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1 I N F O R M A T I O N zur Pressekonferenz mit Dr. Michael STRUGL Wirtschafts-Landesrat Gerhard STRASSER Landesgeschäftsführer-Stv., Arbeitsmarktservice OÖ Dr. Dennis A. OSTWALD Geschäftsführer, WifOR Wirtschaftsforschung am 18. Juli 2013 zum Thema Neuer Meilenstein in der Arbeitsmarktpolitik: Fachkräftemonitor für Oberösterreich Weitere Gesprächspartner: Mag. Christian MAYER, OÖ. Technologie- und Marketinggesellschaft (TMG) Martin STEINBICHL, MBA MPA, Amt der OÖ. Landesregierung / /

2 STRUGL / STRASSER / OSTWALD 2 Dr. Michael STRUGL, Wirtschafts-Landesrat Neuer Meilenstein in der Arbeitsmarktpolitik: Fachkräftemonitor für Oberösterreich Ein wichtiges Ziel des strategischen Arbeitsmarktprogramms Arbeitsplatz Oberösterreich 2020 ist eine möglichst große Abdeckung des Fachkräftebedarfs. Um diesen Bedarf regional und branchenbezogen verifizieren, die Entwicklungen bewerten und darauf reagieren zu können, wurde jetzt ein Schlüsselprojekt umgesetzt: Oberösterreich hat nun mit dem Fachkräftemonitor ein österreichweit einzigartiges, systematisches und webbasiertes Tool, das genau diese Informationen bereit stellt, erklärt Wirtschafts-Landesrat Dr. Michael Strugl. Das Internet-Portal ist ab sofort online. Der Fachkräftemonitor für Oberösterreich ist ein Projekt der TMG, das vom Wirtschaftsressort des Landes OÖ gefördert und mit dem WifOR Institut aus Darmstadt umgesetzt wird. Die Ausarbeitung erfolgt in Abstimmung mit dem Arbeitsmarktservice OÖ. Zusammengearbeitet wird bei dieser Innovation mit der Wirtschaftskammer OÖ, der Arbeiterkammer OÖ und der Industriellenvereinigung OÖ. Die Daten werden von den statistischen Abteilungen des Landes OÖ und dem AMS OÖ zur Verfügung gestellt. Das Modell ermöglicht erstmals die angebots- und nachfrageseitige Betrachtung des Fachkräfteangebotes entlang aller Qualifikationsstufen. Zudem sind tätigkeits- und branchenspezifische Analysemöglichkeiten und die Darstellung der strukturellen Entwicklung und deren Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt möglich. Einzigartig am Fachkräftemonitor für Oberösterreich sind die Auswertungsmöglichkeiten je nach Anforderung der Benutzer, unterstreicht Landesrat Strugl. Das eigens entwickelte Berechnungsmodell greift auf bestehende Statistiken zurück, das Thema Fachkräfteengpässe wird so empirisch untermauert und entemotionalisiert. Durch den Verzicht auf kosten- und aufwandsintensive

3 STRUGL / STRASSER / OSTWALD 3 Primärerhebungen wird eine Datenbasis geschaffen, die auch kostenmäßig günstig zu generieren ist. Fachkräftemonitor wird in Bayern schon erfolgreich eingesetzt Der Fachkräftemonitor wird bereits von der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Bayern und sechs weiteren deutschen Bundesländern eingesetzt. Dadurch kann mittel- bis langfristig ein hoher Zusatznutzen erzielt werden, da eine vergleichbare, valide Datenbasis gegeben ist und der gemeinsame Wirtschaftsraum auch gemeinsame Aktivitäten zur Sicherung der Fachkräftebasis auf Grundlage dieser Datenbasis ermöglicht. Das Modell bringt eine detaillierte Berechnung des beruflichen und branchenbezogenen Fachkräftebedarfs bis ins Jahr 2030 und differenziert zwischen Ist-Daten, der kurzfristigen Prognose und mittel- bis langfristigen Szenarios. Der Vorteil des Modells ist die Visualisierung, die erstmals über das kostenlose Online-Tool einen breiten Zugang zu Informationen ermöglicht. Der Fachkräftemonitor ist für alle Interessierten kostenfrei. Er wird in den Jahren 2014 und 2015 aktualisiert und weiterentwickelt, sodass sich der Informationsgehalt weiter erhöht. Für Unternehmen ist das grafisch aufbereitete Internetangebot eine ideale Hilfe, um strategische Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig können arbeitsmarktpolitische Entscheidungsträger/-innen, Sozialpartner, Berufsverbände und interessierte Personen Informationen zum Fachkräftebedarf in Branchen, Regionen und Tätigkeitsfeldern erhalten. Auch in der beruflichen Orientierung kann der Fachkräftemonitor auf vielfältige Weisen eingesetzt werden, so Landesrat Strugl abschließend. Innovative Elemente und Alleinstellungsmerkmale in der Übersicht: Zeitreihenanalyse IST PROGNOSE - SZENARIO von 2008 bis 2030 Betrachtung diverser Branchen mit den dort vorherrschenden Tätigkeitsfeldern

