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1 Microsoft BI die konsequente Weiterentwicklung Darstellung der Technologie von Microsoft als umfassende und zukunftsweisende Lösung für Business-Intelligence-Projekte Datum: Version: Version 1.1 Autor: Michael Hartung Telefon: +49 (0)

2 Inhalt 1 Die Fakten Historie wie Microsoft BI entstand Die Rollen in einem typischen BI-Projekt Business Intelligence Die Architektur In-Memory-Technologie Microsoft Excel als BI-Frontend der Wahl PowerPivot Was ist möglich? Die Bedeutung von Microsoft SharePoint im BI-System Power View Die Maschine SQL Server Business Intelligence im SQL Server Hochverfügbarkeit Skalierbarkeit und Performance Sicherheit und Administration Die relationale Welt Web und mehr Enterprise Information Management Und wo geht die Reise hin? Fast Track Parallel Data Warehouse Hadoop Microsoft Cloud Microsoft Office Der richtige Partner Business Intelligence bei pmone Seite 2 von 28

3 1 Die Fakten Der offizielle Produkt-Launch des neuen Microsoft SQL Server 2012 lag im März Microsoft Office liegt in der Version 2010 vor, und vor allem das darin enthaltene Microsoft Excel hat sich, von vielen unbemerkt, zu einem der leistungsstärksten Frontends für Business Intelligence überhaupt entwickelt. Microsoft SharePoint, ebenfalls in der Version 2010, bietet als führende Plattform zur effizienten und effektiven Zusammenarbeit alles, was zur Steigerung der Produktivität in diesem Bereich benötigt wird. Ein guter Grund, um sich einmal näher damit zu befassen, was sich verändert hat. Der Titel Die konsequente Weiterentwicklung wurde mit Bedacht gewählt, denn genau die stand ganz offensichtlich im Zentrum der Strategie von Microsoft. Alle Komponenten arbeiten inzwischen so reibungslos zusammen, dass der Anwender sich wie in einer integrierten Produktsuite bewegen kann. Die Softwareprodukte von Microsoft im Überblick Business Intelligence mit Microsoft, das sind drei Produkte, in denen die gesamte Funktionalität enthalten ist. 1. Microsoft SQL Server: Der Kern der BI-Lösung von Microsoft und die Datenbank, die mit OLAP und In- Memory bereits die technischen Konzepte mitbringt, um als Server alle Business-Intelligence-Anforderungen im Unternehmen zu erfüllen. Zu den Schlüsselkomponenten, die mit dem SQL Server mitgeliefert werden, gehören: Integration Services bzw. SQL Server Integration Services (kurz: SSIS), die Komponente für die Extraktion, die Transformation und zum Laden (ETL) von Daten bzw. zum Anbinden des SQL Server an verschiedenste Datenquellen. Analysis Services bzw. SQL Server Analysis Services (kurz: SSAS), durch die multidimensionale Datenbanken oft auch als OLAP-Würfel bezeichnet, bzw. nun auch hochperformante In-Memory Datenmodelle - aufgebaut werden. Reporting Services bzw. SQL Server Reporting Services (kurz: SSRS), mit denen Standardberichte erzeugt und einem breiten Anwenderkreis bereitgestellt werden können. 2. Microsoft Excel: Als populärstes Werkzeug von Controllern und Analytikern Dreh- und Angelpunkt der Frontend-Strategie von Microsoft BI und ein umfassendes analytisches Werkzeug, mit dem auch in Web- Umgebungen Berichte publiziert werden können. Als kostenloses Add-in erweitert PowerPivot Excel um die In- Memory-Funktionalität (siehe Abschnitt PowerPivot auf Seite 8). 3. Microsoft SharePoint: Die Plattform von Microsoft für effektive und effiziente Zusammenarbeit (Collaboration) und als solche auch mit umfassenden Funktionalitäten für das Publizieren, Kommentieren und Weiterverarbeiten von Berichten ausgerüstet. Zu SharePoint gehören: Excel Services, mit denen Excel Reports und -Grafiken ins Web gebracht werden können Power View zur Erstellung interaktiver Dashboards (siehe Abschnitt Power View auf Seite 112) Seite 3 von 28

