- Basel II - Ratingansätze zur Kreditrisikomessung Anforderungen an die Banken und Auswirkungen auf den Mittelstand

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1 - Basel II - Ratingansätze zur Kreditrisikomessung Anforderungen an die Banken und Auswirkungen auf den Mittelstand - Januar 2001 Basel II verabschiedet - Basler Ausschuss ist ein unabhängiges an die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich angelehntes Gremium, das sich aus Vertretern der Zentralbanken bzw. Bankenaufsichten bedeutender Industrienationen zusammensetzt und Rahmenbedingungen bzw. Standards für die Beaufsichtigung des Bankensektors formuliert. Anlass und Zeitplan - Solvabilitätsrichtlinie ( Basel I seit Ende 92) = voraussichtliches Verlustrisiko einer Bank mit Eigenkapital absichern für Unternehmenskredite Risikogewichtung von 100 %,Kreditvolumen mit 8 % Eigenkapital Bsp.: Darlehen in Höhe von % Eigenkapital, also mit , zu hinterlegen. Eigenkapitalbesitz einer Bank beschränkt ausleihbare Kreditvolumen. Problem von Basel I: - das Kreditvolumen einer Bank wird begrenzt, aber die Qualität nicht verbessert - Kunden hoher Bonität = geringeres Risiko für Bank, aber dieselben Eigenkapitalkosten zahlen wie Kunden geringer Bonität - Basel II Eigenkapitalhinterlegung der Kreditgeber von dem jeweiligen Ausfallrisiko des Darlehensnehmers abhängig zu machen. - Zeitrahmen von Basel II laufend korrigiert - Derzeit Quantitative Impact Study (QIS 3.0) alle Beschlüsse von Basel II zusammenfassen letztes Mal die Gelegenheit für Banken und andere Interessenvertreter bieten, Kritik und Anregungen zu äußern Veröffentlichung von Basel II verschiebt sich damit vermutlich auf 2003 endgültige Inkrafttreten der Regelungen für Anfang 2006 zu erwarten (ursprünglich war es für 2004 geplant). Entwicklung des Ratingprozesses - "rating" = "bewerten" - 90er Jahren computergestützten Bilanzanalyseprogrammen Vielzahl von Kennzahlen ermittelt - Rentabilität, Vermögen und Liquidität = Grundpfeiler Kennzahlensysteme Insolvenzprognose und Kreditwürdigkeitsprüfung - heute Rating als das Ergebnis eines Bewertungsprozesses wirtschaftlicher Sachverhalte definiert - Analyse der Kreditwürdigkeit => weiche und harte Faktoren unterscheiden weiche = qualitative Merkmale zur Einschätzung der zukünftigen Entwicklung

2 - harte = quantitative :analysieren die gegenwärtige Verfassung der Unternehmung auf Basis von Jahresabschlussdaten + Rechnungswesen - Vorteil der quantitativen Faktoren = Standardisierbarkeit subjektive Ermessensspielraum eingeschränkt - dagegen enthält die Einschätzung der Managementqualität (qualitativen Faktor) immer subjektive Komponenten Bewertungsunterschiede - Einbeziehung weicher Faktoren in die Bonitätseinschätzung wichtig Folgende Noten werden beim Rating vergeben (Abb.:1) Ratingansätze - Kern = die Kapitalanforderungen an Banken stärker als bisher vom ökonom. Risiko abhängig machen und neuere Entwicklungen an den Finanzmärkten sowie im Risikomanagement der Institute berücksichtigen - Ziel des Ausschuss: das Bankensystem an Sicherheit, Solidität und Effizienz gewinnt Konzept zur Verbesserung der Finanzmarktstabilität auf drei Säulen (Abb.:2) - erste Säule beinhaltet Kreditrisiko, Marktrisiko + (bankenindividuelle) operationelle Risiko - zweite Säule bildet der bankenaufsichtliche Überprüfungsprozess (Kreditinstitute müssen Strategien und Instrumente zum Erhalt einer angemessenen Eigenkapitalausstattung entwickeln) Wirksamkeit und Funktionalität dieser Verfahren von behördlichen Instanzen überprüft - dritte Säule umfasst erweiterte Publizitätsanforderungen an die Banken Ziel: Marktteilnehmern erhalten tieferer Einblick in das Risikoprofil sowie die Angemessenheit der Eigenkapitalausstattung eines Kreditinstitutes Standardansatz nach Basel II von den Banken verlangt ihre Risiken besser abzufedern. (Die Kreditinstitute müssen vor allem darauf achten, wie hoch das Risiko ist, verliehene Gelder nicht mehr wieder zu bekommen) deshalb: sogenannte Ratings eingeführt - Ratings intern durch die Bank oder extern durch spezialisierte Agenturen - durch Überprüfung wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass der Kredit ausfällt Bsp.: Ein sehr gutes AAA - Rating bedeutet, das die Ausfallwahrscheinlichkeit für diesen Kredit nur 0,03 Prozent groß ist. Bei einem schlechten D - Rating liegt die Wahrscheinlichkeit, dass der Kunde seinen Kredit nicht zurückbezahlt, dagegen bei nahezu 15 Prozent neuen Vorschriften schreiben vor, dass die Banken für höhere Kreditrisiken mehr Kapital, für gute Risiken im Gegenzug weniger hinterlegen - das nach Kredit fragende Unternehmen wird auf alle finanziellen Chancen und Risiken durchleuchtet

