Stapelweise Goldbarren: Die sicherheitsbewussten Deutschen gehören zu den größten Fans des Edelmetalls. Anlagestrategie.

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1 Moneymarkets Stapelweise Goldbarren: Die sicherheitsbewussten Deutschen gehören zu den größten Fans des Edelmetalls Anlagestrategie goldrichtig Gold lässt Aktien und Anleihen hinter sich. Einige Finanzprofis haben das früh erkannt und die richtige Strategie entwickelt. Wie Anleger davon profitieren 32 Fotos: Bloomberg FOCUS-MONEY 9/212

2 TITEL Anfang 21 kostete eine Feinunze Gold noch 28 Dollar, Anfang 23 waren es schon 35 Dollar und Anfang 21 mehr als Dollar heute zahlen Anleger mehr als 17 Dollar für die 31,1 Gramm. Binnen elf Jahren versechsfachte sich der Preis des Edelmetalls immer begleitet von Mahnungen einiger Finanzprofis, Gold sei zu teuer. Daran hat sich nur wenig geändert: Heute verweisen Skeptiker auf den Einbruch im vergangenen September, als Gold von seinem Rekordhoch bei 1921 Dollar bis Ende 211 rund 2 Prozent verlor und vergessen, dass die Notierungen trotz dieser Delle allein im vergangenen Jahr um mehr als zehn Prozent gestiegen waren. Wer immer auf die Skeptiker gehört hatte und Aktien den Vorzug gab, steht heute mit leeren Händen da. Natürlich hatte auch das Gold in den vergangenen Jahren immer mal kürzere Schwächephasen, unterm Strich jedoch stimmt die Bilanz wie eine optimale Strategie für den Edelmetall-Anteil eines Portfolios aussieht, zeigt das Beispiel auf Seite 38. Wende 216. Kapitalmarktstrategen wie Jim Rogers kamen schon vergleichsweise früh auf den Trichter und erkannten das Potenzial des Edelmetalls und die langfristige Überbewertung des Aktienmarkts. Der Rohstoff-Fan warnte bereits Ende der 9er-Jahre vor einer Börsenblase und prognostizierte ihr baldiges Platzen. Heute weiß jeder, dass Rogers Recht hatte. Seitdem gilt der amerikanische Starinvestor als Guru mit prophetischer Gabe. Dabei ist Rogers Erkenntnis scheinbar simpel: Die Kapitalmärkte folgen längerfristigen Zyklen und die dauern im Schnitt 18 Jahre, konstatiert Uwe Bergold, Geschäftsführer der GR Asset Management und Part- Phase für Gold und Rohstoffe Von wegen Blase Gold ist zwar mit rund 173 Dollar pro Feinunze vergleichsweise teuer, von Übertreibung kann jedoch keine Rede sein. Die Fundamentaldaten sprechen dafür, dass die Ära erst Mitte des Jahrzehnts endet und dann Standardaktien eine Renaissance erfahren. Makroökonomische Zyklik Aktien-Rohstoff-Ratio (Dow Jones/CRB-Index) 1, 1, 1914 Expansion Standardaktien Kontraktion Rohstoffe/Rohstoffaktien Expansion Standardaktien Kontraktion Rohstoffe/Rohstoffaktien Expansion Standardaktien Kontraktion Rohstoffe/Rohstoffaktien ,,1 33

3 Moneymarkets Im Aufwärtstrend In einem rasanten Tempo kletterte der Goldpreis in den vergangenen Jahren nach oben und das nicht nur in US-Dollar. Auch Euro-Anleger verbuchen satte Kursgewinne mit dem edlen Metall. Die Schwäche der führenden Weltwährungen wird dadurch deutlich. Goldpreis seit Goldener Gewinner Preis in US-Dollar je Feinunze Preis in Euro je Feinunze Gemessen seit dem Beginn des vergangenen Jahres, können nur wenige Anlageklassen zweistellige Gewinne vorweisen. Gold glänzt dagegen sogar mit deutlich mehr als 2 Prozent Kursplus sowohl in Euro wie auch in US-Dollar gemessen. Entwicklung von Kapitalanlagen seit in Prozent, auf Euro-Basis Gold Silber S&P-5 Rex-Rentenindex 4,6 3,4 CRB-Rohstoffindex Quelle: Bloomberg 1,7 Dax 8,5 1, ,4 Der Goldpreis kann auf 2 Dollar pro Unze und mehr steigen Uwe Bergold, Anlageexperte und Fondsmanager ner des Goldhandelshauses Pro Aurum. Der letzte Zykluswechsel war nach Bergolds Beobachtung zwischen 1999 und 2 (s. Grafik Seite 33): Die jetzige Krise hat nicht erst 28 begonnen, sondern 2 mit der Bubble am Aktienmarkt; dann kam die Immobilien-Bubble, als Fed-Chef Alan Greenspan die Märkte mit Liquidität flutete; zurzeit erleben wir in der dritten Stufe das Platzen der Renten-Bubble. Die Expansion, die von 1984 bis 1999 dauerte, wurde abgelöst durch eine Kontraktionsperiode. Der nächste Wechsel kommt Mitte des Jahrzehnts, das heißt voraussichtlich um das Jahr 215 oder 216. Ab dann sei wieder mit Expansion zu rechnen. Freilich sei es besonders wichtig, so Bergold, den Punkt zu erkennen, an dem man aussteigen muss. Und was soll sich da ändern? Die aktuelle Ära der Rohstoffe, vor allem des Goldes, geht dann zu Ende, und die der Aktie beginnt. Aber noch ist es nicht so weit, insistiert Bergold. Insofern sollten sich Goldfans nicht nervös machen lassen von den Skeptikern, die ihn schon im März 2 zum nicht gesellschaftsfähigen Extrempessimisten abgestempelt hatten, als er den Börsenabsturz richtig voraussagte und