4 2 Historie wie Microsoft BI entstand Gehen wir weit zurück in der Entwicklungshistorie dieses Produktes, so steht da am Anfang die Zusammenarbeit der Firmen Microsoft und Sybase im Jahr Bis 1993 wurde noch für das Betriebssystem OS2 entwickelt. Diese Arbeit war von wenig Erfolg gekrönt. Nach 1993 verlegte man sich dann als Plattform auf Microsoft Windows, zuerst auf Windows NT. Hier konnte Microsoft nun alles aus einer Hand liefern und der SQL Server wurde salonfähig. Ende der 90er Jahre verabschiedete Microsoft sich endgültig von der Sybase- Codebasis und brachte mit der Version 7 das vollständige Eigenprodukt auf den Markt. Dieses enthielt auch erstmals die Komponente Analysis Services, mit der mehrdimensionale Datenbanken abgebildet werden konnten. Dieser Entwicklung war vorausgegangen, dass Microsoft von einem israelischen Unternehmen die dazu nötige Technologie erworben hatte. Ein kleines, zehnköpfiges Team der ersten Stunde, das damals von den gestandenen SQL-Server-Leuten spöttisch und liebevoll die BI-Cowboys genannt wurde, bekam ein Jahr Zeit, um aus dem erworbenen Programmcode nun Microsoft-Code zu machen und das Produkt so zu entwickeln, dass es sich in den SQL Server einfügte. Nach den Erzählungen arbeitete das Team viele Nächte hindurch und die Wochenenden, an denen die Entwickler einmal nicht im Büro waren, ließen sich an einer Hand abzählen. Am Whiteboard im Entwicklungszentrum hing groß der Leitspruch: BI for the Masses!. Die breite Masse der Fachanwender stand im Mittelpunkt der Entwicklung. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Das Team hatte bewiesen, dass die entstandene Technologie geeignet war, um in der Liga der etablierten Anbieter von OLAP-Lösungen mitzuspielen. Es wurde mit einem Budget ausgestattet, aus dem heraus es wachsen und neue Herausforderungen schultern konnte. Der Rest der Geschichte ist bekannt. Das Konzept der vollständigen Integration ging auf. Während andere Unternehmen damit kämpften, unterschiedliche oder hinzugekaufte Komponenten miteinander reden zu lassen, konnte Microsoft sich auf die konsequente Weiterentwicklung einer stabilen Codebasis konzentrieren. Die heute verfügbare Version 2012 des SQL Server zeigt das in beeindruckender Weise. So ist die In-Memory- Komponente vollständig mit dem SQL Server verschmolzen. Zentrale Steuerungskomponente ist die sogenannte xvelocity-engine. Sie versteht und interpretiert alle Abfragesprachen, wie SQL für relationale Datenbanken, Multidimensional Expression (MDX) für mehrdimensionale Datenbanken und natürlich auch die neue Abfragesprache Data Analysis Expressions (DAX) für die In-Memory-Technologie. Jede der Abfragesprachen hat weiter ihre Berechtigung und ihre besonderen Stärken. Bei MDX beispielsweise liegt diese in der Mächtigkeit des Befehlssatzes, der in komplexen Business-Intelligence-Projekten notwendig ist. Die Stärke von DAX liegt in der einfachen Formelsprache, die sich an der Syntax und der Bedienung von Microsoft Excel orientiert. Kein Wunder, denn der Leitspruch der Entwickler hatte sich gewandelt. Statt nur BI for the masses hieß er nun BI for the masses by the masses!. Jeder Anwender sollte in die Lage versetzt werden, mit seinem Sachverstand die passenden Systeme aufzubauen. Die technischen Arbeiten erledigt der SQL Server, weitestgehend unbemerkt, im Hintergrund. Worauf hat Microsoft sich bei der Weiterentwicklung im Bereich Business Intelligence fokussiert? Dazu sollten vorab kurz die Protagonisten vorgestellt werden, denen man in einem typischen BI-Projekt begegnet. Seite 4 von 28

5 2.1 Die Rollen in einem typischen BI-Projekt DIE ROLLEN IN EINEM TYPISCHEN BI-PROJEKT ICH SCHAFFE DURCH CONTENT MANAGEMENT DIE BASIS FÜR TEAMARBEIT. ICH STEHE FÜR DIE VERFÜGBARKEIT DER SYSTEME UND EINE VERLÄSSLICHE DATENBASIS ICH BEREITE ENTSCHEIDUNGEN VOR, ERMITTLE AUFFÄLLIGKEITEN UND BERICHTE. ICH GESTALTE BERICHTE NACH DEN GRUNDSÄTZEN DES INFORMATION DESIGN UND PUBLIZIERE SIE. SYSTEMARCHITEKT ADMINISTRATOR REDAKTEUR ANALYST ENTSCHEIDER TEAM-KOORDINATOR REPORT DESIGNER PUBLISHER Abbildung 1: Die Rollen in einem BI-Projekt Beginnen wir mit dem Redakteur und Analysten. Dieser Personenkreis bereitet in der Regel Entscheidungen vor. Wir nutzen hier bewusst die Bezeichnung Redakteur, da diese unserer Auffassung nach am besten zu seiner Aufgabe passt. Es geht darum, die für Entscheidungen wichtigen und interessanten Informationen derart aufzubereiten, dass die Leser die Zeitung nicht gelangweilt aus der Hand legen, sondern gut recherchierte Artikel und Analysen vorfinden. Nach dieser analytischen Arbeit kommt die Gruppe der Report Designer und Publisher ins Spiel. In der Praxis übrigens häufig in Personalunion mit dem Redakteur und Analysten, denn auch wenn eine Information noch so gut recherchiert ist, so verfehlt sie ihr Ziel, wenn sie nicht im richtigen Zusammenhang und vor allem gut verständlich dargestellt wird. Ist das richtige Layout dann gefunden und mit aussagekräftigen Geschäftsgrafiken untermauert, muss es auf effiziente Weise zum Leser gelangen. Dieser nutzt heute neben den in Meetings häufig als Handout ausgedruckten Dokumenten auch alle aktuellen Medien wie , PDF, Intra- und Internet. Gelesen wird auf Desktops, Laptops, Tablet-PCs und Smartphones. Der Publisher muss also entweder selber sehr flexibel sein oder über ein flexibles Handwerkszeug verfügen. Seine Arbeit geht oft Hand in Hand mit der des Team-Koordinators. Dessen Aufgabe besteht darin, Informationen team- und themenorientiert zusammenzustellen. Seine Plattform sind sogenannte Content- Management-Systeme wie Microsoft SharePoint, in denen Dokumente aller Art übersichtlich zur Verfügung gestellt werden. SharePoint geht noch weit darüber hinaus und unterstützt sämtliche Funktionen, welche ein effizientes und effektives Zusammenarbeiten über das Web ermöglichen. Dazu zählen virtuelle Besprechungs- Seite 5 von 28

