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1 Medizintechnologie.de Finanzierungsmodelle en stehen unterschiedliche Instrumente einer Finanzierung offen. Je nach Ausgangssituation haben diese Instrumente Vor- und Nachteile. Bei der Entscheidung für ein Finanzierungsmodell kommt es auf den richtigen Mix an. Die Finanzierungsstruktur muss flexibel an schwankende Geschäftsverläufe angepasst werden können und die eingeschlagene ensstrategie der nächsten Jahre abbilden. Gerade im innovativen Umfeld der Medizintechnik mit ihrer Dynamik und einem verstärkten Konsolidierungsdruck auf der Wettbewerbsebene benötigen en eine flexible Finanzierungsstruktur. Die Finanzierung des ens darf keineswegs als statisches Konzept betrachtet werden. Sie sollte vielmehr ständig an den jeweiligen Bedarf des ens, sei es im Rahmen einer Projekt- oder Wachstumsfinanzierung, angepasst werden. Um eine nachhaltige Finanzierungsstruktur erfolgreich aufzusetzen, sollte ein dreistufiges Vorgehen gewählt werden: 1) Zunächst sollte man ein klares Bild über die zukünftige finanzielle Entwicklung des ens und den daraus resultierenden Kapitalbedarf erarbeiten. Darauf aufbauend kann man ein Gefühl dafür entwickeln, welche Größen die Geschäftsplanung beeinflussen können. 2) Auf dieser Basis muss der richtige Mix der am Markt verfügbaren Finanzierungsinstrumente abgeleitet werden. Hierbei gilt es, das sich ständig verändernde Angebot von Finanzierungsmodellen vor allem auch die sogenannten bankenunabhängigen alternativen Finanzierungsinstrumente zu kennen und zu verstehen. 3) Dieses Vorgehen sollte als kontinuierlicher Prozess verstanden werden, damit sich die Finanzierungsstruktur dauerhaft mit der fortschreitenden strategischen Geschäftsentwicklung mitentwickeln kann. Der erfolgreiche Aufbau eines solchen Finanzierungsprozesses erfordert fachliche Expertise sowie eine detaillierte Kenntnis des aktuellen Finanzierungsumfelds. Prinzipiell werden Finanzierungsinstrumente nach ihrer Herkunft unterschieden. Von Innenfinanzierung ist die Rede, wenn die Finanzierungsmittel innerhalb des ens erwirtschaftet werden. Von Außenfinanzierung spricht man, wenn externe Finanzierungsmittel im Zuge einer Erhöhung der Eigenmittel durch Beteiligungskapital bzw. der zusätzlichen Bereitstellung von Fremdkapital bereitgestellt werden. Darunter fallen auch mezzanine Finanzierungsarten, die eine Mischform aus Eigen- und Fremdkapitalfinanzierung darstellen.

2 Innenfinanzierung Bei der Innenfinanzierung unterscheidet man weitestgehend zwischen drei verschiedenen Wegen. Selbstfinanzierung (Finanzierung aus zurückbehaltenen Gewinnen) Finanzierung aus Kapitalfreisetzung durch Rationalisierung (insbesondere im Rahmen eines Working Capital Managements beispielsweise zur schnellen Liquiditätsüberführung von offenen Forderungen (Factoring), der Vorfinanzierung des Einkaufs (Finetrading) oder einer Vorfinanzierung, die sich am Auftragsbestand orientiert (sogenannte Borrowing Base, bei der die Vorräte selbst als Sicherheit dienen) Finanzierung aus Vermögensumschichtung (insbesondere durch den Verkauf nicht betriebsnotwendigen Vermögens) Die Finanzierung aus Kapitalfreisetzung und Vermögensumschichtung stellt eine flankierende operative Maßnahme der Innenfinanzierung dar und sollte relativ unabhängig von der weiteren Finanzierung des ens als zusätzliche Liquiditätsstütze in Betracht gezogen werden. Außenfinanzierung Während operative Finanzierungen vor allem dazu dienen, die laufenden Geschäftsprozesse liquiditätsschonend zu gestalten, bilden strategisch orientierte Finanzierungen die Basis für die langfristige ensentwicklung. Grundsätzlich lassen sich die am Markt verfügbaren Finanzierungsbausteine den drei Ebenen Eigenkapital, Fremdkapital oder den dazwischenliegenden mezzaninen Finanzierungen zuordnen. Eigenkapital Langfristig zielt die ensentwicklung auf eine angemessene Eigenkapitalausstattung. Diese dient einer optimalen Finanzierungsstruktur, ermöglicht Wachstum und Innovation und stellt darüber hinaus die unternehmerische Unabhängigkeit sicher. Die Eigenkapitalquote bestimmt maßgeblich das Rating (Stichwort Basel II/III und eine daraus potenziell resultierende restriktivere Kreditvergabe von Banken) und somit die Fremdkapitalkosten des ens. Eine langfristige Planung ist deshalb unverzichtbar. Die klassische Eigenkapitalbeschaffung hängt maßgeblich von der gewählten Rechtsform des ens ab. Sie kann beispielsweise bei Kapitalgesellschaften erfolgen, indem die bisherigen Gesellschafter neues Kapital einbringen oder aber neue Gesellschafter aufgenommen werden. Auf weitere Möglichkeiten insbesondere bei einer börsennotierten Aktiengesellschaft und deren zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten über den Kapitalmarkt wird hier nicht weiter eingegangen. Die Hereinnahme von Eigenkapital bzw. einer eigenkapitalnahen Komponente bedeutet dabei nicht zwangsläufig, dass die unternehmerische