empfahl, Gold und Goldminenaktien zu kaufen. Dabei war Bergold eher realistisch und das Gros seiner Kollegen zu euphorisch. Das vergangene Jahrzehnt war für Aktien und die Realwirtschaft nach seiner Definition eine Kontraktionsperiode, in der Anleger per saldo nur Geld verloren. Der Dax notiert nach einer turbulenten Berg-und-Tal-Fahrt heute in etwa auf dem gleichen Niveau wie vor zehn Jahren. Selbst mit Tagesgeld wären Anleger besser gefahren als mit Aktien. Die Realwirtschaft durchwanderte ab 28 ein tiefes Rezessionstal, nur Abwrackprämie und Kurzarbeitergeld verhinderten das Schlimmste. Starker Goldpreis. Aber das ist doch alles längst Vergangenheit? Wirtschaft und Börse laufen besser als erwartet. Wie kann sich Bergold so sicher sein, dass die Goldhausse noch einige Jahre dauert und nicht Aktien die bessere Wahl wären? Hat der studierte Betriebswirt eine Glaskugel zu Hause? Nein, er schaut sich an, wie sich Aktien und Rohstoffe einschließlich Gold zueinander verhalten, sprich, er achtet auf die makro ökonomische Zyklik ( Kapitalmarktjahreszeit ) und berechnet den Quotienten der beiden Anlageklassen. Als Maßstab nimmt er den US-Aktienindex Dow Jones und den CRB als umfassenden Rohstoffindex. Solange diese Ratio fällt, gewichtet der Finanzprofi Gold und Rohstoffe über zurzeit ist das noch der Fall. Entsprechend überwiegen in seinen Mischfonds GR Dynamik OP (ISIN: DEAHW99), NOAH-Mix OP (DE ) und Pro Aurum Valueflex (DEAYEQY6) Rohstoffinvestments in Form physisch hinterlegter Edelmetalle oder Aktien großer Minenbetreiber. Sobald sich die Verhältnisse umkehren und der Durchschnitt dieses Quotienten zu steigen beginnt, legt der Fondsmanager den Hebel um, trennt sich von seinen Gold- und Rohstoffinvestments und kauft stattdessen Standardaktien. Klingt einfach, aber die wenigsten Leute stehen es durch, konsequent an dieser Strategie festzuhalten, so Bergold. Der Preis für das Edelmetall kann nach seiner Schätzung durchaus noch weiter steigen auf 2 Dollar pro 34 FOCUS-MONEY 9/212

4 Unze und mehr. Mit dieser Einschätzung steht er nicht allein, auch Fondsmanager und Rohstoffexperte John McManus von Union Investment rechnet damit, dass Gold in diesem Jahr in einer Spanne zwischen 15 und 2 Dollar pro Unze notieren wird. Ronald Stöferle von der österreichischen Erste Group kann sich sogar vorstellen, dass der Goldpreis am Ende des Bullenmarkts zumindest auf das inflationsbereinigte Allzeithoch aus dem Jahr 198 bei 23 Dollar steigen wird. Historische Vergleiche lassen nach Bergolds Meinung sogar noch deutlich höhere Niveaus realistisch erscheinen. Wenn man die alte Berechnungsweise von 198 heranzieht, so müsste Gold auf mehr als 7 Dollar steigen, um das Hoch aus den 8er-Jahren real zu übertreffen. Umgekehrt gesprochen, wenn die Unze Gold jetzt also 7 Dollar kosten würde, dann wären wir mitten in einer Blase, ergänzt der Fondsmanager. Derzeit seien wir aber noch weit davon entfernt. Die Blase ist erst jenseits der 2 Dollar zu erwarten. Dann kann es indes ganz schnell gehen, erinnert sei nur an den Kurssturz im Januar 198, als Gold binnen wenigen Tagen ein Viertel an Wert verlor, oder an den Crash der Nasdaq (s. Chart rechts). Manipulierte Preisstatistik. Der Vergleich ist freilich gar nicht so leicht, denn die US-Statistikbehörde hatte damals die Berechnung des Verbraucherpreisindex CPI modifiziert und es mit Tricks geschafft, den CPI optisch niedriger erscheinen zu lassen, als er tatsächlich war. Wer heute mit 198 vergleichen will, muss zu den Shadows Government Statistics von John Williams, einem US-Unternehmensberater, greifen. Er führt die alte Berechnungsmethode fort und errechnet aktuell eine Geldentwertung in den USA von mehr als sechs Prozent, die Statistikbehörde weist nur drei Prozent aus. Das heißt, ein Teil der von den US-Notenbankern produzierten Geldflut ist in der Realwirtschaft angekommen und treibt die Preise. Noch keine Blase Gold legte von 1971 bis Anfang 198 um mehr als 2 Prozent zu. Vom Tief 211 bis heute stehen dagegen erst 6 Prozent Plus zu Buche. Goldpreisentwicklung seit 1971 und seit 22 Entwicklung seit 1. Januar Goldpreis 22 bis Jahre Vorsicht, Falle Goldpreis 1971 bis 198 Platzt eine Anlageblase, erfolgt der Kursverfall sehr schnell. Tech-Aktien (im Jahr 2) und Gold (198) zeigen Wochenverluste von 2 Prozent und mehr. Spekulationsblasen bei Gold und Nasdaq JAN Entwicklung seit 1. Januar Goldpreis, 198 F M A Nasdaq-Composite, 2 MAI % % Technische Analyse Vor neuem Kaufsignal Gold ist und bleibt auch für Kurvendeuter faszinierend: Kaum konsolidiert das gelbe Metall ein halbes Jahr, schon bahnt sich das nächste Kaufsignal an. Denn der Moving-Average-Convergence-Divergence (MACD) hat