6 räume genauso, wie gemeinsam verwaltete Kalender und die Möglichkeit, beliebigen Inhalt per Suchbegriff oder Kategorie aufzustöbern. Damit all das einwandfrei funktioniert und auch wirklich alle Informationen zur Verfügung stehen, die benötigt werden, bedarf es einer umsichtigen Planung und Verwaltung. Das ist die Domäne der Systemarchitekten und Administratoren, die in der Regel in der IT zu finden sind. Da geht es schon einmal kräftig unter die Motorhaube, um den Anforderungen an Sicherheit und Performance auch bei größten Systemen gerecht zu werden. Nicht extra aufgeführt, weil jede der genannten Personengruppen üblicherweise dazu zählt, sind die Empfänger der Information, die am Ende aus einem BI-System herauskommen. 3 Business Intelligence Im Mittelpunkt der Weiterentwicklungen steht eindeutig der Fachanwender in seiner Redakteursrolle. Er kann sich heute modernster Datenbanktechnologien bedienen. 3.1 Die Architektur Abbildung 2: Die Microsoft Systemarchitektur Die Zeichnung verdeutlicht den typischen Aufbau einer Microsoft BI-Architektur. Aus den Vorsystemen, hier als kleine Tonnen links unten gezeigt, werden durch einen ETL-Prozess die relevanten Daten abgezogen. Dafür steht das E von ETL, die Extraktion. Das T steht für Transformation. In diesem Schritt werden die Daten aus den unterschiedlichsten Vorsystemen in eine vergleichbare Form gebracht. Ein zwingender und im BI-Projekt sehr wichtiger Schritt, denn nur so ist der spätere Single Point of Truth zu realisieren. Das L in ETL steht dann für den Ladeprozess in ein sogenanntes Data Warehouse, welches im Bild als große Tonne dargestellt ist. Seite 6 von 28

7 Ein Data Warehouse basiert, wie in der Regel auch die Vorsysteme, auf der relationalen Datenbank- Architektur, die seinerzeit vom britischen Mathematiker und Datenbank-Theoretiker Edgar F. Codd entwickelt wurde. Diese Architektur ist ausgezeichnet geeignet, um Massen an Daten zu speichern. Vergleichbar mit einem Buchhaltungssystem, in dem jeder Buchungssatz unter den anderen geschrieben wird, speichern diese relationalen Datenbanken die Daten in Zeilen und Spalten. Der Aufbau der Datenbankstrukturen folgt den Methoden von Ralph Kimball, der als einer der bekanntesten Data Warehouse Architekten weltweit gilt. Seine Methodik, auch bekannt als Dimensional Modeling, hat sich zum de-facto Standard in der Modellierung entwickelt. Die multidimensionalen Datenbanken, hier als Würfel dargestellt, wurden ebenfalls vom Mathematiker Codd entwickelt. Ein häufig verwendeter synonymer Begriff ist OLAP-Datenbank, wobei OLAP die Abkürzung für Online Analytical Processing ist. Dieser Name weist schon darauf hin, dass eine mehrdimensionale Datenbank sich gut für die Datenanalyse eignet. Im Gegensatz zu der zuvor erwähnten relationalen Datenbank mit Zeilen und Spalten, die man durchaus mit einer normalen Excel-Tabelle vergleichen kann, spannt sich die OLAP- Datenbank über weitere Dimensionen auf. Daher ist ein beliebtes Mittel, um auf diese Datenbanken zuzugreifen, auch die Excel-Pivot-Tabelle. Multidimensionale Datenbanken wurden mit der Idee entwickelt, die Abfragegeschwindigkeit in der Analyse zu erhöhen und zugleich die Komplexität relationaler Datenbankabfragen (RDBMS = Relational Database Management System) vor dem Endanwender zu verstecken. 3.2 In-Memory-Technologie Die Speicherbausteine in der Grafik repräsentieren die inzwischen etablierte In-Memory-Technologie. Deren zwei hervorragendsten Merkmale sind: Die enorme Geschwindigkeit, mit der Daten nicht nur gelesen, sondern auch berechnet, analysiert und geschrieben werden können. Die extrem hohe Kompression der Daten im Speicher. Der Kompressionsfaktor zwischen den relationalen Basisdaten und den In-Memory -Daten liegt im Durchschnitt bei 1:10. Das heißt 10 Terabyte an relationalen Daten verbrauchen in der In-Memory Datenbank nur 1 Terabyte. Möglich wird das durch die gesunkenen Preise von Speicherbausteinen und die Fähigkeit moderner Betriebssysteme, große Datenmengen im Hauptspeicher des Rechners zu verwalten. Hier muss also kein mechanisches Teil, wie eine Festplatte, mehr bemüht werden. Heute ist die In-Memory-Technologie ein fester Bestandteil des Microsoft SQL Server, und der Systemarchitekt kann jeweils die beste Technologie für das geplante System wählen. Das war nun ein Blick unter die Motorhaube. Stehen die Daten so in der passenden Technologie zur Verfügung, kommen die Werkzeuge für den Endanwender und damit Microsoft Office ins Spiel. Hier möchten wir eine Lanze brechen für Microsoft Excel als BI-Frontend. 4 Microsoft Excel als BI-Frontend der Wahl Von manchem gar nicht bemerkt, hat sich Microsoft Excel von der Guerilla-Lösung für die Fachabteilung zu einem der leistungsstärksten Frontends im BI-Umfeld überhaupt entwickelt. Die IT, die Insellösungen so sehr scheut wie der Teufel das Weihwasser, konnte bereits mit der Version 2007 und ihren gut funktionierenden Schnittstellen zu Datenbanken besänftigt werden. Doch die Version 2010 in Kombination mit dem Microsoft SQL Server hat endgültig den Durchbruch gebracht. Heute ist 2010 nicht nur in der Lage, auf relationale und multidimensionale Datenbanken zuzugreifen, sondern auch die In-Memory-Technologie zu adressieren. In Seite 7 von 28

