Influenza Was bedeutet das für Arzt und Patient?

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1 Influenza Was bedeutet das für Arzt und Patient? Prof. Dr. Joachim Szecsenyi Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirates Pressekonferenz der AGI 2007

2 Ein Hausarzt im Wochenenddienst an einem kalten Februarsonntag : Anruf vom Ehemann von Frau S., seit gestern Mittag tut ihr alles weh, konnte nicht mehr einkaufen gehen, sie hat Kopfschmerzen und Fieber, ist manchmal schweißgebadet, Herr Doktor, kommen Sie bitte vorbei

3 Die Patientin Seit Jahren bekannt 56 Jahre, Pflegerin im Altenheim, eine stattliche Frau, selten krank Jetzt: Völlig abgeschlagen, Husten, Gliederschmerzen, Temperatur 39,2 C axillar, Rachen gerötet, etwas ausgetrocknet, sonst unauffällig, kein Hinweis auf Lungenentzündung AGI: beginnende Grippewelle Diagnose: Influenza Auf die Grippeschutzimpfung wurde sie schon im Oktober durch Erinnerungsschreiben der Praxis angesprochen, hat sie aber nicht wahrgenommen Herr Doktor, ich brauch was, morgen muss ich wieder arbeiten

4 Maßnahmen Überwiegend Bettruhe Ausreichend Flüssigkeit Fiebersenkung (Wadenwickel, Paracetamol) Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung Hinweis: Gefährdung Bewohner Altenheim, in Zukunft Grippeschutzimpfung

5 Warum impfen? Saison 2004/2005: Zirka 4 Millionen zusätzliche Arztbesuche Zirka 2,1 Millionen Arbeitsunfähigkeits - Fälle zusätzliche Todesfälle während der Grippewelle (Exzess-Mortalität)

6 Fakten: Wirksamkeit Impfstoffe sind die biologischsten und am besten erprobten Waffen der Medizin - sie helfen dem Körper, sich selbst zu helfen! Effektivität der Impfung hoch, bei älteren Patienten etwas geringer als bei Jüngeren Infektion durch andere Erreger ( Erkältung ) wird oft missgedeutet Erwiesener Nutzen insbesondere bei Risikopatienten und bei medizinischem Personal

7 Fakten: Verträglichkeit Bis auf seltene leichte Rötungen und Schwellungen (1-10%) an der Injektionsstelle ist die Grippeimpfung sehr gut verträglich (schwerere NW: <0,01%). Die einzige Kontraindikation ist die Unverträglichkeit gegen Hühnereiweiß Daher: der Nutzen übersteigt die minimalen Risiken bei weitem!

8 Warum impfen? Impfschutz ist besonders wichtig für Personen, die sehr schwer an Grippe erkranken könnten weil ihr körpereigenes Abwehrsystem geschwächt ist weil andere Grunderkrankungen vorliegen

9 Warum impfen? Impfschutz ist besonders wichtig für Personen, die aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit andere, vielleicht geschwächte Personen leicht anstecken könnten oder von diesen angesteckt werden sehr viel Kontakt mit anderen Personen haben und diese leicht anstecken könnten oder von diesen angesteckt werden

10 Impfraten für f r Risikogruppen sollten gesteigert werden Telefon-Umfrage zur Grippeschutzimpfung im Dezember 2006* Personen, 60 Jahre und älter: 48 % (Vorjahr: 59 %) Chronisch kranke Personen: 41 % (Vorjahr: 52 %) Medizinisches Personal: 22 % (Vorjahr: 27 %) * Quelle: TNS-Healthcare, European Vaccine Manufacturers: Flu vaccination in Europe, Winter , Germany report

11 Wann impfen? Impfstoff wird jedes Jahr neu nach Empfehlungen der WHO produziert und zusammengestellt. Fakten: Optimaler Zeitpunkt: September/Oktober/November Aufbau eines verlässlichen Schutzes dauert in der Regel 14 Tage nach Impfung Impfschutz hält etwa ein halbes Jahr

12 Wen impfen?? Antwort auf diese Frage geben: die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut!

13 Wen impfen? Aktuelle Empfehlungen der STIKO (Juli 2007): (1) Personen über 60 Jahre (2) Personen jeden Alters mit bestehender Grunderkrankung z. B. chronische Atemwegserkrankungen, chronische Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes und andere Stoffwechselerkrankungen, chronische Leber- oder Nierenerkrankungen, HIV-Infektionen

14 Wen impfen? Aktuelle Empfehlungen der STIKO (Juli 2007): (3) Personen mit erhöhter Gefährdung, z.b. medizinisches Personal, oder Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Personenverkehr (4) Personen, die Risikopersonen anstecken können z.b. medizinisches Personal

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