Technik reflektieren Gesellschaft gestalten

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1 Technik reflektieren Gesellschaft gestalten KIT-Schwerpunkt Mensch und Technik KIT Universität des Landes Baden-Württemberg und nationales Forschungszentrum in der Helmholtz-Gemeinschaft

2 2 Navigation erwünscht: Technik kann helfen, den richtigen Weg zu gehen. Umgekehrt gilt es, die Wege der Technik verantwortungsvoll anzulegen

3 Forschungsgebiet Mensch und Technik In der heutigen Industrie- und Wissensgesellschaft ist Technik ein prägender Bestandteil nahezu aller Lebensbereiche. Technik ermöglicht Schutz, Mobilität und Kommunikation, sie schafft aber auch Gefahren. Zugleich müssen Wissenschaft und Technik auf grundlegende gesellschaftliche Herausforderungen reagieren. Die Nutzbarmachung erneuerbarer Energien etwa oder eine soziale und ökologische Globalisierung werden ohne wissenschaftliche Reflexion und ohne technische Innovation kaum zu bewältigen sein. Forschung für die Gesellschaft Um die Wechselwirkungen zwischen Mensch und Gesellschaft auf der einen und Wissenschaft und Technik auf der anderen Seite zu erforschen, hat das Karlsruher Institut für Technologie den Schwerpunkt Mensch und Technik eingerichtet. Mehr als 400 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler1 sind hier miteinander vernetzt. Unter sozialen, ethischen, kulturellen, politischen, ökonomischen, rechtlichen und psychologischen Gesichtspunkten beschäftigen sie sich mit gesellschaftlich wichtigen Fragen zum Verhältnis von Mensch und Technik. Thematische Vielfalt Das Forschungsspektrum des Schwerpunkts ist breit gefächert. Es bezieht die sozialen Folgen technischer Neuerungen ebenso mit ein wie die öffentliche Wahrnehmung von Technik, es reicht von der fortschreitenden Digitalisierung und den Visionen der Nano1 technologie bis zur effizienten Nutzung erneuerbarer Ressourcen und der Nachhaltigkeit von Neubauten. Die Wissenschaftler arbeiten an diesen Themen grundlagenund anwendungsbezogen. Dabei entstehen Analysen und Konzepte, die auch von Entscheidungsträgern in Politik und Wirtschaft genutzt werden. Der Schwerpunkt gliedert sich in die sechs Topics (Arbeitsschwerpunkte) Arbeit und Technik Gesundheit und Technik Kultur und Technik Umwelt und Technik Wirtschaft und Technik Wissen und Technik sowie die beiden Querschnittsthemen Nachhaltige Entwicklung Innovationsprozesse und Technikgestaltung. us Gründen der besseren Lesbarkeit wird im weiteren Verlauf der Broschüre ausschließlich die (grammatikalisch) A männliche Form verwendet. Jedes Mal sind gleichermaßen Männer und Frauen gemeint. 3

4 Topic 1: 4 Handwerk und Maschine: Nicht nur in der Lebensmittelindustrie verändern neue Technologien die Arbeitsbedingungen

5 Arbeit und Technik Immer schon hat der technische Fortschritt auch die Arbeitswelt verändert. Zu Beginn der Industrialisierung führte die Erfindung der Webstühle zu sozialen Unruhen, und heute senden wir unserem Geschäftspartner über das Smartphone eine , statt zum Briefpapier zu greifen. Zugleich wird Arbeit von kulturellen Normen und gesellschaftlichen Vereinbarungen geformt was wiederum auf die Entwicklung von Technik zurückwirkt. Das Topic Arbeit und Technik thematisiert diesen wechselseitigen Zusammenhang. Mensch-Technik-Interaktion Digitale Medien und Simulationen nehmen in der Arbeitswelt immer größeren Raum ein. KIT-Forscher untersuchen die Auswirkungen der fortschreitenden Digitalisierung und fragen, wie menschliche Kompetenzen in komplexe technische Systeme eingebracht werden können. Technik und Erwerbsarbeit Wissenschaftler des Topics bewerten die zukünftige Entwicklung von Berufsfeldern und benennen Konsequenzen für die berufliche Ausbildung. Im Fokus stehen dabei die Erforschung nachhaltiger Erwerbsverhältnisse und die Förderung beruflicher Kompetenzen. Internationale Arbeitsteilung Internet und Globalisierung revolutionieren die Beziehungen zwischen Geschäftspartnern. Am Topic befasst man sich mit neuen Kooperationsformen und erforscht, wie prekäre Arbeitsverhältnisse vermieden werden können. Work-Life-Balance Die technisch geprägte Arbeitswelt wirkt sich auch auf das Privatleben aus. Wissenschaftler des Topics untersuchen neue Formen von Stress, die häufig mit neuen Technologien einhergehen. Darüber hinaus suchen sie nach Wegen, Faktoren wie den demographischen Wandel oder den Gesundheitsschutz in die Arbeitswelt von morgen zu integrieren. Total digital: Kaum ein Berufsfeld kommt heute ohne Computer aus 5

