kann gestartet werden: /usr/libexec/slapd Um mit dem Directory auch wirklich arbeiten zu können, müssten wir zum einen die sog. Wurzelorganisation festlegen, und zum anderen brauchen wir noch einen Admin-User. Um diese möglichst einfach anlegen zu können, basteln wir uns schnell zwei sog. 'LDIF'-Dateien. Diese können anschließend in das Directory mit ldapadd eingespielt werden. Doch zunächst die Dateien 'samba.ldif' und 'admin.ldif': Datei Samba.ldif dn: dc=firma, dc=com objectclass: organization o: samba Datei Admin.ldif dn: cn=admin,dc=firma,dc=com objectclass: possixaccount cn: admin uid: admin uidnumber: 1000 gidnumber: 100 homedirectory: /home/admin loginshell: /bin/bash In der Admin.ldif legen wir als uidnumber 1000 fest. Diese Nummer muss für jeden Benutzer eindeutig definiert sein. Ich habe einfach festgelegt, dass meine Samba-User von 1000 an durchnummeriert werden. Diese Dateien spielen wir nun ein: -D cn=admin,dc=firma,dc=com -x -W -f samba.ldif -D cn=admin,dc=firma,dc=com -x -W -f admin.ldif Ein ldapsearch -x zeigt uns die gerade angelegten Einträge noch einmal an. Um sicherzugehen, dass auch alles wie gewünscht funktioniert, listen wir mit getent passwd die Benutzer des Systems auf. Hier sollte nun auch der User 'admin', den wir eben im LDAP eingefügt hatten, mit aufgeführt werden. Ist dies nicht der Fall, ist wahrscheinlich noch der sog. 'Name Service Caching

5 Daemon' (nscd) gestartet. Dieser lässt sich mit killall nscd aus dem Speicher entfernen. Damit der Service auch bei zukünfigen System-Starts nicht automatisch wieder mit aufgerufen wird, sollten auch alle Links zum Service aus den Unterverzeichnissen /etc/rc.d/rd?.d entfernt werden. Wir können nun auch Logins an der Console oder per SSH zulassen. Dazu müssen die Dateien /etc/pam.d/login (für Logins an der Console) und /etc/pam.d/sshd um einige Einträge erweitert werden. Die von mir zugefügten Zeilen habe ich ein wenig eingerückt. VORSICHT: Nachdem Du Anpassungen an /etc/pam.d/login vorgenommen hast, solltest Du, ohne Dich von der aktuellen Console abzumelden, über eine andere Console testweise anmelden. Denn ein Fehler in dieser Datei, kann dazu führen, dass das System keinen Login mehr zulässt!! Datei login #%PAM-1.0 auth required /lib/security/pam_nologin.so auth sufficient /lib/security/pam_ldap.so auth required /lib/security/pam_securetty.so auth required /lib/security/pam_stack.so service=system-auth account required /lib/security/pam_stack.so service=system-auth password required /lib/security/pam_ldap.so use_authtok password required /lib/security/pam_stack.so service=system-auth session required /lib/security/pam_stack.so service=system-auth session optional /lib/security/pam_console.so Datei sshd #%PAM-1.0 auth required /lib/security/pam_nologin.so auth sufficient /lib/security/pam_ldap.so auth required /lib/security/pam_stack.so service=system-auth account required /lib/security/pam_stack.so service=system-auth password required /lib/security/pam_ldap.so use_authtok password required /lib/security/pam_stack.so service=system-auth session required /lib/security/pam_stack.so service=system-auth session required /lib/security/pam_limits.so session optional /lib/security/pam_console.so

6 Konfiguration Samba Zuguterletzt muss natürlich auch noch Samba so eingerichtet werden, dass der Server als PDC fungieren kann. Dazu müssen wir die Datei /usr/local/samba/lib/smb.conf anlegen. Diese sollte, wenn sie fertig ist, wie folgt aussehen: Datei smb.conf [global] workgroup = MeineDomain netbios name = Servername server string = Beschreibung des Servers interfaces = eth0 bind interfaces only = yes encrypt passwords = yes domain logons = yes domain master = yes domain admin group = root logon path = \\%L\profiles\%u logon script = login.bat logon drive = Z: logon home = \\Servername\%u hosts allow = / log file = /var/log/samba/%m.log max log size = 0 ldap server = ldap port = 389 ldap suffix = dc=firma,dc=com ldap admin dn = cn=admin,dc=firma,dc=com ldap filter = (&(objectclass=sambaaccount)(uid=%u)) ldap ssl = no [netlogon] path = /usr/local/samba/lib/netlogon read only = yes write list = root [profiles] path = /usr/local/samba/lib/profiles read only = no create mask = 0600 directory mask = 0700 [homes] comment = Homeverzeichnisse browsable = no valid users = %S writeable = yes Jetzt noch schnell die Verzeichnisse /usr/local/samba/lib/netlogon und /usr/local/samba/lib/profiles angelegt, und die ersten Vorbereitungen für unseren PDC sind fertig. Um Samba den Zugriff auf LDAP zu ermöglichen, muss mit smbpasswd -w [ldapadminpasswort] noch das LDAP-Administrator-Passwort, welches wir bereits mit slappasswd vergeben haben, in die Datei secrets.tdb verschlüsselt gespeichert werden.