deutlich nach oben gedreht. Sobald der MACD seine Signallinie von unten nach oben kreuzt, werten Chartisten dies als Kaufsignal. Da das MACD-System auf gleitenden Durchschnitten basiert, gehört der MACD zur Familie der Trendfolge- Indikatoren. Er ist bei Börsianern sehr beliebt, da er in der Regel gute Zeitpunkte zum Ein- und Ausstieg zeigt. Doch der MACD sofern er das avisierte Kaufsignal gibt spricht nicht allein für einen starken Goldpreis in den kommenden Monaten. Auch von Seiten des Relative-Stärke-Index (RSI) gibt es grünes Licht. Notiert der RSI über 5 Prozent, befindet sich der gesamte Goldmarkt in einer positiven Verfassung (Bullenmarkt). Und eine überkaufte Situation stellt sich erst weit über der 6-Prozent-Marke ein. Rein charttechnisch konnte der Goldpreis jüngst aus einer Keilformation nach oben ausbrechen. Nach einem abgeschlossenen Keil gibt es in der Regel kräftige Impulse in Ausbruchsrichtung. Bei einer jedoch durchaus möglichen neuerlichen Konsolidierung bilden die 2-Tage-Linie und der Aufwärtstrend gute Unterstützungen. Goldpreis je Feinunze Moving Average Convergence Divergence Relative-Stärke-Index 2-Tage-Linie Keil Kaufsignal Verkaufssignal Signallinie Aufwärtstrend Unterstützung Kaufsignal? Bullenmarkt Bärenmarkt USD USD 8 4 Pkte

5 Moneymarkets Chinesen und Inder kauften... Mit steigendem Einkommen in China und Indien nimmt dort auch die Goldnachfrage zu. Der Goldpreis spiegelt das gehobene Wohlstandsniveau wider. Einkommens-Goldpreis-Matrix durchschn. Pro-Kopf-Einkommen in China und Indien in US-Dollar Quelle: Standard Chartered Research... und kaufen voraussichtlich weiter Chinesen und Inder dürften auch weiterhin mehr verdienen. In diesem Fall bleibt der Rückenwind bestehen und Gold könnte bis 22 auf 5 Dollar steigen. Goldpreis je Feinunze bis Quelle: Standard Chartered Research USD Goldpreis je Feinunze in US-Dollar Stöferle hat noch einen weiteren Vergleich parat, um zu beweisen, dass von einer Goldblase noch keine Rede sein kann: Lag die Geldmenge am Höhepunkt des letzten großen Goldbullenmarkts 198 noch bei 2 Milliarden Dollar, so beträgt sie heute mehr als 26 Milliarden eine Steigerung um den Faktor 13. Er schließt weiter, dass der Goldpreis bei 11 5 Dollar stehen müsste, würde das Verhältnis von damals herangezogen. Denn Gold lässt sich nicht so leicht vermehren wie Papier- und Giralgeld. Allein um die gegenwärtige Menge zu verdoppeln, bräuchten die Minenbetreiber 65 Jahre. Die Notenbanken schaffen das in wenigen Monaten. Je schneller die Notenbanken ihre Druckerpressen laufen lassen, desto verzweifelter suchen Anleger nach einem Weg, ihr Vermögen zu retten Gold verspricht Schutz. Entsprechend wächst die Bedeutung dieser Käufergruppe: Mittlerweile landen vier von zehn Goldbarren in den Tresoren der Anleger, die Schmuckindustrie macht dem World Gold Council zufolge nur noch 6 Prozent der Gesamtnachfrage aus vor zehn Jahren waren es noch 9 Prozent. Die Struktur des Goldmarkts hat sich in nur zehn Jahren komplett gewandelt. Dieser Trend wurde durch die Niedrigzinspolitik der Notenbanken noch verstärkt. Das Argument, Gold werfe keine Zinsen ab, gilt nicht mehr. Wenn nach Abzug von Inflation und Steuern das Ersparte immer weniger wert ist, setzen Anleger lieber auf Gold, um der stillen Enteignung zu entgehen. Zudem entfallen Steuern bei Gold, zumindest hierzulande. Große Nachfrage. Von dieser Entwicklung profitieren nicht nur Goldhändler und Banken, die Barren und Münzen verkaufen, sondern auch Emittenten von Indexfonds (ETF). Freilich legen sich Vermögende immer noch lieber physisches Gold in den Tresor als einen ETF ins Depot. Allein im vergangenen Jahr dürften annähernd 15 Tonnen den Besitzer gewechselt haben dreimal so Quelle: ETF Securities Fundamentale Betrachtung Deutsche lieben Gold Nachfrage nach Gold in Prozent der weltweiten Nachfrage Indien 3. Quartal Quartal 211 China* Deutschland Türkei USA *inkl. Hongkong und Taiwan Euro- und Schuldenkrise sowie die Furcht vor einer künftig ansteigenden Geldentwertung bringen viele Anleger dazu, in Gold zu investieren. Unter den Industrienationen sticht insbesondere Deutschland mit rasch steigender Goldnachfrage hervor. Im dritten Quartal 211 standen deutsche Anleger und Schmuckkäufer für rund sieben Prozent der weltweiten Nachfrage. Nur in Indien und China wurde mehr Gold verkauft (s. Grafik). Die ebenfalls traditionell starken USA und Türkei ließ Deutschland hinter sich. Dabei konzentrierte sich der Goldabsatz in Deutschland zum größten Teil auf Münzen und Barren, von denen zusammen 59,3 Tonnen den Weg zu den Anlegern fanden. In den USA wurden nur 21,5 Tonnen Münzen und Barren verkauft. Dennoch bleibt die Schmucknachfrage insgesamt der Haupttreiber des Goldabsatzes. Im Durchschnitt teilte sich die Goldnachfrage in den Jahren 26 bis 21 auf 59 Prozent (2172 Tonnen) Schmuck, 29 Prozent (194 Tonnen) Investment und zwölf Prozent Industrie (456 Tonnen) auf. 211 hat sich dies etwas in Richtung Investment verschoben. Vor allem die Nachfrage aus den aufstrebenden Ländern, allen voran China und Indien, dürfte weiter wachsen. Diese trifft auf eine nur langsam zunehmende Goldminenproduktion. Da es immer schwieriger und teurer wird, neue große Goldvorkommen zu finden und auszubeuten, ist auch keine starke Ausweitung in den nächsten Jahren zu erwarten. Dies spricht insgesamt für einen langfristig hohen Goldpreis. 