8 Summe also der perfekte Selbstbedienungsladen für die Fachabteilung, was sich auch in dem neuen Schlagwort Self-Service-BI ausdrückt. Der Begriff Self-Service-BI fasst auf sehr plastische Weise zusammen, worauf es ankommt: Kurze Wege zu allen benötigten Informationen mit SQL Server 2012 und In-Memory-Technologie. Bedienbare Werkzeuge zur schnellen Zusammenstellung der Daten mit Microsoft Excel und PowerPivot, sowie für die Erstellung von Dashboards im Web das neue Microsoft Power View. Schnelle Publikation und Verteilung mit erweiterter Excel-Funktionalität und Microsoft SharePoint. Microsoft PowerPivot betritt die Bühne. 4.1 PowerPivot Abbildung 3: Microsoft PowerPivot In der Grafik als sogenanntes Excel Add-in zu sehen. Ein Excel Add-in integriert sich nach der Installation vollständig in Microsoft Excel. Es hat in der Menüleiste einen eigenen Reiter, in dem nun alle zusätzlichen Funktionen zur Verfügung stehen. Wie arbeitet PowerPivot? Bisher bestand das Problem, wenn es um die Analyse von Massendaten ging, für Microsoft Excel in der Beschränkung auf eine Millionen Zeilen und Spalten. In punkto Massendaten ist das nämlich beileibe nicht ausreichend. Hier sprechen wir heutzutage über Terabyte an Daten, die erst mit der neuen In-Memory-Technologie in ausreichender Geschwindigkeit auswertbar sind. Lassen Sie es mich ganz simpel erklären. Microsoft hat Excel aufgebohrt. PowerPivot, das kostenlos über das Web herunterladbare Excel-Add-in, öffnet vereinfacht gesagt, einen leeren Datencontainer, in dem der Anwender aus nahezu beliebigen Datenquellen seine Datenbasis zusammenstellt, um diese dann mit Excel-Bordmitteln zu analysieren, ansprechende Berichte daraus aufzubauen und sie sogar in Microsoft SharePoint zu veröffentlichen. In der Entwicklung fokussierte Microsoft sich auf den Ansatz des Self-Service-BI. Dabei wird der Anwender in die Lage versetzt, alle notwendigen Schritte selbst durchzuführen auf dem Verständnislevel, welches er für Microsoft Excel bereits entwickelt hat. Gerne wird dafür heute auch der Begriff Data Mashup verwendet. Als Mashup bezeichnet man komplexe, lebende Anwendungen, die einzelne Informationen von verschiedensten Quellen beziehen, um daraus ein ganz neues Produkt zu formen. Daran orientiert sich die gesamte Bedienung, was ein Blick in die Benutzeroberfläche von Microsoft PowerPivot deutlich macht. Seite 8 von 28

9 Abbildung 4: Die Menüs in PowerPivot Abbildung 5: Das Menü zum Tabellenimport in PowerPivot Das Menü für die Verbindungen zu den Datenquellen liest sich wie ein Who is Who der Datenbankanbieter. Neben Microsoft-Technologie können hier beispielsweise Verbindungen zu Oracle, Teradata, Sybase und IBM DB2 aufgebaut werden. Daten aus dem Internet über sogenannte Feeds sind genauso möglich wie die Anbindung von Textfiles und Excel-Sheets. In kürzester Zeit gelingt der Aufbau von den Datenquellen bis zum fertigen Report in einer Pivot-Tabelle. Die Slicer (Datenschnitte) wurden zu Auswahlmenüs, in denen der Benutzer durch seine Daten navigiert. Der Report-Designer muss sich keine Gedanken mehr über deren Positionierung auf seinem Report machen, denn bei Bedarf steuert PowerPivot diese dynamisch. Seite 9 von 28