6 Topic 2: 6 Wo der Schuh drückt: Motorische Analysen geben Aufschluss über individuelle und kollektive Belastungen

7 Gesundheit und Technik In unserer alternden Gesellschaft wird es immer wichtiger, Gesundheit erhalten oder wiederherstellen zu können. Technische Entwicklungen vom Laufband über das künstliche Hüftgelenk bis zum Operationsroboter spielen dabei eine entscheidende Rolle. Im Topic Gesundheit und Technik erforschen Ingenieure, Sportwissenschaftler, Mathematiker und Psychologen neue Technologien, die für die Gesundheit wichtig werden können. Bewegungsverhalten im Wandel Technische Geräte und Systeme wie das Automobil verändern unser natürliches Bewegungspensum. Dabei entlasten sie den Körper oftmals so sehr, dass er nicht mehr genügend beansprucht und deshalb krank wird. Solche technologisch bedingten Veränderungen des menschlichen Bewegungsverhaltens werden am Topic untersucht. Bewegungs- und Belastungsanalysen Mithilfe von Infrarotkameras und mobilen Systemen, die Bewegungen erfassen und auswerten, lassen sich motorische Analysen für alle Lebensbereiche erstellen. Auf dieser Grundlage können die KIT- Wissenschaftler gesamtgesellschaftlich verwertbare Aussagen über die Belastung von Muskeln, Gelenken und anderen Bereichen des Körpers treffen. Die am Topic entwickelte Hard- und Software ermöglicht aber auch individuelle Optimierungsstrategien, beispielsweise für Personen mit geringer körperlicher Aktivität. Zugewandt: Die alternde Gesellschaft benötigt umfassende Gesundheitskonzepte Gesundheit überall Wissenschaftler des Topics beobachten die Auswirkungen des Gesundheitsmarktes auf die gesellschaftliche Entwicklung. Unter anderem erarbeiten sie technikbasierte Konzepte für strukturschwache und dünn besiedelte Regionen, um auch dort umfassende Gesundheitsdienstleistungen anzubieten. 7

8 Topic 3: 8 Erkenntnis und Vielfalt: Wissenschaft von heute funktioniert interkulturell

9 Kultur und Technik Kultur und Technik sind schon sprachlich eng aufeinander bezogen: Der Begriff Kultur leitet sich von landwirtschaftlichen Techniken ab, und das griechische Wort téchne lässt sich mit Kunst übersetzen. Das Topic beschäftigt sich in der Grundlagen- wie in der Anwendungsforschung mit den vielfältigen Wechselbeziehungen zwischen Kultur und Technik. Kulturelle Diversität und interkulturelle Kommunikation An der Entwicklung von Technik sind häufig Akteure verschiedener Nationalitäten beteiligt. Wissenschaftler des Topics weisen auf Chancen und Risiken hin, die sich aus kulturellen Unterschieden ergeben. Technikfolgen Ist Technik einmal in die Welt gesetzt, verändert sie unsere Gewohnheiten, Lebensstile, ökonomischen Verhältnisse und sozialen Zusammenhänge. Diese Folgen müssen bei allen strategischen Entscheidungen über Technik mitbedacht werden. Sie sind Gegenstand der am Schwerpunkt betriebenen Technikfolgenforschung. Popularisierung und Präsentation von Technikwissen Die öffentliche Rezeption von Technik wird häufig von kulturell älteren Deutungsmustern bestimmt, mit denen die jeweilige technische Innovation nicht zu erklären ist. Kultur- und Medienwissenschaftler des KIT übernehmen bei der Kommunikation zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit eine Beraterfunktion. Technik und kulturelles Erbe Ein Forschungsschwerpunkt des Topics befasst sich mit den Folgen der Digitalisierung für das kulturelle Erbe. Ein Ziel ist es, Zeugnisse der technischen Entwicklung im historischen Bewusstsein zu verankern und so die allgemeine Akzeptanz für technische Innovationen zu erhöhen. Epochenzeugen: Technische Anlagen wie diese Telefonvermittlung gehören zum kulturellen Erbe 9