36 FOCUS-MONEY 9/212

6 Starker Umschwung Lange Jahre gehörten die internationalen Zentralbanken zu den Goldverkäufern und drückten so den Preis des Edelmetalls. Seit 21 treten sie jedoch als Nachfrager auf. Vielen Währungshütern scheint Gold sicherer zu sein als andere Währungsreserven. Goldreserven der Zentralbanken und internationalen Organisationen Bestandsveränderungen in Tonnen Goldbarren bei der Deutschen Bundesbank: Die Zentralbanken insbesondere der aufstrebenden Märkte kaufen zu 5 7 viel wie vier Jahre davor. Den Schwellenländern kommt dabei eine entscheidende Rolle zu: China und Indien sind wichtige Abnehmer. Etwa jeder zweite Barren und jede zweite Münze werden von Kunden in diesen Ländern gekauft und die Bedeutung dürfte noch wachsen, denn die Einkommen steigen. In Indien beispielsweise verfügen 12 Millionen Haushalte über ein Jahreseinkommen von umgerechnet mehr als 75 Euro bis 215 soll ihre Zahl auf 2 Millionen wachsen. Zentralbank ersetzt Juwelier. Nicht vergessen werden dürfe in diesem Spiel die Rolle der Notenbanken, erinnert Goldexperte McManus von Union Investment. Die Nachfrage der Zentralbanken nach dem Edelmetall wirkt als Gegengewicht wenn beispielsweise indische Juweliere weniger ordern. Dem World Gold Council zufolge gehören diese Institute seit 21 zu den Käufern, nachdem sie sich 2 Jahre lang eher von ihren Reserven getrennt hatten. Um sich vor dem Verfall des Dollar zu schützen, stocken vor allem die Notenbanken der Schwellenländer wie Mexiko und Russland ihre Bestände auf. Sollte zudem China seine Währungsreserven Richtung Gold umschichten, wäre wohl Knappheit am Goldmarkt angesagt. Eigentlich sollte jeder Anleger sein Depot mit Gold absichern. Kein Gold zu halten, erachtet Rohstoffexperte Stöferle von der österreichischen Erste Group sogar als unverantwortlich. Er und seine Kollegen empfehlen einen Anteil von zehn bis 25 Prozent, dazu etwas Silber und andere Rohstoffe, nicht zu vergessen Minenaktien, die dem Goldpreis hinterhergelaufen sind, wie Bergold anmerkt. Wer sich für Gold und Silber entschieden hat, dem bietet sich eine breite Investmentpalette, die es aber mit einer ausgefeilten Gold-Strategie zu nutzen gilt (s. Seiten 38 und 39). Barren und Münzen sind erste Wahl dabei gilt: Je größer, desto niedriger der Aufschlag. Bei der Wahl des Edelmetallhändlers hilft die Internet-Seite mit Verweis auf Angebot und Preis. Eine Alternative sind mit Gold unterlegte Indexfonds wie der der Zürcher Kantonalbank (s. Seite 39). Die Bank kauft mit dem Geld der Kunden Goldbarren und deponiert sie in ihrem Tresor. Aktien von Minen profitieren mittelbar vom Goldboom und sind eine ideale Ergänzung für ein edelmetalllastiges Depot. Johannes Heinritzi/helmut achatz Foto: Bundesbank Quellen: Erste Group, World Gold Council, eigene Berechnung Geld zieht Gold Mit der drastischen Ausweitung der weltweiten Geldmenge (M2) steigt auch die Gefahr künftiger inflationärer Impulse. Gold gilt insbesondere in Zeiten hoher Inflationsraten als werterhaltendes Investment. Seit Jahren zeigt Gold Reaktionen auf die M2-Entwicklung. Abhängigkeit des Goldpreises von der Geldmenge M weltweite Geldmenge M2 in Billionen US-Dollar Goldpreis je Feinunze in US-Dollar Quelle: Bloomberg Unterbewerteter Goldpreis Im Vergleich zum Hoch von 198 besitzt der heutige Goldpreis noch gehöriges Potenzial zumindest wenn die Inflationsrate nach der alten US-Berechnung zu Rate gezogen wird. Danach hätte der heutige Goldpreis weniger als die halbe Kaufkraft wie beim 198er-Top. Inflationsbereinigter Goldpreis USD in US-Dollar je Feinunze, basiert auf Schlusskurs Januar nomineller Goldpreis, nicht inflationsbereinigt Goldpreis, bereinigt um die Schatteninflation 12 Goldpreis, bereinigt um die normale Inflation Quelle: Erste Group 37

