Die häufigsten Fragen unserer Kunden zu Basel II und Rating

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1 Die häufigsten Fragen unserer Kunden zu Basel II und Rating Die Fragen im Überblick... Antworten finden Sie auf Seite Wie definiert die Sparkassenorganisation den Mittelstand? 2 2. Ziehen sich die Sparkassen mit dem internen Rating aus der Finanzierung des 2 Mittelstandes zurück? 3. Macht Basel II die Kreditfinanzierung für den Mittelstand unbezahlbar? 3 4. Welche Stellhebel gibt es für ein gutes Bilanzrating? 3 5. Die mittelständischen Unternehmen in Deutschland verfügen im Durchschnitt 4 über eine deutlich geringere Eigenkapitalausstattung (unter 20 %) als vergleichbare Betriebe im europäischen Ausland. Wie wirkt sich dieser strukturelle Nachteil auf das Rating aus? 6. Welchen Einfluss hat die Branche auf das Rating? Erhält z.b. die 4 Krisengeschüttelte Bauindustrie von vornherein einen Branchenabschlag? 7. Welche Bedeutung haben künftig die Sicherheiten für das Rating und die 5 Kreditkonditionen? 8. Wie wird zusätzliches Privatvermögen beim Firmenkundenrating 5 berücksichtigt? 9. Wird die Sparkassenorganisation die Details der Ratingverfahren 6 Veröffentlichen und ihren Kunden zur Verfügung stellen? 10. Bekommt der Firmenkunde eine Ratingurkunde von seiner Sparkasse, 7 die er bei seinen Kunden, Lieferanten oder anderen Banken einsetzen kann? 11. Für welche Kunden lohnt sich das externe Rating einer Agentur? Ist es möglich, dass ein Kunde bei verschiedenen Kreditinstitutsgruppen auch 8 unterschiedliche interne Ratings erhält? 13. Werden auch Ratings anderer Banken von den Sparkassen anerkannt? Was kostet das Rating bei den Sparkassen? Das Finanzrating wird weiterhin ein hohes Gewicht haben. Wie werden daher 9 Zukunftsaspekte der Unternehmensentwicklung im neuen Rating Berücksichtigt? 16. Wird es auch ein internes Ratingverfahren für Kommunen geben? Berater und Wirtschaftsprüfer meinen, dass die Alternativen zum 10 Bankkredit immer wichtiger werden. Stimmt das? 18. Welche Rolle spielt künftig Beteiligungskapital im Finanzierungsmix? Sollten Firmen jetzt schon Pläne machen, um im Jahr 2006 wenn Basel II 10 Erstmals angewandt wird ein gutes Rating zu bekommen? 20. Was können kleine und mittlere Unternehmen jetzt schon tun, 11 das Rating positiv zu beeinflussen? 21. Wo liegt für den Unternehmer der zukunftsgerichtete betriebswirtschaftliche 11 Nutzen des Ratings? 22. Welche Papiere, Daten, Zahlen und Fakten sollten die Kunden auf jeden Fall 12 Dabei und entsprechend aufbereitet haben, wenn sie zu ihrer Sparkasse Gehen? 23. Welche Papiere und Fakten müssen jetzt vorgelegt werden, die früher nicht oder kaum relevant waren?