10 4.2 Was ist möglich? Die dynamische Anbindung nahezu jeder Datenquelle. Erweiterte Datenbankabfragen mittels SQL-Queries oder MDX. Dynamische Anbindungen an Excel-Sheets. Das Einfügen von Daten über die Zwischenablage via Copy & Paste. Die assistentengesteuerte Zuordnung aller Daten über Schlüsselfelder. Berechnungen mit der Abfragesprache DAX, die sich an der Excel Formelsyntax orientiert. Der Aufbau ansprechender Excel-Standardreports. Die Nutzung der aus Excel vertrauten Standard-Funktionen. Der Aufbau dynamischer Auswahlmenüs, an deren Färbung sich sogar erkennen lässt, ob hinter einer Abfrage auch Bewegungsdaten liegen. und vieles mehr Der Anwender befindet sich mit PowerPivot natürlich noch immer im Excel-Umfeld, welches für seinen persönlichen Gebrauch ausgelegt ist. Sind damit die Grenzen des Self-Service-BI Systems erreicht? Wie kann der Redakteur die Ergebnisse seiner Arbeit mit anderen teilen oder gar mit ihnen zusammenarbeiten? Die Schnittstelle vom Self-Service BI zum Team-BI ist ebenfalls bereits in Excel 2010 verankert. Wird der erstellte Report nicht lokal gespeichert, sondern über den entsprechenden Menüpunkt an Microsoft SharePoint gesendet, so ist er mit wenigen Mausklicks publiziert und steht jedem Anwender, der die notwendigen Zugriffsrechte hat, zur Verfügung unabhängig davon, ob er eine passende Excel-Version auf seinem Rechner hat oder nicht, denn SharePoint bietet einen eigenen Excel-Service, über den der Bericht im Webbrowser geladen und bedient werden kann. Ein entscheidender Vorteil, muss sich doch der IT- Verantwortliche damit keine Gedanken mehr machen um die lokale Infrastruktur und den Release-Stand von Microsoft Office bei seinen Anwendern. Seite 10 von 28

11 Abbildung 6: Ein dynamischer PowerPivot Bericht in den SharePoint Excel Services Durch das Veröffentlichen in SharePoint sind auch die Datenquellen und deren Verbindungen aus der lokalen Anwenderwelt automatisch in den Teambereich von SharePoint umgezogen. Bei Bedarf lassen sich die Reports aus dem Web natürlich auch wieder im lokalen Excel öffnen. Die Datenquelle ist weiterhin SharePoint mit dem SQL Server. 5 Die Bedeutung von Microsoft SharePoint im BI-System Eine andere Möglichkeit, den Begriff Business Intelligence zu beschreiben, ist: Die richtigen Informationen zur richtigen Zeit im richtigen Format an den richtigen Empfänger zu liefern, damit der am Ende (hoffentlich) die richtigen Entscheidungen trifft." Bei der Verwirklichung dieses Anspruchs ist SharePoint ein wichtiger Baustein. Diese Microsoft-Plattform ist auf den sogenannten Wissensarbeiter ausgerichtet und damit auf jeden, der in einem Unternehmen Informationen verarbeitet. Wissensarbeiter stellen mit über 40 Prozent die größte Beschäftigtengruppe in Deutschland dar. Ihr Anteil steigt. Führen wir uns vor Augen, dass Wissen die Kombination aus Information und Erfahrung ist, dann wird schnell klar, dass eine Arbeitsplattform für Wissensarbeiter nicht nur pure Informationen verteilen darf, sondern dass sie darüber hinaus auch den Erfahrungsaustauch, also die Teamarbeit fördern und unterstützen muss. Dieser Aufgabe hat sich Microsoft gestellt und mit Hochdruck die Integration aller dazu notwendigen Komponenten betrieben. Entstanden ist mit SharePoint 2010 eine offene Plattform zur Anbindung unterschiedlichster Informationen mit virtuellen Besprechungsräumen, Teamkalendern, Blogs und Wissensdatenbanken (Wikis). Neben den Unternehmensseiten lassen sich individuelle Teamseiten einrichten, die ein Zusammenarbeiten nach bewährten Methoden zulassen. Seite 11 von 28

12 Damit lässt sich der neue SharePoint Server als strategische Plattform für die Zusammenarbeit einsetzen. Im Buch SharePoint 2010 für Anwender fasst der Autor das sehr schön zusammen: Sites Informationen sicher mit Mitarbeitern, Partnern und Kunden teilen. Communities Moderne Formen der Zusammenarbeit ermöglichen. Content Inhalte über ihren gesamten Lebenszyklus verwalten. Search Einfaches Suchen und Finden von Informationen und Personen. Insights Entscheidungen auf Basis relevanter Informationen treffen. Der Bereich Insights umfasst das gesamte Thema Business Intelligence, das in SharePoint 2010 eine sehr wichtige Rolle spielt. Alle Funktionen, die zuvor in PerformancePoint Server zur Verfügung gestellt wurden, sind jetzt in SharePoint integriert. Ebenso die bereits aus SharePoint 2007 bekannten Excel- Services, die neue Möglichkeiten bieten, Business Intelligence zu jedem Mitarbeiter zu bringen. SharePoint 2010 ermöglicht es, dass Anwender mit Daten aus strukturierten und unstrukturierten Datenquellen arbeiten. Composites Dynamische Geschäftsanwendungen einfach bereitstellen. In Verbindung mit den erweiterten BI-Möglichkeiten des neuen SQL Server 2010 wurde von Microsoft aber auch ein neues Werkzeug entwickelt, welches dem Anwender nun in SharePoint zur Verfügung steht. 5.1 Power View Microsoft hat bei der Weiterentwicklung seines BI-Portfolios hier Neuland beschritten und einen Teil bewusst ins Web verlagert : Das anwendertaugliche Erstellen von ansprechenden Dashboards im Browser. Das Ziel des ersten Wurfs bestand darin, dem Anwender eine Benutzeroberfläche zu geben, die sich vollständig auf dieses Ziel fokussiert. Klare Strukturen. Intuitive Bedienung. Look & Feel analog zur Zusammenstellung der Daten in der Excel-Pivot-Tabelle, aber mit frei platzierbaren Objekten für Tabellen, Grafiken und Navigation. Nahtlose Verschmelzung von Analyse und Präsentation. Volle Webfähigkeit. Dieses webbasierte Reporting- und Analyse-Tool ist eine umfassende Neuerung im SQL Server Power View unterstützt eine hybride Arbeitsweise und verbindet Cloud-basiertes Arbeiten mit Lösungen, die in der eigenen Infrastruktur laufen. Durch eine automatische Verknüpfung der Informationen aus den verschiedensten Datenquellen können die Mitarbeiter neue Perspektiven und Korrelationen per Mausklick im Web darstellen, ohne dabei vorher Daten und Tabellen manuell verbinden zu müssen. In Power View ist es ein Leichtes, ein interaktives Dashboard mit wenigen Mausklicks zu erzeugen. Per Drag & Drop werden aus einer Menüleiste (ähnlich der in Office 2010) im Web sogenannten Objekte auf eine freie Arbeitsfläche gezogen. In einer Auswahlleiste auf der rechten Bildschirmseite werden die Metadaten ausgewählt, worauf die Bildschirmobjekte sofort reagieren. Die Darstellungsmöglichkeiten sind Seite 12 von 28