7 Moneymarkets Goldstrategie Die richtige Mischung sticht Spätestens seit Harry Markowitz, dem Begründer der Portfolio-Theorie, wissen Anleger, dass die Auswahl der Vermögensklassen ganz entscheidend Edelmetall-Depot für ihren Erfolg ist und da gehören Gold und SilGold- und Silbermünzen ber zwangsläufig dazu. Das gilt gerade für turbustehen für Liquidität, lente Zeiten, die gekennzeichnet sind durch FinanzGoldminenaktien bringen und Staatsschuldenkrisen. Anleger sollten einen Teil Kursfantasie hinzu. ihres Gesamtvermögens in Rohstoffe investieren, vornehmlich Edelmetalle wie Gold und Silber. GegenGoldstrategiedepot wärtig scheinen etwa 2 Prozent bei größeren Gein Prozent samtvermögen angebracht. Gold sollte dabei einen 1 wesentlichen Prozentsatz ausmachen, darin sind sich SilberFinanzprofis wie Uwe Bergold und Ronald Stöferle münzen einig. Sie sehen in Gold eine Art Versicherung, denn 15 das Edelmetall hat nur eine äußerst geringe KorreGoldbarren lation, sprich Gleichlauf zu Aktien es entwickelt und -münzen 5 sich weitgehend unabhängig von Dow, Dax & Co. Minenaktien Ein Portfolio mit einem Goldanteil von nur wenigen Prozent wirft langfristig höhere Renditen 25 ab als ein Depot, in dem Edelmetalle fehlen. Denn Gold- und der Goldpreis schwankt weniger heftig als AktiSilberzertifikate enkurse und steigt stetiger, zumindest galt das für die vergangenen elf Jahre. Übrigens schützt Edelmetall auch gegen Kaufkraftverlust. Den Beweis hat FOCUS-MONEY mit einem selbst konstruierten Mischindex angetreten, der sich zu 4 Prozent aus Aktien, Quelle: eigene Berechnungen zu 4 Prozent aus Renten und zu 2 Prozent aus Gold zusammensetzt (s. Ausgabe 2/212, S. 36). Ein derart gestrickter Mischindex hätte um deutlich mehr als hundert Prozent zugelegt, während der Dax auf der Stelle getreten ist. Gold ist freilich nicht gleich Gold, Silber nicht gleich Silber das sollte Anlegern bewusst sein, die sich für dieses Investment entscheiden, das alles andere als Münzen und Barren Liquidität erhalten Gold- und Silbermünzen sowie Goldbarren stellen eine Basis zur Absicherung des Vermögens dar. Sie sollten jedoch nur als erste Liquiditätssicherung betrachtet werden. Denn dazu müssen sie sinnvollerweise zu Hause untergebracht sein, damit sie zu jeder Zeit zur Verfügung stehen. Je nach Hausratversicherung sind Bestände in der Regel bis zu einem begrenzten Volumen bei Diebstahl versichert. Höhere Beträge sind besser durch Goldzertifikate (ETCs) abzubilden (s. dazu S. 39), bei denen das Gold physisch hinterlegt ist und ausgeliefert werden kann. Es sollten nur gängige, allgemein bekannte Goldmünzen in verschiedenen 38 Foto: Dreamstime homogen ist. Insofern besteht ein Edelmetall-Subdepot aus verschiedenen Klassen. Dazu gehören neben physischem Gold in Form von Barren auch leicht veräußerbare beziehungsweise gegen Grundgüter wie das tägliche Brot tauschbare Silbermünzen für den Fall, dass es zu einem Wirtschaftszusammenbruch kommt wie in den 3er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Ferner zählen mit Gold hinterlegte Zertifikate dazu und natürlich Aktien von Minenbetreibern. Die Aufteilung könnte so aussehen wie im nebenstehenden Tortendiagramm. Mit diesem Mix lässt sich auch die landläufige Meinung widerlegen, Gold brächte keine Zinsen. In Anbetracht der gut verdienenden Goldproduzenten, die ihre Gewinne vermehrt als Dividenden an ihre Anteilseigner weitergeben, stimmt das eben ganz und gar nicht. Da die Produzenten auf Grund der an den Börsen immer noch herrschenden Unsicherheit zudem stark unterbewertet sind, sollten sie sogar einen Hauptteil des Edelmetall-Depots schultern, denn Minenaktien haben noch Potenzial. Sie sind ein Investment in ungefördertes Gold, das noch im Boden liegt, so Fondsmanager Bergold (s. Seite 4). Minenaktien bieten zudem im Edelmetalldepot eine Art Versicherung. Denn im Gegensatz zu physischem Gold ist der Privatbesitz von Goldminenaktien niemals verboten worden. Dickschiffe wie Newmont Mining und Goldcorp sind der Kern des Mineninvestments. Kleinere Minen bieten einen Extraturbo, freilich nimmt der Anleger damit auch ein höheres Risiko in Kauf. Mit Silberminen setzen Investoren zudem teilweise auf eine gute Konjunktur. Denn Silber wird sowohl als Industriemetall als auch als Edelmetall betrachtet. Stückelungen verwendet werden. Dabei stellen 1-Unzen-Goldmünzen und 5- bis 1-Gramm-Goldbarren die Basis dar. Bei diesen Größen fällt in der Regel ein noch geringes Aufgeld auf den aktuellen Goldpreis von drei bis fünf Prozent an, und die AnkaufVerkauf-Spanne seriöser Händler hält sich mit circa drei bis sechs Prozent in Grenzen. Derzeit ist die beliebteste 1-Unzen-Anlagemünze der südafrikanische Krügerrand. Bei kleinen Münzen wie zum Beispiel die 1/1-Unzen-Philharmoniker fallen bereits rund 15 Prozent Aufgeld beziehungsweise Händlerspanne an. Silbermünzen bieten auf Grund ihres geringeren Wertes eine besonders gute Form der Liquidität im täglichen Gebrauch. Die Silberlinge sollten Edelmetallfans ebenfalls überwiegend in gängigen 1-Unzen- Stückelungen horten. Die in Deutschland beliebteste 1-Unzen-Anlagemünze ist die Wiener Philharmoniker. Jedoch ist zu bedenken, dass im Gegensatz zu Goldmünzen und Goldbarren beim Silberkauf eine Mehrwertsteuer von sieben Prozent fällig wird. Der Kauf und Verkauf ist in der Regel bei größeren Banken und Sparkassen möglich. Auch spezialisierte Händler wie Pro Aurum (www.proaurum.de), Bayerisches Münzkontor (www.muenzkontor.de) und Emporium (www.emporium-merkator.de) bieten eine breite Auswahl und gute Konditionen. FOCUS-MONEY 9/212