4 STRUGL / STRASSER / OSTWALD 4 Angebots- und nachfrageseitige Betrachtung des Fachkräftearbeitsmarkts in OÖ Betrachtung von vier unterschiedlichen Qualifikationsniveaus (Pflichtschule, Lehre, schulische und tertiäre Ausbildung) und bis zu neun Tätigkeitsfeldern Verwendung der neuen Wirtschaftszweigklassifizierung ÖNACE08 Regionale und branchenspezifische Analysemöglichkeit Darstellung der strukturellen Entwicklung und deren Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt Berechnung von demographiebedingten Ersatzbedarfen also den Ersatz jener Arbeitskräfte, die aus dem Arbeitsmarkt (in die Pension) ausscheiden sowie wachstumsbedingten Ergänzungsbedarfen das sind jene Arbeitskräfte, die benötigt werden, weil sich die Konjunktur besser entwickelt oder weil der Strukturwandel andere Qualifikationen erfordert Datenbasis beruht ausschließlich auf amtlichen Statistiken mit fortlaufender Aktualisierungsmöglichkeit

5 STRUGL / STRASSER / OSTWALD 5 Gerhard STRASSER, Landesgeschäftsführer-Stv., AMS OÖ AMS setzt auf Fachkräftemonitor Das AMS OÖ unterstützt aktiv die Implementierung des Fachkräftemonitors unter anderem durch die Aufbereitung und Bereitstellung umfangreicher Arbeitsmarktdaten. Der Fachkräftemonitor ist ein nützliches Tool für die Berufsinformation und die Ausrichtung unserer Ausbildungsangebote, betont der stv. Landesgeschäftsführer des AMS OÖ, Gerhard Straßer. Gepaart mit unserem internen Know-how erhöht sich damit die Planungssicherheit. Visualisierte Berufschancen Eine wichtige Rolle wird der Fachkräftemonitor künftig im Bereich Berufsinformation spielen, da er Berufschancen simuliert. Jugendliche haben mitunter keine klare Berufsperspektive oder entscheiden sich für traditionell überlaufene Ausbildungen mit beschränkten Karrierechancen, weiß Straßer. Hier setzen unsere Berater/innen in den BerufsInfoZentren an und zeigen attraktive Alternativen auf. Wird diese professionelle Beratung mit Fakten unterlegt und visualisiert, erhöht dies die Effizienz der Berufsberatung. Immerhin besuchen jährlich Personen unsere landesweit 14 BerufsInfoZentren." Kursplanung Im Vorjahr nahmen arbeitsuchende Personen an Aus- und Weiterbildungen teil. Das AMS OÖ intensiviert dabei die Zahl der Schulungen, die einen anerkannten Ausbildungsabschluss ermöglichen. Wir erheben schon seit Jahren systematisch den Fachkräftebedarf auf regionaler Ebene, erläutert Straßer. Die jährliche Aktualisierung der Basisdaten und der Prognosen erhöht dabei die Planungssicherheit bei der Konzeption unserer Aus- und Weiterbildungsangebote. Ausbildungen in nachgefragten und zukunftsträchtigen Branchen erhöhen zudem die Chance einer erfolgreichen Vermittlung von Jobsuchenden.

6 STRUGL / STRASSER / OSTWALD 6 Dr. Dennis A. OSTWALD, GF WifOR Wirtschaftsforschung Struktur und Leistungsfähigkeit des Monitors WifOR hat in enger Zusammenarbeit mit mehreren Projektpartnern, koordiniert durch die TMG, für Oberösterreich einen regionalen und branchenspezifischen Fachkräftemonitor entwickelt. Dieser ermöglicht Analysen der Fachkräfteentwicklung bis zum Jahr Zielsetzung der Forschungsarbeit ist es, eine wissenschaftlich fundierte Datenlage über die Fachkräftesituation bzw. -entwicklung in Oberösterreich und seinen NUTS-3 Regionen zu schaffen. Die Diskussion um mögliche Fachkräfteengpässe bedarf einer differenzierten Betrachtung. Dazu ist es erforderlich, die folgenden Betrachtungsebenen zu berücksichtigen: Branche Region Qualifikation Tätigkeitsfeld Betrachtungszeitraum Dazu wird sowohl die Angebots- als auch die Nachfrageseite auf Basis öffentlich verfügbarer Daten modelliert. Dies ermöglicht eine jährliche Aktualisierung der Berechnungsergebnisse. Als maßgebliche Datenquellen werden die unselbstständig Beschäftigten (UB), die geringfügig Beschäftigten (GB) und Arbeitslosendaten des Arbeitsmarktservice Österreich sowie Schul-, Lehr- und Studienabsolventendaten von Statistik Austria, der Landesstatistik Oberösterreich und der Wirtschaftskammer Österreich herangezogen. Erste Kernergebnisse des Fachkräftemonitors Entwicklung des Angebotspotenzials im Zeitraum von : Das Angebot kann in gesamt Oberösterreich um etwa 9% zurückgehen. Absolut entspräche dies etwa der Personen des Angebotspotenzials im Jahr Entwicklung des Nachfragepotenzials im Zeitraum :

7 STRUGL / STRASSER / OSTWALD 7 Über alle Branchen und Regionen kann die Nachfrage nach Fachkräften um etwa 7%, also um von nachgefragten Fachkräften im Jahr 2012 ansteigen. Entwicklung der Engpässe im Zeitraum : Über alle Branchen und Regionen gab es im Jahr 2012 einen Engpass von bzw. ca. 2% der Nachfrage. Dieser kann aufgrund der pessimistischen Einschätzungen der Unternehmen im Jahr 2013 voraussichtlich in einen Überschuss von bzw. etwa 3% übergehen. Mittel- und langfristig können der Rückgang des Angebotspotenzials und der Anstieg der Nachfrage zu strukturellen Engpässen von bzw. 4% im Jahr 2020 und bzw. 17% im Jahr 2030 führen.

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