2 1. Wie definiert die Sparkassenorganisation den Mittelstand? Kleine Unternehmen: bis 9 MA / Umsatz < 0,5 Mio. EUR Mittlere Unternehmen: 10 bis 500 MA / Umsatz < 50 Mio. EUR Der unternehmerische Mittelstand ist ein Wirtschaftsmodell mit hoher Identifikation und eindeutiger Übernahme von persönlicher und gesellschaftlicher Verantwortung. Der Mittelstand sind diejenigen Unternehmen, die von einem Unternehmer mit persönlichem Risiko geführt werden und an denen zumeist ganze Familien beteiligt sind. Es sind diejenigen Unternehmen, die das Rad in der Region am Laufen halten, hier ihre Gewinne erwirtschaften und ihre Steuern zahlen. Es sind die mehr als 3 Millionen kleinen und mittleren Unternehmen, die fast 50 % der Bruttoinvestitionen tätigen, fast 60 % der Bruttowertschöpfung erwirtschaften, knapp 70 % aller Arbeits- und knapp 80 % aller Ausbildungsplätze in Deutschland stellen. Der Mittelstand ist ein Zukunftsmodell: Relativ kleine Einheiten mit klarem Standort und gleichzeitig international vernetzt. Das sorgt für eine feste Verankerung der Wirtschaft bei den Menschen und es sorgt für gesellschaftliche Stabilität. 2. Ziehen sich die Sparkassen mit dem internen Rating aus der Finanzierung des Mittelstandes zurück? Mit einer Bilanzsumme von rund 1,8 Billionen Euro ist die ªFinanzgruppe die größte Kreditinstitutsgruppe der Welt. In Baden-Württemberg sind fast 2/3 aller Bürgerinnen und Bürger Kunden der Sparkassen. Die Sparkassen sind in der Nähe der einzelnen Menschen und des Mittelstandes. Ziel ist es, Kundennähe mit den Kosten- und Innovationsvorteilen eines großen Verbundes zu kombinieren. Die ªFinanzgruppe ist ein Unternehmensverbund für eine umfassende und zukunftsorientierte Betreuung des Mittelstandes in allen Fragen rund ums Geld. Wir stellen uns dem Wettbewerb im Zeitalter der Globalisierung auf der Grundlage einer festen Verankerung im deutschen und vor allem im regionalen Markt. Wir wollen nicht als Global Player auf den Weltmärkten mit unseren Mitbewerbern konkurrieren. Vielmehr lautet unser Motto: All business is local

3 Die Sparkassen sind verlässlicher Partner des Mittelstandes und auch der Existenzgründer und ziehen sich nicht aus diesem Bereich zurück. Ohne Sparkassen und Landesbanken wäre die Finanzierung des Mittelstandes in Deutschland massiv gefährdet. 3. Macht Basel II die Kreditfinanzierung für den Mittelstand unbezahlbar? In absehbarer Zeit wird die Kreditfinanzierung über Sparkassen und Banken die wichtigste Finanzierungsform für kleine und mittelständische Unternehmen bleiben. Die Verbände des Kreditgewerbes und des Mittelstandes setzen sich derzeit gemeinsam und intensiv für eine mittelstandsfreundliche Ausgestaltung der Baseler Reformvorschläge ein. Alle Banken und Sparkassen müssen zukünftig ihre Kredite entsprechend des individuellen Kreditrisikos mit Eigenkapital unterlegen. Damit wird das Rating eines Unternehmens zu einem wichtigen Kostenfaktor für alle Kreditinstitute und ihre Kunden. Sparkassen und ihre Kunden müssen sich also rechtzeitig auf die Veränderungen durch Basel II vorbereiten. Mit dem neuen Ratingverfahren der Sparkassen wollen wir das Kreditrisiko möglichst präzise messen, damit wir Ihnen marktgerechte Konditionen bieten können. Zukunftsfähige Unternehmen, die ertragsstark und innovativ in ihrem Markt tätig sind, werden Vorteile bei der Kreditfinanzierung haben. Ein aktives Informationsverhalten wird daher auch für mittelständische Unternehmen immer wichtiger. In vielen kleinen und mittleren Unternehmen wird also ein Umdenkprozess stattfinden müssen. Die Entwicklung hin zu mehr Transparenz bietet gerade für viele Unternehmen die Chance, bei allen ihren Geschäftspartnern - also bei Kunden, Lieferanten und Kreditgebern optimale Konditionen durchzusetzen. 4. Welche Stellhebel gibt es für ein gutes Bilanzrating? Das Bilanzrating ist mit einem Gewicht von 50 % bis 60 % ein Schwerpunkt im Ratingverfahren der Sparkassen. Bei den Kreditverhandlungen spielte die Analyse der Bilanzkennzahlen auch bisher schon eine wesentliche Rolle. Bilanzrelationen, insbesondere - 3 -