10 Topic 4: 10 Modell Maisfeld: Auch der Anbau von Energiepflanzen braucht gute Gründe

11 Umwelt und Technik Klimawandel, Bodenerosion, Trinkwassermangel: Ein Großteil der heutigen Umweltprobleme wird direkt oder indirekt durch den technischen Fortschritt verursacht. Technologische Innovationen haben aber auch das Potenzial, viele dieser Probleme zu lösen. Die Wissenschaftler des Topics Umwelt und Technik stellen Gestaltungsund Handlungswissen für die Entwicklung und Nutzung umweltverträglicher Technologien bereit. Sie berücksichtigen dabei die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ebenso wie die Wechselwirkungen zwischen Technik, Gesellschaft, Ökonomie und Umwelt. Das Topic bündelt Kompetenzen aus naturwissenschaftlichen, technischen und gesellschaftswissenschaftlichen Disziplinen. Ressourcenschonendes Landmanagement Bauland, Naturschutzgebiet oder Energiepflanzenanbau? Die bestmögliche Nutzung von Flächenressourcen ist nicht selten ein Anlass für Konflikte. Wissenschaftler des Topics liefern Entscheidungsgrundlagen für Länder und Kommunen, indem sie Landschaftspotenziale nach ökonomischen, ökologischen, sozialen und städtebaulichen Kriterien bewerten. Umweltinnovationen Im Topic werden Strategien und Technologien für die effektive Nutzung erneuerbarer Ressourcen entwickelt. Ein Schwerpunkt ist die Forschung an Mikroalgen, die sich auch zur Energiegewinnung einsetzen lassen. Sie sind wesentlich ertragreicher als herkömmliche Kulturpflanzen, beanspruchen keine wertvollen Ackerböden und können frei von Umweltbelastungen produziert werden. Emissionsminderung und -management Der richtige Umgang mit Emissionen ist in Politik und Öffentlichkeit ein vieldiskutiertes Thema. KIT-Wissenschaftler beurteilen Abscheidetechniken und andere Produktinnovationen sowie gesellschaftliche Verhaltensänderungen im Hinblick auf Leistungsfähigkeit, Anwendbarkeit, Kosten und Auswirkungen. Rauchzeichen: Emissionen muss man auf mehrfache Weise angehen 11

12 Topic 5: 12 Fern, schnell, viel: Der globalisierte Güterverkehr stellt hohe Anforderungen an die Verkehrsnetze und schafft neue Problemlagen

