Anlage 1 DMP Brustkrebs. Qualitätsanforderungen an den betreuenden DMP- Arzt und beauftragte Ärzte

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1 DMP Brustkrebs Qualitätsanforderungen an den betreuenden DMP- Arzt und beauftragte Ärzte Allgemeine Anforderungen Teilnahmeberechtigt für den koordinierenden Versorgungssektor sind die als Vertragsärzte an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden - Gynäkologen und - Internisten, die als onkologisch verantwortliche Ärzte i.s. der Onkologie- Vereinbarungen der teilnehmenden Krankenkassen tätig sind - bzw. Medizinischen Versorgungszentren, in denen die o.g. Ärzte vertragsärztliche Leistungen erbringen, sofern sie die Strukturvoraussetzungen der Anlage 1 - persönlich oder durch angestellte Ärzte - erfüllen. Des weiteren können Vertragsärzte bzw. Medizinische Versorgungszentren, die gemäß 73 SGB V an der hausärztlichen Versorgung teilnehmen, in Ausnahmefällen am koordinierenden Versorgungssektor teilnehmen. Nachweis von jährlich mind. 2 zertifizierten Fortbildungsveranstaltungen zum Thema Mammakarzinom und Teilnahme an den Informationsveranstaltungen im Rahmen des DMP Die apparativen Voraussetzungen müssen in jeder für das DMP gemeldeten Betriebsstätte erfüllt sein. Information und Beratung über das DMP und den weiteren Ablauf während des DMP Behandlung gemäß der jeweils aktuellen Fassung der DMP- Akzeptanz der Behandlungsleitlinien, des Behandlungsalgorithmus und der Patienteninformation als Behandlungsgrundsätze Bereitschaft des Arztes zur Beratung und Betreuung der Patientin während des gesamten Krankheitsprozesses, der Rehabilitation und der Nachsorge Weiterleitung der Patientinnen zur stationären Versorgung an ein Krankenhaus, das sich an dem DMP beteiligt ( DMP-Krankenhaus ) Übernahme der Koordinationsaufgaben im Rahmen der Gesamtbetreuung als betreuender DMP-Arzt

2 über ein strukturiertes, sektorenübergreifendes Behandlungsprogramm (DMP Brustkrebs) Seite 2 Zusammenarbeit mit weiteren Leistungserbringern, z. B. Physiotherapeuten, Psychotherapeuten im Rahmen der Behandlungsbegleitung und Nachsorge Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit Beratungs- und Selbsthilfeeinrichtungen Verpflichtung zur Dokumentation gem. den Vorgaben in der jeweils aktuellen Fassung der Ziffer 5 der DMP- Überprüfung der Dokumentation auf Vollständigkeit und Plausibilität und Weiterleitung an die Datenstelle Verpflichtung zur Zusammenarbeit mit der Gemeinsamen Einrichtung Spezielle Anforderungen im weiteren ambulanten Behandlungsablauf: Diese sind entweder durch den betreuenden DMP-Arzt selbst einzuhalten oder durch einen am DMP teilnehmenden Leistungserbringer, an den der betreuende DMP-Arzt überweist, zu erfüllen. Die Pflicht zur Prüfung der Qualitätsziele obliegt nicht dem betreuenden DMP-Arzt. Es ist Aufgabe der Gemeinsamen Einrichtung die Einhaltung der Qualitätsziele sicherzustellen. Präoperatives Vorgehen Präoperative invasive Abklärung Facharzt für Gynäkologie oder Radiologie Perkutane Biopsien, jeweils sonographisch/ stereotaktisch gesteuert: Minimum 50 pro Jahr, Zentren Minimum 100 pro Jahr jeweils; Lokalisationen: Minimum 25 pro Jahr, für Zentren 50 pro Jahr Präoperative perkutane invasive Diagnostik gemäß der jeweils aktuellen Fassung der DMP- Multidisziplinäre Konsile Zeitrahmen für die Abklärung (Richtwerte) - Mammographie bis Termin zur Abklärung: 10 Arbeitstage - Maximal 3 Abklärungstermine bis zur endgültigen Diagnose - Abklärung bis OP-Termin maximal 3 Wochen - Abklärung bis benigner Befund und Notwendigkeit zur OP maximal 2 Wochen - Ergebnismitteilung an Überweiser und Teilnehmerin innerhalb von 3 Wochen zwischen Erst-Mammographie und Abklärung 2