3 - extern: Standard & Poor's, Moody's und Fitch - von ihnen vergebenen Ratingnoten haben einen großen Einfluss auf die Position der gerateten Unternehmen. - externe Ratingergebnis = deutlich sichtbares und anerkanntes Signal eines Unternehmens an die Öffentlichkeit findet Berücksichtigung bei der Kreditentscheidung der Banken (Abb.:3) - Basel I Risikogewicht von 100 % durch Basel II je nach Bonitätsurteil des externen Ratings eine Risikokategorisierung von 20 %, 50 %, 100 % oder 150 % - kein externes Rating Basel I, sofern ein Kreditinstitut nicht über eigene Verfahren der Bonitätsanalyse verfügt IRB-Ansatz (Abbildung) - zwei auf internen Ratings basierende Ansätze jeder genehmigungspflichtig - bei der Anwendung der IRB Ansätze werden, basierend auf den Ratingergebnissen, Ausfallwahrscheinlichkeiten (Probabilities of Default, PD), Verlustquoten (Loss Given Default, LGD), erwartete ausstehende Forderungen bei Ausfall (Exposure at Default, EAD) und die Restlaufzeit für jeden Kredit geschätzt - Eigenmittelanforderung mit Hilfe einer bankenaufsichtlich en Risikogewichtsfunktion ermittelt - Ziel: Risikodifferenzierung innerhalb des Kreditportfolios des Instituts und Hinweise auf wichtige Risikotreiber - Bank Bewertung der eigenen Kreditkunden für kleine und mittelständische Unternehmen das bankinterne Rating mittelfristig die wichtigste Rolle - "Rating für die Bankaufsicht" 2006 / Banken beginnen jetzt zu raten mehrere Jahre Vorbereitungs- und Testzeit Kreditkonditionen schon jetzt vom Ergebnis des Ratings abhängig Bankenaufsichtlicher Überprüfungsprozess - funktionierendes Bankensystem für jede Volkswirtschaft von größter Bedeutung - Ziel einer entsprechender Krisenprävention zählt der Bankensektor zu den am stärksten regulierten Sektoren der Wirtschaft - die zunehmende Internationalisierung der (Kredit-)wirtschaft erfordert grenzübergreifende Regelungen - 2. Säule bankenaufsichtlicher Überprüfungsprozess - Beurteilung der bankinternen Eigenkapitalallokation und die Risikofähigkeitsrechnung - Der Baseler Ausschuss erhofft sich die Herstellung einer ausreichenden Eigenkapitaldeckung Förderung der Stabilität und Zuverlässigkeit des internationalen Finanzsystems - zudem einheitliche Wettbewerbsregeln gefördert und die internationale Wettbewerbsgleichheit unter den Kreditinstituten verbessert - besonderen Wert legt die Bankenaufsicht auf ein angemessenes Kreditrisikoumfeld Kreditinstitute verpflichtet Verfahren zur Identifizierung, Steuerung und Überwachung der Kreditrisiken bankintern umsetzen - Rahmenbedingungen Formulierung einer Kreditrisikostrategie