7 smbd nmbd pdbedit Nun sollten wir die smb.conf noch auf evtl. Fehler hin überprüfen. Dazu ist der Befehl testparm gedacht. Ist die Konfigurationsdatei fehlerfrei, können wir Samba endlich mit: -D -D starten. Abschliessend müssen wir nun nur noch das Domain-Administrator-Konto 'root' (entsprechend dem Eintrag hinter 'domain admin group' in der smb.conf) anlegen: -a -u root Anmerkungen zur smb.conf: Die Konfiguratinsdatei beschränkt die Domain-Zugriffe auf das Netzwerk-Interface /dev/eth0 und das Subnetzwerk /24. Du musst diese Einstellungen natürlich ggfs. noch an Deine Systemumgebung anpassen. Ausserdem habe ich ein Login-Script eingerichtet. Dieses wird bei jeder Anmeldung an der Domain vom entsprechenden User ausgeführt und muss im Verzeichnis /usr/local/samba/lib/netlogon unter dem Namen login.bat vorhanden sein. So, die eigentliche Arbeit ist nun getan. Aber was nützt uns der schönste Domain-Controller, wenn sich noch keine Rechner anmelden können, und auch keine Benutzer in der Domain vorhanden sind!?... Also müssen wir noch Computer-Konten anlegen Ein Rechner-Konto ist eigentlich nichts anderes als ein normaler PosixAccount, den wir auch für den LDAP- Admin angelegt hatten. Der einzige Unterschied zum 'normalen' Benutzer-Account besteht im abschliessendem '$'-Zeichen am Benutzernamen. Ich habe eine Benutzergruppe 'machines' mit der ID 502 angelegt, um dort alle Maschinen-Konten zuzuordnen (groupadd -g 502 machines). Der Einfachheit halber legen wir uns für das Einrichten eines Computer-Kontos wieder eine LDIF-Datei an: Datei computer.ldif dn: cn=rechnername$,dc=firma,dc=com cn: rechnername$ uid: rechnername$ uidnumber: 5001 gidnumber: 502 homedirectory: /dev/null loginshell: /bin/false Auch hier muss natürlich (wie bei den Benutzerkonten) die uidnumber eindeutig sein - wir nummerieren einfach von 5001 an durch. Wie bei den Benutzern auch, spielen wir die LDIF-Datei mit ldapadd ein (Syntax s.o.). Benutzerkonten anlegen Damit sich ein User an der Samba-Domain anmelden kann, muss auch für ihn ein Account angelegt werden.

8 pdbedit Natürlich Ausserdem Deswegen auch für diese zunächst die LDIF-Datei: benutzer.ldif dn: cn=username,dc=firma,dc=com objectclass: possixaccount cn: username uid: username uidnumber: 1001 gidnumber: 507 homedirectory: /home/admin loginshell: /bin/bash Die Benutzer sind bei mir alle der Benutzergruppe 507 zugeordnet, die ich mit groupadd -g 507 sambauser angelegt habe. Die UID habe ich (wie beim Anlegen des Admin-Accounts bereits erwähnt) von 1000 auf 1001 erhöht. So, jetzt ist zwar ein PossixAccount für 'username' angelegt, damit darf sich der User (bei entsprechend angepasster /etc/pam.d/login) auch schon an der Console anmelden. Nur die Anmeldung an der Samba- Domain wird noch fehlschlagen. Was noch fehlt, ist das eigentliche Samba-Konto. Dieses ist einfach zu erstellen über: -a -u username Mit pdbedit lassen sich auch die User-Eigenschaften ändern, näheres hierzu ist mit pdbedit --help zu erfahren. Benutzerpasswörter für mit pdbedit angelegte User lassen sich, wie normalerweise auch mit smbpasswd ändern. Jetzt läuft endlich der PDC, so wie er sollte. TODO's ist die Benutzerverwaltung über LDIFs umständlich. Deswegen soll dieses Howto in Zukunft um ein Kapitel 'Komfortable Benutzerverwaltung' erweitert werden. sollte nach einem Rechnerneustart auch sichergestellt sein, dass sowohl slapd als auch smbd/nmbd laufen. Hier ist es nötig, jeweils ein Startscript in /etc/init.d zu hinterlegen und dieses aus /etc/rc.d/rc?.d für die gewünschen Runlevel zu verlinken. Und schließlich Ich wünsche viel Erfolg beim Aufsetzen eines Samba-Domain-Controllers. Fehler im oder Anregungen für das Howto bitte an richten. Ich werde dann sehen, ob ich die gewünschten Änderungen vornehmen kann.

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