Verkehrsentwicklungsplanung Hennigsdorf STRASSENHIERARCHIE

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1 Planungsbüro Richter-Richard Verkehrsentwicklungsplanung Hennigsdorf STRASSENHIERARCHIE Stand

2 1 1. STADTSTRUKTUR ALS GRUNDLAGE DER STRASSEN- HIERARCHIE Wegen der Bedeutung für das vorgeschlagene System der Straßenhierarchie sei hier noch einmal die bekannte Gliederung der Stadtstruktur wiederholt: Die Bandstadt-Struktur der Stadt Hennigsdorf mit dem Havelbereich, dem Industriegürtel, dem Zentrum im Bahnhofsumfeld, der Wohnbebauung und dem unmittelbar anschließenden Waldgürtel stellen die besondere Struktur der Stadt dar. Nahezu zwangsläufig muss die Straßenhierarchie dieser Stadtstruktur folgen, wenn sie den notwendigen Verkehrsbedürfnissen (insbesondere die Erschließung von Industrie und Stadtzentrum) und den städtebaulichen Anforderungen gerecht werden will (insbesondere Schutz der Wohn- und Erholungsflächen). Als Grundlage für die weitere Verkehrsplanung soll deshalb nachfolgend eine Straßenhierarchie definiert werden. Sie orientiert sich an den Straßenkategorien der EAE 85/ STRASSENHIERARCHIE ANGEBAUTE UND ANBAUFREIE HAUPTVERKEHRSSTRASSEN Diese Stadtstruktur hat zwangsläufig zur Folge, dass ein leistungsfähiges Netz von Hauptverkehrsstraßen im Umfeld von Innenstadt und Industrie zu suchen ist, und dass die Wohngebiete möglichst von Hauptverkehrsstraßen freigehalten werden sollen. Die Hauptverkehrsstraßen bilden in Hennigsdorf die Form eines "X", es sind gleichzeitig die einzigen klassifizierten Straßen (Landesstraßen) Hennigsdorfs: # Von Nordwesten nach Südosten bilden die Marwitzer Straße - Berliner Straße - Ruppiner Straße die eine Achse, # von Norden nach Süden bilden Veltener Straße - Berliner Straße - Hauptstraße - Neuendorfstraße - Spandauer Allee - Dorfstraße - Spandauer Landstraße die zweite Achse. Beide Verkehrsströme kreuzen sich im Straßenzug der Berliner Straße - es verwundert also nicht, dass hier die größten Verkehrsprobleme auftreten. Diese Straßen sollen auch zukünftig das Netz der Hauptverkehrsstraßen bilden. Da es durch die starke Bündelung der Verkehrsströme in Teilbereichen unverträglich hoch belastet ist, bedarf es der Entlastung durch zusätzliche Straßen. Dies ist # zum einen die Entlastungsstraße im Zuge der Schulstraße und Fabrikstraße mit einer auszubauenden Verlängerung in Richtung Veltener Straße, sie dient der Entlastung der Berliner Straße, # zum anderen die Ortsumgehung Niederneuendorf, die wegen der zu erwartenden Neuverkehre aus dem Stadtteil Niederneuendorf und der Öffnung der Straßenverbindung nach Berlin-Spandau zur Entlastung des alten Ortskerns erforderlich ist.

3 2 Nach Fertigstellung dieser beiden Straßen kann zumindest die heutige Ortsdurchfahrt Niederneuendorf als Sammelstraße zurückgestuft werden. Bei der Berliner Straße wird voraussichtlich die Funktion als Hauptverkehrsstraße erhalten bleiben - dies bedarf aber noch abschließender Untersuchungen. ANGEBAUTE HAUPTSAMMELSTRASSEN Auf den ersten Blick scheinen die Berliner Straße und die Fontanestraße eine sehr ähnliche Verkehrsfunktion zu haben, da sie das Zentrum im Westen und Osten erschließen. Die im Rahmen der Verkehrsentwicklungsplanung durchgeführte Kraftfahrerbefragung auf diesen Straßen hat jedoch ganz unterschiedliche Netzfunktionen beider Straßen offengelegt: # Die Berliner Straße dient in wesentlichen Teilen dem Durchgangsverkehr, was die Funktion als Hauptverkehrsstraße rechtfertigt, # während die Fontanestraße fast ausschließlich innerörtlichen Verkehren dient. Sie hat deshalb auf dem Abschnitt zwischen Parkstraße und Marwitzer Straße eindeutig die Funktion einer Hauptsammelstraße. Dies deckt sich auch mit der städtebaulichen Funktion der Straße: Sie erschließt zwar in Nord- Süd-Richtung das Zentrum, ist aber in West-Ost-Richtung gleichzeitig Bindeglied zwischen Zentrum und den westlich gelegenen Wohngebieten und ist zudem selbst ein Wohnstandort mit teilweise hoher Wohndichte. In der Lärmminderungsplanung hat sich deshalb auch die Fontanestraße als die Straße mit der höchsten Lärmbetroffenheit der Anwohner herausgestellt. Insofern rechtfertig sich die Ausweisung der Fontanestraße auf ihrem nördlichen Abschnitt als Hauptsammelstraße auch aus städtebaulichen und Umweltgründen. Als Netzschluß und zur Vervollständigung der Zentrumserschließung sind auch die Feldstraße zwischen Fontanestraße und Berliner Straße (später in Verlängerung bis zur Entlastungsstraße) und die Parkstraße zwischen Fontanestraße und Neuendorfstraße als Hauptsammelstraße ausgewiesen. Hauptverkehrsstraßen und Hauptsammelstraßen bilden das Erschließungsgerüst für die Stadt Hennigsdorf. Auf diesen Straßen hat der Kfz-Verkehr eine gewisse Dominanz, die allerdings zumindest auf den Hauptsammelstraßen und auf den Hauptverkehrsstraßen Berliner Straße und Hauptstraße soweit als möglich stadtverträglich zu gestalten ist. SAMMELSTRASSEN Entsprechend der oben dargestellten Bandstruktur der Stadt Hennigsdorf und zur Sicherung der Qualität dieser Struktur sollen die Wohngebiete von Durchgangsverkehren freigehalten werden. Die wohnbezogenen Verkehre sollen auf möglichst kurzem Weg an das übergeordnete Straßennetz (Hauptverkehrsstraßen und Hauptsammelstraßen) herangeführt werden. Als kurze Verbindungen zu diesen Straßen sollen deshalb folgende Straßen als Sammelstraße ausgewiesen werden: # Bahnhofstraße, zur Erschließung von Niederneuendorf, # Clara-Schabbel-Straße (Spandauer Allee - Tucholskystraße), zur Erschließung des Wohngebiets um den Sportplatz, # Edisonstraße - Fontanestraße (bis Parkstraße) mit Schönwalder Straße (Fontanestraße - Tucholskystraße) und Parkstraße (Fontanestraße - Tucholskystraße), zur Erschließung des Rathenau-Viertels und Paul-Schreier-Viertels,