4 wirtschaftliches Eigenkapital (einschl. Eigenkapital-ähnliche Mittel: Gesellschafterdarlehen, Einlagen typischer stiller Gesellschafter ohne Verlustteilnahme, Darlehen mit Rangrücktritt) und kurzfristiges Fremdkapital Vorräte (Lagerkennzahlen) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Gesamtleistung (Umsatzerlöse + Bestandsveränderungen + aktivierte Eigenleistungen) Betriebsergebnis Cashflow 5. Die mittelständischen Unternehmen in Deutschland verfügen im Durchschnitt über eine deutlich geringere Eigenkapitalausstattung (unter 20 Prozent) als vergleichbare Betriebe im europäischen Ausland. Wie wirkt sich dieser strukturelle Nachteil auf das Rating aus? Die Eigenkapitalquote ist eine wichtige Kennzahl im Rating, weil die Eigenkapitalausstattung eines Unternehmens über den unternehmerischen Spielraum in guten Zeiten (Finanzierungsfunktion) und schlechten Zeiten (Risikopolster) entscheidet. Die Verbesserung der Eigenkapitalausstattung ist für die Unternehmen wichtig. Mögliche Stellhebel: Zuführung durch verbesserte Rentabilität Moderate Entnahmepolitik Eigenkapital-ähnliche Mittel: Gesellschafterdarlehen, Einlagen stiller Gesellschafter, Genussrechtskapital Eigenkapital-schonende Finanzierungsformen, z. B. Leasing Strukturelle Veränderungen bei Förderkrediten Intensivierung der Beteiligungsfinanzierung z. B. mit ªWagniskapital von der Kreissparkasse Ludwigsburg. 6. Welchen Einfluss hat die Branche auf das Rating? Erhält z. B. die krisengeschüttelte Bauindustrie von vornherein einen Branchenabschlag? Es wird keinen Branchen-Malus im Sparkassenrating geben, da die eingehenden Bilanzkennzahlen bereits mit der Branche korrelieren: - 4 -

5 Die wirtschaftliche Gesamtsituation einer Branche spiegelt sich zuerst in den finanziellen Kennzahlen, also im Bilanzrating eines Unternehmens, wider. Geht es einer ganzen Branche schlecht, so wird sich das bei vielen Unternehmen aus dieser Branche auch in einem ungünstigen Bilanzrating niederschlagen. Zusätzlich wird im Ratingverfahren bei großen Firmenkunden neben der allgemeinen Branchenentwicklung auch die individuelle Marktstellung des Unternehmens beurteilt. Dadurch können auch Outperformer in einer ansonsten krisengeschüttelten Branche angemessen berücksichtigt werden. Die Perspektiven einer bestimmten Branche spielen natürlich auch beim Rating von Existenzgründern eine wichtige Rolle. Abgesehen von dem konkreten Ratingergebnis eines Unternehmens wird jede Sparkasse bei der Kreditentscheidung darauf achten, ihre Risiken auf viele - natürlich möglichst erfolgversprechende Branchen zu streuen. 7. Welche Bedeutung haben künftig die Sicherheiten für das Rating und die Kreditkonditionen? Sparkassen achten bei ihrer Kreditentscheidung vor allem auf die Ertragskraft eines Unternehmens, denn sie sind ja in erster Linie an einer dauerhaften und für beide Seiten erfolgversprechenden Geschäftsverbindung interessiert. Das eigentliche Ratingverfahren wird die Frage der Sicherheiten nicht umfassen, da die Zukunftsfähigkeit und Ausfallwahrscheinlichkeit eines Unternehmens zunächst ja nicht davon abhängt, welche Sicherheiten der Sparkasse gestellt wurden. Aber die Sicherheiten entscheiden natürlich mit darüber, wie hoch der tatsächliche Verlust für die Sparkasse sein kann, wenn der Kreditnehmer die vereinbarten Zins- und Tilgungsleistungen nicht mehr erbringt. Das heißt, die Art und Höhe der Sicherheiten wird auch weiterhin eine Frage in den Kreditverhandlungen sein und die Konditionen für den Kredit mit bestimmen. 8. Wie wird zusätzliches Privatvermögen beim Firmenkundenrating berücksichtigt? Basel II schreibt vor, dass für jede rechtlich selbstständige Einheit, also für jeden Kunden und jedes Unternehmen, ein eigenes Rating erstellt werden muss. Bei der Entwicklung des Ratings haben wir viel darüber diskutiert, ob die Tatsache, dass ein Unternehmer über zusätzliches Privatvermögen verfügt auch einen messbaren Einfluss auf die Ausfallwahrscheinlichkeit der Firma - 5 -