3 Unabhängigkeit aufgegeben wird. Denn neben einer direkten Beteiligung sind langfristige stille Beteiligungen (beispielsweise von den öffentlich geförderten mittelständischen Beteiligungsgesellschaften der einzelnen Bundesländer, sogenannte MBGs) oder interessante individualmezzanine Angebote (häufig in Form von Genussrechten) auf dem Markt verfügbar. Die typischen Vorteile einer mezzaninen Finanzierungsform verbesserte Bilanzrelation, keine laufende Tilgung, keine Anteilsabgabe müssen meist mit einer höheren Verzinsung bezahlt werden. Aus diesem Grund können mezzanine Finanzierungsinstrumente nur dazu dienen, den Zugang zu günstigeren Fremdkapitalinstrumenten zu ermöglichen. MBGs wiederum bieten dem er bei Direktbeteiligungen häufig eine Rückkaufoption an, so dass dieses Eigenkapital nicht mit einem dauerhaften Verlust von Anteilen einhergeht. Im Gegensatz dazu sind sogenannte Finanz- oder Private Equity-Investoren häufig ein starker Partner für ein beschleunigtes Wachstum. Neben Mehr- und Minderheitsbeteiligungen bieten Finanzinvestoren durch zusätzliches Know-How meist auch eine weitere Professionalisierung des ens. Allerdings ist dabei zu beachten, dass klassisches Private Equity aufgrund seines Geschäftsmodells den gemeinsamen Verkauf des ens innerhalb von drei bis sieben Jahren anstreben muss. Um für ein Private Equity Investment in Frage zu kommen, ist neben der Cashflow-Stärke vor allem das zukünftige Management entscheidend. Der Finanzinvestor besitzt nämlich in der Regel nicht die notwendige Branchen- und enserfahrung, um dieses auch eigenständig weiterführen zu können. Bei der Suche nach längerfristigen Engagements und einer nachhaltigeren Lösung kann Eigenkapital auch über Family Offices eingeworben werden ( Family Equity ). Dieses von vermögenden Familien für Direktbeteiligungen zur Verfügung gestellte Kapital hat meist den großen Vorteil, dass die Bedingungen sehr individuell verhandelt werden können und die Investoren häufig über einen langfristigen Anlagehorizont verfügen, der von keinem Exitdruck beeinflusst wird. Der größte Vorteil bei Family Offices besteht sicherlich darin, dass der Investor in der Regel eine unternehmerische Vergangenheit hat und daher die Marktchancen besser einschätzen kann als risikoscheue Bankvertreter. Fremdkapital Die günstigste Art der Finanzierung bleibt echtes Fremdkapital. Dieses steht in Form von klassischen Bankdarlehen oftmals nur zur Verfügung, wenn bereits eine solide Bilanzstruktur vorliegt. Die klassische Kreditfinanzierung lässt sich wiederum in kurzund mittel- bzw. langfristige Kredite unterteilen. Unter kurzfristigen Krediten wird meist der klassische Kontokorrentkredit für das Geschäftskonto verstanden, der laufende Zahlungen bedient. Im Gegensatz dazu werden unter mittel- bzw. langfristigen Krediten häufig Investitionskredite gefasst, die zur Finanzierung des Anlagevermögens bzw. auch häufig von Vorräten und Forderungen verwendet werden. Grundsätzlich werden Annuitäten- und Ratendarlehen unterschieden, wobei erstere im Gegensatz zu Ratendarlehen eine konstante Zahlung (zusammengesetzt aus Zins und Tilgung) aufweisen. Als grobe Faustregel wird oftmals empfohlen, die