4 3 # Feldstraße (Fontanestraße - Brandenburgische Straße) - Brandenburgische Straße (Feldstraße - Marwitzer Straße) zur Erschließung des "Brandenburgischen Viertels" in Richtung Fontanestraße und Marwitzer Straße, # Rathenaustraße (Parkstraße - Poststraße) - Poststraße (Rathenaustraße - Feldstraße) zur Erschließung des Zentrums. Diese Straßen stellen mit hoher Wahrscheinlichkeit innerhalb des dargestellten Erschließungssystems die Sammelstraßen, doch können sich aus der weiteren Bearbeitung der übrigen Fachkapitel im Rahmen der "gleitenden Verkehrsentwicklungsplanung" noch kleinere Veränderungen ergeben (z.b. durch das ÖPNV-Konzept, Fahrradnetz, Tempo 30-Zonen). Bei diesen Straßen steht die Wohnumfeldfunktion im Vordergrund, doch müssen Erschließungsnotwendigkeiten für Kfz in ausreichendem Maße beachtet werden (z.b. problemlose Pkw/Pkw- Begegnung). ANLIEGERSTRASSEN UND ANLIEGERWEGE Im übrigen Straßennetz steht die Wohnumfeldfunktion der Straßenräume bzw. ihre Erschließungsaufgabe für Fußgänger und Radfahrer (z.b. Schulwege!) im Vordergrund, der Kfz-Verkehr hat sich unterzuordnen. Sie fallen deshalb nach EAE 85/95 in die beiden Kategorien Anliegerstraße und Anliegerweg. Für die Abrechnung nach KAG erhielt dieser Straßentyp zusätzlich die Kategorie "Erschließungsstraße" für die Straßen innerhalb der Wohngebiete, die, auf die Straße bzw. das Quartier bezogen, überwiegend Nicht-Anliegerverkehre aufnehmen. Im Einzelfall ist zu prüfen, mit welchen Maßnahmen die Funktion als öffentlicher Straßenraum im Wohnumfeld am besten gesichert werden kann, z.b.: # Tempo 30-Straße/-Zone, # Wohnweg, verkehrsberuhigter Bereich, # Fußweg/Fußgängerzone. 3. ABSTIMMUNG STRASSENHIERARCHIE / KAG-SATZUNG Leider verwenden die Empfehlungen für die Anlage von Erschließungsstraßen (EAE 85/95) und die Mustersatzung für Erhebung von Beiträgen nach 8 KAG unterschiedliche Begriffe für gleiche bzw. verwandte Straßenkategorien. Um hier eine Harmonisierung und damit eine Nachvollziehbarkeit zwischen der Straßenhierchie der Verkehrsentwicklungsplanung und der Beitragssatzung nach 8 KAG herbeizuführen, werden in der nachfolgenden Tabelle die einzelnen Straßenkategorien, soweit sie in Hennigsdorf vorkommen, einander zugeordnet:

5 4 EAE 85/95 KAG angebaute HauptverkehrsstraßeHauptverkehrsstraße angebaute Hauptsammelstraße Hauptgeschäftsstraße Sammelstraße (Wohnen) Haupterschließungsstraße Sammelstraße (Gewerbe) Anliegerstraße Erschließungsstraße Anliegerstraße verkehrsberuhigter Bereich Anliegerwege Fußgängergeschäftsstraße sonstige Fußgängersstraße

6 VERKEHRSENTWICKLUNGSPLANUNG STADT HENNIGSDORF LÄRMMINDERUNGSPLANUNG STADT HENNIGSDORF N STRASSENHIERARCHIE Hauptverkehrsstraße Hauptsammelstraße Sammelstraße Erschließungsstraße 0m Plan Nr m 1000m Maßstab 1 : Lmptest.cdr (Seite 9) N 1500m PLANUNGSBÜRO RICHTER-RICHARD Südstraße Aachen Im Technologiepark Frankfurt (O)

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