13 vielfältig und erstrecken sich über die Anzeige in einer Tabelle oder in einer Matrix über das Format einer Karte bis hin zur Auswahl von Objekten über Grafiken und Fotos. Die Umwandlung von Tabellendaten in eine Grafik geschieht mit einem einzelnen Mausklick. Das Besondere an den Dashboard-Objekten ist, dass sie ohne weiteres Zutun des Nutzers miteinander korrespondieren. Ein Klick auf einen der Balken einer Businessgrafik zeigt beispielsweise in den anderen Objekten sofort die zugehörigen Daten an. Auch die Einbindung externer Daten aus der Cloud ist dank der darunter liegenden Technologie kein Problem. Sichtbar werden auch Entwicklungen, wenn diese in einer Portfoliodarstellung visuell dargestellt und innerhalb der Grafik über die Zeit abgespielt werden. Animiert bewegen sich so beispielsweise die als grafische Kreisfläche dargestellten Verkaufszahlen einzelner Produkt über den Bildschirm. Dashboards können dynamisch im Vollbildmodus präsentiert werden. Parameter und Filter lassen sich während der Präsentation setzen. Durch den Export nach Microsoft PowerPoint lassen sich mit Power View erzeugte Dashboards und Reports vollständig in andere Präsentationen integrieren. Per Mausklick werden die Inhalte dynamisch und erlauben wie im Power View-Vollbildmodus, in den Daten zu navigieren. Das ist eine völlig neue Qualität in der Präsentation. Abbildung 7: Microsoft PowerView Dashboard Doch vorerst noch einmal zurück zur Ausgangslage hinsichtlich des Team-BI-Systems: Seite 13 von 28

14 Was geschieht mit unserem in SharePoint veröffentlichten Power-Pivot-Bericht, wenn die Zahl der Anwender steigt, die Menge der Daten richtig groß wird oder es sich um sensible Daten handelt, die eingeschränkter Zugriffsrechte bedürfen? Normalerweise ist das der Zeitpunkt, an dem ein großes BI-Projekt aufgesetzt wird. IT und Fachanwender in den Ring steigen und versuchen, sich gegenseitig die Anforderungen an das spätere BI-System - und damit die Welt, in der sie leben zu erklären. Es gab also eine Lücke im System, die gefüllt werden musste. Wie wird aus Team-BI eine Corporate-BI-Lösung? Diese Herausforderung hat Microsoft auf besondere Weise gelöst. Nicht ohne Absicht wurden dem Fachanwender die Werkzeuge an die Hand gegeben, um seine Welt aufzubauen, die letztendlich das semantische, also inhaltliche Datenmodell enthält. Was lag also näher, als dieses Modell, das ja bereit im Kleinen erprobt wurde, nun einfach an die IT weiterzugeben. Der Schlüssel dazu liegt heute im Visual Studio, wo das In-Memory Datenmodell geladen und mit einem einzigen Mausklick in die IT-Hoheit übernommen werden kann. Dort liegen alle Werkzeuge für die Weiterbearbeitung bereit. Aus Team-BI wird Corporate-BI, ohne dass die IT sich noch um die semantische Schicht, also die Inhalte und Berechnungen kümmern muss. Abbildung 8: Microsoft Visual Studio Seite 14 von 28