6 hat. Kurz: Wird der Unternehmer im Krisenfall sein Privatvermögen zur Rettung der Firma einsetzen? Die Erfahrungen zeigen, dass sich bei der Insolvenz von Unternehmen oftmals auch die privaten Vermögenswerte des Kunden verflüchtigt haben: Ist die Bank nicht mehr bereit weiteres Geld in das Unternehmen zu investieren, so wird auch der Unternehmer selbst in der Regel keine weiteren Mittel aus seinem Privatvermögen aufbringen können oder wollen um den Ausfall der Firma zu verhindern. Unter Berücksichtigung der notwendigen Restriktionen* ergäbe sich ein zu hoher Aufwand im Verhältnis zu einer nur geringfügig besseren Trennschärfe des Ratings. Damit wäre auch die schnelle und kostengünstige Erstellung des Ratings gefährdet. *Nachweis, Risikoabschläge, juristische Identität, quotale Anrechnung Haftendes Privatvermögen wird sich wie bisher als Sicherheit günstig auf die Konditionen für Firmenkredite auswirken. Damit hat es der Unternehmer selbst in der Hand, die Bereitstellung der Kredite und deren Preise positiv zu beeinflussen. 9. Wird die Sparkassenorganisation die Details der Ratingverfahren veröffentlichen und ihren Kunden zur Verfügung stellen? Wir informieren über Grundstrukturen, geben Beispiele für wichtige Ratingdetails und Empfehlungen zur Vorbereitung auf das Rating. Stärken und Schwächen des Unternehmens sollen im Rahmen der individuellen Finanzierungsberatung besprochen werden. Die Gesamtheit der Ratingdetails wird nicht veröffentlicht werden: Die Anpassung der Unternehmen an die konkreten Ratingfragen führt nur zu einer scheinbaren Verbesserung der betriebswirtschaftlichen Situation. Die Trennfähigkeit des Systems kann verloren gehen. Stichwort: Investitionsschutz und Wettbewerbsvorteile. Einfaches Beispiel: Wir sagen, die Teilnahme an einer Informationsveranstaltung wirkt sich positiv auf das Rating aus. Folge: Zur nächsten Veranstaltung kommen alle Kunden. Konsequenz: Der reine Tatbestand der Veranstaltungsteilnahme kann nicht mehr zwischen guten und schlechten Kunden trennen. Die Kreissparkasse Ludwigsburg bietet ihren Kunden entsprechende Kundenbroschüren an