3 über ein strukturiertes, sektorenübergreifendes Behandlungsprogramm (DMP Brustkrebs) Seite 3 Präoperative Intervention - Grundsätzlich klinische Untersuchung und vollständige Bildgebung vor jeder perkutanen Intervention - Minimum 70% der malignen Befunde sollten präoperativ histologisch (perkutan interventionell) abgeklärt werden. - Vorzugsweise ultraschallgesteuerte Stanzbiopsie, bei Mikrokalk stereotaktisch gesteuerte Stanzbiopsie entsprechend den Standards. - Benigne/maligne Biopsierate prävalent 1:1, inzident 1:2 Weitere präoperative diagnostische Verfahren Vor Einleitung der Primärtherapie müssen folgende Untersuchungen zur Diagnosestellung abgeschlossen sein: - klinische Untersuchung, Mammographie in zwei Ebenen, Ultraschalluntersuchung und Gewebeentnahme und - eine perioperative Suche nach Fernmetastasen, bei operablen Befunden (T1-2, N0-1), sofern klinische Symptome oder ein Befall der axillären Lymphknoten - HER2/neu-Status für invasive Karzinome Hierfür sind grundsätzlich alle erhobenen diagnostischen Vorbefunde zu nutzen. Pathologie Facharzt für Pathologie Möglichkeit zur Schnellschnittdiagnostik (Ergebnis innerhalb von 30 Minuten an Operateur wenn diese Zeitvorgabe bei Projektbeginn nicht einzuhalten ist, sind Strukturen zur Ermöglichung der Zeitvorgaben zu schaffen) Übermittlung der endgültigen pathologischen Befundung des Operationspräparates nach max. 4 Arbeitstagen postoperativ Gesicherte interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Operateur und Radiodiagnostiker Vorlage des ptnm-status Vorlage des Gradings Vorlage der Hormonrezeptoranalyse Angabe zum Sicherheitsabstand zum Resektionsrand Angabe zum HER2/neu-Status 3

4 über ein strukturiertes, sektorenübergreifendes Behandlungsprogramm (DMP Brustkrebs) Seite 4 Postoperatives Vorgehen Strahlentherapie Facharzt für Radiologie oder Strahlentherapie Ambulante Therapie Durchführung der Strahlentherapie im interdisziplinären Konsens Zeitrahmen für die Strahlentherapie: - Aufklärungsgespräch und Therapieplanung möglichst zeitnah nach der Operation und histologischer Sicherung der Diagnose - Beginn der postoperativen Strahlentherapie bei adjuvanter Hormontherapie 4 bis 8 Wochen nach der Operation entsprechend der Wundheilung bei einer adjuvanten Chemotherapie nach 3 bis 4 Zyklen Chemotherapie (Beginn innerhalb 6 Monate postoperativ) Chemotherapie Facharzt (Internist/Gynäkologe) mit Anerkennung als onkologisch verantwortlicher Arzt (gemäß Onkologievereinbarungen der teilnehmenden Krankenkassen) Teilstationäre oder ambulante Therapie Primär systemische (neoadjuvante) Chemotherapie 2 Wochen nach histologischer Sicherung der Diagnose Durchführung der Chemotherapie im interdisziplinären Konsens 4

5 über ein strukturiertes, sektorenübergreifendes Behandlungsprogramm (DMP Brustkrebs) Seite 5 Zeitrahmen für die Chemotherapie: - Aufklärungsgespräch und Therapieplanung möglichst zeitnah nach der Operation und histologischen Sicherung der Diagnose - Beginn der adjuvanten Chemotherapie innerhalb von 2 bis 3 Wochen nach Operation - Abstimmung der Chemotherapie mit möglicher Strahlentherapie Antikörpertherapie Facharzt (Internist/Gynäkologe) mit Anerkennung als onkologisch verantwortlicher Arzt (gemäß Onkologievereinbarungen der teilnehmenden Krankenkassen) Teilstationäre oder ambulante Therapie Durchführung der Antikörpertherapie im interdisziplinären Konsens Zeitrahmen für die Antiköpertherapie: - Aufklärungsgespräch und Therapieplanung möglichst zeitnah nach immunhistochemischer bzw.histologischer Sicherung der Diagnose - Die Antikörpertherapie bei Patientinnen mit HER/2neu positiven Tumoren (ab Stadium pt1c und/oder LK Befall) soll eine Behandlung mit Trastuzumab erfolgen - Abstimmung der Antikörpertherapie mit möglicher Chemotherapie Hormontherapie Facharzt für Gynäkologie oder Internist (Hämatologe/Onkologe gemäß Onkologievereinbarungen der teilnehmenden Krankenkassen) Während der Nachsorge auch durch Hausarzt bei Nachweis von Kenntnissen in endokrinologischen Therapien 5

6 über ein strukturiertes, sektorenübergreifendes Behandlungsprogramm (DMP Brustkrebs) Seite 6 Regelmäßige Fortbildungen im Bereich der endokrinologischen Therapien Interdisziplinäre Kooperation mit behandelndem Gynäkologen oder onkologisch verantwortlichem Arzt Hormontherapie nur bei pathohistologisch gesichertem Hormonrezeptorstatus 6

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