15 Ein wahrer Geniestreich, der hier gelungen ist, denn nun wird das Bild erst rund. Es gibt einen nicht unterbrochenen oder besser gesagt ununterbrochenen Produktionsprozess von der Idee bis zur Unternehmenslösung. Es gibt noch eine große Menge an weiteren Themen, die für stabile Unternehmenslösungen wichtig sind. Auch die wurden in der Microsoft-Entwicklung mit Nachdruck vorangetrieben und werden im folgenden Kapitel zusammengefasst. 6 Die Maschine SQL Server 2012 Wir haben uns in den letzten Abschnitten viel mit dem beschäftigt, was oberhalb der Motorhaube eines BI- Systems liegt. Dennoch sei noch einmal mit Nachdruck darauf verwiesen, dass immer erst die Basis gelegt werden muss, damit am Ende (in der Auswertung und Analyse) alles stimmt. Deshalb geht es nun doch noch einmal tief unter die Motorhaube - in die Domäne der IT. Damit ich an dieser Stelle den Fachanwender nicht verliere, werde ich versuchen, mit einfachen Worten auch jeweils den Sinn der einzelnen Funktionalitäten für die praktische Anwendung zu beschreiben. Die Neuerungen im SQL Server 2012 lassen sich in folgende Bereiche aufteilen: Business Intelligence Hochverfügbarkeit Skalierbarkeit und Performance Sicherheit und Administration Die relationale Welt Web und mehr Enterprise Information Management Gehen wir am Anfang noch einmal kurz in den Bereich Business Intelligence, um auch hier das Bild abzurunden. 6.1 Business Intelligence im SQL Server 2012 Business Intelligence ist ein zentrales Thema in der Weiterentwicklung des Microsoft Produktportfolios. Power View, das Web-Frontend für Reporting und Dashboards, wurde bereits weiter oben beschrieben. Business Intelligence Semantic Model Ein semantisches Modell ist keine technische Dokumentation. Vielmehr kennen und verstehen fachlich orientierte Projektmitarbeiter (nach kurzer Einweisung in die Methodik) alles, was darin dargestellt und beschrieben ist. Business Intelligence Semantic Models (BISM) können entweder als traditionelle, multidimensionale Modelle oder als Tabular In-Memory Modelle aufgesetzt werden. Diese lassen sich dann von allen Anwenderwerkzeugen im Microsoft BI-Umfeld nutzen, unter anderem auch von Power View. Seite 15 von 28

16 Möglichkeiten zur Publikation von Informationen in Microsoft SharePoint wurden bereits in Verbindung mit PowerPivot, dem Excel Add-in und mit Power View für Dashboards im Web erwähnt. Die Bedeutung von SharePoint im BI-System ist allerdings noch erheblich größer. Nun wird es also technisch. Da gibt es einmal das Thema der Hochverfügbarkeit. Wie kann gewährleistet werden, dass Unternehmen soweit wie möglich unabhängig von den gefürchteten Datenverlusten durch ausgefallene Hardware oder Infrastrukturen werden? 6.2 Hochverfügbarkeit Der SQL Server 2012 unterstützt jetzt noch stärker unternehmenskritische Applikationen und erhält mit AlwaysOn eine deutlich erweiterte Hochverfügbarkeitslösung für optimale Ausfallsicherheit. Die bisher unterschiedlichen Optionen der Hochverfügbarkeit wurden zu einer einheitlichen Lösung zusammengefasst, so dass Kunden sich nicht mehr entscheiden müssen, wann welche Lösung zu wählen ist. Always on Availability Groups sind ein neues Feature, welches die Möglichkeiten zur Datenbank-Spiegelung erheblich erweitert und dabei hilft, die Verfügbarkeit von Applikations-Datenbanken zu erhöhen. Abbildung 9: SQL Server Failover Cluster Availability Groups bieten beispielsweise ein Set an vordefinierten, manuellen oder automatischen Failover-Prozessen für Datenbanken oder Datenbankgruppen. Bis zu vier gespiegelte Datenbanken werden unterstützt, die bei Ausfall der primären Datenbank nach einem vorgegebenen Plan auch deren Aufgabe übernehmen. SQL Server AlwaysOn Failover Cluster Instanzen erweitern das SQL Server Failover Clustering. Unter anderem lassen sich nun Cluster über mehrere Subnetze verteilen. Durch dieses sogenannte Multi-Site-Clustering lassen sich die Cluster auch auf mehrere Rechenzentren verteilen, was wiederum die Verfügbarkeit bei Ausfällen sicherstellt. SQL Server AlwaysOn Active Secondaries erlauben das Betreiben von Parallel-Datenbanken im reinen Lesezugriff, die automatisch mit der primären Datenbank synchronisiert werden. Das ermöglicht beispielweise parallele Datenbankabfragen und Backup- Seite 16 von 28

17 Prozesse, ohne die primäre Datenbank zu belasten. Der Fachanwender merkt das an einer erheblich verbesserten Abfragegeschwindigkeit. Damit kann dieser Punkt auch gleichzeitig zum Thema Skalierbarkeit & Performance genannt werden. Windows Server Core Support Wer kennt nicht die Situation, in der sein Windows-Betriebssystem ihn darauf aufmerksam macht, dass ein oder mehrere Updates vorliegen. Startet man deren Installation, so muss die Arbeit am Rechner erst einmal ruhen und dieser muss gegebenenfalls anschließend neu gestartet werden. Ein unangenehmer Moment für den Server-Administrator, der damit alle Nutzer vom Netz nehmen oder auf einen anderen Server umleiten muss. Viele der Windows-Updates beziehen sich nur auf die Benutzeroberfläche von Windows und auf die Module, mit denen der normale Anwender arbeitet. Die Idee hinter dem Windows Server Core Support ist, dass auf alles verzichtet wird, das zum Betrieb des Servers nicht notwendig ist, einschließlich der Benutzeroberfläche. Das Modul stellt also eine Minimalinstallation ohne grafische Oberfläche (Graphical User Interface - GUI) dar. Abbildung 10: Bedienkonsole und Command-Fenster Über ein Command-Fenster werden alle Befehle zur Steuerung des SQL Server direkt eingegeben. Dadurch reduziert sich die Zeit für aufwändige Patches, die mit der normalen Installation des Windows-Betriebssystems verbunden sind. Erfahrungswerte zeigen, dass Neustarts des Betriebssystems dadurch um bis zu 60 Prozent reduziert werden können. Database Recovery Advisor Dieses Feature unterstützt den Datenbankadministrator beim Einspielen von Backups. Über das SQL Server Management Studio lassen sich, unterstützt durch eine visuelle Zeitleiste, die Historien von Datenbanken ablesen. Seite 17 von 28