13 Wirtschaft und Technik Der Beitrag, den die Wirtschaftswissenschaften zur sozialverträglichen Nutzung gegenwärtiger und künftiger Technik leisten können, ist groß. Angesichts globaler Verteilungsfragen sowie weitreichender Entsorgungs- und Nachhaltigkeitsprobleme müssen institutionelle Rahmenbedingungen angepasst und neue Regulierungsmechanismen entwickelt werden. Das Topic Wirtschaft und Technik untersucht die damit einhergehenden Fragestellungen unter besonderer Berücksichtigung der sich wandelnden Gesetzgebung. Verkehr Der mit der Globalisierung einhergehende intensive Transport von Personen und Gütern stellt hohe Anforderungen an das Infrastrukturnetz. Wissenschaftler des Topics untersuchen, wie sich unterschiedliche Verkehrsmittel länderübergreifend verbinden lassen. Sie berechnen auch die Effekte und Kosten, die der Verkehr für Umwelt und Gesellschaft mit sich bringt. Klima, Energie und Umwelt Die Forschung am Topic beinhaltet Projekte zur Steigerung von Ressourceneffizienz sowie Analysen von Produktions- und Recycling-Netzwerken. Ein weiteres Thema sind die Auswirkungen der Elektromobilität auf das deutsche Energieversorgungssystem. Informatik Große Unternehmen stehen vor der Herausforderung, qualitativ uneinheitliche Informationen aus unterschiedlichen Quellen bündeln zu müssen. KIT-Wissenschaftler erarbeiten Software, mit deren Hilfe Unternehmensabläufe optimiert und Geschäftsprozesse bewertet werden können. Weiterentwickelt wird auch das so genannte Grid-Computing. Hierbei schließen sich viele einzelne Rechner weltweit zu virtuellen Supercomputern zusammen. Nanotechnologie Die Nanotechnologie verspricht faszinierend neuartige Einsatzmöglichkeiten in nahezu allen Bereichen des täglichen Lebens und kann daher die Basis für vielfältige Innovationen sein. Wissenschaftler des Topics befassen sich mit den grundlegenden Perspektiven und Einsatzmöglichkeiten der Nanotechnologie in Wirtschaft und Gesellschaft. Großrechner-Allianz: Am KIT wird der deutsche Grid-Knotenpunkt betrieben 13

14 Topic 6: 14 Wissensspeicher: Moderne Informations- und Kommunikationstechnologien verändern auch das Lernen

15 Wissen und Technik Ohne Wissen ist weder die Entwicklung noch der Einsatz von Technik denkbar. Neue Technologien bringen aber auch neues Wissen hervor. Um diese Wechselbeziehung zu erforschen, sind im Topic Wissen und Technik unterschiedliche Disziplinen miteinander vernetzt. Dabei werden sowohl grundlegende Themen der Wissens-, Wissenschafts- und Technikforschung als auch anwendungsorientierte Fragestellungen behandelt. Der Weg zur Wissensgesellschaft Der Übergang zur Wissensgesellschaft wird als eine der wichtigsten Transformationen heutiger Gesellschaften angesehen. Wesentlich dazu beigetragen hat die flächendeckende Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien wie dem Internet. Zugleich verändern sich mit der Technisierung des Lebens Bedeutung und Anwendung von Wissenstypen wie dem wissenschaftlichen oder dem Erfahrungswissen. Die KIT-Forscher gehen den vielfältigen Fragen im Hinblick auf die Auswirkungen und die Gestaltung dieses Wandels nach. Veränderungen der Wissenschaft Wissenschaft galt lange als Elfenbeinturm, als ein Ort praxisferner Theoriebildung. Seit einigen Jahrzehnten wird sie jedoch immer häufiger in gesellschaftliche und politische Entscheidungsprozesse einbezogen. Entscheidungswissen: In Berlin berät das vom KIT betriebene Büro für Technikfolgen- Abschätzung beim Deutschen Bundestag das Parlament Projekte des Topics befassen sich mit der grundsätzlichen Frage, welche Rolle die wissenschaftliche Forschung bei der Lösung übergeordneter Problemstellungen spielen kann und inwiefern sie dabei von gesellschaftlichen Interessen beeinflusst wird. Wissen in Entscheidungen über Technologien Wissen ist die Grundlage gesellschaftlicher Entscheidungen über Entwicklung, Einsatz und Regulierung von Technik. Wissenschaftler des Topics untersuchen, wie solches Wissen erzeugt, mitgeteilt und genutzt wird. Am KIT hat sich zudem eine der größten deutschen Einrichtungen der Technikfolgenabschätzung etabliert. Hier werden hauptsächlich die nicht-intendierten Folgen und Unwägbarkeiten wissenschaftlich-technischer Entwicklungen ermittelt und bewertet. 15

16 Querschnittsthema 1: 16 Aufbau Fernost: Auf der indonesischen Insel Java tragen KIT-Wissenschaftler dazu bei, dem chronischen Wassermangel von Menschen abzuhelfen