8 Goldzertifikate und -Fonds Ersatz für Münzen und Barren Heimtresor, Bankschließfach, vergrabene Kassette im Garten wem diese Varianten der Unterbringung von Goldmünzen und -barren zu nervenaufreibend, unsicher oder teuer sind, der greift besser zu mit Gold hinterlegten Exchange Traded Commodities (ETCs), die eigentlich Zertifikate mit den bekannten Emittentenrisiken sind, und Exchange Traded Funds (ETFs), die jedoch nach deutschen Recht hierzulande nicht zum öffentlichen Vertrieb zugelassen sind. Erste Wahl ist dabei Xetra Gold (s. Tabelle). Es besteht zwar das Emittentenrisiko des Herausgebers Deutsche Börse Commodities GmbH. Da der einzige Geschäftszweck der Gesellschaft Xetra Gold jedoch das physische Gold ist, erscheint das Risiko eines Konkurses sehr gering. Xetra Gold kauft zu Marktpreisen für die Anlagegelder Gold, das bei der Deutsche-Börse-Tochter Clearstream verwahrt wird. Eine Auslieferung des Edelmetalls ist möglich, jedoch fallen dabei je nach Menge Gebühren an. Anleger, die sich zudem gegen einen schwachen Dollar absichern möchten, greifen zu einem gehedgeten Produkt (s. Tabelle). In der Schweiz gehandelte Exchange Traded Funds (ETF) wie der ZKB Gold ETF Euro hedged (s. Tabelle) unterliegen dem Schweizer Recht. Deutsche, die das Papier kaufen, zahlen jedoch ganz normal Abgeltungsteuer und Soli, obwohl der Fonds mit physischem Gold hinterlegt ist. Gekauft werden kann der ETF über jede Bank an der Swiss Exchange sowohl in Schweizer Franken wie in Euro. Als ein signifikanter Nachteil gegenüber dem Kauf und Verkauf von Goldmünzen und -barren könnte sich noch die steuerliche Behandlung erweisen, insbesondere bei ausländischen ETFs. Denn hier prallen verschiedene Auffassungen in den Finanzbehörden aufeinander. Nicht jedes Finanzamt erkennt daher die Steuerfreiheit von Gewinnen nach der einjährigen Haltefrist an. Anleger sollten in diesem Fall Einspruch einlegen. Denn grundsätzliche Voraussetzungen für die Steuerfreiheit sind die Hinterlegung des ETCs zu 1 Prozent mit Gold sowie die Möglichkeit der Auslieferung des Edelmetalls. Bei dem Xetra-Gold-Zertifikat ist dies gegeben. Neben den reinen Goldpreis abbildenden Vehikeln haben die Emissionshäuser eine Vielzahl anderer auf Gold basierender Produkte kreiert. Einige davon können dem Depot durchaus nützlich sein. So kann sich für den risikobereiten Goldfan in den kommenden Monaten ein Hebelprodukt durchaus auszahlen, wenn der Preis des Edelmetalls Richtung 2 Dollar je Unze tendieren sollte. Mittlerweile bieten Emittenten auch Konstrukte ohne Laufzeitende an wie das Hebel-Bull-Zertifikat der Commerzbank (ISIN: DECK8BD5) mit einem Hebel von annähernd acht und einem Abstand zum Knock-out bei 1493,54 Dollar von 13 Prozent. Da das Papier spekulativ ist, sollte der Anleger unbedingt einen Stop-Loss einziehen, der 2 Prozent unter dem aktuellen Kurs liegt. Anleger, die dem schnell gestiegenen Goldpreis nicht ganz trauen, besitzen mit Bonuszertifikaten ein probates Mittel, um zu profitieren. Dabei sollten sie darauf achten, Produkte ohne obere Kappung (Cap) des Goldpreises zu kaufen. Diese bringen zwar eine geringere Bonusrendite bei gleich bleibendem oder leicht fallendem Goldpreis ein. Mit ihnen kann der Anleger indes bei einem stark steigenden Goldpreis prächtig mitverdienen. Ein Beispiel ist das Bonuszertifikat auf Gold der Royal Bank of Scotland (DEAA3NMN2) mit Laufzeit bis 25. Dezember 213 und einer Bonusrendite von 5,6 Prozent, sofern Gold nicht auf oder unter 12 US-Dollar je Unze fällt. Steigt Gold über 21 Dollar, zieht der Wert des währungsgesicherten Zertifikats in Euro entsprechend mit. Dagoberts Tresor Seit Einführung der physisch unterlegten börsennotierten Goldfonds (ETFs und ETCs) vor rund zehn Jahren sind mehr als 76 Millionen Unzen Gold in die Tresore der Emittenten geflossen. Die Investment-Dynamik nahm zuletzt ein wenig ab. Goldbestände in börsengehandelten Produkten in Millionen Unzen Quelle: Bloomberg Goldene Papiere In der Regel bieten ETCs und ETFs, die mit