18 Abbildung 11: Zeitleiste des Database Recovery Advisors Mögliche Zeitpunkte für Datenwiederherstellungen lassen sich genauso erkennen wie die verfügbaren Backup- Medien zur Wiederherstellung. 6.3 Skalierbarkeit und Performance In der Rubrik Skalierbarkeit und Performance nimmt Microsoft sich eines Themas an, das wohl jeden von uns betrifft, der Geschwindigkeit. Wie bereits erwähnt, ist dies ein Punkt, der nicht nur der IT, sondern auch jedem Fachanwender wichtig ist. Jeder von uns kennt die Zeit, in der man vor dem Rechner sitzt und beispielsweise auf die Generierung eines Reports wartet. Da werden Sekunden gefühlt zu Minuten. Gerade wenn es um die Abfrage in Massendaten geht, gibt es fast immer Handlungsbedarf. Der Columnstore-Index Abbildung 12: Schematische Darstellung Columnstore-Index Columnstore-Indizes (Spaltenspeicherindizes) gruppieren und speichern Daten für jede Spalte und verknüpfen dann alle Spalten, um den Gesamtindex zu erstellen. Diese Vorgehensweise unterscheidet sich von herkömmlichen Indizes, bei denen Daten für jede Zeile gruppiert und gespeichert und dann alle Zeilen verknüpft werden, um den Gesamtindex zu erstellen. Für einige Typen von Abfragen kann sich so die Ausführungsdauer erheblich verringern. Seite 18 von 28

19 Die Columnstore-Index-Technologie ist besonders gut für typische Datenbestände in einem Data Warehouse geeignet. Filestream Ein Großteil von Daten sind heute Textdokumente, Bilder und Videos. Diese werden oft unstrukturiert außerhalb der Datenbank und getrennt von den strukturierten Daten gespeichert. Diese Trennung kann die Datenhaltung erschweren. Abbildung 13: Filestream Konfigurationskonsole Filestream integriert ein NTFS-Dateisystem in die Datenbank-Engine. Damit können die Dokumente genauso abgefragt werden, wie Datensätze in einer Datenbank. Die Datenbank erhält auf die Weise die Hoheit über die Datei. Der Anwender kann diese nicht mehr über den Explorer von der Festplatte löschen, sondern sie lässt sich ausschließlich über Filestream verwalten. Der Resource Governor im SQL Server 2012 Der Resource Governor erlaubt System- und Datenbankadministratoren, einer SQL Server-Datenbank beschränkte Systemressourcen oder Ressourcengruppen zuzuweisen. Beispielsweise kann so eine Abfrage aus einer Ressourcengruppe auch einer bestimmten Datenbank zugeordnet werden. Abbildung 14: SQL Server Resource Governor Ein praktisches Beispiel ist auch, dass aufwändigen Verarbeitungsläufen in Zeiten, in denen die normalen User-Abfragen performant laufen sollen, geringere Ressourcen zugeteilt werden. Dagegen können für aufwändige Abfragen und Verarbeitungsläufe nachts oder an Wochenenden mehr Ressourcen zur Verfügung gestellt werden. Somit lassen sich nutzungsabhängige Szenarien aufbauen. Seite 19 von 28

20 6.4 Sicherheit und Administration Microsoft hat sich viele Gedanken darum gemacht, wie für die Systemadministratoren, die bisher mit unterschiedlichen Werkzeugen arbeiten mussten, die Arbeit erleichtert werden kann. Deswegen lässt sich die Verwaltung nun einheitlich über das SQL Server Management Studio steuern. User-Defined Server Roles Abb:15: Das Anlegen einer neuen Serverrolle Bisher war es nur möglich, benutzerdefinierte Datenbank-Rollen anzulegen, um damit die Berechtigungen auf Datenbank-Level zu steuern. Rollen für den Zugriff auf den Server ließen sich jedoch nicht benutzerdefiniert anlegen. Es gab lediglich neun vordefinierte Rollen. Mit den benutzerdefinierten Server-Rollen ist es nun beispielsweise möglich, Berechtigungen auf Server-Ebene an mehrere User oder Usergruppen auf Instanzen-Level zu erteilen und diese zu synchronisieren. Das erleichtert die Arbeit enorm, wenn Berechtigungen von einem Entwicklungsserver auf einen operativen Server übertragen werden sollen und umgekehrt. Contained Database Authentication Ein weiteres neues Feature des SQL Server 2012 sind die Contained Database Authentications. Bisher musste ein SQL Server Login angelegt werden, um einem Benutzer Zugriff auf den SQL Server zu gewähren. Diesem User wurden dann die Datenbanken zugewiesen, auf die er Zugriff haben sollte. Somit waren zwei getrennte Logins notwendig, einmal das Login auf den SQL Server und zum zweiten das Login auf die Datenbank. Seite 20 von 28

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