Aktienanalyse Procter & Gamble : Alternative zu Anleihen und Immobilien

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1 Aktienanalyse Procter & Gamble : Alternative zu Anleihen und Immobilien Machen wir es wie Warren Buffet, und vergleichen einmal eine hervorragende Aktie mit allen allen sinnvollen Alternativen. Es ist erstaunlich was dabei herauskommt. Lassen wir mal die recht guten News und die recht gute Charttechnik von Procter und Gamble beiseite und sehen uns die Aktie mal ausschließlich "von oben" an. Das Unternehmen wurde 1837 in den USA von William Procter und James Gamble gegründet und liefert in sage und schreibe 180 Länder! Bereits diese kurze Info zeigt, mit welcher Klasse von Aktien wir es zu tun haben. Da ist ein Konzern ziemlich unabhängig von Zeit und Ort. Weder geht es hier um den neuesten Technik-Schnickschnack noch um irgendwelche angeblichen Trend- Regionen ala BRIC oder ähnlich sinnfreie Modewörter, bei denen oft Risiko, Intransparenz und geringe Reflexionsanforderungen den besonderen "Reiz" ausmachen, der Procter und Gamble erspart bleibt. Bereits 1998 stand Procter & Gamble auf meiner Investment-Liste. Kein Wunder, denn P&G ist der größte Konsumgüterkonzern und dabei einer der größten Markenkonzerne der Welt. Eine ganze Palette von Gütern des täglichen Bedarfs stellt Procter & Gamble her, zum Beispiel Windeln, Batterien, Shampoo, Zahnpasta und Toilettenpapier. Die Aktie ist im Grunde selbst ein ganzes Portfolio, denn mit ihr partizipiert man an der Entwicklung von dutzenden internationalen Marken wie Pampers, Ariel, Always, Wella, Blend-a- Med, Duracell, Meister Propper und Gilette. Viele der Marken wurden im Laufe der langen Firmengeschichte übernommen. Der Konzern versteht sich als

2 Markenmanager und konzentriert sich auf bekannte Marken mit hohen Gewinnmargen, zuletzt im Bereich Kosmetik. Der Umsatz wächst stetig, beträgt über 80 Milliarden Dollar und generiert eine ziemlich hohe Gewinnmarge von 13,5%. Als US-amerikanischer Konzern schüttet das Unternehmen vier Mal im Jahr eine Dividende aus, die ebenfalls stetig steigt. Dementsprechend erzielt man mit der Aktie kein Zukunftsversprechen, sondern einen sofortigen, regelmäßigen und nachhaltigen Zahlungsstrom. Die Dividendenrendite von Procter & Gamble beträgt etwa 3%. Nun vergleichen wir: Mit den vermeintlich "sicheren" deutschen Staatsanleihen erzielt man bei langfristig erheblichem Kurs- und Inflationsrisiko eine Rendite von nominal (!) weniger als einem Prozent. Das ist zu wenig und reicht nicht einmal für die gegenwärtige Inflation aus, die diesen Mini-Ertrag wieder auffrisst. Wo kommt dann eine einigermaßen sichere Rendite her? Vielleicht aus Immobilien? Es kann gegenwärtig gelingen, eine Eigentumswohnung in einer einigermaßen sicheren Lage zu finden, die eine höhere Rendite als Procter & Gamble verspricht. Aber zum einen lässt sich dieses Investment nicht so schön stückeln wie ein Investment in Procter & Gamble. Da müssen es schon Hunderttausend statt 60 Euro sein. Zum anderen ist die Immobilie maximal illiquide. Da lassen sich nicht mal eben 10 Tausend herausnehmen. Um noch einen weiteren der vielen Nachteile zu nennen: Der Kauf einer Immobilie ist mit Arbeit verbunden. Selbst wenn Makler, Verwalter, und Sekretär einen Teil der Arbeit abnehmen (was die Rendite außerdem senkt). Und ist eine einzelne Eigentumswohnung etwa sicherer als der Anteil an Produktion und Vertrieb der wichtigsten täglichen Konsumgütermarken in 180 Ländern?

3 4,00% 3,50% 3,00% 2,50% 2,00% 1,50% 1,00% 0,50% 0,00% Rendite deutscher Staats- Anleihen (Umlaufrendite) Dividendenrendite Procter&Gamble Mietrendite einer typischen Eigentumswohnung in deutschen Großstädten Nein, Immobilien sind keine wirkliche Alternative zu schnell und leicht handzuhabendem Finanzkapital. Deshalb sind Anleihen für viele immer noch eine Wahl. Aber warum nicht lieber die Aktie kaufen? Sehen wir uns die Historie an. In den letzten 22 Jahren hat P&G nicht nur wesentlich besser abgeschnitten als andere amerikanische und weltweite Aktien, sondern auch besser als deutsche Staatsanleihen. Die Grafik, die ich für Sie erstellt habe, zeigt das ganz deutlich. Dabei sind deutsche Staatsanleihen sogar unter der Prämisse der Wiederinvestition der Zinsen berücksichtigt, während bei den 500 größten US-Aktien und bei P&G nur die Kurssteigerungen, also nicht die Dividenden berücksichtigt sind. Denn neben der Dividendenrendite ist bei Procter & Gamble noch eine Wertsteigerung zu erwarten. Und zwar nicht nur durch Bewertungsveränderung, sondern einfach durch das stetige Wachstum der Weltwirtschaft und den Effizienz Steigerungen im Unternehmen. Genau dies zeigt der langfristige Chart. Und Dazu kommen noch die oben dargestellten Dividendenzahlungen.

4 ,00 60,00 50,00 40,00 30,00 20,00 10,00 0,00 Aktienkurs von Procter & Gamble in Euro S&P 500 in Euro (indiziert) Rex Performance (indiziert) Fazit: Wie man bei Procter & Gamble beispielhaft sieht, sind Aktien derzeit noch immer nicht zu teuer. Der S&P 500 steht inzwischen zwar bei 2000 und der Dax ist kürzlich schon mal über gestiegen, doch trotz dieser Marken gibt es weiteres Potential (Vgl. Artikel "Dax: Endlich 10000! Und jetzt?"). Anderseits gibt es dennoch erhöhte Crash-Risiken (Vgl. Artikel: "Börsenpanik?"), die aber nichts mit der Bewertung und grundsätzlichen Attraktivität von Aktien zu tun haben. P&G wird nicht unabhängig vom Aktienmarkt performen können. Beachten sie aber, wie moderat die Aktie in den Krisen von und 2009 gefallen und über eine lange Zeit dennoch stärker als der Aktienmarkt gestiegen ist. Derzeit ist P&G zwar nicht von meinen quantitativen Systemen zur Performanceoptimierung ausgewählt worden. Auf sehr lange Sicht ist Procter und Gamble unter qualitativen Gesichtspunkten derzeit dennoch ein hervorragendes Eigenkapital-Investment, das ich persönlich wegen der Fungibilität, der relativen Ruhe, Rendite und Sicherheit auf ganzer Linie Anleihen, Immobilien und auch vielen anderen Aktien vorziehen würde.

5 Beste Investment-Grüße Ihr Robert Velten Dirk Müller sowie die Finanzethos GmbH haben sich verpflichtet, den Kodex des Deutschen Presserates für Finanz- und Wirtschaftsjournalisten einzuhalten. Der Verhaltenskodex untersagt die Ausnutzung von Insiderinformationen und regelt den Umgang mit möglichen Interessenkonflikten. Die Einhaltung des Verhaltenskodex wird jährlich überprüft. Dies gilt auch für Dirk Müller oder für Finanzethos GmbH tätige freie Journalisten.

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