Gold hinterlegt sind, die einfachste Form, an der Entwicklung des Goldpreises direkt zu partizipieren. Bei einigen Anbietern ist auch die Auslieferung des Edelmetalls möglich, was jedoch mit Kosten verbunden ist. Name ISIN Anbieter Gold- verwaltetes Auslieferungs- Währungs- Bezugs- jährl. lagerort Vermögen in möglichkeit sicherung* verhältnis Kosten** Mio. Euro für Goldanteil in % an deutschen Börsen gehandelte Goldzertifikate (ETCs) db Physical Gold Euro hedged DEA1EKG3 Deutsche Bank London 87 nein ja,1 Unzen,29 ETFS Physical Gold DEAN62G ETF Securities London 4293 nein nein,1 Unzen,39 Xetra Gold*** DEAS9GB Deutsche Börse Commodities Frankfurt 1793 ja nein 1 g,36 an der Schweizer Börse gehandelte Goldfonds (ETFs) CS ETF II (CH) on Gold CH Credit Suisse Zürich 126 ja nein,1 Unzen,33 Julius Bär Physical Gold Euro A CH Swiss & Global AM Zürich 825 ja ja 1 Unze,4 ZKB Gold ETF Euro hedged CH Zürcher Kantonalbank Zürich 4 ja ja 1 Unze,4 *gegen Kursverluste des Dollar; **Gesamtkosten als Prozentsatz des investierten Vermögens; ***bei Auslieferung entstehen Zusatzkosten Quellen: eig. Recherchen, Onvista 39

9 Moneymarkets Geologe mit Bohrkernen: Geografische Lage und Gesteinsqualität beeinflussen den Wert von Goldprojekten Goldminen Depot aufbohren Minenaktien sind ein Investment in ungefördertes Gold, das noch im Boden liegt, sagt Goldexperte Uwe Bergold. Er rät daher zu einer Diversifikation im Edelmetallspektrum, die auch größere und kleinere Gold- und Silberminen einschließt (s. S. 38). In den vergangenen Jahren blieben die Minenaktien jedoch hinter dem Aufschlag beim Goldpreis zurück. Viele Rohstoffstrategen sagen bereits, diese Situation werde noch sehr lange bestehen bleiben, erklärt Donald Coxe, Berater von BMO Capital Markets. Coxe rät dennoch, die Minen bei Goldinvestments dem physischen Gold vorzuziehen. Denn gerade Unternehmen, die in politisch stabilen Ländern Goldreserven besitzen, sollten mit einer starken überdurchschnittlichen Kursentwicklung aufwarten, so der Börsenstratege. Wie stark unterbewertet Goldkonzerne derzeit sind, zeigt ein Blick auf die inneren Werte der Unternehmen. So notiert der führende Goldproduzent der Erde, Barrick Gold, derzeit an der Börse mit 36,6 Euro. Für einen Goldpreis von 175 US-Dollar je Unze errechnete das kanadische Investmenthaus RBC Capital Markets jedoch einen inneren Wert, auch Nettovermögenswert genannt, von umgerechnet 41,3 Euro. Bei 2 US-Dollar steigt der innere Wert der Kanadier bereits auf 52,6 Euro. Bei 15 US-Dollar fällt der Barrick- Wert dagegen auf 3 Euro zurück. Im Durchschnitt spiegeln die aktuellen Börsenkurse der Top-Goldproduzenten lediglich einen Goldpreis von 127 US-Dollar je Unze wider, wobei Goldcorp laut den RBC-Analysten mit 118 US-Dollar das günstigste Verhältnis aufweist. Ein Beispiel für einen kleineren aufstrebenden Goldkonzern ist Semafo (ISIN: CA ). Die Aktie notiert mit 4,88 Euro um knapp 4 Prozent unter ihrem inneren Wert, der, bezogen auf einen Goldpreis von 175 US-Dollar je Unze, etwa sieben Euro beträgt. Da sich die drei produzierenden Goldminen von Semafo in den westafrikanischen Staaten Burkina Faso, Niger und Guinea befinden, zeigt die Aktie einen höheren Risikoabschlag als Barrick Gold. Je nach Risikoneigung des Anlegers gibt daher die geografische Lage der Produktionsstätten und Goldreserven den Ausschlag für ein Investment. Zudem ist sowohl bei Barrick Gold als auch bei der kleineren Semafo, die aber immerhin auch schon 24 Unzen Gold pro Jahr produziert, der Hebel gegenüber dem Goldpreis zu erkennen. Denn zwischen 15 und 175 Dollar je Große Goldminen für den soliden Grundstock Name ISIN Kurs Marktkapital. Produktion in Unzen reine Abbaukosten Goldreserven Bemerkung in Euro in Mio. Euro 212e 213e je Unze 212e in Unzen Newmont Mining US , ,2 Mio. 5,4 Mio. 634 USD 91,6 Mio. zweitgrößter Goldproduzent Goldcorp CA , ,6 Mio. 3,2 Mio. 62 USD 62,3 Mio. auf Amerika spezialisiert Newcrest Mining AUNCM7 28, ,5 Mio. 2,9 Mio. 597 USD 79,7 Mio. führend in Australien e = erwartet Quellen: Bloomberg, Macquarie Equities, RBC Capital Markets 4 Foto: Bloomberg FOCUS-MONEY 9/212

