Inhaltsverzeichnis. Die Jahreszeiten der Ehe... 5 Winter Frühling Sommer...27 Herbst...35 Entschlossen zum Handeln...

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3 Die Jahreszeiten der Ehe Die Beziehung in einer Ehe ist einem ständigen Wandel unterworfen. Einstellungen verändern sich, die Gefühle schwanken, und der Umgang untereinander wechselt zwischen zuvorkommend und gleichgültig. 5

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5 Auf diese Veränderungen haben wir zuweilen überhaupt keinen Einfluss: Krankheit, starrköpfige Schwiegereltern, Berufswechsel, Arbeitslosigkeit, finanzielle Schwierigkeiten, Umzug, Pubertät der Kinder, Kränkeln im Alter, demente Eltern. Wir reagieren auf all diese Ereignisse mit Emotionen, Einstellungen und bestimmten Verhaltensweisen. Und die jeweilige Kombination dieser drei Faktoren bestimmt, in welcher Jahreszeit wir uns in unserer Ehe gerade befinden. Die Art und Weise, wie Paare mit Veränderungen in ihrem Leben umgehen, bestimmt die Qualität ihrer Ehe. Im Winter ist man mutlos, geht seiner Wege und die Unzufriedenheit wächst. Dann aber kommt wieder der Frühling. Hoffnung keimt auf, man geht erneut aufeinander zu und erwartet mehr voneinander. Der Sommer bringt Lebensfreude, man ist ausgelassen und fühlt sich wohl 7

6 miteinander. Aber der Herbst lässt manchmal nicht lange auf sich warten. Neue Irritationen stellen sich ein, man zieht sich in sich selbst zurück und nimmt dem Partner jede Kleinigkeit übel. Im Gegensatz zu den Bäumen, die den Launen des Wetters schutzlos ausgeliefert sind, haben wir Menschen die Fähigkeit, unseren Standort zu bestimmen und zu verändern. Wir können die Einstellung zu den Dingen wählen und uns entscheiden, etwas für unsere Ehe zu tun. 8

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9 Winter 11

10 Charakteristisch für Ehen im Winter sind emotionale Kälte und rüde Umgangsformen. Die Träume des Frühjahrs sind verpufft, und eine dicke Schneeschicht hat sich über alles gelegt. Im Winter neigen wir zum Pessimismus. Die Probleme scheinen viel zu groß zu sein und die Positionen festgefahren. Mann und Frau ziehen sich in sich selber zurück, sie verkriechen sich in eine dunkle Ecke und warten darauf, dass die dunkle Jahreszeit vorübergeht. Doch im Gegensatz zu den Jahreszeiten der Natur vergehen die Jahreszeiten der Liebe nicht von allein. Sollten Sie gerade in einem Ehewinter stecken, wird Ihr dafür typisches Verhalten die Negatives Denken ist wie ein kalter Ostwind, der die Kälte des Winters noch viel grimmiger erscheinen lässt. 12

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12 Lage noch verschärfen. Bewusst oder unbewusst legen Sie es darauf an, den Partner zu verletzen. Harsche Worte, körperliche Übergriffe, Rückzug oder eisiges Schweigen das sind typische Verhaltensweisen im Winter. Die Entfremdung beginnt meist auf der Gefühlsebene und findet schließlich Ausdruck in der räumlichen Trennung. Man schläft in getrennten Schlafzimmern, weil man sich nicht mehr so nahe kommen will. Sexuell und emotional ist man längst geschieden, und wenn nicht bald ein laues Frühlingslüftchen weht, ist der Gang zum Anwalt die Konsequenz. Doch der Winter hat auch positive Seiten: So, wie sich nur höchst selten jemand in den Schnee legt, um zu sterben, so müssen auch Sie Im Gegensatz zur Natur gehen dem Ehewinter kein Herbst und Sommer voraus. 14

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14 nicht abwarten, bis Sie erfrieren. Wer wirklich krank ist, ist eher bereit, den Arzt aufzusuchen, und so treibt oft eine Winterehe die Menschen zum Berater, Pastor oder vertrauten Freund. Und wenn erst der Heilungsprozess in Gang gesetzt worden ist, können Paare durchaus auch dem Winter positive Seiten abgewinnen. Oft sind es gerade die schweren Zeiten, die uns die Kraft verleihen, etwas durchzustehen. Es ist zwar ein Kampf und kein Vergnügen, aber wenn Paare nicht aufgeben und positive Schritte tun, gehen sie gestärkt daraus hervor mit noch größerem Engagement für die gemeinsame Sache. Und sie sind in Zukunft bei Konflikten besser gewappnet. 16 Oft sind es gerade die schweren Zeiten, die uns Geduld lehren und uns die Kraft verleihen, etwas durchzustehen.

15 Winter Gefühle: Verletztsein, Wut, Enttäuschung, Einsamkeit, das Gefühl, zurückgestoßen zu werden Einstellungen: Immer nur das Negative sehen, Pessimismus, das Versagen in den Mittelpunkt stellen, Perspektivlosigkeit Verhaltensweisen: Handlungen, die die Lage noch verschärfen, harte Worte, Schweigen, Gewalt Klima in der Beziehung: Distanziert, kalt, unfreundlich, bitter. Im Ehewinter sind Paare kaum in der Lage, von sich aus Konflikte zu besprechen. Gespräche enden meist als Schlagabtausch, oder jeder zieht sich in sein Schneckenhaus zurück. Die Solidarität ist erloschen, und Mann und Frau vegetieren in getrennten Iglus. 17

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