17 Nachhaltige Entwicklung Zukünftige Generationen werden ihre Bedürfnisse nur dann befriedigen können, wenn sich die Weltgesellschaft nachhaltig entwickelt. Angesichts von Umweltverschmutzung, Klimaerwärmung, sozialer Ungleichheit und Staatsverschuldung ist das eine große Herausforderung. Am Schwerpunkt Mensch und Technik beschäftigen sich Wissenschaftler und Ingenieure aller Topics fächerübergreifend mit Fragen der Nachhaltigkeit. Sie entwickeln methodische Grundlagen, aber auch Praxiskonzepte, die sich von Politik und Wirtschaft umsetzen lassen. Nachhaltigkeit und Technik Ob eine Technologie der nachhaltigen Entwicklung von Umwelt und Gesellschaft nützt oder ihr im Weg steht, ist nicht immer leicht zu erkennen. Wissenschaftler des Schwerpunkts erforschen die Wechselbeziehungen zwischen technischem Fortschritt und nachhaltiger Entwicklung. Außerdem untersuchen sie, wie Nachhaltigkeitsthemen in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden und gesellschaftspolitisch steuerbar sind. Entwicklung in Schwellenländern Bevölkerungswachstum und Landflucht werfen die Frage auf, wie sich ländliche Gebiete und Millionenstädte nachhaltig entwickeln können. In Santiago de Chile arbeiten Wissenschaftler des Schwerpunkts mit Politikern, Bürgerinitiativen und Entwicklungsexperten zusammen. Ihre Erkenntnisse lassen sich auf andere Megacitys übertragen. Auf der indonesischen Insel Java planen KIT-Experten ein umfassendes Wasser-Ressourcen-Management von der Trinkwassererschließung bis zur Abwasserentsorgung. So verbessern sie die landwirtschaftliche Produktivität der Region und verhindern, dass die junge Bevölkerung in die Großstädte abwandert. Nachhaltigkeit in der Bau- und Immobilienwirtschaft Wissenschaftler des Schwerpunkts beschreiben und bewerten die Nachhaltigkeit von Immobilien. Dabei werden vom Ressourcenverbrauch über die Lebenszykluskosten bis zur Nutzerzufriedenheit alle ökologischen, ökonomischen, sozialen und technischen Aspekte mit einbezogen. Herausforderung Stadt: Urbane Ballungsräume wie Santiago de Chile sind die Megacitys der Zukunft 17

18 Querschnittsthema 2: 18 Kommunikationspartner: Der am KIT entwickelte Roboter ARMAR III ist auf Interaktion angelegt

19 Innovationsprozesse und Technikgestaltung Dampfmaschine, Elektrizität, Internet manche Erfindung kann unser Leben innerhalb weniger Jahre tiefgreifend verändern. Wer Innovationen gestalten will, muss sich deshalb frühzeitig Gedanken über deren Folgen machen. Die Wissenschaftler des Schwerpunkts Mensch und Technik erforschen die erwünschten und die unerwünschten Auswirkungen technischer Entwicklungen. Dabei beziehen sie die vielfältigen sozialen Prozesse mit ein, die zur Entstehung und Verbreitung neuer Technologien führen, und erarbeiten Handlungswissen für politische Entscheidungsträger. Digitale Informations- und Kommunikationstechnologien Vom humanoiden Roboter, mit dem wir vielleicht schon bald kommunizieren, bis zur digitalen Vernetzung, die sämtliche Bereiche des Lebens durchdringt am Schwerpunkt wird die so genannte Informatisierung der Gesellschaft analysiert. Ein zentrales Forschungsfeld ist die Entwicklung der digitalen Medien und des Internets; insbesondere dessen Potenzial, politische Prozesse zu verändern. Neue und entstehende Technowissenschaften Zahlreiche Entwicklungen wie die synthetische Biologie, die Nanotechnologie oder die Human Enhancement-Technologien wecken große Erwartungen, obwohl oftmals unklar ist, ob sie tatsächlich zu bedeutsamen Forschungsfeldern werden. Wissenschaftler des Schwerpunkts identifizieren und untersuchen wissenschaftlich-technische Entwicklungen, die die Gesellschaft mittel- bis langfristig verändern können. Mobilitäts- und Verkehrskonzepte der Zukunft Bevölkerungswachstum und Globalisierung erfordern ressourcenschonende und intelligente Verkehrskonzepte. Am Schwerpunkt wird deshalb erforscht, wie sich etablierte Mobilitätsmuster verändern lassen. Außerdem erarbeiten die Wissenschaftler neue Ansätze der Energiespeicherung, die als Schlüsseltechnologie für die Mobilität der Zukunft gilt. Perspektiven-Check: Auch die Nanotechnologie weckt Erwartungen, die es zu überprüfen gilt 19