7 10. Bekommt der Firmenkunde eine Ratingurkunde von seiner Sparkasse, die er bei seinen Kunden, Lieferanten oder anderen Banken einsetzen kann? Das Ratingverfahren der Sparkassen ist ein internes Rating, dass für den Einsatz innerhalb der Sparkassen entwickelt wurde. Es verfolgt einen anderen Zweck als das externe Rating einer Agentur: Unterstützung der Kreditentscheidung Risikofrühwarnsystem Höhe der Eigenkapitalunterlegung (Kapitalkosten nach Basel II) Risikogerechte Konditionen Dafür ist es ein schlankes und für den Kunden kostengünstiges Verfahren. Der Kunde erhält Ansatzpunkte zur Einleitung betriebswirtschaftlicher Verbesserungen im Unternehmen. 11. Für welche Kunden lohnt sich das externe Rating einer Agentur? Der Baseler Ausschuss hat als Alternative zum internen Rating der Kreditinstitute ein externes Rating vorgesehen. Ein solches Verfahren bei einer großen Agentur wie Moody s oder Standard & Poor s ist aber für mittelständische Unternehmen in der Regel zu teuer. Preise von bis zu ,-- US-Dollar pro Jahr sind keine Seltenheit. Im angloamerikanischen Vergleich verfügen deshalb hierzulande nur sehr wenige Unternehmen über ein externes Rating - in der Fachliteratur wird daher oft von einer Ratinglücke in Deutschland gesprochen. In diese Marktlücke sind in den letzten Monaten viele neue Anbieter gestoßen: Agenturen wie z. B. die Creditreform Rating AG, die Rating Services AG oder die EuroRatings AG haben sich darauf spezialisiert, Ratings für den Mittelstand zu deutlich günstigeren Preisen anzubieten. Ob diese neuen Agenturen allerdings die Anerkennung nach Basel II erhalten werden, ist eher unwahrscheinlich. Die kleinen und mittleren Unternehmen müssen letztlich entscheiden, ob sich die zusätzlichen Kosten für ein externes Rating lohnen. Das Rating einer bekannten externen Agentur ist sicherlich notwendig, wenn sich große Unternehmen direkt am Kapitalmarkt finanzieren wollen, also z. B. durch die Ausgabe von Anleihen. Ein gutes externes Ratingurteil ist auch vorteilhaft, wenn ein Unternehmen dies in der Öffentlichkeitsarbeit gegenüber Kunden und Lieferanten aktiv vermarkten will. Für uns Sparkassen ist aber eines wichtig: Bei den Verhandlungen in Basel haben wir erreicht, dass für die traditionelle Kreditfinanzierung bei Banken und Sparkassen das interne Rating der Kreditinstitute gleichberechtigt und - 7 -

8 ausreichend ist. Dadurch konnte vor allem die Belastung des Mittelstandes mit zusätzlichen Kosten erfolgreich verhindert werden. Sparkassen werden ein externes Ratingurteil sicherlich berücksichtigen, aber gleichzeitig auf das interne Verfahren nicht verzichten wollen und können. 12. Ist es möglich, dass ein Kunde bei verschiedenen Kreditinstitutsgruppen auch unterschiedliche interne Ratings erhält? Wir erwarten, dass die Vorgaben durch Basel II fast unverändert und zeitgleich in eine europäische Richtlinie umgesetzt werden. Diese ist maßgeblich für die Umsetzung in den einzelnen EU-Staaten. Für alle Kreditinstitutsgruppen gleichgültig, ob sie innerhalb Deutschlands oder in europäischen Nachbarländern tätig sind gelten also die gleichen strengen Maßstäbe für den Einsatz interner Ratingverfahren. Dies wird von den Aufsichtsämtern überwacht werden. Systembedingt unterschiedliche Ratingergebnisse dürfte es insofern nicht geben. Die Anzahl und Qualität der Daten, die über den Kunden vorliegen, können aber bei den einzelnen Banken unterschiedlich sein. Im Bereich des Kontoverhaltens sind sie z. B. davon abhängig, ob das Institut Haupt- oder Nebenbankverbindung des Kunden ist. Aus dem unterschiedlichen Informationsgehalt können sich daher auch unterschiedliche Ratingergebnisse ergeben. 13. Werden auch Ratings anderer Banken von den Sparkassen anerkannt? Viele Kreditinstitutsgruppen werden mit eigenen internen Ratingsystemen arbeiten, um die neuen Baseler Kapitalanforderungen für Kreditrisiken zu erfüllen. Weil die Vorgaben aus Basel sehr genau sind, werden sich die Verfahren auch nicht wesentlich voneinander unterscheiden. Die Sparkasse kann aber nicht erkennen, auf welcher Informationsbasis die andere Bank ihr Rating durchgeführt hat und wird daher immer auch ihr eigenes Verfahren anwenden. In vielen Fällen verfügen Sparkassen in ihrer Hausbankfunktion über besonders viele Informationen und kennen ihre Kunden sehr gut. Außerdem schreibt Basel vor, dass Kreditinstitute ihr internes Ratingverfahren auch tatsächlich einsetzen müssen. Sie dürfen nicht in jedem Einzelfall mal das eigene interne Rating oder mal das Rating einer externen Bank oder Agentur benutzen