10 Silberminen zum Beimischen Name ISIN Kurs Marktkapital. Produktion 212e Silberreserven Hauptabbaugebiet/Bemerkung in Euro in Mio. Euro in Unzen in Mio. Unzen First Majestic Silver CA3276V131 14, ,9 Mio. 282 Mio. Mexiko; dynamisch wachsend Impact Silver CA45257A121 1,32 92,9 Mio. 9 Mio. Mexiko; kontinuierlicher Produktionsaufbau Silvermex Resources CA ,326 76,8 Mio. 24 Mio. mehrere Projekte in Mexiko; sehr spekulativ Tahoe Resources CA , Mio. Produktion in Guatemala ab 214 geplant e = erwartet Quellen: Bloomberg, RBC Capital Markets/Unternehmen Unze liegen gerade einmal knapp 17 Prozent Preisunterschied. Bei Barrick Gold beträgt die Steigerung des inneren Wertes dagegen mehr als 35 Prozent und bei Semafo sogar gut 5 Prozent. Neben der Verunsicherung der Investoren über die politischen Risiken, die sich im Bergbau weltweit zu verstärken scheinen, dürften auch die steigenden Kosten der Goldminenbetreiber ein Grund für das gegenüber Gold vergleichsweise schwache Abschneiden der Aktien sein. Um eine Unze Gold aus dem Boden zu holen, betragen die Gesamtkosten circa 125 US-Dollar, sagte der Chef des südafrikanischen Goldproduzenten Harmony Gold, Graham Biggs, vor wenigen Tagen auf der Rohstoffkonferenz Indaba in Kapstadt. Um neue Goldvorkommen zu erschließen, dürften daher heute zumindest Goldpreise um 12 US-Dollar je Unze nötig sein. Steigende Arbeits- und Materialkosten sowie die Gefahr von höheren Abgabenforderungen der Regierungen sind die Ursachen für den aktuellen Risikoaufschlag der Goldminen. Doch Betreiber von Goldminen in juristisch sicheren Gebieten wie Nordamerika sollten in Zukunft die Schere zwischen der Goldpreis- und der Aktienkursentwicklung schließen können. Je nach Risikobereitschaft können Anleger daher neben großen soliden Produzenten wie Newmont Mining, Newcrest Mining und Goldcorp auch kleinere Minenbetreiber mit stärkerem Nachholbedarf und höherem Hebel gegenüber dem Goldpreis als Depotbeimischung nutzen (s. Tabellen). Zu diesem Kreis zählt unter anderem Alacer Gold, die auch Fondsmanager Bergold in seinem NOAH-Mix-OP-Fondsportfolio (DE ) mit mehr als sechs Prozent stark gewichtet. Der Konzern mit Sitz in den USA dürfte im laufenden Jahr gut 4 Unzen Gold in drei australischen und einer türkischen Mine produzieren. Längerfristig wird Alacer wohl eine jährliche Förderung von 8 Unzen erreichen sofern die Gesellschaft nicht vorher von einem Konkurrenten wie Newcrest Mining oder Eldorado Gold übernommen wird. Immerhin beträgt der innere Wert beim aktuellen Goldpreis etwa 25 Prozent mehr als der aktuelle Börsenkurs. Anleger sollten den für Minenaktien reservierten Teil jedoch nie auf nur eine Aktie konzentrieren. Die Streuung auf mehrere große Goldproduzenten und die Beimischung von zwei oder drei dynamischen kleineren Gesellschaften und von Silberminen ergibt eine gesunde Mischung (s. Tabellen). Investoren, die sich selbst nicht um die Zusammenstellung ihres Goldminenanteils kümmern möchten, greifen auf Fonds zurück. So bildet der ETFX-DAXglobal-Gold-Mining- ETF (DEAQ8NC8) ein breites Spektrum der Goldproduzenten ab, wobei in dem nicht aktiv gemanagten Portfolio Newcrest Mining, Barrick Gold, Goldcorp und Newmont Mining jeweils mit mehr als zehn Prozent gewichtet sind. Aktiv gemanagt sind dagegen die drei Fonds NOAH-Mix OP, GR Dynamik OP (DEAHW99) und Pro Aurum Value flex (DEAYEQY6) von Goldexperte Bergold. Letzterer spiegelt mit einem Anteil von rund einem Drittel physischem Gold und einer hohen Gewichtung von großen Goldproduzenten die Goldstrategie von Bergold wieder. Beim NOAH-Mix setzt der Fondsmanager dagegen vermehrt auf die zweite und dritte Reihe der Goldminen wie Scorpio Mining, Royal Gold, New Gold und Dundee Precious Metals. Beim spekulativer ausgerichteten GR Dynamik liegt der Fokus auf Silberproduzenten und kleineren Goldgesellschaften bis hin zu Explorern wie Nautilus Minerals (CA ), die in Südost asien auf dem Meeresgrund nach den Bodenschätzen sucht. Wem die drei Fonds mit Anlagesummen von zehn Millionen bis 4 Millionen Euro zu klein sind, der kann auf große Goldfonds wie den Marktführer BGF World Gold Fund (LU ; Volumen: 5,4 Milliarden Euro) und den spekulativer ausgerichteten Craton Precious Metals Fund (LI ) zurückgreifen. Schere geht auf In den ersten Jahren der Goldhausse stiegen Goldminenaktien und Gold nahezu im Gleichklang. Seit der Finanzkrise 28 hinken die Produzentenaktien aber deutlich hinterher. Damit hat sich hier Nachholpotenzial aufgestaut. Goldpreis und Goldminen Entwicklung seit Goldpreis Datastream-Welt- Goldminen-Index % Kleinere Goldminen mit Extraturbo Name ISIN Kurs Marktkapital. Produktion/Status reine Abbaukosten Goldreserven Hauptabbaugebiet/Bemerkung in Euro in Mio. Euro in Unzen (212e) je Unze 212e in Unzen Osisko Mining CA , USD 1,7 Mio. Malartic-Mine (Quebec, Kan.) Alacer Gold CA , USD 5,9 Mio Türkei und Westaustralien Kingsgate Cons. AUKCN1 6, USD 2,4 Mio. Minen in Thailand u. Australien Regis Resources AURRL8 3, USD 2,9 Mio. 2 Projekte in Westaustralien Intern. Tower Hill M. CA465R129 3,8 331 Minenaufbau 1,6 Mio.* nahe Fairbanks, Alaska (USA) *Ressourcen; e = erwartet Quellen: Bloomberg, Macquarie Equities, RBC Capital Markets 41

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