4 Laufzeit des Kredites so zu wählen, dass diese mit der geplanten Nutzungsdauer des Vermögensgegenstandes übereinstimmt. Der zu zahlende Zinssatz für den Kredit bemisst sich am Kreditrisiko für die Bank, das diese auf Basis eines Ratings quantifiziert. In diese Bewertung fließen die Bonität, eventuelle Bürgschaften sowie die Werthaltigkeit der Sicherheiten ein. Daneben gewinnt eine bankenunabhängige Finanzierung, vor allem in Form von ensanleihen, zunehmend an Bedeutung. Diese steht allerdings aufgrund der hohen Mindestvolumina des aufgenommenen Fremdkapitals nur dem gehobenen Mittelstand zur Verfügung. Der zentrale Vorteil dieser Finanzierungsform liegt darin, dass sie die Abhängigkeit gegenüber den klassischen Banken verringert und gleichzeitig den Zugang zum Kapitalmarkt ebnet. Überblick über die wichtigsten Finanzierungsinstrumente Ebene Instrument Vorteile Nachteile Geeignet Eigenkapital klassisches Private Equity (Minderheit wie Mehrheit) starker Partner, zusätzliche Professionalisierung Verlust der Unabhängigkeit, Partner auf begrenzte Zeit (3 bis 7 Jahre) einen Partn zukünftige Wachstum benötigen eine Nachfolge anstreben Family Equity meist längerfristiger Partner mit unternehmerischem Hintergrund zum Teil niedrigere ensbewertungen, begrenzte Volumina beispielsw kleinere zukünftig h Ausschüttu potenzial Kapitalerhöhung über die Börse bankenunabhängiger, dauerhafter Finanzierungskanal Abhängigkeit von Marktstimmungen, Gefahr durch spekulative Investoren stark wach dauerhafte Kapitalbed öffentlich gefördertes Beteiligungskapital (MBGs) häufig Rückkaufoption, faire Konditionen begrenzte Volumina, politische Aspekte spielen große Rolle regional st begrenztem Eigenkapit Bedarf

5 Ebene Instrument Vorteile Nachteile Geeignet Mezzanine beispielsweise stille Beteiligung / Genussrechte keine laufende Tilgung, Verbesserung der Bilanzrelationen relativ teuer, meist aufwendiger Prozess einen Baus einer größe Refinanzier Fremdkapital Working-Capital- Finanzierung (zum Beispiel Factoring, Borrowing Base, etc.) mitatmende Finanzierung, Schaffung zusätzlicher Liquidität meist hoher laufender Administrationsaufwand hohem Wo Capital-An klassische Bankdarlehen relativ unkompliziert Sicherheiten, persönliche Bürgschaften ausreichen Eigenkapit Basis Crowdfinanzierung Eine relativ neue Art der Finanzierung insbesondere für Startups oder hochinnovative Projekte ist die sogenannte Crowdfinanzierung. Bislang existiert noch keine allgemeingültige Definition des Begriffes. Häufig wird unterschieden zwischen: Crowdfunding Finanzierung von unterstützenswerten Projekten, die einen nicht-monetären Rückfluss generieren Crowdinvesting Erwerb von stillen Beteiligungen und Partizipation am enswachstum und den generierten Gewinnen; die Gründungskonzepte werden vorab von den Betreibern einer Crowd-Plattform geprüft Crowdlending Vermittlung von Mikro-Darlehen, meist ohne Stellung von Sicherheiten Allen drei gemein ist, dass sie spezialisierte Internetseiten nutzen, um en oder Projekte vorzustellen. Diese Crowd-Plattformen bündeln eine große Anzahl an Interessenten, die einen mehr oder minder kleinen Geldbetrag zur Verfügung stellen. Dieses Verfahren hat den zentralen Vorteil, dass die zu erbringende Investitionssumme für den einzelnen Investor meist sehr gering ist.

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