9 14. Was kostet das Rating bei den Sparkassen? Das Rating der Sparkassen ist im Gegensatz zu den Ratingverfahren einer darauf spezialisierten Agentur für interne Zwecke entwickelt worden. Insofern wird es keinen gesonderten Preis für das Rating geben. Selbstverständlich haben die Sparkassen Personal- und Sachkosten bei der Durchführung des Ratings zu berücksichtigen. Diese Prozesskosten sind durch das Kreditgeschäft verursacht und werden in der Preiskalkulation der Sparkassen enthalten sein. Da jedoch viele Informationen für das Rating ohnehin bei der Sparkasse vorhanden sind kann das Rating effizient und kostengünstig erstellt werden. Das einheitliche Rating für alle Sparkassen und Landesbanken ermöglicht es der Sparkassen-Finanzgruppe, die Arbeitsabläufe weiter zu verbessern und effizienter zu gestalten. Dadurch sollten zusätzliche Kosten mindestens kompensiert werden. 15. Das Finanzrating wird weiterhin ein hohes Gewicht haben. Wie werden daher Zukunftsaspekte der Unternehmensentwicklung im neuen Rating berücksichtigt? Die Prognosekraft der ausgewählten (vergangenheitsbezogenen) Bilanzkennzahlen wurde im Projekt statistisch nachgewiesen. Die finanziellen Faktoren sind auch deshalb gut geeignet, da sie weitgehend frei von subjektiven Eindrücken sind. Zukunftsaspekte werden zusätzlich durch die qualitativen Fragen berücksichtigt, z. B. bei Firmenkunden mit Fragen zur Unternehmensstrategie und zum Themenbereich Markt & Produkt, bei Existenzgründern mit Fragen zum Businessplan und mit Fragen zu den Branchenperspektiven. Außerdem gibt es in Einzelfällen immer die Möglichkeit der Überschreibung. 16. Wird es auch ein internes Ratingverfahren für Kommunen geben? Nach den Baseler Vorschlägen ist vorgesehen, dass Kredite an Kommunen in Deutschland entsprechend der Bewertung der Bundesrepublik mit einem 0 %-Gewicht belegt werden. Für diese Kredite wäre also wie bisher keine Unterlegung mit Eigenkapital erforderlich

10 Entsprechend arbeitet die Sparkassenorganisation bisher nicht an einem internen Rating für Kommunen in Deutschland. 17. Berater und Wirtschaftsprüfer meinen, dass die Alternativen zum Bankkredit immer wichtiger werden. Stimmt das? Der mit Abstand wichtigste Bereich ist und bleibt die Kreditfinanzierung. Entscheidend für das Unternehmen ist allerdings der richtige Finanzierungsmix. Bei einer Mittelstandsbefragung des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes hat etwa jeder vierte Unternehmer Leasing für den eigenen Betrieb als wichtig oder sehr wichtig eingestuft. Mit steigender Tendenz. 18. Welche Rolle spielt künftig Beteiligungskapital im Finanzierungsmix? Grundsätzlich kann ein Unternehmen durch die Beteiligung von externen Anteilseignern seine Eigenkapitalsituation verbessern. Viele Mittelständler sind hier aber noch zurückhaltend. In einer Umfrage des DSGV haben sieben bis acht Prozent der Unternehmer geantwortet, dass Beteiligungskapital für sie von großer oder sehr großer Bedeutung ist. In der Tendenz wird die Bedeutung von Wagnisund Beteiligungskapital zunehmen. Die Kreissparkasse Ludwigsburg bietet ªWagniskapital an. Gerade in der Phase der Unternehmensexpansion wird dieses Kapital eine wichtige Rolle spielen können. Wir gehen davon aus, dass die Kreditfinanzierung nicht nennenswert abnehmen wird. 19. Sollten Firmen jetzt schon Pläne machen, um im Jahr 2006 wenn Basel II erstmals angewandt wird ein gutes Rating zu bekommen? Ein gutes Unternehmensmanagement ist in jeder Phase der wirtschaftlichen Tätigkeit wichtig. Auf die neuen Anforderungen können und sollten sich unsere Kunden jetzt schon vorbereiten und sie als Herausforderung zur Verbesserung ihrer Unternehmensführung begreifen. Im Übrigen ist das Rating für Firmenkunden ja nichts Neues. Auch in der Vergangenheit erfolgte die Kreditvergabe in engem Zusammenhang mit bestimmten Rahmendaten über das betreffende Unternehmen

