Medialität des Computerspiels.

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1 Medialität des Computerspiels. Im Kern die Regeln. Michael Liebe, DIGAREC EMW, Universität Potsdam. 30. Oktober 2008, DIGAREC Lectures, Potsdam.

2 Disclaimer Gegenstand Spiele mit einem Anfang, einem künstlichen Konflikt und einem messbaren Endergebnis. Computerspiel als Oberbegriff für Spiele, die auf computergestützten Geräten, wie Konsolen, PC's oder Handhelds laufen. 1/15 MICHAEL LIEBE : EMW : 30. OKTOBER 2008 : DIGAREC LECTURES

3 Emergenz versus Progressivität Regelstruktur Chess Titans (Microsoft 2007) DOOM (id 1993) 2/15 MICHAEL LIEBE : EMW : 30. OKTOBER 2008 : DIGAREC LECTURES

4 Counter Strike (Sierra 2001) Sensible World of Soccer (Renegade 1994) Emergent 3/15 MICHAEL LIEBE : EMW : 30. OKTOBER 2008 : DIGAREC LECTURES

5 Prozedur versus Narrativ Procedureal Rethoric Erzählstruktur Jr Pac Man (Bally Midway 1983) Donkey Kong (Nintendo 1981) 4/15 MICHAEL LIEBE : EMW : 30. OKTOBER 2008 : DIGAREC LECTURES

6 Computerspiel Interaktion Spielen ist ein ständiges Hin- und Her. Prozess Computer sind Rechner. Darstellung Computer sind Speicher. 5/15 MICHAEL LIEBE : EMW : 30. OKTOBER 2008 : DIGAREC LECTURES

7 Dialogische Interaktion Akteur 1 spricht (Aktion), das registriert Akteur 2, prozessiert die Eingabe und antwortet (Reaktion). Akteur 1 empfängt die Botschaft, verarbeitet sie und reagiert darauf (Interaktion). The Secret of Monkey Island (Lucasfilm Games 1990) 6/15 MICHAEL LIEBE : EMW : 30. OKTOBER 2008 : DIGAREC LECTURES

8 Rechenleistung Regulierte Prozeduren und emergente Erfahrung Slaves to Armok II - Dwarf Fortress (Bay12games 2008) 7/15 MICHAEL LIEBE : EMW : 30. OKTOBER 2008 : DIGAREC LECTURES

9 Repräsentationsleistung Enzyklopädischer Speicher für virtuelle Umgebungen The Elder Scrolls III - Morrowind (Bethesda 2002) 8/15 MICHAEL LIEBE : EMW : 30. OKTOBER 2008 : DIGAREC LECTURES

10 Computerspiel Die Spielregeln werden im Computerspiel durch das Softwareprogramm aufrecht erhalten. Die Akteure müssen nicht in spielerischer Andacht die Regeln freiwillig respektieren. Kein magischer Kreis. ChessRomania (James Masters 1997) Battle Chess (Interplay 1988) 9/15 MICHAEL LIEBE : EMW : 30. OKTOBER 2008 : DIGAREC LECTURES

11 Geregelte Interaktion Computerspiele sind nicht interaktiv (Mathias Mertens) Die mediale Struktur von Computerspielregeln. Ein Computerspiel zu spielen, bedeutet in einem computerbasierten Regelsystem zu agieren. Regeln definieren den Rahmen der Handlungsmöglichkeiten. Regeln definieren die Ergebnisse von Handlungen. Sie sind die Basis für ein sinnvolles Gameplay und erlauben zielgerichtete Wiederholung von Aktionen. Regeln im Computerspiel werden im Programmcode definiert und ermöglichen es dem Spieler Spielaktionen durchzuführen. Die Kombination aus Hardware und Software gibt dem Spieler Handlungsmöglichkeiten. 10/15 MICHAEL LIEBE : EMW : 30. OKTOBER 2008 : DIGAREC LECTURES

12 Regelebenen Hardware Software Sozial 11/15 MICHAEL LIEBE : EMW : 30. OKTOBER 2008 : DIGAREC LECTURES

13 Regelspeicher Computerspielregeln können zahlreich und komplex sein. Computerspielregeln sind mit der Spielumgebung und den repräsentativen Elementen verbunden. Es kann keinen Widerspruch zwischen dem Gezeigten und Geregeltem geben (Bsp. Ball im Fußballtor). Die Feedback-Schleife zwischen Spieler und Spiel basieren auf Reizvermittlung (Audio, Video, Haptik). Die Aktionsregeln sind Teil einer auf Regelebene konsistenten virtuellen Umgebung (Bsp. Türen bei Half-Life). Sowohl die Software als auch Hardware-Umgebung sind Teil des Spiels. Auf Softwareebene basieren alle Elemente des Computerspiels Siegbedingung, Spielfeld, Gegner-Verhalten, Physiksimulation, Audio, Grafik, Text, Prozess-Algorithmen, Objektverhalten etc. auf demselben Code. Das wofür es keine Code-Zeile gibt, existiert im Programm nicht. 12/15 MICHAEL LIEBE : EMW : 30. OKTOBER 2008 : DIGAREC LECTURES

14 Programmebene Handlungsmöglichkeiten Avatar Eigenschaften Spielziel(e) Umwelteigenschaften Spielobjekte Strukturelle Regeln Oppositionseigenschaften Virtuelle Intelligenz Veränderungsmöglichkeiten Cheats 13/15 MICHAEL LIEBE : EMW : 30. OKTOBER 2008 : DIGAREC LECTURES

15 Computerspiel Zusammenspiel von Software, Hardware und Spieler. Marvin2 (plitvicer 2007) Girl with Playstation (Miltos Manetas 1997) 14/15 MICHAEL LIEBE : EMW : 30. OKTOBER 2008 : DIGAREC LECTURES

16 Michael Liebe Post Universität Potsdam DIGAREC z.hd.: Michael Liebe Am Neuen Palais Potsdam Telekom Telefon: Web: 15/15 MICHAEL LIEBE : EMW : 30. OKTOBER 2008 : DIGAREC LECTURES

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