4 - zum anderen auch bankinterne Organisationsrichtlinien - zudem haben Kreditinstitute Frühwarnverfahren aufzubauen (frühzeitiges erkennen einer sich verschlechternde Bonität von Kreditnehmern rechtzeitig geeignete Maßnahmen zur besonderen Behandlung dieser Engagements - es muss ein Risikobericht in laufenden Abständen (mindestens vierteljährlich) erstellt werden von der Geschäftsleitung an das Aufsichtsorgan (Bankenaufsicht) weiterzuleiten Erleichterungen für den Mittelstand - Kritik, Angst vor Kreditverknappung bei den Eigenkapitalanforderungen zwischen kleinen bzw. mittelgroßen Unternehmen und Großunternehmen zu unterscheiden - Firmen-Kleinkredite unter 1 Mio. Euro (bei KMUs - die weniger als 50 Mio. Euro Jahresumsatz haben) = Retailgeschäft der Banken, diese werden mit einer geringeren Eigenkapitalsumme unterlegt - Je nach der Wahl des Ratingansatzes und der Bonität des Portfolios werden Kapitalanforderungen für Banken von 0,4 bis 6,2 Prozent erwartet < als bisher pauschal 8% Sicherung Kreditversorgung der mittelständischen Wirtschaft und Verringerung Bürokratieaufwand der Kreditinstitute - Ferner ist ein Abschlag von 10 % bis 20 % der Risikogewichtung für Kredite von mehr als 1 Mio. an KMU s, die nicht dem Retailgeschäft zuzuordnen sind, geplant (Je kleiner das Unternehmen, um so größer der Abschlag. Mit verminderter Risikogewichtung nimmt auch die Höhe des vom Kreditinstitut zu unterlegenden Eigenkapitals ab) - nationale Finanzaufsichtsbehörde kann beschließen: Kredite an Unternehmen mit Jahresumsatz und einer Bilanzsumme unter 500 Mio. Euro von Zuschlägen zur Eigenkapitalunterlegung freizustellen deutsche Finanzaufsicht will von diesem Recht Gebrauch machen vorherrschende traditionell langfristige Finanzierung von Unternehmensinvestitionen im M. von Zuschlägen verschont Fazit - Neuausrichtung der Kreditvergabegrundsätze der Banken - die Entscheidung der Kreditgewährung + Zinskonditionen = risikoentsprechend an der Bonität des einzelnen Kreditnehmers - zeitlichen Rahmenbedingungen neue Eigenkapitalvereinbarung für die Unternehmen schon jetzt spürbar - Fazit für die Unternehmen: aktiv über Basel II und Ratings informieren - Firmen müssen gegenüber den Kreditinstituten größere Transparenz bieten - insbesondere auf die KMUs zutreffend von entscheidender Rolle für das interne Bankenrating - mit einer Erhöhung der Refinanzierungskosten ist nicht zurechnen - Kreditkonditionen: guter Bonität verbessern / schlechte Bonität verschlechtern stärkere Aufspreizung der Kreditkonditionen

5 (Abb.:1) AAA X Sehr gut, höchste Bonität, praktisch kein Ausfallrisiko AA+, AA, AA- X Sehr gut bis gut, hohe Zahlungswahrscheinlichkeit, geringes Insolvenzrisiko A+, A, A- X Gut bis befriedigend, angemessene Deckung von Zins und Tilgung, aber auch Elemente, die sich bei einer Veränderung der wirtschaftlichen Lage negativ auswirken könnten BBB+, BBB, BBB- X Befriedigend, angemessene Deckung von Zins und Tilgung, aber auch spekulative Charakteristika oder mangelnder Schutz gegen wirtschaftliche Veränderungen BB+, BB, BB- X Ausreichend, sehr mäßige Deckung von Zins und Tilgung, auch in wirtschaftlich Gutem Umfeld B+, B, B- X Mangelhaft, geringe Sicherung von Zins und Tilgung CCC, CC X Ungenügend, niedrigste Qualität, geringster Anlegerschutz in akuter Gefahr eines Zahlungsverzuges D X Zahlungsunfähig, in Zahlungsverzug (Abb.:2)

6 (Abb.:3) Mit Rating Ohne Rating Risikoklasse Risikogewichtung des Nominalkredits AAA bis AA - 20 % A + bis A - 50 % BBB + bis BBB % Unter BB % Grundsätzlich 100 % Vollständig durch Grundpfandrechte 50 % abgesicherte Wohnimmobilien Vollständig durch Grundpfandrechte Unter Auflagen bis zum Beleihungswert abgesicherte Gewerbeimmobilien Unbesicherte Forderungen ab 90 Tage Zahlungsverzug 50 %, sonst 100 % 150 % (Abb.:4) Methode Standardansatz IRB Basisansatz Fortgeschrittener IRB Ansatz Rating Extern Intern Intern PD Schätzung 1 Keine Eigene Schätzung Eigenen Schätzung EAD Schätzung 2 Keine Bankenaufsichtlich Eigene Schätzung LGD Schätzung 3 Keine Bankenaufsichtlich Eigene Schätzung Restlaufzeit Keine Anrechnung Keine explizite Bankenaufsichtlich Anwendung von risikomindernden Techniken für Sicherheiten und Produktcharakteristika Bankenaufsichtlich Anrechnung Bankenaufsichtlich (über LGD und EAD) Eigenen Schätzung (über LGD und EAD) 1 PD: Ausfallwahrscheinlichkeit (Probability of Default). 2 EAD: erwartete ausstehende Forderungen bei Ausfall (Exposure at Default). 3 LGD: Verlustrate (Loss Given Default).

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