11 20. Was können kleine und mittelständische Unternehmen jetzt schon tun, um das Rating positiv zu beeinflussen? Jedes Unternehmen kann sich bereits jetzt fit für Basel II machen. So sind beispielsweise der Aufbau betriebswirtschaftlichen Know-hows in der Geschäftsleitung die Nutzung betriebswirtschaftlicher Planungs- und Steuerungsinstrumente die Verbesserung der Rentabilität die Stärkung der Eigenkapitalbasis die Sicherung der Marktposition oder die rechtzeitige Regelung der Nachfolgefrage wichtige Elemente und Bausteine für eine positive Ratingeinschätzung durch die Bank oder Sparkasse. Zusätzlich kommt es im Verhältnis zur Sparkasse darauf an, auf eine Kontoführung im Rahmen der Vereinbarungen zu achten, Bilanzen und andere Unterlagen frühzeitig, vollständig und kontinuierlich vorzulegen und insgesamt eine offene Kommunikation zur Hausbank zu pflegen. 21. Wo liegt für den Unternehmer der zukunftsgerichtete betriebswirtschaftliche Nutzen des Ratings? Das Rating fördert die Umsetzung von Verbesserungen im Unternehmen, da Verbesserungen auch zu einem besseren Rating führen. Das Rating wiederum beeinflusst die Kreditkonditionen und eröffnet dem Unternehmer neue Chancen am Markt. Weiter ist durch das Rating eine kontinuierliche, den betriebswirtschaftlichen Anforderungen entsprechende Begleitung der Unternehmensentwicklung möglich. Zukünftiges Benchmarking (z. B. mit Branchenwerten) erlaubt den direkten Vergleich mit den Wettbewerbern, verdeutlicht Kernkompetenzen und eröffnet neue Geschäftsfeldpotenziale. Langfristig wird auch für die mittelständischen Unternehmen durch das Rating der Weg zum Kapitalmarkt geebnet

12 22. Welche Papiere, Daten, Zahlen und Fakten sollten die Kunden auf jeden Fall dabei und entsprechend aufbereitet haben, wenn sie zu ihrer Sparkasse/Bank gehen? Der Vorbereitung eines Unternehmens auf ein Ratinggespräch mit der Sparkasse kommt eine besondere Bedeutung zu. Für das Management ist dies keine einmalige, sondern eine dauerhafte Herausforderung. Beim Rating wird das gesamte Unternehmen abgebildet. So werden zum einen die finanzwirtschaftlichen Kennzahlen aus den Bereichen Ertragslage, Finanzlage und Vermögenslage berücksichtigt und zum anderen zahlreiche qualitative Faktoren zum Unternehmer, zum Unternehmen, den Produkten und Dienstleistungen und den betriebswirtschaftlichen Instrumenten in die Bewertung einbezogen. Um sich optimal auf das Ratinggespräch vorzubereiten, sollten zum Beispiel Kennzahlen zur aktuellen Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage sowie Daten zur Kapital- und Ertragsstruktur bereitgehalten werden. Zentrale Informationsquelle für ein Rating ist - wie schon in der Vergangenheit - die Bilanz des Unternehmens. Daneben sind Unterlagen zu den Bereichen Unternehmensführung und -steuerung, Planung und Steuerung, Finanz- und Liquiditätsplanung, Personalmanagement sowie Forschung und Entwicklung erforderlich. Vor einem Gespräch mit der Kreissparkasse sollten Sie sich deshalb auf die Fragenkomplexe der einzelnen Bereiche vorbereiten, entsprechende Beschreibungen erstellen bzw. eventuelle Dokumentationen bereithalten. 23. Welche Papiere und Fakten müssen jetzt vorgelegt werden, die früher nicht oder kaum relevant waren? Grundsätzlich kommt es künftig darauf an, die relevanten Informationen zeitnäher und vollständiger als bisher vorzulegen. Grundlegend neue Anforderungen an die Art der vorzulegenden Daten und Fakten bestehen nicht!

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