Zinsanpassung bei Unternehmerkrediten

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1 Zinsanpassung bei Unternehmerkrediten Institut für Bankrecht, Mag. Martin Brandstetter Raiffeisenlandesbank OÖ 1

2 Basel II 3-Säulen-Konzept Seite 2 1. Mindestkapitalanforderungen 2. Institutinternes Risikomanagement 3. Erweiterte Publizitätsverpflichtungen std/08-brandstetter/div/06-08/bankrechtsforum- Bankrechtsforum-Zinanp. b. Unternehmerkr.

3 Basel II Mindestkapitalanforderungen Seite 3 Unterschiedliche Verfahren zur Bemessung der Mindestkapitalaufforderungen (Eigenmittel) für Kreditrisiko, Marktrisiko und operationelles Risiko

4 Basel II Kreditrisiko Seite 4 Standardansatz Kredithöhe x Risikogewicht x 8 % = Eigenkapitalerfordernis Basis IRB-Ansatz auf internem Rating basierender Ansatz Fortgeschrittener IRB-Ansatz

5 Basel II Zinsanpassung 1 Seite 5 Standardansatz für Zinsanpassung zu starr Risikogewicht abhängig von externem Rating Rating eines Unternehmens durch Rating-Agentur (Standard & Poor, Moody s etc.) in Österreich unüblich Risikogewicht von Unternehmerkredit mangels Rating 100 %

6 Basel II Zinsanpassung 2 Seite 6 IRB-Ansatz für Zinsanpassung zu komplex Bernhard Koch, ÖBA 2007, 617.: Anhand einer für Nichtmathematiker unüberschaubaren Formel wird letztlich die Risikogewichtung der Kreditforderung errechnet Viele Banken wenden IRB-Ansatz nicht an

7 Basel II Zinsanpassung 3 Seite 7 Basel II im BWG umgesetzt - Ordnungsvorschriften für Kreditinstitute Keine zivilrechtlichen Vorgaben in den BWG- Bestimmungen zu Basel II Wertung des Gesetzgebers: Bonität des Unternehmers, relevante Größe im Kreditgeschäft, somit sachgerecht, Verzinsung u.a. der Entwicklung dieser Größe anzupassen.

8 Zinsanpassung Bonität 1 Seite 8 Für Kreditmarkt war schon vor Basel II Bonität ein entscheidender Faktor für Zinskonditionen Zinsanpassungsklausel:. entsprechend den jeweiligen Geld-, Kredit- oder Kapitalmarktverhältnissen zu ändern (10 Ob 125/05 p, 10 Ob 145/05 d) Änderung der Bonität des Kreditnehmers führt daher auch zu einer Änderung der Zinskondition

9 Zinsanpassung Bonität 2 Seite 9 Klausel stellt auf die für vergleichbare Kredite üblichen Sätze ab (10 Ob 125/05 p). Für die im Massengeschäft tätigen Banken ist eine derartige Anpassungsmöglichkeit auch aus praktischen Gründen dringend erforderlich, weil eine von Kunde zu Kunde unterschiedliche Entgeltsberechnung hohe und letztlich auch die Kunden insgesamt belastende Kosten verursachen würde (10 Ob 125/05 p).

10 Zinsanpassung Bonität 3 Seite 10 Im Massengeschäft daher nicht geboten Kreditverzinsung vertraglich explizit z.b. an Bilanzkennzahlen zu binden. Auch aus Basel II Bestimmungen des BWG keine Verpflichtung ableitbar, die Berechnungsmodalitäten für die Bestimmung von Kreditrisiko und den damit einhergehenden Eigenkapitalerfordernis im Kreditvertrag einfließen zu lassen

11 Zinsanpassung Geld-, Kreditoder Kapitalmarktverhältnisse 1 Seite 11 Bestimmt im Sinne von bestimmbar ( 869 ABGB) Unternehmer nicht mit Verbraucher vergleichbar: mehrere Bankverbindungen, Steuerberater, Unternehmensberater, weiß um seine Bonität besser und im vornhinein Bescheid als Bank < -- > laufender Wettbewerb der Banken um Kreditkunden

12 Zinsanpassung Geld-, Kreditoder Kapitalmarktverhältnisse 2 Bank hat Gründe für Zinsanpassung im Streitfall offen zu legen Seite 12 Billiges Ermessen mathematische Formeln wie in den Basel II Bestimmungen des BWG Billiges Ermessen bei Zinsanpassung letztlich auch abhängig von Sachverständigen, der durch Branchenvergleiche, ÖNB-Daten, Recherche des Marktumfeldes udgl. das Gericht bei der Bewertung unterstützt, ob Zinssatz den für vergleichbare Kredite üblichen Sätzen zum jeweiligen Anpassungszeitpunkt entsprochen hat.

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