20 20 Mensch und Technik: Blick in das KATRIN-Experiment des KIT zur Messung der Neutrino-Masse

21 Der KIT-Schwerpunkt Mensch und Technik im Überblick Der KIT-Schwerpunkt Mensch und Technik ist ein Verbund zur Erforschung der mit Wissenschaft und Technik einhergehenden gesellschaftlichen und kulturellen Fragen. Er vereint die Kompetenzen von mehr als 400 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus 35 Instituten des KIT. Hierzu zählen der KIT-Kompetenzbereich Technik, Kultur und Gesellschaft, die wirtschafts-, geistes- und sozialwissenschaftlichen Fakultäten, die Architekturfakultät sowie das Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse. Der Schwerpunkt organisiert sich über ein wissenschaftlich geführtes Lenkungsgremium, dem die fachliche Koordination und die strategische Planung obliegen. Kooperation und Beratung Die Wissenschaftler des Schwerpunkts forschen fächer- und fakultätsübergreifend. Sie verwirklichen unter anderem Projekte der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Europäischen Union und arbeiten dabei eng mit anderen Universitäten und Forschungseinrichtungen zusammen. Überdies ist der Schwerpunkt ein kompetenter Ansprechpartner für Wirtschaft und Politik; so berät er, über das Büro für Technikfolgen-Abschätzung, den Deutschen Bundestag und, im Rahmen der European Technology Assessment Group, das Europäische Parlament. Kompetenz und Innovation Als Kompetenzzentrum an der Schnittstelle von Mensch und Technik bildet der Schwerpunkt die größte deutsche Einrichtung seiner Art. Durch die Zusammenarbeit mit den naturwissenschaftlich-technisch ausgerichteten Forschungsbereichen des KIT trägt er dazu bei, das Innovationspotenzial von KIT-Entwicklungen auszuschöpfen und Technik menschlich und gemäß den Anforderungen der Gesellschaft zu gestalten. Darüber hinaus bildet der Schwerpunkt einen attraktiven Rahmen für exzellente Forscher aus aller Welt. Weitere Informationen Kontakt Dr. Oliver Parodi (Geschäftsführer) Telefon: Prof. Dr. Armin Grunwald (Wissenschaftlicher Sprecher) Telefon:

22 Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist der Zusammenschluss des Forschungszentrums Karlsruhe in der Helmholtz- Gemeinschaft und der Universität Karlsruhe (TH). Am KIT arbeiten rund Beschäftigte mit einem jährlichen Budget von 655 Millionen Euro. Die Zahl der Studierenden beträgt derzeit Durch die Fusion zum KIT ist in Karlsruhe eine Einrichtung international herausragender Forschung, Lehre und Innovationskraft in den Natur- und Ingenieurwissenschaften geschaffen worden. Auf ausgewählten Forschungsgebieten, zum Beispiel in der Energieforschung oder in den Nanowissenschaften, hat sie das Potenzial, eine weltweite Spitzenposition einzunehmen. Als Innovationspartner setzt das KIT auf eine enge Kooperation mit der Wirtschaft. 22

23 Impressum Herausgeber Karlsruher Institut für Technologie (KIT) Kaiserstraße 12, Karlsruhe Mai 2011 Presse, Kommunikation und Marketing (PKM) Telefon: Texte Moritz Chelius, Justus Hartlieb Redaktion Justus Hartlieb, Moritz Chelius, Dr. Oliver Parodi Koordination Justus Hartlieb, Dr. Oliver Parodi Fotos Markus Breig, Deutscher Bundestag/Werner Schüring, Andrea Fabry, Nils Gräber, istockphoto, KIT-CFN, Martin Lober, Peter Oberle, Photocase.com, Wolfram Scheible Titelbild Wilfrid Schroeder Gestaltung und Layout Schrift + Druck Hammer GmbH, Offenbach Druck Wilhelm Stober GmbH, Eggenstein Karlsruhe KIT

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